Internationale Politik Anti-Putin liegt im Koma

Tina1
Tina1
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von Tina1
als Antwort auf luchs35 vom 17.09.2020, 20:32:50
Zur echten Freude gibt es keinen Grund, aber wohl zu einem Schuss Ironie, wenn nach Wochen der Ermittlungen plötzlich Wasserflaschen mit Nowitschok-Spuren ans Tageslicht kommen, die jetzt in einem deutschen Labor entdeckt wurden und aus Natalnys Hotelzimmer in Tomsk stammen sollen.  
Und die Meldung stammt nicht von einer einzigen Quelle, seit 7 Stunden geht das rund durch die internationale Presse - nur ARD und ZDF schweigen dazu, zumindest habe ich nichts gefunden.
Luchs35

Liebe Luchs, nachdem es bis jetzt  der Tee war, der Nawalny vergiftet hat, sind es nun die Flaschen, denn an ihnen hat man Nowitschok gefunden. Diese neue These, bringt für mich neue Fragen auf.

"Georgij Alburow und weitere Mitarbeiter des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny gehörten zu den Personen, die nach der Tat dessen Hotelzimmer durchsucht hatten. Dort suchten sie nach Beweisen für den Anschlag auf den russischen Oppositionellen. Auf einer Plastikflasche, aus der Nawalny getrunken hatte, konnten später Spuren des Gifts Nowitschok nachgewiesen werden. "

Meine Frage, warum kommen die Mitarbeiter erst jetzt mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit, sondern bringen die ganzen Wochen den Tee für die Vergiftung ins Spiel? Und das auch ganz sicher. Obwohl es dafür keine Beweise gab. Diese Durchsuchung des Zimmers muss ja ziemlich schnell passiert sein, also nachdem das Flugzeug notgelandet ist. Später hätte es keinen Sinn ergeben, denn das Zimmer wäre da schon längst gereinigt worden und die Flaschen hätten nicht mehr existiert. Das Zimmer wäre dann wahrscheinlich auch schon wieder neu belegt.

Und wenn man nun an den Flaschen Nowitschok festgestellt hat, warum haben sich diese Leute nicht infiziert, vergiftet, denn sie hatten keine Schutzkleidung an? Sie wussten ja nicht das Nowitschok im Spiel ist. Bei dem Gift Nowitschok genügt laut Experten eine Größe eines Salzkorns, um sich zu vergiften. Und warum hat sich niemand vom Flugzeugpersonal, vom Rettungsdienst die sich um Nawalny gekümmert haben infiziert, vergiftet?
Tina

Fall Skripal:

"Angeblich sind mehr als 20 Personen mit dem Nervengift in Berührung gekommen. Glauben Sie, die Zahl könnte noch höher liegen?

Trapp( Experte für Chemiewaffen) : Das hängt davon ab, wie der Stoff eingesetzt worden ist. Möglicherweise wurden Oberflächen kontaminiert. Die Frage ist, wie leicht sie zugänglich für die Öffentlichkeit waren. Anders sieht es bei den Helfern aus, die die Opfer ins Krankenhaus gebracht und behandelt haben. Sie konnten sich ebenfalls vergiften, falls sie nicht geschützt waren, da der Stoff über die Haut aufgenommen werden kann."

Bis jetzt hieß es immer, dass die Vergiftung über die Luft, Atmen oder über die Haut passiert. So wie bei dem Fall Skripal. Was die Mitarbeiter Nawalnys in ihrer These nun aber ausschließen.
Tina

"Kann sich der Stoff auch über die Luft verbreiten?

Trapp: Nowitschok ist als Waffe entwickelt worden. Die normale Variante, es auszubringen, ist über die Luft. Der schnellste Weg des Gifts in den Körper ist das Einatmen und von der Lunge ins Blut. Es kann aber auch über Hautkontakt verbreitet werden. Das dauert zwar etwas länger, ist aber dennoch sehr wirksam.

Das Gift ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen sind gering. Selbst bei Vergiftungen dieser Art übliche Gegenmittel wie Atropin können meist nur wenig ausrichten. Nowitschok-Gifte sollen fünf bis zehn Mal stärker wirken als der chemische Kampfstoff VX. Mit diesem war im Februar 2017 der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in Malaysia ermordet worden.

