Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Tina1
Linktipp:Treten Sie zurück, Herr Juncker!

Der Brexit stürzt die EU in die größte Krise ihrer Geschichte. Es braucht einen Neuanfang in Glaubwürdigkeit. Dazu gehört, dass der Mann, der die Verantwortung für das Desaster trägt, diese auch übernimmt und zurücktritt.

Es gibt drei gute Gründe für einen politischen Rücktritt: ein eklatantes Versagen im Amt, ein Skandal oder ein dramatischer Verlust an Akzeptanz. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erfüllt alle drei Voraussetzungen für den überfälligen Rücktritt. Er hat erstens versagt, weil unter seiner Ägide die EU von einer selbst verschuldeten Krise in die nächste taumelt und mit dem Brexit nun in einem historischen Unfall endet. Schlimmer kann ein EU-Präsident nicht versagen, als dass die EU mit ihm zerfällt.

Juncker hat das Desaster zweitens mit einem Skandal selbst herbeigeführt. Seine Verhandlungsführung mit London war von snobistischer EU-Arroganz geprägt. Er tat alles, um das randständige, dubios agierende Griechenland im Boot zu halten. Den europäischen Grundpfeiler Großbritannien hingegen hat er geradezu über Bord geworfen.

Drittens ist Juncker - neben Martin Schulz - die Führungskraft Europas, der keiner mehr folgt. Er trat in England nicht einmal auf, um für seine EU zu werben - es hätte den Verfechtern Europas nur noch mehr geschadet, so sehr gilt er inzwischen (nicht nur in England) als Verkörperung einer selbstgefälligen, abgehobenen Diplomatenkaste, die nurmehr ihr künstliches Politsystem bedienen und verteidigen, nicht aber mehr die Mehrheit der Bürger in Europa.

Da die EU eine schwere Glaubwürdigkeitskrise durchleidet, wäre der erste Schritt zur Rückgewinnung von Akzeptanz, dass Juncker die Verantwortung, die der so gerne stolz vor sich her trägt, endlich einmal übernimmt. Ein Rücktritt ist in dieser Lage seine Pflicht für Ehre und Integrität der Union. Fußballtrainer treten beim Abstieg zurück, Provinzpolitiker geben nach bitteren Erdrutschwahlen auf, jeder Manager würde demissionieren, wenn er das Englandgeschäft gegen die Wand gefahren hätte. Juncker aber will im Amt bleiben, als sei die EU ein verantwortungsfreier Raum. Er verstärkt damit auf fatale Weise den Eindruck, dass Europa für seine politische Elite immer nur ein Spiel um Erhalt von Macht und Posten ist. Genau diese bürger- und demokratieferne Haltung aber hat so viele Millionen Europäer von der EU entfremdet.

Junckers Verhalten in der Flüchtlingskrise, als er europäische Staaten gegeneinander ausspielte, die Gräben mit seinem Verteilungsdiktat vertiefte, moralisch immer alles besser wusste, aber nie eine praktische Lösung fand, war bereits ein Alarmsignal. Doch seine Großbritannien-Strategie ist nun sein Offenbarungseid.

Er will sie möglichst rasch rauswerfen aus der Union und leiden sehen - als sei nicht schon genug Porzellan zerschlagen worden. Eigentlich wäre es jetzt seine Aufgabe im europäischen Geist, Brücken der Versöhnung mit London zu suchen und ein modernes, neues, flexibles Europa-Haus zu bauen. Doch er findet nur Durchhalteparolen für seine Zentralisten-EU und verbreitet die Spalter-Losung "Draußen ist draußen".

geschrieben von Wolfram Weimer
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: EU-Norm
geschrieben von Tina1
als Antwort auf adam vom 28.06.2016, 13:16:41
Die EU Verdrossenheit ist groß, auch hier in Deutschland.
Wundern braucht man sich nicht
Die EU ist selbst schuld mit ihren nicht nachvollziehbaren Beschlüssen, alles soll der EU-Norm entsprechen.

Hier ein ziemlich aktuelles Beispiel:

Wegen EU-Norm: Massentötung von Rindern - 25.Juni 2016

Monja.
geschrieben von adam


Monja,

bei manchen Quellen ist Mißtrauen berechtigt. Es könnte sich um Hetze aus politischen Gründen handeln. Auch die Meldung über die Tötung von Hochlandrindern wegen fehlender EU-Norm ist zweifelhaft. Warum sollte eine Behörde so vorgehen?

