Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Bomben auf Gaza sind keine Lösung

Internationale Politik Bomben auf Gaza sind keine Lösung

karl
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Administrator

Re: Und die Rolle Ägyptens in diesem Konflikt?
geschrieben von karl
als Antwort auf luchs35 † vom 18.11.2012, 13:06:09
@ Luchs35,

was Du zur Vermittlerrolle von Mursi schreibst, möchte ich unterstützen. Man kann ihm nur die Daumen drücken, dass er es schafft die Parteien zum Kompromiss zu bewegen.
karl
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Re: [off topic]
geschrieben von karl
als Antwort auf Medea vom 19.11.2012, 14:16:21
Medea, bei Dir und adam kommt die westliche Hochnäsigkeit zum Tragen. Wenn die Bildungschancen der Palästinenser in Gaza derart schlecht sind, dann ist dafür die Besatzungsmacht mit verantwortlich. Wer täglich 1,7 Milionen Menschen höchstens 6 Stunden Strom zubilligt, um nur ein Beispiel zu nennen, betreibt bewusste Unterdrückung mit m. E. eindeutiger Zielsetzung. Wer sehen will, der sehe.

karl
adam
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Re: [off topic]
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 19.11.2012, 14:26:43
karl,

willkommen im Kreis der Hochnäsigen. Ich schrieb: "Dabei gehe ich auch so weit, in Israel einen höheren Bildungsstandard vorauszusetzen als er in palästinensischen Gebieten ermöglicht wird.."

Du schreibst: "Wer täglich 1,7 Milionen Menschen höchstens 6 Stunden Strom zubilligt, um nur ein Beispiel zu nennen, betreibt bewusste Unterdrückung mit m. E. eindeutiger Zielsetzung."

Beides kommt auf`s selbe raus, nur daß Du wieder den Schwarzen Peter ganz bei den Israelis sehen möchtest und nebenbei noch Medea und mich verunglimpfst. Das ist nicht schön.

Was die Friedeninitiativen anbelangt ist es nicht dasselbe, ins Internet auf Küsschen zu verlinken oder sich formal an israelische Friedensinitiativen zu wenden, den ST vorzustellen und zu erklären, daß sich diese internationale Seniorenplattform im Internet, mit Sitz in Deutschland, für ein friedliches Miteinander in Nahost einsetzt.

--

adam (grollig)

Ein PS: Sich mit israelischen Bürgern gemeinsam für palästinensische Interessen einzusetzen, schließt jeden Rassismusvorwurf aus. Auf Seiten der Hamas zu stehen und nach jedem Raketenabschuß zu brüllen "Das ist alles nur Einbildung" ist Hilfe beim Krieg. /a.

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miriam
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Mitglied

Re: Keine Bomben und auch keine Raketen...
geschrieben von miriam
als Antwort auf karl vom 19.11.2012, 14:26:43
Medea, bei Dir und adam kommt die westliche Hochnäsigkeit zum Tragen. [--] Wer sehen will, der sehe.
geschrieben von karl


Karl - angesichts deiner Einstellung - bzw. der Sätze die du über Medea - bzw. Adam schreibst, protestiere ich vehement.

Übrigens wurde dieser ganze Thread von dir Karl, durch den von dir gewählten Titel, in eine völlig falsche Richtung geleitet. Und wie ja nicht anders zu erwarten war, folgten dir devot - mehrere der Schreiber.

Nein - ich bin in keiner Weise eine Anhängerin der Politik von Netanjahu. Hier bekomme ich aber immer mehr den Eindruck, dass der Fingerzeig auf die Israelis, von klammheimlicher Freude begleitet ist. ("Wieder die Juden")

Dass wir es in Deutschland mit einem zunehmenden Antisemitismus zutun haben, wissen die meisten von uns.
Und deswegen wäre es angebracht, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen.
Mit anderen Worten: mal vor der eigenen Türe zu kehren...

Dagegen aktiv zu sein - wäre eigentlich eine der aktuellen Prioritäten.

Und wenn man dies nicht tut (auch das könnte ich verstehen), dann wenigstens nicht, auf der Basis der Unkenntnis der geschichtlichen Fakten, wieder einmal die Juden/die Israelis, schuldig sprechen!

Miriam
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von Mareike
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 13:16:43
Ein Blick mit Hoffnung, aber auch illusionslos in die Welt:

Auf der Welt überdenken Völker in Staaten ihre Einstellung gegenüber denen, die von ihren Vorvätern verdrängt wurden. Kanada und die USA machen einen schmerzhaften Prozeß gegenüber den nordamerikanischen Indianern durch. In Nordeuropa wird sich um die Eskimos bemüht. Die Australier lernen die Aborigines anständig zu behandeln und in Südamerika bekommt man endlich ein schlechtes Gewissen gegenüber den Indios.

