Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

luchs35
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von luchs35

 Für  die britische Ministerpräsidentin Theresa May  wird es immer enger, nachdem nun zwei Minister und zwei Staatssekretäre aus Protest gegen die von May vereinbarten  EU-Austrittsbedingungen zurückgetreten sind. Kernpunkt des Protests ist die immer gleiche Begründung, dass May nicht den Weg zum Austritt befolgt, der dem Abstimmungsvotum der Bürger vom Juni 2016 entspricht.

Offensichtlich sind die Verfechter des harten Brexit davon überzeugt, dass dieser ohne große wirtschaftlichen Nachteile vollzogen werden könne, während May zu überzeugen versucht, dass es ohne die Problemlösung für Nordirland keinen Deal mit der EU geben könne. Und die EU macht auch keine Anstalten, den Briten großzügigere  Zugeständnisse machen zu wollen. 
Theresa May steht mit ihren Austrittsverhandlungen mit dem Rücken zur Wand, denn sie selbst hat  kein Wähler-Mandat und regiert zudem mit einer knappen Mehrheit. Kein Wunder werden die Rufe für  vorgezogene Neuwahlen immer lauter - allen voran natürlich Außenminister Boris Johnson, der schon lange auf den Premierminsterposten spekuliert. 

Ganz unschuldigt ist May an dieser verfahrenen Situation allerdings auch nicht. Zu lange handelte sie planlos und ließ jede Kritik an sich abprallen. Ihr Schlingerkurs fällt ihr nun auf die Füße. Und der Brexit scheint noch lange nicht in trockenen Tüchern zu sein.  

Luchs35

RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf luchs35 vom 16.11.2018, 13:53:07

Ja luchs, es sieht so aus, als ob ihr die Felle davon schwimmen und ich warte eigentlich nur auf das Misstrauensvotum. Nachdem sich nun 2 Schlüsselfiguren aus der ersten Reihe zurückhezogen bzw hingeschmissen haben, wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Allerdings ist es natürlich interessant, wie das Pfund Sterling sich entwickelt bzw. fällt und fällt ... meine Schwiegertöcher wollen auf jeden Fall nächste Woche einen Kurztrip nach London machen und einkaufen, mal sehen -- vielleicht reisst es mich mit :-)

Bruny
Bruny
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf WoSchi vom 16.11.2018, 14:08:19

Ich beobachte diesen Brexit oder nicht Brexit mit großem Unbehagen. Auf jeden Fall hat es enorme geschäftliche Auswirkungen für mich. Wir mussten schon die Sanktionen gegen Russland irgendwie verdauen und nun auch noch dieser ewig andauernde Hickhack Wütend, der meine Nerven sehr beansprucht.
Bruny


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pschroed
pschroed
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf luchs35 vom 16.11.2018, 13:53:07

Liebe Luchs
Ich möchte keine Vermutungen abgeben, aber es könnte 2019 zu einem echten wirtschaftlichen Absturz kommen für die EU bzw für die ewig gestrigen Briten. 

Ich versuche mir immer wieder die Vorteile eines Ausstiegs vorzustellen, man kann es fast nicht glauben in Bezug der ganzen Energie für den sturen Austritt.
Oder sollte es ein Plan geben wo die Briten als Nationalstaat alleine besser leben können ?

Inwiefern die Schweiz ein Beispiel sein sollte verstehe meine Wenigkeit auch nicht, ich glaube fast nicht daß eine politische Elte so begrenzt denken kann.
Wenn der Austritt trotz allem positiv für die Briten ausgehen sollte Verwirrt,.
Phil.

luchs35
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf pschroed vom 16.11.2018, 14:41:34

Das Pfund fällt weiter, @WoSchi,  also fahr mit Deinen Schwiegertöchtern nach London und kaufe kräftig ein,
man weiß ja nie, wie sich das alles entwickelt. Die Welt gerät immer mehr aus den Fugen. 
@Bruny, Du als Geschäftsfrau spürst diese Turbulenzen vermutlich mehr als wir, die wir mit Besorgnis das Auf und Ab in GB betrachten. 

