Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

Bruny
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf novella vom 16.01.2019, 11:33:37

Novella, wenn man selbst nicht unmittelbar betroffen ist, dann könnte man dies alles als mehr oder weniger unwichtig betrachten. Wenn es zum harten Brexit kommt, dann ist GB wahrscheinlich nicht mehr GB sondern nur noch England und wie auch immer, mit Sicherheit nicht mehr Teil der EU. Das heißt alle Warenlieferungen müssen durch den Zoll was Mehrarbeit für den Versender bedeutet und eventuell Zollgebühren vom Empfänger entrichtet werden müssen. Zumindest für Komponenten die vom Versender aus China zugekauft wurden und diese müssen dann auch noch gesondert deklariert werden. 
Die andere Möglichkeit wäre, dass alte Verträge gekündigt werden und sich der Hersteller selbst mit einem großen Warenlager in einem der EU Staaten ansiedelt. Verlierer sind dann die Kooperationspartner.
Es wird deutlich mehr Auswirkungen haben, als jetzt angenommen wird.
Bruny

Edita
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Edita
als Antwort auf Bruny vom 16.01.2019, 11:47:07
 Das heißt alle Warenlieferungen müssen durch den Zoll was Mehrarbeit für den Versender bedeutet und eventuell Zollgebühren vom Empfänger entrichtet werden müssen.
Es wird deutlich mehr Auswirkungen haben, als jetzt angenommen wird.
Bruny
Z.B. wie bei diesem u.a. Pärchen, daß pro Woche 1 TONNE Frischfleisch von Lörrach nach London transportieren läßt, laß mal nur ein einzigs Mal eine unübersehbare Warteschlange am Zoll auflaufen, dann können sie einpacken ..... und ihre englischen MITARBEITER auch!

Wiesentäler Wurst für London

Edita
novella
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von novella
als Antwort auf Bruny vom 16.01.2019, 11:47:07

Bruny, mir ist schon im Großen und Ganzen bekannt, was es bedeutet, wenn die Grenzen wieder hochgezogen werden.
Aber was das britische Parlament eigentlich will, begreife ich nicht mehr. Es geht doch wohl um das Problem Nord-Irland/Irland und um ähnliche Details, die den Gegnern oder Befürwortern dese Brexits so immens wichtig sind.
Sie wollen den Brexit und wollen ihn auch wieder  nicht?


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Bruny
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Edita vom 16.01.2019, 12:30:57

Wer weiß ob Frischfleisch dann überhaupt noch eingeführt werden darf? So wie diesem Auswanderer Paar wird es vielen gehen, die sich einst mühevoll ihre Existenz aufgebaut haben. Ich kann deren Sorgen zu 100% verstehen und nachvollziehen.
Bruny

pschroed
pschroed
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf novella vom 16.01.2019, 12:45:20

Liebe Novella es sind die Kaputtmacher, die Populisten welche die Bürger mit ihren platten Versprechen sowie einfachen Lösungen in die Irre führen, sowie die AFD in DE.
Es werden meines e.a. viele Bürger durch dieses Beispiel  das schmutzige Spiel der Populisten entlarven und besser verstehen.

In GB war der ehemaliger Aussenminister Boris Johnson einer von den treibenden Kräften.
Phil.

In Großbritannien zeigt sich wie gefährlich die Populisten für die Bürger sind.

Enttarnung der Populisten
Europa muss im engen Kontakt bleiben mit London. Reden ist Pflicht. Nachgiebigkeit in substanziellen Fragen aber wäre mehr als fahrlässig. Es wäre die Botschaft an alle Länder, die damit liebäugeln, sich den extrem mühsamen Prozeduren in Brüsselund Straßburg zu entziehen und trotzdem die Vorzüge der Gemeinschaft zu genießen: „Ja also, geht doch!“

Nein, es geht eben nicht. So läuft denn auch gerade auf der Insel die schonungslose Enttarnung der populistischen und nationalistischen Kräfte. Sie selbst haben sie herbeigeführt. Der Blick nach London zeigt ganz konkret, wie es aussieht, wenn man der europäischen Idee eine Absage erteilt.
AfD versucht ähnliches Spiel