Überall in der Welt versuchen die Völker ihr Denken zu modernisieren. Nur die Antisemiten tun das nicht. Die modernisieren ihren Antisemitismus.

--

adam
geschrieben von adam


Zum Begriff Anti-Semitismus:
"Semiten

Als Semiten werden (historische) Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen.

Der deutsche Historiker August Ludwig von Schlözer prägte 1781 den Begriff mit Bezug auf die Völkertafel der Genesis – siehe dazu Semitismus. Nach einem biblischen Mythos führte Abraham seine Abstammung auf Sem, den ältesten Sohn Noachs zurück. In Anlehnung daran bezeichnete man in biblischer Zeit alle Völker des Nahen Ostens, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als „Söhne des Sem“.

Demnach gehören zu den Semiten die Äthiopier, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Ostsemiten, Akkader, Babylonier, Assyrer, Amoriter, Ammoniter, Aramäer, Hebräer, Kanaaniter, Moabiter, Nabatäer, Phönizier, Samaritaner und Syrer.

Die Semiten im sprachwissenschaftlichen Sinne sind mit den Nachkommen Sems der Bibel nicht völlig identisch. So sprachen die Kanaaniter zwar semitische Sprachen, der biblische Stammvater Kanaan wird jedoch als Sohn des Noach-Sohnes Ham dargestellt.

Heutige semitisch-sprachige Völker sind z. B. Araber, Israelis, Aramäer und Malteser. Der Sammelbegriff „Semiten“ wird aber eher in Bezug auf die historischen Völker verwendet."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Semiten

Wer modernisiert den Anti-Semitismus?

Mareike
karl
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Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 13:45:17
Israel immer nur den Schwarzen Peter zuzuschieben bedeutet Parteinahme im Krieg und Parteinahme im Krieg bedeutet Mitverantwortung für dessen Fortsetzung und Mitverantwortung an Tod und Elend auf beiden Seiten.
geschrieben von adam
Liegt das Problem nicht viel eher anders herum? Wie viele Zeitungskommentare oder Beiträge hier im ST sehen denn die Schuld eindeutig nur auf Seiten der Palästinenser?

Immer wieder wird betont, die Hamas hätte mit den Raketen angefangen (dass es wahrscheinlich selbstständige Splittergruppen waren, die anfangs die Raketen verschossen haben, lassen wir einmal außen vor, auch den von mir verlinkten Bericht eines Israeli, der alles etwas anders darstellt).

Ist eine Blockade aller Handelskanäle am Boden, aus der Luft und von See eigentlich keine Gewalt? Wie absurd ist es denn überhaupt nach zig-Jahren der Konfrontation zu fragen, wer angefangen habe?

Einseitige Schuldzuweisungen sind nicht gut, sie sind tatsächlich nicht geeignet, Wege in die Zukunft aufzuzeigen. Da stimme ich mit Dir, adam, völlig überein. Bitte fordere den differenzierten Blick dann aber auch von denjenigen ein, für die Kritik an der Politik Israels ein Sakrileg darstellt.

Es geht nicht um Schuld, es geht um Zukunft. Derzeit wird nicht nur die Zukunft der Palästinenser wieder einmal zerbombt, sondern Israel zerbombt sich seine von Dir so rosig gemalte Zukunft als Staat der Hoffnung selber. Israel schafft sich als demokratischen Staat selber ab, denn es verleugnet seine eigenen in seiner Verfassung festgelegten Prinzipien "Der Staat Israel ... wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht soziale und politische Gleichberechtigung garantieren…… und sich verpflichten, sich für Frieden und gute Beziehungen mit allen benachbarten Staaten und Völkern einzusetzen".

Ich verweise noch einmal auf das Buch von Gershom Gorenberg: " Israel schafft sich ab". Das zeigt, dass es auch Israelis gibt, die die Entwicklung mit großer Sorge sehen.

Karl

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silhouette
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Re: [off topic]
geschrieben von silhouette
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 14:46:44

Was die Friedeninitiativen anbelangt ist es nicht dasselbe, ins Internet auf Küsschen zu verlinken oder sich formal an israelische Friedensinitiativen zu wenden, den ST vorzustellen und zu erklären, daß sich diese internationale Seniorenplattform im Internet, mit Sitz in Deutschland, für ein friedliches Miteinander in Nahost einsetzt.

geschrieben von adam

Habe ich dich richtig verstanden, dass du es begrüßen würdest, wenn der ST bei gegebenen Anlässen (in dieser und anderen Konfliktregionen oder zu öffentlich diskutierten Themen) eine Solidaritätsadresse mit einer virtuellen Unterschriftenaktion ähnlich der Aktionen von Friedensbewegungen startet, die nicht nur auf den Diskussionsseiten hier hängen bleibt?

