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Internationale Politik Bomben auf Gaza sind keine Lösung

olga64
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Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 † vom 19.11.2012, 17:36:19
Das Problem dürfte nur sein,dass der Emir von Quatar sehr US-freundlich ist (dort gibt es ja auch Stützpunkte der Amerikaner plus Sender Al-Dschasira) - dies wissen sicher auch die anderen Anrainer-Staaten. ABer vielleicht gilt auch dort, je mehr Geld vorhanden ist, desto höher das Mitspracherecht. Olga
miriam
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Mitglied

Re: Keine Bomben und auch keine Raketen...
geschrieben von miriam
als Antwort auf nerida vom 19.11.2012, 16:29:47
Schön dich hier wieder zu lesen, Nerida!

Einige schreiben hier so laut, dass man sie dadurch gar nicht mehr verstehen kann.

Was aber überhaupt nachdenklich stimmt in Bezug auf diesen lauten Stimmen, ist die Tatsache, dass man sich fast unwillkürlich dadurch die Frage stellt, was soll eigentlich die Lautstärke verbergen?

Zum Teil mangelnde Kenntnisse in Bezug auf Israel? Da wäre vielleicht in erster Linie das Unwissen über die bedeutende Friedensbewegung im Lande, zu erwähnen...

Dass aber ein Kampf für den Frieden im Nahen Osten sich unvergleichbar schwieriger gestalten lässt - bzw. in Israel als kleines Land, welches buchstäblich umzingelt ist von feindlichen Ländern? Ist man sich eigentlich dessen bewußt?

Dies klammert man aus, oder übersieht man gerne hier im Lande (also meine ich damit nicht nur das Forum).

Nerida - ich habe dir nicht richtig geantwortet - es waren viel zu viele Fragen die ich mit mir herumtrage - und keine Antwort darauf finde...

Liebe Grüße - morgen bin ich erst am späten Nachmittag wieder da.

Miriam
justus39 †
justus39 †
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Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf olga64 vom 19.11.2012, 17:39:02
Das Problem dürfte nur sein,dass der Emir von Quatar sehr US-freundlich ist (dort gibt es ja auch Stützpunkte der Amerikaner plus Sender Al-Dschasira) - dies wissen sicher auch die anderen Anrainer-Staaten. ABer vielleicht gilt auch dort, je mehr Geld vorhanden ist, desto höher das Mitspracherecht. Olga


Das kann doch kein Fehler sein.
Wenn der Emir und Obama gemeinsam Druck auf die beiden Streithähne ausüben, dass sie alle Kampfhandlungen einstellen und gleichberechtigt und unter gegenseitiger Anerkennung an den Verhandlungstisch zurückkehren, könnte das doch eine friedliche Lösung bringen.
Aber da bin ich wohl doch etwas zu blauäugig.

justus

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karl
karl
Administrator

Re: Keine Bomben und auch keine Raketen...
geschrieben von karl
als Antwort auf miriam vom 19.11.2012, 17:50:21
Zum Teil mangelnde Kenntnisse in Bezug auf Israel?
miriam, man wird nicht zum Kenner durch familiäre Bande, sondern durch Information und da zweifle ich, ob Du hier wirklich am Besten zu beurteilen weißt, wer laut und wer leise ist. Befangenheit ist kein Vorwurf, aber Befangenheit verstellt oft den Blick vor den Realitäten. So bezeichnest Du z. B. Israel "als kleines Land" umgeben von Feinden. Was glaubst Du wohl, wie sich die Einwohner von Gaza angesichts der militärischen Supermacht Israels fühlen?

Ich möchte nicht laut werden, aber ich zitiere hier einmal eine laute Stimme aus den USA:

Beim Einfall und bei der Bombardierung Gazas geht es nicht darum, Hamas zu zerstören. Es geht nicht darum, Raketenangriffe auf Israel zu unterbinden, es geht nicht darum, Frieden zu ermöglichen.

