Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Der schmutzige Krieg im Irak - revisited

Internationale Politik Der schmutzige Krieg im Irak - revisited

hinterwaeldler
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Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf sysiphus vom 24.10.2010, 17:47:14
Möglicherweise hast du Recht, das mit dem kleinen Schreibtischtäter. Er verhilft allerdings den Menschen zur Wahrheit. In diesen Dokumenten, geschrieben von amerikanischen Armeeangehörigen und US-Geheimdienstmitarbeitern, wird von mehr als 100.000 toten Zivilisten zwischen 2004 und 2009 berichtet. Zählt man dann noch die 650.000 toten Frauen, Kinder und Greise von http://www.youtube.com/watch?v=83Smjn9wou8 hinzu, so ist dieser Krieg ausschließlich nur noch in der Kategorie "Völkermord" einzuordnen.

Dazu wurden in Nürnberg zwischen 1945 und 1949 dutzende gültige und rechtskräftige (Muster-)Urteile gefällt. Gut, Nürnberg ist nicht mehr zuständig. Dazu gibt es einen Beschluss der UNO und dieser legte Den Haag in den Niederlanden als Gerichtsstandort fest. Ich kann erst dann in Ruhe mich mit Erde bedecken lassen, wenn die Schuldigen an diesem Völkermord dort vor Gericht standen und ihre gerechte Strafe verbüßen!

Abgesehen von obigen: Bei dieser Sachlage hätte ich als Präsident und Außenministerin der USA auch Angst um die Sicherheit der aktiv beteiligten Mörder und deren Befehlshaber, bevor diese vor Gericht standen.

Ich hoffe nur für dich, das du die geschehenen Kriegsverbrechen nicht verleugnest und die Kriegsverbrecher nicht in Schutz nimmst. Oder warst du etwa auch an den Verbrechen beteiligt bzw. in der Gruppe der Lacher, als tausende unschuldige Menschen auf einen Schlag starben, in http://www.youtube.com/watch?v=OJykWzo_XDE und hast nun Angst um dein Leben?
karl
karl
Administrator

Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von karl
als Antwort auf hinterwaeldler vom 26.10.2010, 16:45:20
@ hinterwaeldler,

ich kann zwar Sysiphus auch überhaupt nicht verstehen und habe nur den Kopf geschüttelt, aber ihm nur weil er m. E. einiges nicht verstanden hat, Mittäterschaft zu unterstellen, ist maßlos. Ich denke, niemand ist vor Fehlinformationen und falschen Schlussfolgerungen geschützt. Ich habe ihm mit Absicht nicht unterstellt, wirklich die Täter unterstützen zu wollen, was er aber faktisch natürlich tut, wenn er die Information über das Unrecht als das eigentliche Verbrechen hinstellt.

Karl

luchs35 †
luchs35 †
Mitglied

Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von luchs35 †
als Antwort auf karl vom 26.10.2010, 20:14:07

Hänge mich nur an!

Dass die USA einmal mehr der Lügen und Verschleierungsmethoden überführt werden ist die eine Seite dieser Enthüllungen. Und dass sie den "Boten der Nachricht" , WikiLeaks, anklagt,unverantwortlich gehandelt zu haben, gehört mit zu der alten, schlichten Denkungsart , dass die Realität eines Krieges mit "retouchierten" Bildern und Lügen geschönt werden könnte.

Die andere Seite dieser Veröffentlichung von "WikiLeaks" zeigt die noch schlimmere Seite : Dass nämlich die Iraker ihrem eigenen Staat nicht vertrauen können- einem Staat, der nun zwischen Sunniten und Schiiten derart zerstritten ist, dass Al-Qaida in diesem Land, in dem Al-Qaida vor dem Krieg kaum ein Thema war, hohen Zulauf bekommt.

Nach der Publikation der Verbrechen -vor allem an der Zivilbevölkerung auch durch irakische Polizei und Armeeangehörige- verstärkt bei den irakischen Bürgern den Eindruck, dass sich seit Sadam Hussein nichts wesentlich verändert hat. Von ca. 123 000 Toten, die dieser Krieg gefordert hat, gehörten ca.66 000 Zivilisten - Frauen, Kinder Alte - an.

Den Preis dafür haben die USA "geschönt", indem sie sich hinter "nationalen Interessen" verstecken, wobei sie bestimmt nicht die der Iraker meinen. Und damit haben sie ein weiteres Mal ihre Glaubwürdigkeit verloren und für Al-Qaida beste Propagnada gemacht!

Luchs

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adam
adam
Mitglied

Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von adam
als Antwort auf luchs35 † vom 27.10.2010, 11:33:12
Genau so sehe ich das auch, luchs.

Und statt Saddam Hussein, hat man jetzt ein noch schlimmeres Grün in Gestalt eines Ahmadinedschad zum Feind.

Ich frage mich (allen Ernstes!), ob man das Hussein-Regime nicht auch hätte ausschalten können, wenn man, statt den Irak mit Embargo und Krieg zu überziehen, zwei Jahre lang nur Lebensmittel, Medikamente, Bücher, Sachen für die Kinder u.ä. von den Bombern hätte abwerfen lassen.

Und jetzt keine Erwiderung, daß dann die Waffenlobby nichts verdient hätte. Es geht darum, das Gegenteil von dem zu versuchen, was erwiesenermaßen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.