Zu dem Nervengift sind nur wenige Details bekannt. Vermutlich besteht es aus zwei an sich ungiftigen Komponenten, die ihre tödliche Gefahr erst beim Mischen entfalten. Hergestellt werden kann es nicht nur in Russland. Auch andere Labors sind laut Toxikologe Trapp in der Lage, den Kampfstoff herzustellen.

Frage: Herr Trapp, wie tödlich ist das beim Mordversuch auf den russischen Ex-Spion eingesetzte Nervengift Nowitschok?

Ralf Trapp: Im Verhältnis zu anderen Nervenkampfstoffen wie etwa VX ist Nowitschok zehnmal giftiger. Man benötigt nur wenige Milligramm, um einen Erwachsenen zu töten.

Wie kann Nowitschok nachgewiesen werden?
Trapp: Kurz nach der Vergiftung ist das kein Problem, wenn man die nötige Erfahrung hat. Das Nervengift lässt sich im Blut nachweisen und für ein paar Tage auch im Urin des Opfers."

"Martin Göttlicher: Dieser Kampfstoff ist so optimiert, dass er dieses Enzym ganz besonders schnell so kaputtmacht, dass es lange dauert, bis es wieder ersetzt ist. Und er ist auch so optimiert, dass er besonders schnell in den Körper geht, zum Beispiel über die Haut oder die Atmung."

https://www.mainpost.de/ueberregional/politik/zeitgeschehen/Weniger-als-ein-Salzkorn-davon-ist-toedlich;art16698,9914831

https://www.tagesschau.de/ausland/nowitschok-125.html






 
luchs35
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Tina1 vom 18.09.2020, 14:39:11

 In dem Fall Navalny gibt es mehr Fragen als Antworten, Tina, wir können wirklich nur mit dem spekulieren, was "möglich sein könnte".  Dass die Mitarbeiter erst jetzt mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit kamen, hat mich auch beschäftigt. Meine Überlegungen gingen dann darauf hinaus, dass sie die Beweismittel ja nach Deutschland geschafft haben, was wohl nicht gerade einfach gewesen sein dürfte, denn da wurde doch jeder beobachtet, der was wissen konnte
.  
Vielleicht haben sie so lange abgewartet, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte, um dann wagen zu können mit den Beweismitteln unkontrolliert nach Deutschland zu kommen. Wir können die Situation nur schlecht nachvollziehen. Alles, was zutage befördert wird, spricht gegen oder für das Mitwirken von...ja, von wem?

Jene, die wussten, was sie da in den Händen hielten, konnten sich ja entsprechend schützen. 
Irritierend ist auch, dass jene, die evtl. das Gift in oder an die Flasche verbracht haben, nicht sofort nach Navalnys Abreise alles verschwinden ließen. Oder kam das Gift erst an die Flasche, nachdem er weg war? 
Wer weiß, wie viele falsche Spuren noch von wem?? gelegt wurden.  Ich hätte da noch einige Ideen ....
Ich denke, dass wir die Wahrheit nie erfahren werden, aber an dieses so streng gehütete Nowitschok scheinen mehr Leute ranzukommen, als man uns vormacht. 
Luchs35
 

 

olga64
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 18.09.2020, 07:28:09
 

Für mich ist der Fall Nawalny samt seinem Team, oder Stab und auch seiner Frau ein einziges dubioses Schmierentheater.

Und wenn ich Olga widerspreche, was ohnehin selten geschieht zumal ich auf der politischen Ebene aus gutem Grund nur noch selten zu finden bin, dann gibt es für mich einen Grund zum Widerspruch am Thema. Mit Olga als Person hat das gar nichts zu tun.
Bruny
Tja, für mich ist es schon erstaunlich bis befremdlich, wenn im Zusammenhang mit einem Mordanschlag auf einen Menschen von "Schmierentheater" oder bei der Ausweitung von evtl. BEweismitteln in einer Art Zynismus von "Freude" geschrieben wird. Und dann geht die Geschichte natürlich ihren üblichen Lauf: Leute, die vermutlich nichts zu Aufklärung beitragen können, ergehen sich seitenlangen Spekulationen,versehen mit klugen Anmerkungen wie "aber ich weiss natürlich nichts", wobei natürlich der HInweis nicht fehlen darf, dass "man" vor sehr, sehr langer Zeit mal was mit Recherchen auf beruflicher Ebene zu tun hatte usw usw.

