Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

udor
udor
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von udor
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 16:20:31

Hallo @Karl,

So sehe ich das genauso. Hier ein schöner Artikel dazu der uns Recht gibt.

Das geschieht nicht in meinem Namen als Jüdin, Israelin und Deutsche

Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bruny
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 16:20:31

Karl, ich möchte deine Illusion nicht zerstören, aber Antisemitismus ist weiter verbreitet als du denkst. Nur der „gebildete“ Mensch äußert seinen Antisemitismus nicht, zumindest nicht offen. Er hält ihn unter dem Deckel, aber er ist da und nicht weniger gefährlich.
Es gibt sogar Abneigung bei Juden gegen Juden. Ein Freund von mir, russischer Jude mit später Einwanderung nach Israel, verheiratet mit einer iranischen Jüdin, ist vor 1 Jahr seiner Frau zuliebe in den Iran zurückgezogen. Beide fanden in Israel keine Heimat und beide fühlten sich behandelt wie Menschen 3. Klasse. Ihnen wurde vorgeworfen, ihr hebräisch sei nicht gut, sie bekämen alles geschenkt wofür sie selbst vor Jahrzehnten noch hart arbeiten mussten. Es kommt auch bei den Juden nicht auf die Religion an, denn Juden sind sie ja alle, sondern es ist eine Abneigung gegen Nationen.
Bruny

 

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Schaschlik_Tango
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 16:20:31
Ich beklage den Eindruck zu haben, dass in der Mehrheit unserer Presse die Palästinenser wie ein minderwertiges Volk behandelt wird, dessen Leid nicht gleichermaßen zählt wie das der Israeli. 
 
geschrieben von karl
Hi Karl,

den Inhalt des o. g. Zitats kann ich nicht bestätigen, da ich mich nicht intensiv mit der Darstellung der Palästinenser in der Presse im Rahmen des mittlerweile wieder (bis wann?) beigelegten Konflikts mit Israel befasst habe.

Ich habe Deinem Beitrag trotzdem einen "Gefällt mir"-Klick gegeben.

Viele Grüße

Schaschlik_Tango

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olga64
olga64
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 16:20:31
Deutschen Antisemitismus dürfte es bei Kenntnis unserer Geschichte nicht mehr geben. Die Lehre aus unserer Geschichte muss es sein, jegliche Verteufelung eines ganzes Volkes nicht mehr zuzulassen und entschieden zu bekämpften. Palästina ist nicht nur Hamas, Israel sind nicht nur die Siedler.

Ich beklage den Eindruck zu haben, dass in der Mehrheit unserer Presse die Palästinenser wie ein minderwertiges Volk behandelt wird, dessen Leid nicht gleichermaßen zählt wie das der Israeli. 

Wer Antisemitismus und Rassismus wirklich ablehnt, der muss für Gerechtigkeit sein und für die Gleichberechtigung aller.

Karl
geschrieben von karl
Das ist ein guter Beitrag!

Dass es den deutschen Antisemitismus auch aktuell noch in hohem Umfange gibt, können wir nicht nur bei Demos der sog. Querdenker erkennen (wenn sie einen selbstgebastelten DAvidstern tragen oder anderen Verschwörungsmythen in Sachen Übernahme der Weltherrschaft grölend von sich geben), sondern auch die allgemeine Taktik, Antisemitismus der neueren Prägung sei importiert.
Nein, das Copyright für Antisemitismus tragen wir schon selbst in unserer Gesellschaft und er wurde und wird seit Jahrzehnten zuverlässig weitervererbt und -verbreitet.
Es gibt demonstrierende Palästinenser, die die Schuld für die nicht endenwollende Tragik in Israel bei Deutschland verorten: hätten wir den Massenmord an Juden nicht betrieben, die ja in vielen LÄndern lebten, sich assimilierten und dies auch gut und normal fanden, hätte es kein Aufnahmeland für Holocaust-Überlebende bedurft,bzw. Geflohene aus ihren bisherigen Herkunftsländern.
Das ist ein richtiger Standpunkt und die Palästinenser erklären dann zu Recht ,dass sie auch deshalb aus ihrem Land vertrieben wurden, bzw. wenn sie heute noch dort leben, sich dieses kleine Land teilen müssen.
Was mich nur stört in solchen Fällen: diese richtige Behauptung kommt oft von Leuten, die nie in Israel waren, die als Palästinenser selten in Auffanglägern lebten - sondern in Deutschland, teilweise geboren. oft aufgewachsen sind und immer wussten, dass das Existenzrecht deutsche Räson ist, an der nicht gerüttelt wird und werden soll.
Karl - Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind auf allen Gebieten zwar die erwünschtesten Ziele, aber auch diejenige, die schwierig bis nie realisiert werden können, weil sie immer mit Machtverschiebungen zu tun haben, die oft von Mehrheiten bekämpft werden. Olga
karl
karl
Administrator

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf olga64 vom 24.05.2021, 17:21:05

Nun liebe @Olga64,

vererbt wird der Antisemitismus nicht (als Genetiker muss ich mich gegen diese Formulierung wenden), aber er kann tradiert werden, von Eltern den Kindern gelehrt werden, bei uns und anderswo. Diese Mechanismen können durchbrochen werden, gerade, weil sie erlernt und nicht vererbt werden.

