Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Rispe vom 17.06.2021, 16:02:44

Hast du die Ultras gesehen, als sie sich gegen die Corona Regeln stellten? Was glaubst du würde passieren, wenn sich Naftali Bennet gegen die Ultras stellen würde? Auch wenn er nach einer friedlichen Lösung streben würde, könnte er nichts tun ohne das Militär einzusetzen. 
Die Entscheidung für N. Bennett war ohnehin nur äußerst knapp und das ganze Gebilde dieser 8 Parteien Regierung ist fragil und wird m. E. früher oder später scheitern, oder wie B. Netanjahu vorhergesagt hat, gestürzt.
So sieht es nun mal aus in Israel und WIR (selbstverständlich mich eingeschlossen) können gar nichts dagegen tun.


 

Rispe
Rispe
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Rispe
als Antwort auf Bruny vom 17.06.2021, 16:17:49

Wir können nchts dagegen tun aber wir müssen auch nicht alles relativieren oder so einseitig und siedlerfreundlich darstellen wie es in diesem Thread teilweise geschieht.

Diese Regierung wird ohnehin bald wieder auseinanderfallen, hier gebe ich dir recht. Das ist von vornherein zum Scheitern verurteilt mit acht so heterogenen Parteien, die zum Teil völlig konträr sind.
 

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Rispe vom 17.06.2021, 16:20:59

Ich sehe nicht, dass hier jemand Siedlerfreundlich diskutiert hat und relativieren tut auch niemand. Man könnte ja nun zurückgehen bis zur Entstehung Israels, doch das bringt ja niemand weiter. Heute ist es so, dass eine Situation besteht, die so vergiftet ist, dass es schwer bis fast unmöglich sein wird eine „Entgiftung“ vorzunehmen. Ich schrieb in einem früheren Beitrag, man müßte die HAMAS entmachten, dies wird jedoch nicht möglich sein, und wie @Morvan bin ich der Meinung, dass die HAMAS eine terroristische Organisation ist, die nicht davor zurückschreckt die Palästinenser zu opfern.
Solange diese Organisation in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Israel ist, wird kein Friede möglich sein.
Das zumindest ist meine Sicht der Lage.


Anzeige

aixois
aixois
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von aixois
als Antwort auf Bruny vom 17.06.2021, 16:17:49

WIR (selbstverständlich mich eingeschlossen) können gar nichts dagegen tun.

Da gibt es schon Möglichkeiten, z.B. zivile Bewegungen in Israel stärker und demonstrativ unterstützen, die (Israelis und Palästinenser arbeiten da einträchtig zusammen) auf eine friedliche Lösung hinarbeiten.
Sehr schwer bei einem 'Gottesstaats" - Verständnis in dem Politik und Religion in ihren Zielen weitgehend deckungsgleich sind. Aber es gibt sie, die so denken wie z.B. Barenboim.
Rispe
Rispe
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Rispe
als Antwort auf aixois vom 17.06.2021, 16:46:21

Stimmt! Es gibt viele zivile Friedensgruppen in Israel wie z. B. diese hier: Btselem
Die werden allerdings genau wie Barenboim im Land weitgehend als Nestbeschmutzer bezeichnet, weil sie die Besatzungspolitik kritisieren.
 

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bruny
als Antwort auf aixois vom 17.06.2021, 16:46:21

Daniel Baremboin kann auch authentisch mitreden, ich als deutsche in Spanien lebende katholisch getaufte Seniorin eher nicht. Ich verstehe nämlich gar nicht wie man religiös dermaßen gelenkt sein kann, dass man dem Nachbarn um sein Leben bringt, damit meine ich beide Seiten.


Anzeige

olga64
olga64
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von olga64
als Antwort auf MarkusXP vom 16.06.2021, 21:17:39
Der Flaggenmarsch dürfte die erste Bewährungsprobe für junge Regierung gewesen sein. Ich kann mir tatsächlich nur schwer vorstellen, wie mit 8 Parteien und total unterschiedlichen Mentalitäten ein Land regiert werden kann. Ich sehe ja schon die Schwierigkeiten in Spanien. Ich lasse mich aber gerne überraschen.