Bruny - ich halte Widerspruch seit Jahren von Ihnen (und allen anderen)  aus und bin ja eine grosse Befürworterin der These: wer austeilt, muss auch einstecken können.
Ob Ihre Angriffe gegen mich mit meiner Person zu tun haben oder nicht, ist mir mittlerweile richtig wurscht.
Und vielleicht ist es ja gut, wenn Sie in solchen Situationen doch lieber aufs RAd steigen, auf einen Berg fahren und Sie dann wieder erholter zurückkommen - fand ich richtig gut, als Sie dies anderswo mal schilderten.
Vielleicht kommt Ihnen dann bei der nächsten sportlichen Aktivität auch mal der Gedanke, dass man Mordanschläge auf andere Menschen nicht Schmierentheater nennen sollte - denn für diese Art von kulturellen Ergüssen sorgt der wunderbare Putin schon selbst und wird es immer wieder tun. Olga

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Bruny
Bruny
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 18.09.2020, 16:57:02

Wow, Sie fühlen sich schon wieder angegriffen? Dabei habe ich doch nur laut und deutlich gesagt, dass mein eventueller Widerspruch zu einem Thema kommt und nichts mit Ihrer Person zu tun hat.
Und jetzt gääääähn ich erstmal, das bringt mir gerade deutlich mehr!

 

Pat
Pat
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von Pat
als Antwort auf luchs35 vom 18.09.2020, 15:24:44
 In dem Fall Navalny gibt es mehr Fragen als Antworten, Tina, wir können wirklich nur mit dem spekulieren, was "möglich sein könnte". 
Luchs35
 

 
Ja @luchs35, absolut richtig, wir können doch wirklich nur spekulieren, war es der russische Geheimdienst im Auftrag von Putin?, naja, wie der Name schon sagt, geheim, und was Nowitschok angeht, da verirren wir uns doch total in der Wildnis.

Nur mal so als Beispiel, der Erfinder von Nowitschok, Pjotr Kirpitschew, hat bei der Entwicklung
einen schon 1936 entdeckten Nervenkampfstoff einfach weiter entwickelt, „Tabun“, der kam natürlich aus Deutschland, und wurde ab 1942 von den IG-Farben dann industriell gefertigt. Was Chemie angeht, da hat Deutschland schon lange, und auch heute noch, immer in der „Ersten Liga“ mitgespielt, und die Fouls beim Spiel, die waren natürlich deutlich dramatischer als beim Fussball. Dafür gibt leider viele Beispiele, und Nowitschok steht sicher hier, und auch in einigen anderen Ländern im Labor.

Ein weiterer der an der Entwicklung von Nowitschok beteiligt war, Vil Mirzayanov,  ist zum Beispiel in die USA ausgewandert. Tja, tja, man kann über dieses Verwirrspiel wirklich nur spekulieren, Putin sagt „Deutschland wars“,  Deutschland sagt „Putin wars“ , aber mehr als irgendwelche Indizien, die ja möglicherweise einen Verdacht etwas erhärten, aber selbst vor Gericht nicht als Beweismittel ausreichen, erfahren wir doch gar nicht. Selbstverständlich kann man Putin ein durchaus glaubwürdiges Motiv anheften, tja, aber was der Navalny sonst noch für Feinde hatte ??  Auch da können wir leider nur spekulieren. Es bleibt mit Sicherheit vorläufig, oder noch sehr lange, ein reiner Spekulierstrang.

