Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

pippa
pippa
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von pippa
als Antwort auf Michiko vom 15.05.2021, 08:53:00

Demzufolge hat die Hamas ihre Kriegsziele bereits erreicht: Sie hat Israel provoziert und in Angst versetzt mit einem offenkundig weit stärkeren Raketenarsenal als in den drei Kriegen zuvor. Und vor allem hat sie enorme Unterstützung erfahren im gesamten palästinensischen Volk. Beim Gebet zum Eid al-Fitr, dem Zuckerfest am Ende des Ramadan, wurden auf dem Jerusalemer Tempelberg die grünen Fahnen der Hamas geschwenkt.

 von Michiko

Vor allem hat sie eines erreicht, nämlich einem mit Klagen überzogenen Präsidenten wieder fest in den Sattel geholfen, was ihr vermutlich sogar ziemlich recht ist.

Die Hamas will vermutlich einiges, doch Frieden gehört nicht dazu.
Pippa


 
JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von JuergenS
Beide Seiten wollen keinen Frieden.
Pat
Pat
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Pat
als Antwort auf olga64 vom 14.05.2021, 20:08:45
Egal, um welche Demo es sich handelt,d en schwarzen Peter bekommt immer die Polizei: entweder tritt sie zu deeskalierend und gewaltfrei auf oder zu gewalttätig mit Einsatz von Wasserwerfern oder Tränengas (wo dann im schlimmsten Fall Menschen erblinden). Das ist ein enger Grat, wo sich die Polizei bewegen kann und darf. Dazu kommt in Seuchenzeiten noch die körperliche Nähe, der sich dann Polizisten mit 'Demonstranten aussezten müssen und dabei riskieren,dass sie sich infizieren. Olga
Ja @olga64, die Polizei bewegt sich bei so mancher Demo auf einem sehr schmalen Grat. Die letzte Palästinenser-Demo war 2017 hier in Frankfurt, da ging es hauptsächlich gegen Trump, weil der  doch Jerusalem zur Hauptstadt Israels ernannt hatte, die verlief aber eigentlich ganz friedlich. Es kamen so etwa 1000 Demonstranten zusammen, der Hauptfeind war eben Trump, und nicht Israel. Wie es heute verläuft?? mal abwarten, denn jetzt ist nur Israel der Feind. Problematisch könnte es nach der (verbotenen) Demo werden, da suchen vielleicht kleine Gruppen nach jüdischen Mitbürgern, die als solche erkennbar sind, da ist die Polizei leider überfordert, hoffentlich passiert nicht auch noch sowas.

Bei so mancher Demo tut mir die Polizei eigentlich eher Leid, selbst wenn sie hier und da mal überreagiert, denn oft kommt es vor, die Kollegin oder der Kollege werden mit Steinen beworfen und verletzt, Polizeiautos brennen, Privateigentum wird zerstört usw. da platzt dem einen oder anderen schon mal der Kragen. Dazu fällt mir gerade die Blockupy Demo gegen die Eröffnung der neuen EZB ein, da hat es überall in der Stadt gebrannt, und die Polizei war hoffnungslos überfordert.

Ein Bild sagt doch mehr als tausend Worte, da hat es schon morgens um 8:00 gebrannt, und es ging den ganzen Tag so weiter, die Täter kamen aus ganz Europa, und nur die wenigsten konnten gefasst werden.

Damit will ich nur zeigen, wie schwer es oftmals für die Polizei ist, sowas unter Kontrolle zu bekommen.
Pat
EZB-Rauch.pngQuelle: mainhattan-webcam        Das Bild ist auf der Website oben in der Leiste unter Favoriten leicht zu finden

Anzeige

sellma
sellma
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von sellma
als Antwort auf karl vom 09.07.2014, 08:31:16

                                   Hallo Karl
         Jeder besteht auf sein Recht und keiner wird gewinnen. Der Krieg dauert einfach schon viel zu lange.
         Es ist einfach nur ein Glaubenskrieg .Ich gehöre keiner KIrchengemeinde oder Glaubensgemeinschaft an und das ist auch besser so. Jeder kann das für sich selbst einordnen, aber ich bin da raus.

                                                              sellma

Pat
Pat
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Pat
als Antwort auf JuergenS vom 15.05.2021, 11:31:52
Beide Seiten wollen keinen Frieden.
Ich würde mal sagen, sehr viele Israelis und auch sehr viele Palästinenser wollen sehr wohl den Frieden. Noch zu Sharon und Arafat Zeiten habe ich mich oft mit einem Israeli und einem Palästinenser getroffen, die beiden waren schon ewig Freunde,  natürlich war da die Intifada, die Fatah, Israels Gegenschläge, Siedlungspolitik usw. immer Gesprächsthema, ich hatte mich dabei eher zurückgehalten, aber die beiden waren sich meist einig, die beiden in die Wüste schicken, dort können sie sich die Köpfe einschlagen, die Bevölkerung bleibt verschont und kann friedlich nebeneinander leben. So denken viele sicher auch jetzt noch.
Pat
 
digi
digi
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von digi
als Antwort auf karl vom 15.05.2021, 07:28:01
Was @digi willst Du uns eigentlich mit dem Vergleich mit "damals" sagen? 

