Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

britti
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von britti
als Antwort auf JuergenS vom 02.07.2016, 08:28:12
Heigl, Krieg ist altmodisch, heute macht man das mit Wirtschaftssanktionen. Ich gebe Dir aber Recht, die EU ist zu rational, es braucht auch Gefühl!!! Ich will damit sagen, nur mit stereotypen Gesetzen geht es nicht, es braucht auch Einfühlung in regionale Probleme. Das ist natürlich sehr anspruchsvoll und setzt voraus, dass diese Einfühlung nicht von aufgeblasenen Egoisten ausgenutzt wird.
pschroed
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf Bruny vom 02.07.2016, 06:20:19
Edita, und genau das ist das Problem. Wer von den Herrschaften sollte denn etwas ändern? Sie haben keine Visionen und wirken auch nach Außen entsprechend träge und planlos. Ohne gemeinsame Wirtschaftspolitik und ohne Rechtssicherheit innerhalb Europas sehe ich auf Dauer auch kein gemeinsames Europa. Es wurde wahllos zusammengefügt was nicht zusammenpasst und daraus einen Ausweg finden, das traue ich den jetzigen "Posteninhabern" nicht zu.
Bruny


Liebe Bruny.

Besonders Jean Claude Juncker Ära ist vorbei, zu Kohl´s Zeiten als er dessen Zögling war, trug er wahrhaftig viel zum Erbau der EU bei.

Aber heute, wirkt er ausgepowert, überrannt von all den Krisen bzw. merkt man ihm an daß er einfach nur überfordert ist.

Seine Erfahrungen liegen in dem Regieren eines kleines Landes von circa 700.000 Einwohner, was an sich niemals finanzielle Probleme kannte, das ist keine Referenz um auf der Weltbühne aufzutreten es merkt man sehr gut bei seinem zur Zeit etwas hilflosen teilweise agressiven Verhandlungs-Stil.

Ich habe persönlich nie verstanden warum er den EU Job angenommen hat, so wie wir ihn kennen hätte Juncker besser getan sich zurückzuziehen und seine verbleibende Jahre mit seiner lieben Frau zu geniessen.

Die EU braucht ein emotionsloser knallharter Verhandler der die Fähigkeit besitzt Massen positiv zu beeinflussen, bzw. zu motivieren, er muss es fertigbringen die 27 Leader zu einer Gemeinsamkeit zusammenzubringen sowie provokante Bemerkungen von den populistischen Parteien einfach an sich abperlen zu lassen.

Auch Deutschland steht in der Kritik, die unnachgiebige geforderte Austerität bzw. der unvorstellbare maßlose Export welcher Deutschland über weit 1 Billion einbringt und andere Staaten besonders die Süd-Staaten zu den schon internen Problemen an den Rand ihrer Existenz bringt.
Noch schlimmer, trotz der enormen Einnahmen bleibt nicht sehr viel für deutsche Rentner und Löhner übrig.
Für Populisten gibt es zur Zeit kein leichterer Weg.

Es wird spannend.

Phil.
digi
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von digi
als Antwort auf Bruny vom 02.07.2016, 06:20:19
Bruny, Du sprichst/schreibst aus meinem Munde!?

Die einmal ersessenen Posten wird niemand freiwillig aufgeben.
Und sollte mal einer seinen (Er-)Sitzplatz räumen (müssen), dann hat er garantiert für sein künftiges Wohlergehen genug eingesackt - dann rücken auch 20 andere automatisch nach.
Das wirklich Lästige bei der ganzen Sache ist das Volk. Aber das macht wenigstens schon alle paar Jahre, stolz ob seines Wahlrechtes, das Kreuz an der richtigen Stelle.

Wir haben zB Reisefreiheit, die wir ohne Bürokratie allerdings auch hätten.
Wir haben keinen Krieg, den wir allerdings ohne 'Obrige' auch nicht hätten.
Wir haben das Recht, überall wohnen und arbeiten zu können, allerdings hätten wir das auch ganz ohne Bürokratie.
Wir haben Handelsfreiheit, die wir allerdings immer gehabt hätten, hätte es keine Grenzen gegeben; die (abgeschafften) Grenzen wurden durch 'Normen' ersetzt.

Das Einzige was wir nicht (oder i.a. jetzt zu wenig) haben, ist das Geld, das wir zum Reisen bräuchten; das haben jetzt die Banken ganz legal. Es ist aber immer noch was mehr zu holen (zB Zinsen) ...

Das Konstrukt nennt sich wie?
Richtig, Europäische Gemeinschaft.
Ohne Banken und ohne Brüssel/Straßburg würde das sogar ganz gut funktionieren.

