Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Der terroristische Krieg per Joystick - Roboter töten für unsere Freiheit?

Internationale Politik Der terroristische Krieg per Joystick - Roboter töten für unsere Freiheit?

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von marina
Human Rights Watch fordert ein Verbot von Drohnen. Genaueres hier: Kriegsroboter und Drohnen: Human Rights Watch fordert Verbot von “Killer Robots”.
In einem anderen Artikel wird auf die Gefahren hingewiesen, die bestehen, wenn Maschinen Entscheidungn übenehmen.
Zitat: „Die fliegenden Tötungsmaschinen werden dabei immer autonomer – und werden irgendwann selbst über Leben und Tod entscheiden.“: Bald entscheiden autonome Tötungsmaschinen über Leben und Tod
Noch viel mehr zivile Opfer, die es jetzt schon bei unzähligen Drohneneinsätzen im „Krieg gegen den Terror“ gibt, sind damit vorprogrammiert.

Im Übrigen ist der vielgerühmte Friedensnobelpreisträger Obama ein besonderer Förderer dieser Entwicklung. Und auch Deutschland verfügt über Drohnen. Verteidigungsminister de Maiziere (oder sollte man jetzt doch besser „Kriegsminister“ sagen?) stellt immer massiver die Forderung nach der Beteiligung Deutschlands an Kriegen unter Einsatz von bewaffneten Drohnen. Und zwar an Kriegen, die nichts mit Verteidigung zu tun haben, sondern „Sicherung der Ressourcen“ im Sinn haben, worauf Adam ja schon hinwies. Und wir sollen das also gut finden. Die Rechnung scheint ja leider aufzugehen, auch hier und in vielen anderen Diskussionen werden diese Maßnahmen verteidigt.

Ach ja, was stand eigentlich noch in unserem Grundgesetz? Ich habe es inzwischen vergessen, man kann es sowieso in die Tonnne kloppen, es ist "Schnee von gestern".
Marija
Marija
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von Marija
als Antwort auf marina vom 06.01.2013, 11:56:00
Human Rights Watch fordert ein Verbot von Drohnen. Genaueres hier: Kriegsroboter und Drohnen: Human Rights Watch fordert Verbot von “Killer Robots”.
In einem anderen Artikel wird auf die Gefahren hingewiesen, die bestehen, wenn Maschinen Entscheidungn übenehmen.
Zitat: „Die fliegenden Tötungsmaschinen werden dabei immer autonomer – und werden irgendwann selbst über Leben und Tod entscheiden.“: Bald entscheiden autonome Tötungsmaschinen über Leben und Tod
Noch viel mehr zivile Opfer, die es jetzt schon bei unzähligen Drohneneinsätzen im „Krieg gegen den Terror“ gibt, sind damit vorprogrammiert.

Im Übrigen ist der vielgerühmte Friedensnobelpreisträger Obama ein besonderer Förderer dieser Entwicklung. Und auch Deutschland verfügt über Drohnen. Verteidigungsminister de Maiziere (oder sollte man jetzt doch besser „Kriegsminister“ sagen?) stellt immer massiver die Forderung nach der Beteiligung Deutschlands an Kriegen unter Einsatz von bewaffneten Drohnen. Und zwar an Kriegen, die nichts mit Verteidigung zu tun haben, sondern „Sicherung der Ressourcen“ im Sinn haben, worauf Adam ja schon hinwies. Und wir sollen das also gut finden. Die Rechnung scheint ja leider aufzugehen, auch hier und in vielen anderen Diskussionen werden diese Maßnahmen verteidigt.

Ach ja, was stand eigentlich noch in unserem Grundgesetz? Ich habe es inzwischen vergessen, man kann es sowieso in die Tonnne kloppen, es ist "Schnee von gestern".