Das zu wissen, kann doch Hoffnung geben.

Karl

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme

Ursachen des Antisemitismus... Gestattet bitte, dass ich anders anfange. Vor 150 Jahren wurde in den USA die Sklaverei beendet. Auf dem Papier. Aber in vielen Köpfen sind heute Farbige noch immer Menschen 2. oder 3. Klasse.

Juden wurden bei uns im 3. Reich verfolgt und grausam getötet. Es war die Ideologie der Führenden und diese wurde von großen Teilen des Volkes angenommen. Das ist nun 76 Jahre her, erst halb so lange wie die Sklaverei in Amerika.

Weder in den USA noch in Deutschland konnte ein Umdenken um 180 Grad innerhalb weniger Jahre stattfinden. Die Eltern übertragen ihr Gedankengut auf die nächste Generation. Erziehung liegt nun mal im Elternhaus. Viele Ältere haben noch die Erzählungen von früher im Kopf über Krieg, Hunger, Vertreibung.

Für die Jungen heute ist das Geschichte, aber ich behaupte mal, wenn ein Jugendlicher etwas judenfeindliches von sich gibt, weiß er nichts oder nicht viel über die Hintergründe. Es spielt dabei nur eine geringe Rolle, ob er in der Schule etwas über Judentum und Antisemitismus gelernt hat. Er orientiert sich an Facebook, Twitter & Co. Dort sind viele Gleichgesinnte, die alles nachplappern.
Es wird noch viel Überzeugungsarbeit brauchen, bis an der Stelle die Vernunft siegt.
Dass im Gegenteil zu Deutschland in anderen Religionen offen Stimmung gegen Juden gemacht wird, ist leider eine Tatsache. Das können wir nur zur Kenntnis nehmen, während wir hier bei uns noch viel Arbeit vor uns haben.

Grüßchen, Marlies


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RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 18:12:32
Nun liebe @Olga64,

vererbt wird der Antisemitismus nicht (als Genetiker muss ich mich gegen diese Formulierung wenden), aber er kann tradiert werden, von Eltern den Kindern gelehrt werden, bei uns und anderswo. Diese Mechanismen können durchbrochen gerade, weil sie erlernt und nicht vererbt werden.

Das zu wissen, kann doch Hoffnung geben.

Karl
geschrieben von karl
Upppps, entschuldige Karl, wenn ich ähnliche Gedanken hatte. Nur du warst schneller!
Grüßchen, Marlies
karl
karl
Administrator

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf Itsme vom 24.05.2021, 18:13:04
Itsme:
"... Es spielt dabei nur eine geringe Rolle, ob er in der Schule etwas über Judentum und Antisemitismus gelernt hat. ..."
Ich bin da optimistischer. Der Schule kann schon sehr viel Bedeutung zukommen. Schüler, die z. B. an solchen Wettbewerben teilgenommen haben, werden nicht mehr so leicht zu verführen sein.

Karl
RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme
als Antwort auf karl vom 24.05.2021, 18:19:05
Itsme:
"... Es spielt dabei nur eine geringe Rolle, ob er in der Schule etwas über Judentum und Antisemitismus gelernt hat. ..."
Ich bin da optimistischer. Der Schule kann schon sehr viel Bedeutung zukommen. Schüler, die z. B. an solchen Wettbewerben teilgenommen haben, werden nicht mehr so leicht zu verführen sein.

Karl
geschrieben von karl
Schade, ich kann den Link nicht öffnen. 😒
Du hast aber Recht, wenn es bestimmte Wettbewerbe, Praktika oder was auch immer gibt, bei denen sich Schüler mit einem Thema befassen müssen, wird oft viel erreicht. Das betrifft jedoch meist nur einen relativ kleinen Teil der Schüler. Aber auch wenige sind natürlich ein Grund zur Hoffnung.

Grüßchen, Marlies
RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme
als Antwort auf Itsme vom 24.05.2021, 18:26:16
Itsme:
"... Es spielt dabei nur eine geringe Rolle, ob er in der Schule etwas über Judentum und Antisemitismus gelernt hat. ..."
Ich bin da optimistischer. Der Schule kann schon sehr viel Bedeutung zukommen. Schüler, die z. B. an solchen Wettbewerben teilgenommen haben, werden nicht mehr so leicht zu verführen sein.

Karl
geschrieben von karl
Schade, ich kann den Link nicht öffnen. 😒
Du hast aber Recht, wenn es bestimmte Wettbewerbe, Praktika oder was auch immer gibt, bei denen sich Schüler mit einem Thema befassen müssen, wird oft viel erreicht. Das betrifft jedoch meist nur einen relativ kleinen Teil der Schüler. Aber auch wenige sind natürlich ein Grund zur Hoffnung.

Grüßchen, Marlies
Jetzt hat es geklappt! Werde es mir später richtig durchlesen. So etwas macht den Schülern natürlich Spaß, da sind sie gern dabei. Auch unabhängig von hohen Prämien. Weil es etwas anderes ist als der normale Schulalltag.
Marlies

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