Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Re: internationale solidarität
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Edita vom 24.07.2014, 17:42:35
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endlich, eine antwort auf todenhöfer.

hallo edith, ich empfinde die antwort von dr.knobloch, präsidentin der israelitischen kulturgemeinde münchen, auf todenhöfer nicht als starken tobak, eher umgekehrt.

vergangene nacht sah ich eine doku über demonstrationen in frankreich gegen israel.
eine gaststätte, die zerstört gezeigt wurde, sah so aus,
wie ich mir eine gaststätte nach der schrecklichen "kristallnacht" vorstelle.
schlimm.
erschütternd waren die menschen, die frankreich verlassen wollten.
wohin? nach israel!

deinen link, für den ich mich bedanke, stelle ich hier noch einmal ein.

FASSUNGSLOS IN EUROPA

hier ein auszug aus dem brief von dr.knobloch an todenhöfer:
"[k](...) Auch in Europa rufen die Jihadisten immer lauter zum Kampf gegen die freie Welt und zur Ermordung von Juden auf - und immer mehr Menschen sind gewillt diesem Ruf zu folgen und sich in Terrorcamps für diesen Kampf ausbilden zu lassen.
Wir erleben dieser Tage, dass jüdische Menschen und Einrichtungen in ganz Europa Opfer von Hass und Gewalt werden. Und das in einem Ausmaß, wie ich es mir in meinen schlimmsten Alpträumen nicht hätte ausmalen können.
Islamisten, Rechtsextreme und radikale Linke vereinen sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner und demonstrieren gegen Israel. Ihre Slogans aber haben mit Israel oft gar nichts mehr zu tun. Es entlädt sich blanker Antisemitismus. Verbaler Judenhass, der so brutal und kaltherzig artikuliert wird, dass gewaltsame Übergriffe, wie sie etwa in Frankreich zuletzt schon geschahen, auch in Deutschland drohen.
Antisemitische Aufmärsche, beschmierte Synagogen, geschändete jüdische Friedhöfe und verängstigte jüdische Menschen, die ihre Heimat und ihre Gesellschaften nicht mehr wiedererkennen - ist das das Europa der Zukunft? Ist das die Welt, die Sie sich wünschen? Oder warum schüren Sie mit Ihrer Polemik derartige Denkmuster? Warum machen Sie sich anschlussfähig für hasserfüllte Ideologen?
Es ist traurig, dass das israelische Leid in Ihrer Weltanschauung keinen Platz hat. Es ist traurig, dass die Sorgen der jüdischen Menschen darin missachtet werden. Doch am traurigsten ist es, dass Sie seitens der Medien ein Forum erhalten um Ihre unsäglichen, weinerlich dargebotenen Thesen zu verbreiten.

Vielleicht wünschen Sie sich wie die Islamisten eine Welt ohne Israel. Ich wünsche mir eine Welt mit Israel und ich kann nur hoffen, dass sich die Mehrheit der freiheitlich-demokratisch gesinnten Menschen hinter diesem Wunsch vereint und nicht hinter der mörderischen Ideologie der Jihadisten, die Ihnen offenbar in den Kopf gestiegen sind. (...)[/k]"

m./.
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EhemaligesMitglied44
EhemaligesMitglied44
Mitglied

Re: internationale solidarität
geschrieben von EhemaligesMitglied44
als Antwort auf Edita vom 24.07.2014, 17:42:35
Von der Knobloch habe ich noch nichts vernünftiges gelesen, das passt wieder einmal zu ihr.

Gruß
Holger
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: internationale solidarität
geschrieben von dutchweepee
Ein Radiosender, der die Namen von einigen, während der israelischen Offensive im Gazastreifen getöteten Kinder, bekannt gab, wurde jetzt in Israel verboten.


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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von carlos1
als Antwort auf marina vom 24.07.2014, 18:57:55
Marina, ab dem 20. Januar und im Februar 1945 war Dresden mit Flüchtlingen überfüllt. Eine Mutter aus dem Osten mit 2 Buben saß im Keller des Hauptbahnhofs. Der Jüngere war ich. Kurz nach Verlassen des Bahnhofs erfolgten die schweren Angriffe. Den Angriff hätten wir in den Kellern des Hauptbahnhofs nicht überlebt. Das war aber längst nicht alles.

Aus diesem Grund kann ich deinem abschätzigen Urteil über Israels Warnungen per SMS - alles nur Propaganda - nicht zustimmen. Viele Menschen wären 1945 froh gewesen, wären sie vor den Bombenangriffen gewarnt worden. Verlustvermeidung ist gut aus welchen Motiven auch immer.