MILITÄRTECHNIK
Nahost an der Nordsee
Deutschland interessiert sich für Drohnen aus Israel
04.01.2013 – von Stefan Laurin

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14855

und

Drohnen sollen deutsche Küsten sichern
In Braunschweig wurde das Zusammenspiel von israelischen Heron-Flugkörpern, Luftüberwachung und Rettungsfliegern bereits erprobt.
Drohnen-sollen-deutsche-Kuesten-sichern

Alles Terrorabwehr ? Abwehr von Eindringlingen ? Küstenschutz ?
Darf man darüber nachdenken ohne als ................... und ..................zu gelten ?

Mariija
hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf karl vom 06.01.2013, 11:36:26
Wer sich überlegen fühlt, benimmt sich aggressiv. Leider ist das wohl so. Karl
geschrieben von Karl


Hallo Karl,

sofern deine und Hugos Meinung stimmen würde, wäre es doch im Interesse jeden Staates seine Bürger durch Aufrüsten unangreifbar zu schützen.. Das würde bedeuten, um Deutschland vor einem Überfall zu bewahren sollten wir Atomraketen bauen? Das bedeutet alle Länder mit Atomwaffen sind klug beraten?

Dann wären wir genau beim momentanen Kreislauf angelangt.

Ciao
Hobbyradler

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Marija
Marija
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick - Roboter töten für unsere Freiheit?
geschrieben von Marija
als Antwort auf karl vom 05.01.2013, 09:44:33
Karl , Dein

Zitat :

"Roboter töten für unsere Freiheit"
groß von mir.
das soll provokativ gefragt sein - oder ?

Freiheit ist das Lieblingswort unseres Bundepräsidenten.
Wenn Drohnen nun unserer Freiheit sichern, dann werden bald über unseren Köpfen regelmäßig Drohnen kreisen - mit Unterschrift des Bundespräsidenten - nicht nur zum angeblichen Küstenschutz und zur Terrorabwehr.

Marija
karl
karl
Administrator

Re: Der terroristische Krieg per Joystick - Roboter töten für unsere Freiheit?
geschrieben von karl
als Antwort auf Marija vom 06.01.2013, 12:16:51
Es ist eine Frage, marija, die aber durchaus aktuelle Bezüge hat.
Derzeit prüft die Bundeswehr die Anschaffung und den Einsatz bewaffneter Drohnen. Quelle
geschrieben von Wikipedia.de

Die Problematik ist ja nicht einfach. Ich glaube, es war sammy, der schon angesprochen hat, dass es auch auf diesem Gebiet zu einer Aufrüstung kommen wird.

Die Drohnenentwicklung entspringt der inneren Logik des militärischen Denkens und ist auf den Schutz der eigenen Soldaten gerichtet. Wer in militärischen Kategorien denkt, wird diese Entwicklung begrüßen.

Als Zivilist und Pazifist kann man verzweifeln. Mit Pazifismus wird kein Geld verdient, es gibt deshalb keine Pazifismuslobby, ganz im Gegensatz zu der mächtigen Waffenlobby in (fast) allen Ländern. Wer pazifistisches Gedankengut vertritt wird oft als "realitätsfern" beschimpft, es kommt die (falsch gestellte) Frage "Was würdest Du tun, wenn Dein Sohn entführt würde?" etc. Als vernünftig und realistisch gelten diejenigen, die Krieg für ein probates Mittel der Politik halten. Vorbei sind die Zeiten als es noch Konsens war "Von deutschem Boden soll nie wieder Krieg ausgehen".

Durch den zunehmenden Verlust des pazifistischen Gedankenguts und das Wiedererstarken des militärischen Denkens ändert sich unsere Gesellschaft. Unsere Werte gelten für uns, unsere Freiheit ist unsere Freiheit. Der Tod unschuldiger Zivilisten in fernen Ländern wird als Kollateralschaden in Kauf genommen. Das tangiert unsere Freiheit nicht. Ausführende, wie Major Klein, werden zum General befördert.