Unterversorgtes Jungtier auf geräumter Weide in Großbardau entdeckt

adam


Linktipp:40 Tiere bereits getötet - Das Drama von Großbardau geht weiter

Das sagt inzwischen der Oberbürgermeister, findet man ebenfalls im Medienportal Grimma, von dir eingestellst.

"Indes informierte auch Oberbürgermeister Matthias Berger über den aktuellen Stand in der heutigen Stadtratsitzung. Die Stadt machte sich vor Ort seinen Schilderungen nach täglich ein Bild, kann hier aber auch nicht eingreifen und versuchte zu vermitteln. Berger: "Ich kann überhaupt nicht beurteilen ob das verhältnissmäßig und gerechtfertigt ist, es ist wie es ist. Das man die Tiere gleich töten muss verstehe ich nicht. Der Landkreis hat mir gegenüber erklärt, es ist eine EU-Vorschrift und da haben wir ja schon lange aufgehört nach der Sinnhaftigkeit zu fragen" Für das Stadtoberhaupt hat sich das Ganze über einen sehr langen Zeitraum hochgeschaukelt. Christian Donner (Bürger für Grimma) appellierte, man hätte vorab mehr miteinander reden müssen." von mir fett gedruckt
adam
adam
Mitglied

Re: EU-Norm
geschrieben von adam
als Antwort auf Tina1 vom 28.06.2016, 13:58:28
Wie auch immer Tina,

von solchen Schilderungen möchte ich die Berechtigung einer EU nicht abhängig machen. Sie zeigen vielleicht auf, wo sich die EU nicht einmischen sollte, nämlich in regionale Politik. Normalerweise tut sie das ja auch nicht und wie ich den Deutschen Michel kenne, auch von Amts wegen, läßt der nicht einfach Kühe umbringen und auf der Wiese liegen. EU-Norm hin oder her, der Bericht hat ein "G`schmäckle", besonders wenn man weiß, daß Metropolico ein rechtes Magazin ist.

--

adam

Anzeige

karl
karl
Administrator

Re: EU-Norm
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 28.06.2016, 13:16:41
Die EU steckt auch meiner Meinung nach in einer Sackgasse. Aber da sollte man ihr raus helfen und ihr neue Wege weisen und sie nicht verteufeln. Die europäischen Staaten brauchen die EU. Ich bin und bleibe überzeugter Europäer.
geschrieben von adam
Als Sackgasse würde ich es nicht beschreiben, aber als eine holprige Wegstrecke. Ansonsten stimme ich Dir zu. Auch ich bin ein überzeugter Europäer und übrigens nach wie vor der Meinung, dass auch die Briten dazu gehören. Manchmal habe ich den Eindruck, dass alles "Schlechte" der EU in die Schuhe geschoben wird, dabei liegen die Verantwortlichkeiten häufig ganz woanders.

In Bezug auf den Brexit tragen die britischen Politiker, die mehrheitlich gar nicht die Absicht hatten auszutreten, die Hauptverantwortung. Sie haben ihre eigene Unfähigkeit systematisch der EU angelastet und das Referendum war eigentlich gedacht, die Kritiker von Cameron innerhalb der Tory-Partei zum Schweigen zu bringen. Niemand hatte erwartet, dass dies wie bei den Zauberlehrlingen von Goethe enden würde.

Jetzt halte ich den Kurs der Kanzlerin für richtig. Man sollte nichts überstürzen und auch keine "Rache üben", sondern nüchtern abwägen, welcher Kompromiss beiden Seiten langfristig am meisten nützen wird.