Die israelische Entscheidung, Tod und Zerstörung auf Gaza niederregnen zu lassen, tödliche Waffen eines modernen Schlachtfeldes gegen eine weitgehend ungeschützte zivile Bevölkerung einzusetzen, stellt die Schlussphase einer jahrzehntelangen Kampagne der ethnischen Säuberung von Palästinensern dar.

Israel benutzt hoch entwickelte Düsenjäger und Schlachtschiffe bei der Bombardierung von dicht bevölkerten Flüchtlingslagern, Schulen, Wohnblöcken, Moscheen und Armenvierteln, um eine Bevölkerung anzugreifen, die keine Luftwaffe, keine Luftabwehr, keine Seestreitkräfte, keine schweren Waffen, keine Artillerieverbände, keine gepanzerten Fahrzeuge, keine zentrale Befehlsgewalt, keine Armee hat ...und nennt es Krieg. Das ist kein Krieg, es ist Mord.

Wenn Israelis in den besetzten Gebieten jetzt behaupten, dass sie sich verteidigen müssten, verteidigen sie sich nur in dem Sinne wie jede Militärbesatzung sich verteidigen muss gegen die Bevölkerung, die sie unterdrückt. Man kann es nicht Selbstverteidigung nennen, wenn man das Land eines Anderen besetzt hält. Das ist keine Verteidigung. Nenne es wie Du willst, Verteidigung ist es nicht.

Originaltext:
The incursion and bombardment of Gaza is not about destroying Hamas. It is not about stopping rocket fire into Israel, it is not about achieving peace.

The Israeli decision to rain death and destruction on Gaza, to use lethal weapons of the modern battlefield on a largely defenseless civilian population, is the final phase in a decades-long campaign to ethnically-cleanse Palestinians.

Israel uses sophisticated attack jets and naval vessels to bomb densely-crowded refugee camps, schools, apartment blocks, mosques, and slums to attack a population that has no air force, no air defense, no navy, no heavy weapons, no artillery units, no mechanized armor, no command in control, no army... and calls it a war. It is not a war, it is murder.

When Israelis in the occupied territories now claim that they have to defend themselves, they are defending themselves in the sense that any military occupier has to defend itself against the population they are crushing. You can't defend yourself when you're militarily occupying someone else's land. That's not defense. Call it what you like, it's not defense.


Textquelle

Noam Chomsky
geschrieben von Avram Noam Chomsky


Es ist schwer zu schlucken, aber ist es nicht so?

Karl
hafel
hafel
Mitglied

Re: Bomben und Raketen sind keine Lösung
geschrieben von hafel
als Antwort auf justus39 † vom 19.11.2012, 18:00:55
Das Existenzrecht Israels ist meiner Meinung nicht der entscheidende Faktor für einen Frieden in Palästina..

Wesentlich entscheidender ist das Eintreten für das Existenzrecht der Palästinenser für ein eigenes Land. Eigenes Land und ein eigener Staat von Palästinensern.

Seit Israels Unabhängigkeitserklärung von 1948 haben die meisten UN-Mitgliedsstaaten den Staat Israel anerkannt. Dadurch, und durch Besiedelung, zerstörte Israel das Staatsgebiet und die Möglichkeit für einen Staat der Palästinenser. Das durch Kriege, besetztes Land wurde "versiedelt".

Als Rechtsgrundlage der Staatsgründung gilt der UN-Teilungsplan für Palästina (UN-Resolution 181). Mit der UN-Resolution 242 von 1967 haben die meisten Staaten die „Grüne Linie“ faktisch als Israels Staatsgrenze anerkannt. Für die UNO-Mehrheit ist die Anerkennung Israels eine notwendige Bedingung für den Aufbau eines lebensfähigen Palästinenserstaates und für dauerhaften Frieden in der Region.
Hier muss zu einem gefestigten Frieden angesetzt werden.