Das ist zunächst ein IT-Problem, das zu lösen sein dürfte.
karl
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Administrator

Re: Keine Bomben und auch keine Raketen...
geschrieben von karl
als Antwort auf miriam vom 19.11.2012, 15:03:11
Könnte es sein, dass in Deutschland mit dem Begriff Rassismus etwas inflationär umgegangen wird?
geschrieben von miriam am 17.11.2012 11:39

Dass wir es in Deutschland mit einem zunehmenden Antisemitismus zutun haben, wissen die meisten von uns.
geschrieben von miriam am 19.11.2012 15:03

Wie es gerade gefällt? Den Antisemitismusvorwurf, der immer dann kommt, wenn Israels Unterdrückungspolitik kritisiert wird, halte ich für einen perversen Missbrauch der ungeheuren Verbrechen der Nazis, weil damit neue Verbrechen, die auf Rassismus beruhen, gedeckt werden sollen.

Ist Dir das bewusst, Miriam?

Karl
Mareike
Mareike
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Die Antiterror-Strategie der israelischen Regierungen im Gazastreifen ist ein Misserfolg
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 16.11.2012, 14:13:13
Israels Politik der erbarmungslosen Härte gegen die Palästinenser ist gescheitert. So wird Israel den Frieden nicht gewinnen.
Die dabei entstehende Frage lautet: Geht es den Menschen in Sderot, Aschkelon und der Region Eschkol heute besser als vor acht Jahren? Haben gezielte Tötungen von palästinensischen Funktionären ihren Alltag sicherer gemacht? Hat eine Offensive des Militärs gegen Palästinenser, hat ein Krieg den Einschlag von Geschossen aus dem Gazastreifen dauerhaft beendet? Die Antwort findet sich schnell. Sie lautet: Nein. Die Antiterror-Strategie der israelischen Regierungen im Gazastreifen ist ein Misserfolg. Quelle
geschrieben von karl


Ich bin zutiefst entsetzt und beunruhigt über diese erneute Gewalt in Nahost.

Karl
geschrieben von Torsten Teichmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv


"Die dabei entstehende Frage lautet: Geht es den Menschen in Sderot, Aschkelon und der Region Eschkol heute besser als vor acht Jahren? Haben gezielte Tötungen von palästinensischen Funktionären ihren Alltag sicherer gemacht?"

Mareike
adam
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Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 19.11.2012, 15:12:05
karl.

das Problem liegt darin, daß Du nicht erkennst, daß es sich bei dem, was sich zum xten Mal zwischen Israel und Gaza zuträgt, nicht um einen bilateralen Krieg zwischen Israel und den Palästinensern handelt.

Das war bisher eigentlich ein Krieg zwischen Iran visa Hamas und Hisbollah gegen Israel, bei dem sunnaarabische Staaten emotional geholfen haben, und der sich jetzt wandelt in einen Krieg zwischen Saudi-Arabien und Katar visa Hamas gegen Israel.

Die Palästinenser sind eigentlich unbeteiligt, aber die Opfer, derentwegen die Emotionen hochschlagen. Die Unruhe in der Region hält den Ölpreis hoch, verschafft den arabischen Despoten jede Menge Geld, hilft ihnen internationale Spannungen auszunutzen und verschafft ihnen in Israel den außenpolitischen Feind, den sie mit Hilfe der Religion vollends verteufeln können und durch den sie mittels nationalistischer Propaganda ihre Völker bei der Stange halten. Von dem, was einst ein Nasser als Panarabismus beschworen wurde, ist nur Nationalismus und Rassismus übrig geblieben.

Israel wird dabei zu einer Art Schattenboxen einerseits gezwungen, andererseits lassen sich die Falken auf israelischer Seite auch gerne zwingen, weil sie sich über die Gewaltstrategie an der Macht halten. Die leidtragende palästinensische Bevölkerung ist dabei die Reibefläche, an der sich die Spannung jederzeit entzünden kann.

Solange wir versuchen, Möglichkeiten des Friedens bilateral auszuleuchten, werden wir scheitern und nur verqueren Weltbildern eine Plattform liefern.

--

adam

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