Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Anziehungskraft der EU schmilzt ab

Internationale Politik Die Anziehungskraft der EU schmilzt ab

ehemaligesMitglied66
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Re: [off topic]
geschrieben von ehemaligesMitglied66
als Antwort auf karl vom 19.06.2016, 15:13:34
@ Sammy und ron,

ihr verhaltet Euch jetzt wie Erdogan, der an die Sünden seiner Vorfahren nicht erinnert werden möchte.

Karl
geschrieben von karl

Hallo Karl, Du hast natürlich recht, die Verfehlungen unserer Vorfahren müssen ständig und überall und bei jeder Gelegenheit und von jedem von uns ständig wieder verbreitet und gegeißelt werden.
Ich fang jetzt gleich damit an.
Bei mir in der Nähe gibts einen Erich-Löns-Weg.
Löns war ein deutscher Heimatdichter und der Lieblingsdichter von Hitler.
Ich geh jetzt gleich los und werd die Bewohner aufklären, fragen, ob sie sich nicht schämen in Ihren Schriftstücken eine solche Adresse hinzuschreiben und ob sie nicht umziehen wollen.
Es muß doch noch Straßen geben, ohne anrüchig besetzte Namen.
Nun wurde mir gesagt, daß der Weg auch im Sozialismus so hieß (müssen die Genossen wohl vergessen haben, oder waren in der Literatur nicht so bewandert) und die Bewohner sagen, daß sie den Sozialismus dort überlebt haben, den Kapitalismus auch dort überleben möchten und nicht daran denken wegzuziehen.
Ach ja, dann wurde mir noch geraten mal nen Neurologen aufzusuchen. Was sind das nur für Menschen und ob der Dutch die wohl umerziehen kann?
pschroed
pschroed
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Re: [off topic]
geschrieben von pschroed
als Antwort auf dutchweepee vom 19.06.2016, 12:25:22
Mir fällt gerade auf, dass im deutschen Sprachgebrauch ganz selbstverständlich vom "in die Wüste jagen" formuliert wird. Ist Euch eigentlich bewusst, dass Ihr damit den Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 durch die deutsche "Schutztruppe" unter dem Kommando des Generalleutnant Lothar von Trotha funktionalisiert?



Dutch, komm wir nehmen dann dieses Zitat,......

In der Hoffnung daß du nicht kurzfristig übers Wochenende konvertiert bist.

ZITAT WIKIPEDIA

Herkunft:
Die Redewendung stammt aus dem Alten Testament, wo im 3. Buch Mose erzählt wird, dass einem Bock sämtliche Sünden des jüdischen Volkes aufgeladen wurden und er damit in die Wüste geschickt wurde: „Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen. Hat er den Bock in die Wüste geschickt, dann soll Aaron wieder in das Offenbarungszelt gehen“
karl
karl
Administrator

Re: [off topic]
geschrieben von karl
als Antwort auf pschroed vom 19.06.2016, 16:24:01
Lieber Phil,

die Herkunft des Spruches steht außer Frage, ebenso aber auch dessen Grausamkeit. Wir sollten ihn also nicht unbedacht verwenden und selbst AfDler würde ich angesichts seiner Bedeutung nicht in die Wüste schicken wollen.

Karl

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pschroed
pschroed
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Re: [off topic]
geschrieben von pschroed
als Antwort auf karl vom 19.06.2016, 18:48:11
Lieber Phil,

die Herkunft des Spruches steht außer Frage, ebenso aber auch dessen Grausamkeit. Wir sollten ihn also nicht unbedacht verwenden und selbst AfDler würde ich angesichts seiner Bedeutung nicht in die Wüste schicken wollen.

Karl
geschrieben von karl


Könnte ich diesen Satz ".. in die Wüste schicken " rückgängig machen , würde ich es tun, in unserem Umfeld ist es nicht üblich tägliche Floskeln mit der Geschichte vor faßt 100 Jahren zu vergleichen.

Also alles ok, für mich ist dieses nun gegessen, die Gegenwart der Recht´s Radikalismus ist mir heute wichtiger und den sollten wir ernst nehmen und weiter vehement bekämpfen ob von Links oder Recht´s.

Phil.
lalelu
lalelu
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von lalelu
Um auch mit einer Redensart zu antworten: „Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich“.

Ich staune wirklich. Ist es tatsächlich sinnvoll, sich über Redensarten zu streiten, die heutzutage von niemand wörtlich genommen werden? Ich gehe jede Wette ein, dass kaum jemand, der diesen Satz schon einmal gehört oder sogar selbst benutzt hat, ihn wörtlich umsetzen wollte – und Phil schon gar nicht.