Die Raketenangriffe aus Gaza sind ebenso Kriegsverbrechen, sagst du. Aber da die bösen Israelis sie zum großen Teil durch einen Abwehrschild abfangen, sind die armen Palästinenser schutzlos (keine Bunker) den Vergeltungsschlägen der Israelis ausgeliefert. Damit löst sich dies Kriegsverbrechen wieder auf. Die Hamasleute sollen jedoch in Bunkern sitzen. Asymmetrische Opferbereitschaft, die von der Führung im Gaza verlangt wird. Ist das zuviel gesagt?

Du konstruierst Spezialfälle und legst diese mir zur Kommentierung vor. Seis drum.

Eine Führung, die einen ungerechten Krieg führt (Angriffskrieg) oder einen Krieg will, der unverhältnismäßig viele Opfer fordern würde, weil der Staat nicht genügend gerüstet ist, um seine Bevölkerung zu schützen , wie du in deiner Annahme unterstellst, muss beseitigt werden. In einem demokratischen Staat wird es diese Regierung aller Voraussicht nach nicht geben können, es sei denn der Staat und sein Bürger sind permanent einer Bedrohung ausgesetzt (Entwicklung einer Wagenburgmentalität). Ist letzteres in diesem von dir konstruierten Fall nicht gegeben, sind alos große Teile des Volkes gegen den Krieg, ist Widerstand Pflicht. Tyrannenmord (Staatsstreich) kann in eienm solchen Fall Pflicht sein.

In Israel liegt derzeit der Fall anders. Die Bevölkerung fordert, dass die Regierung alles tut, um sie zu schützen. Die Leute haben Angst.

Da wir gerade vor einigen Tagen den 20. Juli hatten, darf daran erinnert werden, dass auch ein einfacher Mann wie der Schreiner Georg Elser diesen Schritt zum Tyrannenmord plante und mit großer Präzision allein durchführte. Nur ein Zufall hinderte ihn am Erfolg. Hitler verließ den Raum vor der Explosion (9.11.1939).

Es gehört zur wichtigsten Aufgabe der Regierung die eigene Bevölkerung zu schützen. Kann sie es nicht, dann darf sie ihr volk nicht opfern. Eine Führung, die menschliche Schutzschilde für ihre Raketen benötigt.... s. oben.

Wie gesagt, du konstruierst diese Fälle. Die Mentalität der Hamas und der Pal. ist anders. Wollen wir sie beurteilen, müssen wir wissen, wie sie "ticken." Wir kennen nicht mal ihre Sprache.
karl
karl
Administrator

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf carlos1 vom 24.07.2014, 16:58:27
Wie könnten Bedingungen für Frieden aussehen? Darüber wird hier nicht gesprochen.
Lieber Carlos1,

Rezepte zum Frieden von hier aus gegeben müssen manchem vor Ort weltfremd vorkommen, aber warum nicht mit Barenboim beginnen und wenigstens einige Eckpfeiler aufstellen:

1. Mit Gewalt und Krieg lassen sich die Probleme nicht lösen.

2. Es muss erkannt werden, dass es nicht nur historische Gerechtigkeitslücken gibt, die dem Konflikt zugrunde liegen, sondern auch aktuelle, die ihn weiter anheizen. Der gegenseitige Gewaltverzicht muss einhergehen mit dem Ende der Blockade des Gazastreifens.

3. Es muss eine starke internationale Garantie (Verpflichtung) geben, dass der Gewaltverzicht von beiden Seiten eingehalten wird.

Persönlich glaube ich nicht, dass die derzeitigen radikalen Politiker auf beiden Seiten in der Lage sein werden, sich auf einen langfristigen und gerechten Frieden zu einigen. Wahrscheinlich braucht es noch viel Zeit, bis dass die jeweiligen Bevölkerungen erkennen, dass es keinen anderen Ausweg gibt als zu verhandeln.
Warum nicht den Palästinensern Medikamente geben, da es doch nur um militärische Ziele geht? Sie brauchen Wasser, Strom, Nahrung.
Ja, warum nicht? Warum bombardiert Israel das einzige Kraftwerk von Gaza?
Die israelischen Streitkräfte haben ihre Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Augenzeugen zufolge fiel der Strom aus, nachdem das wichtigste Kraftwerk des Küstengebiets getroffen wurde. Menschen gerieten in Panik. Quelle.
geschrieben von zeit.de


Karl
Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von marina
als Antwort auf karl vom 24.07.2014, 21:04:42
"Rezepte" zum Frieden gab es schon etliche, sie liegen eigentlich klar auf dem Tisch und wären sogar zu verwirklichen.
Das letzte "Rezept" (merkwürdiger Begriff dafür) oder eines der letzten war die Roadmap. Und - Carlos wird es natürlich nicht wahrhaben wollen - dieses "Rezept" scheiterte vor allem an der mangelnden Bereitschaft der israelischen Regierung, es umzusetzen.