@Pschroed, die Briten benötigen immer eine Extrawurst, warum sollte das auch jetzt anders sein? Allerdings kann ihnen dieses Verhalten nun kräftig auf die Füße fallen, und es bleibt nur zu hoffen, dass die EU- Mitgliedsstaaten nicht in den Strudel mit hinein gezogen werden. Ein Vergleich mit der Schweiz - falls die Briten den im Hinterkopf haben - ist unsinnig, denn hier sind völlig andere Voraussetzungen gegeben, das sich ein kleines Land eher leisten kann als ein Land, das zu den europäischen "Leitwölfen" gehören möchte.   Wir werden sehen, ob es den Briten gelingt , einen Weg außerhalb der EU zu finden. Ich denke aber, dass ihnen die EU jetzt keine Extra-Bratwurst servieren sollte. 

Luchs35

pippa
pippa
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pippa
als Antwort auf luchs35 vom 16.11.2018, 15:28:33

Die Befürworter des Brexit wollen nur eines: „Das ehemalige Weltreich zurück, komme was da wolle“.

Pippa


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olga64
olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 16.11.2018, 14:25:20

Bruny, der Brexit ist nun seit einigen Jahren "im GEspräch" und wenn es dazu kommt  - auf welcher BAsis auch immer - wird es vermutlich Übergangszeiten geben. DAs soll doch Unternehmen/Unternehmer befähigen, hier rechtzeitig die Weichen zu stellen.
Da sind ja viel grössere Unternehmen betroffen als - mit Verlaub - Ihr doch recht kleines, die sich ebenfalls darauf einstellen und dann auch noch ihre umfangreichen Mitarbeiterzahlen ins Kalkül führen müssen.
Dass dasGPD sinkt, hat für Grossbritannien Vorteile - die Exporte werden billiger. ABer das GPD zeigt seit BEginn des Brexit diese Schwankungen und wird übrigens von Nicht-Betroffenen, wie zB .hier lebenden Briten mit Sorge gesehen, die z.B. ihre Renten auf GPD-BAsis erhalten und immer weniger GEld dadurch haben.
Nicht-Betroffen meine ich deshalb, weil diese auch nicht für oder gegen den Brexit abstimmen durften, wenn sie viele Jahre ausserhalb Britanniens leben. Unsere FReunde machen hier ganz schön was mit. DAs geht so weit, dass der 84-jährige Mann meiner Freundin überlegt, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen, was möglich wäre, weil er mit einer Deutschen verheiratet ist und lange genug in Deutschland lebt. Olga

schorsch
schorsch
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf luchs35 vom 16.11.2018, 15:28:33

Als Schweizer kann ich dir da nur beipflichten.

Aber wir Schweizer haben ja auch nie Sklaven in Übersee gehabt und importiert, die für uns die Arbeit machten!

Zudem hat bei uns das Volk das letzte Wort in entscheidenden Dingen. Wir wählen zwar unsere Parlamente. Aber ausser den 7 Bundesräten sind alle nebenamtlich und gehen hauptamtlich einem Beruf nach, der es verhindert, dass man als Politiker abhebt und meint, das Gesetz gelte nur noch für die anderen. Wir delegieren also unsere Verantwortung nicht an Berufspolitiker, die eines Tages vergessen haben, dass sie nur "etwas Besseres" geworden sind, weil sie das Volk gewählt hat.

olga64
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf schorsch vom 16.11.2018, 16:58:56

ABer ganz so vorbildlich auf allen Bereichen ist die Schweiz natürlich auch nicht. Ihr grosser Vorteil liegt in einer sog. Neutralität, was sie aber nicht daran hindert, z.B. in undurchsichtigen Organisationen sich in die Politik "befreundeter" Staaten einzumischen (wie man derzeit gut am Engagement solcher für die AfD in Deutschland sieht).
Und natürlich gibt es immer noch die verschwiegenen Konten von fremden Diktatoren oder anderer zwielichtiger Gestalten  bei Schweizer Banken. Ob das nun auch ein gewisses Sklaventum, also eine Abhängigkeit von Geld ist, kann man sicherlich differenziert beurteilen.... Olga

Bruny
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 16.11.2018, 16:55:27

Tja Olga, das Leben eines Unternehmers ist niemals so einfach wie manche glauben. Wobei die Großen selbstverständlich im Vorteil sind. 
Bruny


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