Karl
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf Marija vom 06.01.2013, 09:52:14
würden wir zurückkehren in die steinzeit, wäre vieles besser als heute. denn die steinzeitmenschen hatten nur eine gering entwickelte technik. was hatten sie schon als waffen... keulen, messer, äxte. dazu kam, dass sie vollauf beschäftigt waren, das notwendigste zum überleben per jagen und per sammeln zu beschaffen. indigene völker lebten so oder so ähnlich zehntausend jahre lang. als der weiße mann kam und den fortschrit brachte, war es aus mit ihrer art, äußerst bescheiden zu produzieren und zu konsumieren.

fortschritt, fortschritt, fortschritt...

ganz offensichtlich ist der drohnenkrieg inklusive moral- und rechtlosigkeit ein erzeugnis des fortschritts, eine folge dessen, was auch gerne entwicklung genannt wird. - nicht umsonst haben die, wie man sagt, entwickeltsten länder die durchschlagendsten waffen überreichlich - raketen bestückt mit atomköpfen, u-boote, flugzeugträger, drohnen, roboter, satelliten zum ausspähen und navigieren. und sie haben führer, die so moral- und rechtlos sind, dass sie diese waffen auch einsetzen.

unreformierbar, aber nicht unkaputtbar

nicht die rückkehr in die steinzeit wäre verheerend. im gegenteil. eine ideologie, der fortschritt, das, was entwicklung genannt wird, zerstört menschen und menschlichkeit. man wird nicht zurückkehren. man wird sich noch nicht mal mäßigen. man wird weitermachen bis zum bitteren ende.

---
w.

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karl
karl
Administrator

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von karl
als Antwort auf wolfgang vom 06.01.2013, 14:14:52
nicht die rückkehr in die steinzeit wäre verheerend. im gegenteil. eine ideologie, der fortschritt, das, was entwicklung genannt wird, zerstört menschen und menschlichkeit. man wird nicht zurückkehren. man wird sich noch nicht mal mäßigen. man wird weitermachen bis zum bitteren ende.

Wolfgang,

wir haben schon oft über Fortschritt kontrovers diskutiert. Diesmal finden wir uns beide im Lager der Pessimisten und ich gestehe, dass ich auch inzwischen feststelle, dass der technische Fortschritt die Entwicklung der menschlichen Moral (die Menschlichkeit) und vor allem auch das Funktionieren der demokratischen Gewaltenteilung am überrennen ist.

Trotzdem, natürlich wäre auch eine Rückkehr zur Steinzeit verheerend, denn mit steinzeitlichen Methoden könnten 7 und bald 10 Milliarden Menschen nicht ernährt werden - und wer möchte schon zu denen gehören, die des Hungers sterben?

Wir können nicht zurück, man kann Entwicklungen nicht einfach ungeschehen machen, es ist notwendig die Kontrolle über die Richtung der Entwicklung zu gewinnen. Es darf keine Autodynamik sein, der wir uns als Menschen mit Intelligenz unterwerfen. Die Menschen müssen sehr langfristig planend ihre Zukunft in die eigene Hand nehmen. M. E. geht das nicht damit, dass wir uns im Fluss der angeblichen Sachzwänge treiben lassen und z. B. autonom entscheidende Kampfroboter entwickeln, "weil dies sonst andere machen". Die staatlichen, demokratischen Kontrollinstanzen müssen parallel weiterentwickelt werden.

Es wäre unfair, jetzt von mir die Lösungswege für alle Probleme zu erbitten, aber das Problemerkennen ist die Voraussetzung für jede Problemlösung und daran müssen eben möglichst viele von den 7 Milliardengehirnen, auch eine nie da gewesene Resource, arbeiten.