Alte Redensarten haben ihren Ursprung oft in grausamen Ritualen; man kennt aber nur die symbolische Bedeutung. Muss man im ST zuerst Quellenforschung betreiben, bevor man eine derartige Redewendung benutzt?

Wenn es in der EU keine größeren Probleme gibt, dann bin ich guten Mutes.

Lalelu
karl
karl
Administrator

Re: [off topic]
geschrieben von karl
als Antwort auf lalelu vom 19.06.2016, 19:40:03
Liebe Lalelu,

da sind wir uns doch einig und es liegt mir fern, Phil einen Vorwurf zu machen!

Es darf aber doch wohl auf die geschichtlichen Ereignisse hingewiesen werden. Es ist doch erstaunlich, wie heftig dann die Reaktionen darauf ausfallen, möglicherweise gerade von jenen, die zuvor die Reaktion der Türken auf die Völkermordresolution des Bundestages heftig an den Pranger gestellt haben. Müssen wir nicht die Erinnerungen an deutsche Verbrechen ebenso reflektieren?

Deshalb danke ich dutch noch einmal ausdrücklich für den Hinweis auf den Völkermord an den Hereros.

Karl

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lalelu
lalelu
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von lalelu
als Antwort auf karl vom 19.06.2016, 21:56:05
Es darf aber doch wohl auf die geschichtlichen Ereignisse hingewiesen werden. Es ist doch erstaunlich, wie heftig dann die Reaktionen darauf ausfallen, möglicherweise gerade von jenen, die zuvor die Reaktion der Türken auf die Völkermordresolution des Bundestages heftig an den Pranger gestellt haben. Müssen wir nicht die Erinnerungen an deutsche Verbrechen ebenso reflektieren?
geschrieben von Karl


Lieber Karl, man darf nicht nur, man muss es sogar. Mich stört in diesem speziellen Fall nur, dass man eine Redensart als „Aufhänger“ nimmt, deren Bedeutung in unserem Sprachgebrauch aber längst nicht so grausam daherkommt wie der ursprüngliche Tatbestand ist.

Wenn du schreibst: die Herkunft des Spruches steht außer Frage, ebenso aber auch dessen Grausamkeit. Wir sollten ihn also nicht unbedacht verwenden, dann läuft es doch auf Quellenforschung hinaus. "Außer Frage" steht es nur für diejenigen, welche den Sachverhalt kennen.

Ich habe jedenfalls nicht gewusst, wo diese Redensart ihren Ursprung hat und hätte sie unter Umständen auch „unbedacht“ verwandt, ohne mir etwas besonders Schlimmes dabei zu denken.

Lalelu
Monja_moin
Monja_moin
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Re: [off topic]
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf lalelu vom 19.06.2016, 23:23:59


........................

Ich habe jedenfalls nicht gewusst, wo diese Redensart ihren Ursprung hat und hätte sie unter Umständen auch „unbedacht“ verwandt, ohne mir etwas besonders Schlimmes dabei zu denken.

Lalelu


Ich gebe zu, ich habe auch schon gelegentlich jemanden "in die Wüste geschickt" oder auf den Mond geschossen
Es war nur eine Redensart wenn ich mich geärgert habe, ohne grausame Hintergedanken!

Den Ursprung mit "in die Wüste schicken" war mir so nicht bewußt.

Eigentlich müßte man nun alle Redensarten, die heutzutage harmlos gemeint sind, überprüfen ob sich dahinter nicht in der Geschichte Grausamkeiten verbergen.

Monja.
lalelu
lalelu
Mitglied

Re: [off topic]
geschrieben von lalelu
als Antwort auf Monja_moin vom 20.06.2016, 00:59:03
Eigentlich müßte man nun alle Redensarten, die heutzutage harmlos gemeint sind, überprüfen ob sich dahinter nicht in der Geschichte Grausamkeiten verbergen.


Moin, Monja_moin,

Wenn du mit deinem Studium fertig bist, kannst du ja einen neuen Thread eröffnen: "Redensarten - woher sie kommen, was dahinter steckt und wann man sie NIE anwenden darf".

Sorry – ich konnte es mir nicht verkneifen.

Lalelu
JuergenS
JuergenS
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Re: Die Anziehungskraft der EU schmilzt ab
geschrieben von JuergenS
Die Anziehungskraft dieses thraeds schmilzt nicht, weil es um die Interpretation von Sprichwörtern geht, die des diskutierten Sprichwortes schmilzt jedoch ab, sodass das Verwenden von Sprichwörtern allgemein sprichwörtlich auch mit abschmilzt.

Achtung: Satire.

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