Denn dazu hätte gehört, die Siedlungen zu räumen, sie waren nicht dazu bereit.
Die Hamas, auch das werden viele nicht glauben, hat schon des öfteren ihre Bereitschaft erklärt, die Raketenangriffe einzustellen, wenn diese Forderungen erfüllt würden. Sie hat übrigens auch jetzt wieder ihre Bereitschaft erklärt, ihre Angriffe einzustellen, wenn die Grenzen geöffnet würden.

Ich finde diese Bedingungen sehr verständlich, und wenn Israel nur wollte, könnte es einen Frieden mit der Hamas verhandeln, auch das sagt übrigens Lüders, Barenboim auch. Mit der ISIS wären diese Möglichkeiten ganz und gar vorbei, diese Verhandlungen würde sie nicht führen. Und wenn Israel so weitermacht mit seinen asymmetrischen Kriegen, dann ist es eines Tages so weit, dass sie noch schlimmere fanatische Islamisten haben, mit denen es niemals mehr einen Frieden geben wird.

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Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von marina
als Antwort auf carlos1 vom 24.07.2014, 20:59:54

Du konstruierst Spezialfälle und legst diese mir zur Kommentierung vor. Seis drum.

Ich habe diesen umgekehrten Fall konstruiert, um dir vor Augen zu führen, dass du mit zweierlei Maß misst, nicht verstanden?
Ansonsten kein Kommentar zu deinem Beitrag, da sind so einige Verdrehungen drin, die ich nicht verstanden habe.
puckin
puckin
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von puckin
als Antwort auf marina vom 25.07.2014, 08:42:15
Ein wichtiger schritt zum frieden durch die Hamas wäre doch die korrektur ihrer charta.
Solange dort als ziel die vernichtung israels und aller juden festgegelegt ist, kann doch von keinem dauerhaften frieden ausgegangen werden.
Hier wird ständig die öffnung der grenze von israel verlangt.
Warum fordert niemand, daß auch ägypten die blockade aufhebt, besteht doch in diese richtung weniger gefahr, daß terroristen eindringen?
karl
karl
Administrator

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf puckin vom 25.07.2014, 09:16:51
Guten Morgen puckin,

da gebe ich Dir Recht. Die offizielle Anerkennung Israels durch die Hamas wäre ein wichtiger Schritt. Dass solche Revisionen historischer Standpunkte möglich sind, hat die PLO gezeigt.

Revision der PLO-Charta
Am 26. April 1996 beschloss der im Januar erstmals frei gewählte 21. Palästinensische Nationalrat in Gaza, das höchste legislative Organ der Palästinenser, alle Artikel aus der PLO-Charta zu streichen, die den im Oslo-Friedensprozess seit 1993 getroffenen Abkommen widersprachen. Ein Rechtsausschuss sollte die Charta überarbeiten und sie dem Zentralrat bei der nächsten Sitzung vorlegen. Die überarbeitete Fassung blieb jedoch unveröffentlicht. Am 10. Dezember 1998 stimmten 81 von 95 Abgeordneten des Palästinischen Zentralrats für eine geänderte Charta ohne jene Passagen, die seit 1964 Israels Existenzrecht bestritten und zu seiner Zerstörung aufgerufen hatten.[18] Am 14. Dezember 1998 bestätigte eine große Mehrheit der rund 1000 Delegierten des Palästinensischen Nationalrats diese Änderungen. Quelle
geschrieben von Wikipedia.de


Leider hat die Hamas diesen Lernprozess noch vor sich. Mit Hass und dem Wunsch den Gegner zur Gänze zu vernichten, schadet die Hamas ihrem eigenen Volk.

Karl
Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von marina
als Antwort auf puckin vom 25.07.2014, 09:16:51
Puckin, auch ich stimme dir hier zu. Dass Ägypten die Blockade aufhebt, wäre natürlich auch ganz wichtig. Aber das ist mit der jetzigen ägyptischen Regierung schwieriger geworden als früher, die ist ja auch Gegner der Hamas. Mit Mubarak waren noch eher solche Einvernehmen möglich, auch wenn er ein Despot war.
Allerdings habe ich gelesen, dass Ägypten neuerdings im Zuge der Waffenstillstandsverhandlungen erwägt, seine Grenzen zu öffnen. Man wird sehen.

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