Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

ingo
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ingo
Boris Johnsons Bruder tritt zurück
Wenn das nix ist......Boris wird sich davon aber  auch nicht beeindrucken lassen.
Rücktritt
olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf luchs35 vom 05.09.2019, 13:06:29
Allerdings sollten man das britische Volk nicht ganz außer Acht lassen, denn immerhin hat es ja durch den damaligen Wahlenausgang mit zu dem derzeitigen Chaos beigetragen. Vielleicht waren die Menschen seinerzeit auch zu uninformiert, was bei einem Yes mit ihnen geschehen kann, wobei ich mich aber auch frage, ob es die Deutschen gewusst hätten, falls...? 

Die Hoffnung für ein No-Brexit durch Wahlen liegt vor allem bei den jungen Menschen, die inzwischen begriffen haben, was es für ihre Zukunft bedeutet, wenn sie nicht mehr Arbeit suchen und leben können ohne Grenzen und Genehmigungsanträge.  

Luchs35 
DAs Referendum von 2016 war auf Lügen aufgebaut. Ausserdem nahmen zu wenige junge Menschen teil und überliessen die Entscheidung letztendlich den alten, sturen Leuten - ein Teil des Chaos, das seit Jahren in GB vorherrscht.

Aber Sie irren sich: Neuwahlen werden einen neuen Premier bestimmen, aber nicht, ob es oder ob es nicht zu einem Brexit kommt. DAfür gibt es das Ergebnis des o.g. REferendum, das umgesetzt werden muss.
Ob eine neue Regierung oder ein neuer Premier dann ein neues Referendum anberaumen würde, wage ich nach wie vor zu bezweifeln, da dieses Prozedere völlig undemokratisch wäre, d.h. das Volk so lange abstimmen zu lassen, bis das Ergebnis passt.

Die grosse Frage derzeit ist nach meiner Meinung: hat Mr Johnson noch andere Pläne und welchen Coup landet er als nächsten?  ER ist als Trickser schon seit seiner Zeit bekannt, wo er als Korrespondent in Brüssel arbeitete und grossenteils unrecherchierte Beiträge, gespickt mit Lügen und BEleidigungen verbreitete.

Die Abstimmung als solche war übrigens recht knapp - es gibt sie also noch die Unterstützer für Johnson und Brexit.
Viele dürften auch deshalb Unterstützer bleiben, weil sie ihre Jobs nicht verlieren wollen. Wie sich ja zeigt, schmeisst Mr Johnson diejenigen raus, die nicht mehr seiner Meinung sind. Ein Rest anständiger Parlamentarier geht selbst.
Und die Opposition weiss wie üblich nicht ,was sie tun soll.
Könnte also gut sein, dass nach Neuwahlen die Tories mit Johnson dann doch noch gewinnen und er legal den Premier stellt. Olga
olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 04.09.2019, 15:41:50
Diese Art Tweets über den "Leader of Parlament" machten gestern die Runde:

Bildschirmfoto 2019-09-04 um 15.39.28.pngArroganter geht es nicht. Und das in einer so wichtigen Debatte, in der er ja eine wesentliche Rolle als "Leader of Parlament" spielte.

Karl
 
geschrieben von karl
Dieser Mr Rees-Mogg ist informell die Nummer 2 in Johnsons Partei, ein Snob of Snobs mit einem persönlichen Vermögen jenseits der 50-Mio-GPD Grenze.
Er zeigt mit dieser Liegerei, dass er pflichtbewusst und souverän diesen langen und sich ständig wiederholenden Brexit-Debatten folgt.
ER wollte aber nicht schlafen, sondern provozieren.
Ähnlich wie Gauland provoziert, nur ist Rees-Mogg deutlich reicher und gebildeter und wie man hört, auch witziger.

Im Berliner Parlament wäre das nicht möglich, da es dort keine Liegemöglichkeiten gibt, sondern meist nicht verrückbare Stühle.

Rees-Mogg ist gegen alles, was modern ist: gegen das Recht auf Abtreibung, gegen gleichgeschlechtliche Ehen, gegen die EU, gegen den Vorrang der Umwelt vor der Wirtschaft.
ER mag aber die Cayman-Islands und Singapur, weil man dort weniger Steuern bezahlt und nennt sich selbst auch manchmals: a rich, amusing asshole.
ER ist Katholik, was in GB recht selten ist, weil man dort Anglikaner, Muslim oder Heide ist.
Seinen Weg ging er, wie dies in seinen Kreisen üblich ist: Prep School, Eton oder sonst ein teures College, dann Cambridge oder Oxford, Gentlemen`s Clubs (ähnlich Johnson und früher Cameron).
Man lebte von Papa`s Geld, wurde in der City reich und suchte dann die "passende" Frau mit hohem Vermögen. Die Frau von Rees-Mogg ist die Tochter eines Lords und so um die 100 Mio GPD schwer.
Ich denke, einen Mensch mit so einer Biografie erschüttert keine empörende Meinung "aus anderen Kreisen"  - der lacht das einfach weg. Olga
 

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karl
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von karl
als Antwort auf olga64 vom 05.09.2019, 16:59:33
Olga64:
"Neuwahlen werden einen neuen Premier bestimmen, aber nicht, ob es oder ob es nicht zu einem Brexit kommt."
Da kann man sich nicht sicher sein. Wahrscheinlich werden sich die Parteien bei Neuwahlen schon entlang der bekannten Brexitbruchlinien aufstellen.