Karl
webmaster
webmaster
Administrator

In eigener Sache
geschrieben von webmaster
als Antwort auf Tina1 vom 28.06.2016, 12:16:55
Ja es ist fast unglaublich! Jedoch wodurch ist es entstanden?
Die EU-Verordnung ist doch nur eine Reaktion auf ein krankhaftes Sicherheitsbedürfnis der Bürger.
Man muss die Herkunft eines Schlachttieres bis zu den Veteranen verfolgen können, weil man Angst vor dem Rinderwahn hat.
Was für eine Entwicklung!
Die Menschen, die überspitzte Forderungen stellen, prügeln dann auf die Leute ein, die diesen nachkommen.
lupus


Jetzt habe ich mir den Link doch angesehen.
Mir ist nicht bekannt, dass die Bürger überspitzte Forderungen gestellt haben. Mir ist auch nicht bewusst, dass man die Menschen danach gefragt hat.
Tina

Wegen EU Norm - Massentötung von Rindern

[WM: Aus Urheberrechtlichen Gründen gelöscht.
Urheberrecht

Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers.
Wir bitten sehr darum, bei Zitaten aus fremden Quellen auf die dortigen AGBs bzw. das Impressum zu achten. Quelle]
geschrieben von http://www.metropolico.org/impressum/


Wir als Betreiber und Webmaster bitten dringend darum, das Copyright/Urheberrecht anderer Seiten zu achten. Es ist traurig und arbeitsintensiv, Beiträge oder Teile davon deshalb zu löschen. Es ist aber notwendig, wenn wir am Ende nicht bei Abmahnungen zahlen wollen.

Margit und Karl
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Ihr könnt mich mal
geschrieben von JuergenS
davon überzeugen, dass viele Beiträge sich verhaken in Themenbetrachtungen, die man aus der Überschrift, Brexit, nicht herauslesen kann.
Macht doch zum z. B. Thema Schlachttiere mal einen eigenen thread auf, das ist ja furchtbar, dass das hier auftaucht.

Man kann zwar darüber streiten, wer mehr Schuld hat, die EU oder GB, aber seid nicht feige, sondern macht eigene threads auf, oder wisst ihr nicht, wie das geht.

Anzeige

olga64
olga64
Mitglied

Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 27.06.2016, 18:07:41
Sehe ich ähnlich, Edita. Wenn sich jemand so permanent in den Tele-Vordergrung drängt, wie Herr Bosbach und jeder Kamera hinterherläuft, muss er auch das Echo aushalten, auch wenn es spöttisch oder zynisch kling. Sich dann auf Krankheiten beziehen, bzw. von den Fans beziehen lassen, ist unfair und führt zu nix. Olga
olga64
olga64
Mitglied

Re: EU-Norm
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 28.06.2016, 14:51:24
Ja Karl - die zurückgeholte Hysterie, die unsere Kanzlerin praktiziert, ist wieder mal sehr richtig. Allerdings sollte sich die EU keinesfalls darauf einlassen, nun mit UK vorher zu verhandeln über Modalitäten eines Brexit. Dies würden nämlich dann so Typen wie Boris Johnson verwenden, um den Brexit-Befürwortern zu erklären: sehr her, Leute, es ändert sich nichts zu Negativen, wenn wir aus der EU austreten. Wäre dann ja auch so, weil bis zum Ende der Verhandlungen ,die lange dauern können, der Status Quo erhalten bleibt.
UK muss den Austritt erklären und zwar zügig; darauf kann dann aufgebaut werden.
Übrigens, Karl: die älteren Briten kann man nicht schlimmer beleidigen als ihnen zu sagen, auch sie wären Kontinental-Europäer. Sogar den Euro-Tunnel nennen sie bis heute "Channel", weil sie partout alles, was auf die ungeliebte EU verweist ,verweigern wollen.
So anglophil ich mich selbst bezeichne - so widerlich sind solche Attitüden (aber da geht es ja vielen anderen Völkern mit uns Deutschen nicht anders). Olga
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: In eigener Sache
geschrieben von Tina1
als Antwort auf webmaster vom 28.06.2016, 15:05:55
Ok Karl, ich werde in Zukunft
darauf achten.
Tina
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: EU-Norm
geschrieben von Tina1
als Antwort auf adam vom 28.06.2016, 14:44:55
Adam ich habe den Link nicht eingestellt, sondern nur
darauf geantwortet. Mir ging es erstmal um die Tiere.
Aber irgendwie könnte die Sache mit der EU- Norm zu tun
haben, so hat sich mindestens der Oberbürgermeister geäußert.
Ich denke das Thema sollte nun durch sein.
Tina

Anzeige