Welche Seite soll nackte, brutale Gewalt ausüben? Israel hat das Recht auf Selbstverteidigung wie jedes Volk. Was ist Gewalt? Sind nur Raketen, Bomben, Bomber Gewalt? Was führt zur Gewalt? Das alles sind Fragen, die sich mir stellen.
geschrieben von karl
'Damals' in den 30ern hätte die Welt einem Gewissenlosen Tyrannen namen Adolf ALLES versprechen und zugestehen können. Was ja auch mit Tschechien geschah.
Es hat diesem Durchgeknalltem (und seinen Adlaten) nicht interessiert. DIE WAREN AUF KARAWALL UM JEDEN PREIS AUS. Da war nichts zu verhandeln. Der NichtangriffsPakt mit Russland wurde von ihm auch vorsätzlich/hinterhältig gebrochen.
Den Einmarsch in Polen hätte aller spätestens nur derbe Gewalt verhindern können - was ja dann mit Russland (Stalingrad) auch passierte.
Zur Zeit Polens hätten 30 Mio Menschen überlebt,
hätte es diesen jüdischen 'Exodus' aus Deutschland gar nicht gegeben.
Dann gäbe es den ganzen Knatsch dort in Gaza/Israel/NaherOsten nicht mal
.

Karl, wir kennen andere Menschen in unserem Umfeld, die Verstand und Manieren haben.
Aber es gibt auch 'die anderen', die nur ihren Hals zum Schreien haben.
Und damit kann irgend wann NICHT MEHR VERHANDELT werden. Auch mit AfD nicht mehr. Da muss Gewalt ran, leider; es geht nicht anders, es ging nie/selten anders, und das wird auch in Zukunft so sein (Assad(Syrien), Gaddhafi(Libyen), Afghanistan, ...).
Weitere 'Verhandlungen/Zugeständnisse' würden lediglich immer größere Verwüstungen/Frechheiten auslösen. Der Punkt 'bis hier her - und nicht weiter' muss klar kommuniziert werden. Klare Ansage - klare Ergebisse. Ich glaube, das macht Israel nun.

Wir haben zwar die UNO, aber was ist das für ein zahnloser Tiger. Darüber grinst doch ein fanatischer Idiot nur. Bis die UNO zu Tische sitzt, hat die Hamas Jerusalem abgebrannt - oder Israel den Gaza-Streifen umgepflügt.


Chamberlain & Co haben damals sehr sehr sehr blauäugig gehandelt. Zugestanden, niemand glaubte an die Bösartigkeit der Nazies -auch heute nicht-. Daran hat die gesamte Welt immer noch zu kauen.
Eben auch Palästina, weil Israel 'dazwischengedrängt' wurde.
Aber genau deswegen wurde von ihnen eine hervorragende Infrastruktur geschaffen. ZB in einer brach liegenden, wasserlosen Wüste. Der sich jeder vernünftige Mensch bewundernd und begeistert anschliessen würde/sollte. Wie auch DE damals an die USA.
Warum gehieht das nicht im Nahen Osten? Weil einfach die Hirne der Hamans komplett voll mit Hass sind; sie können nicht mehr anders handeln, sie sind festgenagelt in ihrer Vorstellung. Was immer ihnen an guten Sachen geboten würde, sie würden es zerstören. Das taten auch Nazies.
Diesen 'Menschen' kann nur die 'Rübe abgehackt' werden. Um andere vollkommen Unbeteiligte vor ihnen zu schützen. Beten und Hoffen hilft keinesfalls, das fodert nur heraus zu neuen Untaten.

Was geschaffen wurde zu bewahren, kann nur passieren mit einer hervorragenden erstklassigen Armee. Nicht um Krieg anzuzetteln, sondern um ihn zu vermeiden. Schwächlinge wurden seit geschätzten 100.000 Jahren immer überfallen; Römer, Alexander, Adolf, ja auch Indianer, ... jeder kennt die Geschichte(n).

Reagiert Israel jetzt (wieder) zurückhaltend (was ich nicht erwarte; denn sie haben Recht mit ihren NotwehrAktionen), dann ginge dieser Affentanz immer weiter, würde immer böser - bis gar nichts mehr zu retten ist. So bitter das auch für Gaza ausgehen könnte, verhandeln hat keinen Sinn (mehr).
Es ging auch zu Adolfs Zeiten seinen Gang. Irgendwann mussten 'die Amies, ...' hier radikal auftauchen und Reinen Tisch machen. Ich denke, an dieser Schwelle steht jetzt Isreal.
Isrealis kämpfen um ihr nacktes Überleben - wogegen die Hamas&Co 'nur' um eventuellen ideellen Gewinn antritt. Das sind zwei ganz verschiedene Motive. Israelis haben mehr als einmal bewiesen, dass sie 'auf Draht' sind. Also ich als Hamas&Co würde mein Maul nicht so groß aufreißen; ich würde den Israelis guuuut zuhören.