Pat
olga64
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von olga64
als Antwort auf Pat vom 18.09.2020, 19:05:26

Man kann aber auch mal aus diesem Spekulations-Drang heraustreten und zur Kenntnis nehmen,dass dies nicht der erste Mordversuch an einem russischen Bürger war - und alle nie aufgeklärt wurden. Einige wurden etwas klarer, wenn die Todgeweihten noch die Kraft hatten, selbst zu sprechen, bzw. die Überlebenden eigene Recherchen anstellten und ihre Ergebnisse bekanntgaben.
Was übrig bleibt ist m.E. ein völliges Versagen eines sich auf Lebenszeit ernannten Regierungschefs, der seine Bevölkerung nicht die Unversehrtheit garantiert, auf die diese ein Recht hätte.
Und was auch recht sicher sein dürfte: es wird nicht der letzte Fall dieser Art sein und diejenigen, die Putin über alles schätzen, werden auch das dann wieder respektlos herunterspielen. Olga


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Pat
Pat
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von Pat
als Antwort auf olga64 vom 18.09.2020, 19:10:12
Man kann aber auch mal aus diesem Spekulations-Drang heraustreten und zur Kenntnis nehmen,dass dies nicht der erste Mordversuch an einem russischen Bürger war - und alle nie aufgeklärt wurden. Einige wurden etwas klarer, wenn die Todgeweihten noch die Kraft hatten, selbst zu sprechen, bzw. die Überlebenden eigene Recherchen anstellten und ihre Ergebnisse bekanntgaben.
 Olga
Sicher war es nicht der erste Mordversuch, es gab ja auch schon etliche gelungene Morde, aber wie Sie ja auch schreiben, selbst wenn die Todgeweihten, oder die Überlebenden noch etwas zur Sache sagen konnten, wurde es immer nur etwas klarer, deshalb nenne ich es lieber Indizien,  Beweise sind es aber leider nicht. Deshalb finde ich auch Überlegungen in alle Richtungen, absolut verständlich.

Pat
olga64
olga64
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von olga64

Das sind dann doch gute Nachrichten: Herr Nawalny hat die Charité verlassen, bekommen jetzt noch physiotherapeutische Behandlungen, evtl. eine Reha und wird nach wie vor vom BKA betreut.
Putin`s Problem ist also wieder im und am Leben und wie sich die Ärzte der Charité vorsichtig ausdrücken, wird er auch keine Langzeitschäden davontragen.
Wie es mit ihm und seiner Familie weitergehen wird, wird nur er wissen, bzw. entscheiden. Seine Gruppe erklärt, das Ziel sei es, dass sie zurück nach Russland gingen - vielleicht hilft es ja,dass die Weltöffentlichkeit ihn dann weit intensiver beobachten wird als dies bisher der Fall war. Olga

pschroed
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von pschroed
als Antwort auf olga64 vom 23.09.2020, 17:21:53

Nachdem behaupted wurde DE könnte Nawalny vergiftet haben geht (spekuliert) Putin jetzt sogar von einer Selbstvergiftung . Dem Despoten seine Phantasie ist, in produzieren von Fakenews grenzenlos 
Phil.

QUELLE https://www.welt.de/politik/ausland/article216347886/Nawalny-aus-der-Berliner-Charite-entlassen-Putin-spekuliert-ueber-Selbstvergiftung.html

Bei dem Telefongespräch mit Macron am 14. September brachte Putin demnach mehrere Thesen vor, wie es ohne Einmischung russischer Stellen zu der Vergiftung Nawalnys gekommen sein könne. Er verwies neben der Selbstvergiftung auf eine mögliche Verbindung nach Lettland, wo der Hersteller des Nervengifts Nowitschok lebe. Macron wies diese Vermutungen nach den Informationen von „Le Monde“ entschieden zurück.

olga64
olga64
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RE: Anti-Putin liegt im Koma
geschrieben von olga64
als Antwort auf pschroed vom 23.09.2020, 18:02:41

Seitdem Mr Trump Herrscher der Welt ist, machen sich ja viele begabte und auch unbegabte Leute in Form von Ferndiagnosen Gedanken um dessen Geisteszustand.

Ich denke, allmählich darf und sollte man dieses Mittel auch auf Putin anwenden.
Man sieht, wozu Lügenkonstrukte führen können - irgendwann verirrt der Initiator sich selbst in seinem Labyrinth und findet nicht mehr raus.

Die baltischen Staaten kommen nun vermutlich auf den Plan, weil ein anderer (Lettland) die belarusische Rebellin aufgenommen hat. Olga


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