Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

nerida
nerida
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von nerida
als Antwort auf karl vom 08.08.2014, 21:11:24


Es ist für mich sehr aufschlussreich die Reaktionen hier auf die Quasizensur von Martin Lejeune zu lesen. Ist es zuviel verlangt, sich auch einmal von der anderen Seite zu informieren? Ich lese, dass es Herrn Schneider zu gefährlich ist, aus Gaza zu berichten. Das kann ich gut verstehen und ich mache ihm persönlich daraus keinen Vorwurf.
geschrieben von karl

Richard Schneider ist Jude. Ein echter bayrischer Jude aus München und er hat schon soviele tolle Berichte aus dem Westjordanland gesendet. Aus einem Stück Land das er uns auf so symphatische Art näher bringt und er mit soviel Verständnis und offensichtlicher Zuneigung von den palästinensischen Bewohnern berichtet. In diesem Gebiet konnte er sich immer gefahrlos bewegen und fand entgegenkommende Ansprechpartner unter den Bewohnern. Glaubst Du im Ernst, dass er das als Jude in Gaza genauso machen kann?
Aber er hat Filmteams in Gaza, bestehend meist aus Palästinenser.
Es ist mir aber klar, dass jeder das Leiden der palästinensischen Zivilbevölkerung am liebsten ausblenden möchte, wenn er einseitiger Parteigänger ist.
geschrieben von karl

Damit kannst Du mich nicht meinen, denn es ergeht mir genauso wie Dir im Umkehrschluss
Nur weil ich auch Israel kritisiere und nicht nur die Hamas, bin ich einseitig, denn es übersteigt den Horizont, dass man gegen das Vorgehen der einen Seite sein kann ohne der Freund der anderen zu sein.
geschrieben von karl


Ich bin auch immer wieder erstaunt, dass man hier soviel Verständnis für die Handlungen der Hamas zeigt und darüber vergisst, dass ein wesentlicher größerer Bevölkerungsteil im Westjordanland von der Fatah vertreten wird.
Die Fatah, die in den letzten Jahren gezeigt hat, dass sie inzwischen ein viel besserer Ansprechpartner wäre.
Das ist das, was ich bei der israelischen Politik überhaupt nicht verstehe, dass man die Fatah mit dieser dämlichen Siedlungspolitik schwächt und sie nicht stärkt um sie zum akzeptablen Ansprechpartner auf gleicher Augenhöhe macht.

Jordanien, ein Land mit einem 80%igen palästinensischen Bevölkerungsanteil mit seiner konzilianten Politik wird gezwungen einen unglaublichen Balanceakt zwischen allen Fronten zu vollbringen. Nicht zu vergessen, die Belastungen durch die Flüchtlingsströme aus Syrien und jetzt ganz sicher aus dem Irak, die zu bewältigen sind.
karl
karl
Administrator

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
Ich habe Antwort vom Hörerservice des Deutschlandfunks erhalten.
Sehr geehrter Herr Prof. Fischbach,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Journalistische Unabhängigkeit ist gerade in schwer zu durchschauenden Konfliktsituationen für uns ein besonders hohes Gut. Wir vertreten ja gegenüber unseren Hörerinnen und Hörern den publizistischen Anspruch, durch unsere Berichterstattung eine Urteilsbildung zu ermöglichen, die unabhängig von den Sichtweisen einzelner Konfliktparteien größtmögliche Gültigkeit beanspruchen kann.

Die Beurteilung der Angebote freier Journalisten in Konfliktregionen gehört zu unserem redaktionellen Alltag. Dazu gehört auch, sich im Zweifelsfall gegen ein solches Angebot zu entscheiden. Nichts anderes hat unser Redakteur getan. Auch dies ist ein wichtiger Teil unserer journalistischen Glaubwürdigkeit.

Mit freundlichen Grüßen nach Merzhausen

i.A. Hörerservice

Deutschlandfunk
Raderberggürtel 40, 50968 Köln
geschrieben von Hörerservice Deutschlandfunk

Darauf habe ich soeben geantwortet:
Sehr geehrter Damen und Herren vom Hoererservice,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider finde ich darin keine Gründe, um zu verstehen, warum sie die authentischen Berichte von Martin Lejeune nicht als wertvoll einschätzen.

Glauben Sie wirklich, ein Mensch unter Beschuss könnte neutral sein? Ist nicht auch die Sichtweise von Betroffenen eine wichtige journalistische Quelle? Sind ausnahmslos die Berichte der außerhalb Gazas stationierten Berichterstatter neutrale Beobachter? Nehmen diese nicht auch oft Partei für die Menschen, die in Israel unter Beschuss leben müssen?