Ewas OT:
Eine Frage die ich mir nicht beantworten kann:
Wie kann die Hamas 1000e Raketen bauen? Und abschießen?
Wenn das Land (Gaza) doch in so einer bitteren Not darbt? Von aller Umgebung abgeriegelt ist.
Dazu gehört wohl auch eine ausreichend angestaute/aufgehetzt Wut im 'gewöhnlichen Volk' dort.

Anzeige

Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf digi vom 15.05.2021, 15:32:02

Und gerade das OT, @digi, frage ich mich auch...

LG

DW

Michiko
Michiko
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Michiko
als Antwort auf digi vom 15.05.2021, 15:32:02

Ich möchte an Theodor Herzl erinnern @digi, Schriftsteller, Journalist und Publizist, geboren 1860 in Pest/Ungarn. Er veröffentlichte das Buch Der Judenstaat, im Jahre 1896, getragen von der Überzeugung, dass Juden eine Nation seien und dass aufgrund von Antisemitismus, gesetzlicher Diskriminierung und gescheiterter Aufnahme von Juden in die Gesellschaft ein jüdischer Staat gegründet werden müsse. Er wurde zu dessen Vordenker, organisierte eine Massenbewegung und bereitete so der Gründung des Staates Israel gedanklich den Weg. Er gilt als Hauptbegründer des politischen Zionismus.
In West-Jerusalem gibt es den Herzlberg auf dem Nationalfriedhof in Jerusalem, dort sind bestattet Theodor Herzl, seine Eltern, zwei seiner Kinder und sein einziger Enkelsohn (2007). Seine jüngste Tochter hat als Opfer des Holocaust kein Grab.

Ich bin auch der Meinung von Pat, dass die Menschen in der Region Frieden wollen. Aber solange Menschen Juden hassen, wird es keinen Frieden geben. Der Extremismusexperte und Psychologe Ahmad Mansour, geboren 1976, ist arabischer Israeli und lebt seit 2004 in Berlin. Er hat selbst Familie in Israel, sagt heute in einem Interview:

"Ich wehre mich aber dagegen zu sagen, die israelische Regierung ist der Auslöser. Es gehören immer zwei Seiten dazu. Und auf der einen Seite steht ein demokratisches Land mit Gesetzen, und auf der anderen Seite eine Terrororganisation, die Hamas, die seit 2007 in Gaza regiert und deren Existenzrecht der bewaffnete Kampf gegen Israel ist. Sie hat in den letzten 20 Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie auf der Suche nach Eskalation ist. Das nutzt sie immer wieder, um sich als Beschützer der Heiligen Orte zu stilisieren, wie jetzt auch in Ost-Jerusalem. Sie terrorisieren übrigens nicht nur die Israelis, sondern auch die eigene Bevölkerung."    (...)

Lage in Israel – Experte: "Der Konflikt wird weltweit sehr einseitig dargestellt"

Morvan
Morvan
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Morvan
als Antwort auf Michiko vom 15.05.2021, 16:08:52
 
„Verehrter Lord Rothschild,
ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:
Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, mit der Maßgabe, dass nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.
Ihr ergebener Arthur Balfour“[3]
 " Israel hat eine sehr bewegte, von vielen Kriegen und Religionsfragen gekennzeichnete Geschichte. Sie ist unabdingbar mit den aktuellen Konflikten im Land verknüpft. Die Zeitrechnung Israels beginnt nicht erst mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Die Vordenker des Zionismus, die einen eigenen Staat für die Juden aller Welt anstrebten, waren schon über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren aktiv. Sie ermöglichten eine Rückkehr der Juden in das „Gelobte Land“ und später einen souveränen Nationalstaat mit eigenem Staatsgebiet für die verfolgten und benachteiligten Juden Europas. Blickt man noch weiter zurück, finden sich Aufzeichnungen zur Geschichte Israels bereits in der Bibel. Israel wird darin aus dem Sklavenhaus Ägypten befreit und in das Land Kanaan, in dem Milch und Honig fließen (Ex 3,8) hineingeführt. "

Um mal dem Irrglauben zu begegnen, Israel sei 1948 durch den jüdischen Exodus aus Deutschland entstanden, dem viele in Unkenntnis unterliegen !

Morvan
karl
karl
Administrator

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf digi vom 15.05.2021, 15:32:02
digi:
"... Aber es gibt auch 'die anderen', die nur ihren Hals zum Schreien haben.
Und damit kann irgend wann NICHT MEHR VERHANDELT werden. Auch mit AfD nicht mehr. Da muss Gewalt ran, leider; es geht nicht anders ..."
Hervorgebung durch mich.

Also @digi,

Deine Gewaltfantasien sind nun wirklich wenig hilfreich. Ich bin gewiss kein Freund der AfD (wie hier alle wissen), aber anstatt auf Gewalt setze ich auf Wahlen und Deine kriegerischen Lösungen (für welche Probleme hast Du eigentlich zivilisierte Vorschläge?) lehne ich entschieden ab.

Karl

Anzeige