Die AfDin Deutschland versucht gerade in Deutschland ein ähnliches Spiel. Deren Galionsfiguren wollen den Wählern vor der Entscheidung im Mai den EU-Austritt als Not-Option verkaufen und eine Abschaffung des Europäischen Parlaments fordern – eines Parlaments wohlgemerkt, in das sie sich selbst gerade wählen lassen wollen. Politik paradox. Die Risiken dieses Weges, die sind nun gerade am lebenden Objekt in Londonzu bestaunen. Gruselig.

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Bruny
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf novella vom 16.01.2019, 12:45:20

Der Brexit selbst wurde nicht in Frage gestellt, Novella. Sie haben den Deal nicht akzeptiert den T. May mit Brüssel ausgehandelt hat. Ein zufriedenstellender Deal wäre wohl gewesen, alles beim alten zu lassen, freier Handel, GB als Ganzes aber ohne Einmischung von Brüssel. Und auf zwei Hochzeiten zu tanzen hätte man den übrigen EU Staaten nicht zumuten können, denn sonst hätte es wirklich gerappelt im Karton.
Bruny


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JuergenS
JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf pschroed vom 16.01.2019, 12:51:45

lass die AFD aus dem Spiel, das ist eine andere Geschichte.
Übrigens hat sich diese sehr schwer getan, einen sofortigen Dexit anzustreben, sie wollen aber einen Staatenbund anstelle eines "Bundesstaates", also eine ander EU, mit weniger Verflechtung, das ist erstmal nicht völliger Blödsinn.

pschroed
pschroed
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf JuergenS vom 16.01.2019, 13:07:46

Interessant den ganzen Artikel zu lesen, man sollte die AFD nicht unterschätzen.
Phil.

Die AFD denkt laut über den DEXIT nach.

Die deutsche Rechtspartei bricht ein weiteres Tabu: Sollte sich die EU nicht in ihrem Sinne entwickeln, müsse Deutschland austreten. Die Gegner der AfD reagieren entsetzt und mit allzu simpler Rhetorik. Damit überlassen sie den Nationalisten kampflos eine wichtige Debatte. 

Politiker der rechten AfD gefallen sich in Deutschland in der Rolle von Tabubrechern. Die medienwirksame Empörung über ihre verbalen Grenzüberschreitungen dürfte in vielen Fällen von den Urhebern einkalkuliert sein. Am Wochenende hat die AfD ein weiteres Tabu gebrochen: Einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union mag sie nun nicht mehr kategorisch ausschliessen.

Aus AfD-Sicht befindet sich die EU ab jetzt gewissermassen auf Bewährung: Sollten sich die «grundlegenden Reformansätze» der Partei «im bestehenden System der EU nicht in angemessener Weise verwirklichen lassen», will die AfD den «Dexit». So steht es im Programm für die Europawahl im Mai, das am Sonntag auf einem Parteitag im sächsischen Riesa beschlossen wurde. Auf einen Zeithorizont verzichteten die Delegierten dabei allerdings. Die Programmkommission der Partei hatte sich in ihrem Entwurf noch dafür ausgesprochen, Brüssel eine Frist von einer Legislaturperiode einzuräumen. 

 

JuergenS
JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS

Ich mach mich mal frei von unserem Konsens, dass der Brexit Sch ist.

Die Debatten-Kultur im Parlament, die uns alle so befremdet, hat natürlich auch einen Funken Positives:
Es ist ein ununterbrochener Schlagabtausch, der freier von vorher vor dem Spiegel übbarer Taktiken ist wie das bei unseren Parlamenten ist.
Das heisst, die Leute reagieren viel unverfälschter, spontaner, müssen daher hochkonzentrierter sein, bisschen Smartphone nebenbei geht nicht, nicht schlecht.


Daumen hoch

schorsch
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf ttrula vom 16.01.2019, 10:41:16

Wenn das DIE englische Art der Diskussion ist, dann ist es eben an der Zeit, das zu ändern!


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