Noch ein Anliegen von mir: Nicht die Wissenschaft und der Wissenserwerb ist der Feind. Wissenschaft war auch notwendig, um alternative Energiekonzepte zu entwickeln, nicht nur für die Atombombe. Wissenschaft wird für die Entwicklung von Kampfrobotern missbraucht, aber Wissenschaft muss nicht notwendiger Weise dazu führen. Es kommt immer auf die Ziele an, die verfolgt werden und wozu Wissen eingesetzt wird. In der Medizin möchte ich nicht auf den Fortschritt verzichten, ihm verdanke z. B. ich mein Leben. Fortschritt wohin? Das ist die wichtige Frage. Rückschritt ist nicht die Alternative, auch wenn der Fortschritt mit einem "Sich-Zurücknehmen" einhergehen kann.

Karl
hugo
hugo
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von hugo
als Antwort auf hobbyradler vom 06.01.2013, 11:11:08
Kannst du konkretisieren welche Staaten du mit deinem Vorwurf meinst?


ja das kann ich

zu 1. "das ist -soweit ich das überblicken kann- die Theorie,,und gilt demzufolge ausschließlich für kleine, kleinste, schwache, friedfertige und militärisch unterentwickelte Staaten."

dazu fallen mir sicher ca 150 Staaten/Länder weltweit ein, die ich dieser Kategorie zurechnen würde,,aber das würde jetzt und hier wohl zu weit führen und Dich sicher kaum interessieren.

zu 2. "aber das Favorisieren des Krieges -soweit ich das überblicken kann- nehmen hauptsächlich große, militärisch hochgerüstete, aufs Kriegsspielen spezialisierte, auf Kriegsgewinne spekulierende und dem Irrsinn heillos verfallene Staaten für sich in Anspruch."

Dazu würde ich alle Staaten zählen die schon mal oder immer öfter in überschaubar zurückliegender (also vor nicht all zu langer Zeit) sich mit ihrem militärischen Potential
-obwohl sie selber vorher nicht direkt angegriffen wurden- über die eigenen Grenzen bewegten und dort Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen,
dabei UNO-Beschlüsse negierten, die Genfer Konvention missachteten, (also Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Kriegssituationen vollführten, verbotene Waffen einsetzen usw.)
und deren Waffenhersteller nach diesem Krieg auf gefüllteren Geldsäcken sitzen.

von Landraub, Ressourcenausbeutung usw ganz zu schweigen,,

ps seh grade,,karl hat Dir schon eine passende Erklärung geboten

hugo
Marija
Marija
Mitglied

Re: Der terroristische Krieg per Joystick
geschrieben von Marija
als Antwort auf karl vom 06.01.2013, 14:36:35
Rückschritt ist nicht die Alternative, auch wenn der Fortschritt mit einem "Sich-Zurücknehmen" einhergehen kann.

Karl


Karl,
Vielleicht ist der "Mensch" inzwischen einfach "verdummt" und hat seine Sinne und Instinkte verloren.
ERleben wir momentan Fortschritt oder eigentlich Rückschritt ?

Provokative Hypothese : Der Biologe Gerald Crabtree meint:

Intelligenz beim Menschen war bei den Naturvoelkern am grössten und sinkt seit der Einführung des Ackerbaus.

Nov. 12, 2012 — Human intelligence and behavior require optimal functioning of a large number of genes, which requires enormous evolutionary pressures to maintain. A provocative hypothesis published in a recent set of Science and Society pieces published in the Cell Press journal Trends in Genetics suggests that we are losing our intellectual and emotional capabilities because the intricate web of genes endowing us with our brain power is particularly susceptible to mutations and that these mutations are not being selected against in our modern society."

Drohnen sind vielleicht das Ergebnis einer nicht mehr funktionierenden geistigen und intellektuellen Um-Weit-Rück- Einsicht.

Marija
schorsch
schorsch
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Re: Der terroristische Krieg per Joystick - Roboter töten für unsere Freiheit?
geschrieben von schorsch
1 mögliche Weiterentwicklung: Miniroboter kundschaften Häuser aus, ob jemand zu Hause ist, brechen am geeigneten Ort ein, schaffen Schmuck und Geld nach aussen in einen Mini-Heli-Roboter, der die Beute mitsamt dem Einbruch-Roboter seinem Besitzer bringt.

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