Hafel
adam
adam
Mitglied

Re: Bomben auf Gaza sind keine Lösung
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 19.11.2012, 16:14:48
Adam,

entschuldige, deine Analysen in allen Ehren, aber Sätze wie diese
Die Palästinenser sind eigentlich unbeteiligt, aber die Opfer, derentwegen die Emotionen hochschlagen.
geschrieben von karl
finde ich nur noch seltsam und lassen mich ratlos zurück.

geschrieben von adam


Nur kurz als Erklärung: Ich trenne strikt die Rolle von Hamas und palästinensischem Volk.

--

adam

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silhouette
silhouette
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von silhouette
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 15:47:02


Ja Silhouette, das ist eine Möglichkeit, die man angehen könnte, bis hin zu Informationsaustausch direkt aus Israel und weil es Israelis gibt, die nach Gaza Verbindung haben, auch von dort. Direkte Informationen würden Verfälschungen unterlaufen. Informieren über diese Initiative könnte man Leser des ST über einen Button auf der Startseite.
adam
geschrieben von adam

Hast du Adressen, oder, viel besser, zuverlässige Kontakte? Denn ich möchte keiner Gruppe meine Solidarität bekunden, die nur deswegen nicht militant ist, weil sie nicht an Waffen drankommt.

Lass uns mal diesen Weg verfolgen und uns das überlegen.
adam
adam
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von adam
als Antwort auf silhouette vom 19.11.2012, 19:48:33
Das kann jeder für sich machen, silhouette. Adressen gibt es sicher von oder über Amnesty und ähnliche Institutionen. Ich habe aber den Vorschlag für den ST unterbreitet und darüber müssen sich andere Gedanken machen und das entscheiden.

--

adam
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von silhouette
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 20:15:37
Ich habe auch den ST gemeint, der als Gruppe tätig werden könnte. Du klangst so, als hättest du persönliche Kontakte.
Wieviele, meinst du, machen das für sich und schreiben an Amnesty? Das habe ich nicht gemeint, weil daraus nix wird.
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von Mareike
als Antwort auf adam vom 19.11.2012, 14:46:44
karl,

willkommen im Kreis der Hochnäsigen. Ich schrieb: "Dabei gehe ich auch so weit, in Israel einen höheren Bildungsstandard vorauszusetzen als er in palästinensischen Gebieten ermöglicht wird.."

Du schreibst: "Wer täglich 1,7 Milionen Menschen höchstens 6 Stunden Strom zubilligt, um nur ein Beispiel zu nennen, betreibt bewusste Unterdrückung mit m. E. eindeutiger Zielsetzung."

Beides kommt auf`s selbe raus, nur daß Du wieder den Schwarzen Peter ganz bei den Israelis sehen möchtest und nebenbei noch Medea und mich verunglimpfst. Das ist nicht schön.

Was die Friedeninitiativen anbelangt ist es nicht dasselbe, ins Internet auf Küsschen zu verlinken oder sich formal an israelische Friedensinitiativen zu wenden, den ST vorzustellen und zu erklären, daß sich diese internationale Seniorenplattform im Internet, mit Sitz in Deutschland, für ein friedliches Miteinander in Nahost einsetzt.

--

adam (grollig)

Ein PS: Sich mit israelischen Bürgern gemeinsam für palästinensische Interessen einzusetzen, schließt jeden Rassismusvorwurf aus. Auf Seiten der Hamas zu stehen und nach jedem Raketenabschuß zu brüllen "Das ist alles nur Einbildung" ist Hilfe beim Krieg. /a.
geschrieben von adam


...
"den ST vorzustellen und zu erklären, daß sich diese internationale Seniorenplattform im Internet, mit Sitz in Deutschland, für ein friedliches Miteinander in Nahost einsetzt. "

Zur Zeit sehe ich keine gemeinsame Linie im ST.

Es wäre doch mal eine Aufgabe ein Statement zu formulieren welches von der "ST-Gemeinde" unterschrieben werden kann.

Mareike

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