Ich jedenfalls wünsche mir eine faire, pluralistische Berichtserstattung und bin dafür, auch den Menschen in Gaza eine Stimme zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karl-Friedrich Fischbach
geschrieben von Karl als Antwort an den Hörerservice


P.S.: Ich sehe gerade, dass ich dies besser im Thread " Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg" hätte posten sollen, denn dort habe ich ja auch die Berichte von Martin Lejeune gepostet. Ich entschuldige mich mit der späten Stunde.
Crimmscher
Crimmscher
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Crimmscher
als Antwort auf karl vom 09.08.2014, 03:04:51
Muss man jetzt staunen oder weinen, lachen oder sich einfach mal richtig dem alten, im Keller lagernden, Wein hingegen?

Crimmscher

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Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Tina1
"Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht"

.......das ist das Thema, das Video zeigt u. berichtet darüber warum es bis jetzt keine Aussöhnung gab u. auch jetzt nicht gibt.

justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf karl vom 09.08.2014, 03:04:51

Die Beurteilung der Angebote freier Journalisten in Konfliktregionen gehört zu unserem redaktionellen Alltag. Dazu gehört auch, sich im Zweifelsfall gegen ein solches Angebot zu entscheiden.
geschrieben von karl

Das bestätigt doch die Aussage von Alan Freeman über den modernen Journalismus und die moderne Berichterstattung durch die Medien, unbequeme Berichte werden aussortiert auch wenn sie der Wahrheit entsprechen.

justus

Mein Eindruck ist, daß die Medien in gewissem Sinn ihre Funktion als Instanzen der Wahrheitssuche verloren haben. Das hat mit der Umstrukturierung der Medienlandschaft durch neue Technologien zu tun, dem Konkurrenzdruck auf dem Markt, aber auch mit einer neuen globalen Realität.
geschrieben von Alan Freeman
sammy
sammy
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von sammy
als Antwort auf justus39 † vom 10.08.2014, 12:02:14

Mein Eindruck ist, daß die Medien in gewissem Sinn ihre Funktion als Instanzen der Wahrheitssuche verloren haben. Das hat mit der Umstrukturierung der Medienlandschaft durch neue Technologien zu tun, dem Konkurrenzdruck auf dem Markt, aber auch mit einer neuen globalen Realität.
geschrieben von Alan Freemann

...nun Justus39, sicherlich ist an der Medienlandschaft etliches zu kritisieren, da zu viele Einfluss nehmen wollen....!
Aber was du du hier aus dem Zitat machst geht m.E. auch übers Ziel hinaus, nämlich bewusste Einseitigkeit zu unterstellen.
Das bestätigt doch die Aussage von Alan Freeman über den modernen Journalismus und die moderne Berichterstattung durch die Medien, unbequeme Berichte werden aussortiert auch wenn sie der Wahrheit entsprechen.

Hervorhebung von mir.

sammy

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puckin
puckin
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von puckin
als Antwort auf karl vom 09.08.2014, 03:04:51
@karl,
die berichterstattgung aus gazah ist so und so, egal von welcher seite immer passend zurechtgestrickt.
Schlimm ist, daß die hamas anscheinend überhaupt keinen frieden will und auch keine zweistaatenlösung, sondern die radikale vernichtung aller juden und des staates israel sowieso.
Dazu ein kommentar im weserkurier.
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf sammy vom 10.08.2014, 12:13:50
"bewusste Einseitigkeit", ja, so könnte man die gefilterte Bericherstattung auch nennen.
nerida
nerida
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Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von nerida
ich empfehle hier das interessante Interview das R.Schneider mit dem Vertrauten des Palästinenserpräs.Abbas "Mohamed Shtayyeh" geführt hat.
Zu sehen auf Tagesschau.de
olga64
olga64
Mitglied

Re: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 † vom 10.08.2014, 18:15:59
In Deutschland wurde für eine geplante Gewerkschaftsveranstaltung eine Rednerin ausgeladen, weil diese sich in Vorgesprächen zu pro-Israel zeigte, also der Meinung war und ist,dass Israel sich militärisch verteidigen kann und darf, wenn es angegriffen wird.
Die geplante Rednerin sollte ihre Rede ändern und nur ihr grosses Mitleid für die Hamas aufzeigen. Da sie sich weigerte, gibt es jetzt grossen Stunk bei der Gewerkschaft - auch die Bildzeitung war zugegen und berichtete entsprechend süffisant. Olga

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