--

adam




luchs35 †
luchs35 †
Mitglied

Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von luchs35 †
als Antwort auf adam vom 27.10.2010, 11:54:14
Adam, dein Hinweis auf Ahmadinedschad trifft die Bredouille im Irak genau, denn die Hinweise von "Wikileaks" auf die Rolle Irans und Syriens in der Terror-Eskalation verstärken bei der Iraker Bevölkerung den Verdacht, dass lediglich die Besatzung durch die Westmächte durch eine indirekte iranische Besatzung ausgewechselt würde.
Kein guter Start in eine neue Zukunft des Landes, das gehofft hat, dass sich im Leben der Bevölkerung viel ändern würde.

Luchs
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf luchs35 † vom 27.10.2010, 11:33:12
Nach der Publikation der Verbrechen -vor allem an der Zivilbevölkerung auch durch irakische Polizei und Armeeangehörige- verstärkt bei den irakischen Bürgern den Eindruck, dass sich seit Sadam Hussein nichts wesentlich verändert hat. Von ca. 123 000 Toten, die dieser Krieg gefordert hat, gehörten ca.66 000 Zivilisten - Frauen, Kinder Alte - an.

An dieser Stelle irrst du. Wikileaks dokumentiert einem Zeitraum zwischen 2004 und 2009, also den Zeitraum der Besatzung. Der Krieg begann aber im März 2003 forderte lt Zählungen der Hilfsorganisationen mehr als 655.000 Opfer.

Ich erspare mir den Link zu YouTube als Videodokument. Menschen, die diese Hölle überlebt haben und dabei ihre Familie und Freunde und/oder ihr Hab&Gut verloren haben, sind traumatisiert und haben nur noch eines im Kopf: Rache und sei sie um den Preis des eigenen Lebens. Verlieren können sie nichts mehr, sie haben schon alles verloren. Ich kann diese Menschen verstehen, auch wenn es sarkastisch klingt.

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schorsch
schorsch
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Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von schorsch
als Antwort auf luchs35 † vom 27.10.2010, 12:14:24
"Man kann mit dem Belzebuben nicht den Teufel austreiben". (Oder steht der Satz in der Bibel andersrum?)
hugo
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Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von hugo
als Antwort auf schorsch vom 02.11.2010, 10:38:28
Man kann mit dem Belzebuben nicht den Teufel austreiben".(schorsch)

hm schorsch, das Problem der Amis war -und ist wohl auch noch- das sich die durch und von der CIA und oberste Repräsentanten gemeinsam oder getrennt herangezüchteten Freunde, schnell mal zu Ex Freunden, bis hin zum Teufel entpuppen.

Nun bin ich mir nicht so sicher ob das jeweils völlig überraschend für die Strategen der USA kommt oder ein von langer Hand vorbereiteter Coup ist.

Zumindest bei Saddam sind sich auf dieser Welt ziemlich viele Experten scheinbar völlig einig, das er vom Freund (ja vom Busenfreund) zum offiziellen Staatsfeind N 1 mutiert wurde.

Zu Al Kaida Chef Bin Laden sind ähnliche Verwandlungen in Veröffentlichungen im Net durchaus leicht auffindbar.


Naja und wenn wir an Karsai denken, und speziell nach ähnlichen Verquickungen suchen werden wir auch hier sehr schnell fündig.

sogar F. Castro äußerte sich mal, das der CIA seit jeher mit Bin Laden eng zusammenarbeitet,,naja und der sollte ja wohl am ehesten Erfahrungen damit haben wie bei diesem Geheimdienst die Rollen verteilt, vertauscht und angepasst werden und wie dort der Hase läuft,,,sollte ihm doch seine Rübe desöfteren im CIA-Auftrag weggesprengt werden,,was dann zumeist mißlang,,Ihm jedoch die Möglichkeit gab mit den geschnappten Auftragnehmern lang und breit die Strategien zu erörtern. *g*

hugo
Urego
Urego
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Re: Der schmutzige Krieg im Irak - revisited
geschrieben von Urego


Vorsicht! Der Belzebub ist unterwegs!
Nachdem der größte Diskussionsbedarf wohl gestillt zu sein scheint, wage ich, eine ketzerische Frage in die hochgeistige Runde zu werfen:

Wem geht der Titel "Der schmutzige Krieg im Irak - revisited" leicht und geschmeidig über die Lippen?

Auf die Gefahr hin, mich gewaltig zu blamieren, antworte ich: "Mir nicht". Das Wort, das mich wirklich stört ist "revisited". (Exkurs: denk, denk! "re"= rück, zurück, wieder, gegen. "to visit"= besuchen, "visited"= Vergangenheitsform von "to visit").

Sind wir hier in einem akademischen Zirkel oder sollen auch "normale" Menschen an der Diskussion teilhaben können?
Oder bin ich schon so weit von der sprachlichen Realität entfernt, daß mir der Ausdruck "revisited" völlig entgangen ist?
Kann ja auch sein. Jedenfalls hat mich dieser Titel davon abgehalten, an der Aussprache teilzunehmen.

Ist ja wahrscheinlich auch ganz gut so, denn ich besitze nicht die Kompetenz der meisten Teilnehmer, die die geheimsten Gedanken der beteiligten Diplomaten, Staatsmänner und Geheimagenten genau kennen.

Mit ketzerischem Gruß

Urego
karl
karl
Administrator

Re: Der schmutzige Krieg im Irak - noch einmal zum Thema gemacht
geschrieben von karl
als Antwort auf Urego vom 03.11.2010, 11:25:04
Guten Morgen Urego,


das muss ich auf meine Kappe nehmen. Leider kommt meinem Umfeld Denglisch recht leicht über die Lippen. Was ich mit "revisited" gemeint habe, habe ich nun oben im Beitragstitel deutlich gemacht. Solche englischen Begriffe sind eben manchmal knapper als eine deutsche Umschreibung, ich gelobe Besserung.



Karl

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