Deswegen die Briten: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Mahlzeit

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Edita
Edita
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Edita
als Antwort auf britti vom 02.07.2016, 09:51:20
Ich gebe Dir aber Recht, die EU ist zu rational, es braucht auch Gefühl!!! Ich will damit sagen, nur mit stereotypen Gesetzen geht es nicht, es braucht auch Einfühlung in regionale Probleme. Das ist natürlich sehr anspruchsvoll und setzt voraus, dass diese Einfühlung nicht von aufgeblasenen Egoisten ausgenutzt wird.


Die EU-Kommission ist überheblich und arrogant und in genau dieser Art, allen voran Juncker, übergeht sie die 500 Mio. Bürgerinteressen, und erdreistet sich auch noch den Bürgern zu erklären, daß sie sowieso nicht wüßten, was gut für sie sei, die Zusammenhänge nicht verstünde und macht darum nur mehr Politik für mächtige Lobbys und federführende Konzerne, siehe Glyphosat-Genehmigung und das CETA-Abkommen!
Wenn die EU-Kommission, aber unsere Kanzlerin ist hier auch dringendst gefragt, diese aufgeblasene Selbstherrlichkeit nicht ablegt, werden sich immer mehr Nationalstaaten auf Druck ihrer Bürger dort ausklinken wollen, und wieder ihre eigene nationale Suppe kochen!
Die Gefahr für den Fortbestand der EU sind nicht die zu törichten, zu unverständigen oder zu dummen Bürger, es ist einzig und allein die selbstherrlich - arrogante Art der EU-Kommission Politik über 500 Mio. Köpfe hinweg zu präsentieren!

Edita
pippa
pippa
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pippa
als Antwort auf Edita vom 02.07.2016, 15:42:52
Wer hat eigentlich den vorbelasteten Junker gewollt und auch durchgesetzt?
Pippa
JuergenS
JuergenS
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
BItte achtet bei euren Beiträgen darauf, zu unterscheiden, welche spezifischen Gründe die Brexiter hatten und der Krise der EU, die nicht damit zusammenhängt, zumindest nicht in voller Breite.

Allerdings sollte, könnte, müßte unabhängig davon, die EU renoviert, reduziert, gestärkt werden und die Struktur überdacht.

Wir, die wir hier beim ST sind, werden glaub ich nicht mehr erleben, dass GB wieder zur EU will. Obwohl, die Weltgeschichte hat sicher noch viele Überraschungen parat, die wir nicht voraussehen können.

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karl
karl
Administrator

Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von karl
als Antwort auf digi vom 02.07.2016, 12:15:31
Wir haben keinen Krieg, den wir allerdings ohne 'Obrige' auch nicht hätten.
Mord und Totschlag fordern am meisten Opfer in Gesellschaften ohne Obrigkeit und Ordnung.

Quelle: Yuval Harari, Seite 447 ff

Siehe auch die Diskussionseröffnung zu " Friede in unseren Tagen"

karl
pschroed
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf pippa vom 02.07.2016, 16:24:18
Wer hat eigentlich den vorbelasteten Junker gewollt und auch durchgesetzt?
Pippa


Liebe Pippa, anbei Zitat Tagesschau.de über die Wahl von Juncker. 2014

Phil.

ZITAT

Jean-Claude Juncker wird neuer EU-Kommissionspräsident. Für den früheren luxemburgischen Regierungschef stimmten in Straßburg 422 Abgeordnete, 250 votierten gegen ihn, wie Parlamentspräsident Martin Schulz mitteilte. Demnach enthielten sich 47 Parlamentarier. Notwendig war eine Mehrheit der Mandate - also 376 Ja-Stimmen.

Juncker kann damit Nachfolger des derzeitigen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso werden, dessen Mandat am 31. Oktober ausläuft. Dieser gratulierte seinem Nachfolger über Twitter: "Herzlichste Glückwünsche an Juncker für seine Wahl zum nächsten Präsidenten der EU-Kommission."

Schulz wünschte Juncker viel Erfolg und gab ihm mit auf den Weg, er solle sich nicht nur über seine Unterstützer im Parlament, sondern auch über seine Gegner freuen. "Denn ohne Gegner kein eigenes Profil."
pippa
pippa
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pippa
als Antwort auf pschroed vom 02.07.2016, 18:33:12
Ja, lieber Phil, da kann ich mich sogar noch dran erinnern, was ich nicht mehr weiß, ist wer ihn wollte, denn der Kandidat wurde ja vorher ausgekungelt und es stand auch vorher fest, dass er die erforderliche Mehrheit bekommen würde.
Pippa
pschroed
pschroed
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf pippa vom 02.07.2016, 19:04:38
Seine Wahl wurde in Frage gestellt unter anderem von Cameron, auch von Frau Merkel, sie akzeptierte ihn aber weil er demokratisch gewählt war.

Soweit ich mich noch erinneren kann.

Phil.

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