Bruny
Bruny: volle Zustimmung! Das kann nur schief gehen! Die Mehrheit ist zudem dünn!

Warum wird denn diese verdammte Flaggenmarsch in Ost-Jerusalem ( "Tod den Arabern! Tod den Arabern!" ) nicht von Israel unterbunden? Was soll das? Es ist wirklich zum Verzweifeln!
MarksXP

 
Ich denke, wir sollten uns hellseherisch zurückhalten, wenn nun in Israel politisch Neues versucht wird  - wir sollten lieber, soweit uns dies überhaupt möglich ist, Unterstützung anbieten. Ein Vergleich mit Spanien erübrigt sich, da Spanien nicht von Feinden umgeben ist, die den Niedergang dieses schönes Landes unermüdlich und seit Jahrzehnten fordern.
Im aktuellen Fall sandten Hamas-Terroristen Brandballons nach Israel; wie gehabt, bombardierte die israelische Armee Ziele im Gazastreifen.
Der provozierende Marsch Tausender israelischer Ultranationalisten durch Jerusalems Altstadt hat eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt.
Israels neuer Premier Bennett lehnt zwar einen eigenen Staat für Palästinenser ab und ist für den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland.
Aber er regiert nicht allein  - zum Glück sind auch Linke und eine arabische Partei an Bord. Diese israelische Regierung ist so divers wie es noch keine vor ihr war.

Ein gutes Zeichen ist z.B., dass anstatt aufheizener Rhetorik a la Netanjahu der Aussenminister Jair Lapid nun erklärt, dass es für ihn unbegreiflich sei, dass jemand mit Israel-Flagge gleichtzeitig "Tod den Arabern" skandieren würde. Dieser neue Ton einer israelischen Regierung lässt doch auch ein wenig hoffen, oder? Olga
Morvan
Morvan
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Morvan
als Antwort auf Bruny vom 17.06.2021, 16:59:04

@Bruny
denke an Nordirland !

Auch dieser Konflikt war politisch und religiös motiviert.
Er wurde  1998 mit dem Karfreitagsabkommen beendet.

Durch den Brexit ist dieses Abkommen fragil geworden.

Morvan

olga64
olga64
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 17.06.2021, 16:59:04
Daniel Baremboin kann auch authentisch mitreden, ich als deutsche in Spanien lebende katholisch getaufte Seniorin eher nicht. Ich verstehe nämlich gar nicht wie man religiös dermaßen gelenkt sein kann, dass man dem Nachbarn um sein Leben bringt, damit meine ich beide Seiten.
DA gebe ich Ihnen völlig recht - auch ich bin katholisch getauft und sozialisiert, wie das halt so ist, wenn jemand in Bayern geboren und aufgewachsen ist.
Aber ich hatte immer die Freiheit (schon ab 14 Jahren) dann zu entscheiden ,wie wichtig Religion in meinem Leben sein soll.
Und für viele von uns ist es die Religion nicht und wir müssen auch keinerlei Repressionen befürchten, wenn wir ohne leben und dies auch lautstark verkünden.

Ich gebe Ihnen auch recht ,dass es nicht zu verstehen ist, wenn man unter dem Mäntelchen der Religiosität Menschen tötet und Kriege führt.
Aber wie halten Sie es dann mit dem Iran, wo es doch noch viel ausgeprägter ist und den Sie doch seit Jahren auf irgendeine Art und Weise immer zu verteidigen versuchen? Passt das zusammen? Olga
Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 17.06.2021, 18:37:07

Ich verteidigte den Iran noch nie, ich verteidige die Menschen die in diesem Land leben. Oder haben Sie schon mal von mir vernommen, dass ich die religiösen Führer oder gar die Mullahs verteidigte.
Aber es geht hier auch nicht um den Iran. In diesem Thread geht es um Israelis und Palästinenser.
Bruny


Anzeige