Die Liberaldemokraten z. B. sind bekanntermaßen gegen den Brexit überhaupt und sie werden versuchen, alle Menschen, die gegen den Brexit sind, hinter sich zu bekommen. Das dürfte inzwischen in GB die Mehrheit sein. Allerdings wird auch Labour in diesen Gewässern fischen wollen.

Die Konservativen versuchen durch ihren kompromisslosen Kurs für einen Brexit der Brexit-Partei von Nigel Farage die Wähler zu entziehen. Meine Hoffnung wäre, dass diese beiden den Anteil der Brexitbefürworter gleichmäßig unter sich aufteilen, denn dann hätten Labour oder sogar die Liberaldemokraten eine reale Chance zu gewinnen.

Wegen des Mehrheitwahlsystems ist es schwierig schon jetzt vorherzusagen, wie eine Wahl ausgeht.

Karl
 
ingo
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ingo
als Antwort auf olga64 vom 05.09.2019, 16:59:33

Es gibt drei Übeltäter: Cameron, Farage und Johnson. Alle sind daran beteiligt, dass die Briten bei der Abstimmung über den Brexit "hinter die Fichte geführt wurden". In der Tat wären Neuwahlen alles Andere als eine Garantie für eine bessere Neuabstimmung (die wiederum keine bindende Wirkung hätte!!!!). Bei den Tories gibt es ebensowenig einen Aspiranten auf den Premierminister, wie derzeit bei der SPD auf einen Bundeskanzler. Das scheint ein europäisches Problem der Sozialdemokraten zu sein. Bei den Konservativen ist mir auch keine Alternative zu Johnson bekannt. Also gäbe es bei Neuwahlen wohl nur eine Entscheidung zwischen Not und Elend. Deshalb bekräftige ich, was ich schonmal geschrieben habe: Verlasst uns bitte, ihr Briten und beschäftigt Euch mit Euch selbst. Ich habe die Nase von Eurer Politik voll. Wenn Ihr zurück kommen wollt, dann stellt einen neuen Antrag auf Mitgliedschaft.
Übrigens: Ich hoffe inständig, dass die EU nicht einknickt. Selbst eine Verlängerung um drei Monate wäre für mich ein Treppenwitz.

olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 05.09.2019, 17:30:46

M.E. sind die Liberal Democrats zu klein und zu wenig schlagkräftig.
Sie eignen sich vorläufig mE. für eine Koalition, was aber in GB eine sehr ungewohnte Regierungsform ist.
Die Labours mit Corbyn sind  keine Alternative, weil der selbst mit seiner Unentschlossenheit über Jahre gezeigt hat, wie wenig Format er hat und sich daraus wohl auch nur einen persönlichen Wunsch erfüllen möchte: einmal im Leben Premier sein (was mit dem Land wird, ist auch dem vermutlich recht wurscht).

DA gibt es ja die aktuelle, witzige Szene, als ein angetrunkener Tory-Abgeordneter Jeremy aufforderte, für Neuwahlen zu stimmen und kein Angsthase zu sein.
Ihren Humor verlieren sie wenigstens nicht und das imponiert mir nach wie vor.

Auch nach Neuwahlen kann es gut sein ,dass die Tories mit Johnson gewinnen würden oder was denen allen in den Knochen steckt: Nigel Farage mit seiner Brexit Partei. Bei all denen zeichnet sich keinerlei Abkehr vom gültigen Referendum des Brexit ab. Und da geht es ja nicht mehr um den Brexit als solchen, sondern um den, auf Grundlage der Verhandlungen mit Brüssel, den es gibt oder dem No Deal Brexit, der dem gesamten Land sehr schaden würde. Olga


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karl
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von karl
als Antwort auf ingo vom 05.09.2019, 17:31:40

ingo*:
"Bei den Tories gibt es ebensowenig einen Aspiranten auf den Premierminister, wie derzeit bei der SPD auf einen Bundeskanzler. Das scheint ein europäisches Problem der Sozialdemokraten zu sein. Bei den Konservativen ist mir auch keine Alternative zu Johnson bekannt. "

Lieber ingo*,

meintest Du in der obigen Passage nicht "Labour" anstatt "Tories"? Kann passieren.

In diesem Fall könnte ich Dir zustimmen, denn Corbin ist kein starker Vorsitzender von "Labour".

Karl
olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 05.09.2019, 18:02:42

Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn Rees-Mogg (der, der gerne auf der Couch liegt) für den Premier kandidieren würde, weil ihm diese Position noch fehlt in seiner Ahnengalerie.... Hoffentlich muss man dies nicht ernst nehmen. Olga

ingo
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ingo
als Antwort auf karl vom 05.09.2019, 17:30:46

Liberaldemokraten und "gewinnen"? Wenn die gewinnen würden, wäre ich glücklich und würde den Engländern (politisch )wieder vertrauen können.

ingo
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ingo
als Antwort auf karl vom 05.09.2019, 18:02:42

Danke für die Korrektur, Karl. Hast Recht.....


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