Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Internationale Politik Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht

Michiko
Michiko
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Michiko
als Antwort auf Bias vom 25.05.2021, 09:01:08
 .  .
Was soll man dazu noch sagen?
geschrieben von Michiko
Die praktische Umsetzung unserer europäischen Werte
und/oder
der vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte moralisch gebotene Versuch, der Lage beider Seiten irgendwie gerecht zu werden,
wäre meine Antwort
geschrieben von Bias

Ich verstehe unter den europäischen Werten nicht, Schulkindern Hass zu vermitteln und praktisch alle wünschenswerten Vermittlungs-/Aussöhnungsbemühungen mit Füßen zu treten und unmöglich zu machen.
ingo
ingo
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von ingo
als Antwort auf karl vom 25.05.2021, 07:39:12

@karl: Dass in erster Linie durch die Schulen etwas geändert werden könnte und müsste ("Gesellschaft" ist mir für sowas zuz unbestimmt) sage ich seit Anno Tobac (auch hier). Da sehe ich aber seit langem ein ganz großes Problem darin, dass immer weniger Lehrer den Mut haben, in ihren Klassen offen ihre Meinung zu sagen und offen über Meinungen diskutieren zu lassen, weil es dabei persönlichen Auseinandersetzungen, Diskreditierungen, nicht selten sogar zu Feindschaften kommen kann. Wir kennen das ja auch zur Genüge aus unseren politischen Diskussionen hier. Warum sollte das in Schulen anders sein. Ich kann verstehen, dass Lehrerinnen und Lehrer sich das nicht antun wollen. Die kritischsten Klassen für solche Gefahren dürften die höheren Klassenstufen von Hauptschulen (gibt's so teilweise nicht mehr) sein, in denen sich Moslems befinden. Ich will gar nicht von einer Klasse reden, in der es auch noch jüdische Kinder gibt....
Nun aber Schluss mit theoretisieren....

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme
als Antwort auf karl vom 25.05.2021, 07:46:02
@Itsme,

da Du nun gleich zweimal den von mir zügig korrigierten Link noch im defekten Zustand zitiert hast, habe ich diese zitierten Links auch korrigiert.

Karl
geschrieben von karl
@karl,

beim zweiten Zitat konnte ich doch schon öffnen! Alles ist gut.
Es sind bemerkenswerte Arbeiten, die die Schüler geschaffen haben. Ich danke noch einmal für diesen sehr interessanten Link.

Grüßchen, Marlies

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ehemaliges...Mitglied
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RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von ehemaliges...Mitglied
als Antwort auf Michiko vom 25.05.2021, 08:54:37
..nun, so lange auch deutsche Schulbücher zum Teil noch gewisse Stereotypen zu "Juden" verbreiten und so lange die EU Schulbücher für palästinensische Kinder finanziert, in denen Judenhass "gelehrt" wird, kann sich kaum etwas ändern ...

EU finanziert seltsame Schulbücher für pal. Schulen ..
@woschi2

Ich habe mir Deinen von mir fett gedruckten link aufgerufen und u.a. gelesen:
Um die Inhalte ihrer Schulbücher macht die palästinensische Autonomiebehörde kein Geheimnis. Alle Bände sind über die Homepage des Bildungsministeriums für jedermann einseh- und herunterladbar. Der Tagesspiegel hat dies getan und ist auf Bemerkenswertes gestoßen.
Fand man in früheren Auflagen noch Hinweise auf vergangene Friedensbemühungen und diplomatische Annäherungen, fehlen diese in den aktuell gültigen Bänden. Dafür ziehen sich die vermeintliche Boshaftigkeit der Juden und die Notwendigkeit, sie aus der gesamten Region zu vertreiben, wie ein roter Faden durch sämtliche Jahrgänge. Dabei werden auch historische Fakten verdreht.

Was soll man dazu noch sagen?
 

was man dazu noch sagen kann? Nun ganz einfach: Man sollte ganz schnell die Leute in der EU-Gelder-Vergabestelle austauschen, die für solche Unterstützungen hassfürdernder Schulbücher usw verantwortlich sind und man sollte die Ausgaben bei den Empfängern besser kontrollieren
aixois
aixois
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von aixois
als Antwort auf Michiko vom 25.05.2021, 08:54:37

Der Fairness halber sollte schon auch darauf hingewiesen werden, dass dieses Problem von dem der Tagesspiegel jetzt berichtet nicht neu ist, sondern seit längerem bekannt.
Ob der Tagesspiegel darüber früher schon berichtet hat, oder erst jetzt iaus Gründen der Tagesaktualität, weiss ich nicht.

Die Herausgabe (Redaktion) – und damit auch (Mit-) Verantwortung -  der Schulbücher erfolgt durch die UNRWA, der UN Hilfs-Organisation für Palästina Flüchtlinge.
UNRWA erhält für seine jeweils drei Jahre laufenden Mandatsperioden und die dazu gehörenden Programme (zu denen auch u.a. auch education / ‚Erziehung‘ gehört) globale EU Unterstützung.
 
Die UNRWA stand schon mehrfach unter Kritik. Die Meinung von dem ehemaligen MdB der Grünen, Wolker Beck dazu ist : „Israelhass bei der UNRWA ist notorisch. Seit vielen Jahren steht die Hasspropaganda in den Schulbüchern der UNRWA in der Kritik … Es wäre Zeit, aus der Unterstützung der UNRWA ganz auszusteigen.“
 
Die EU (Parlament und Kommission) haben die UNRWA erneut aufgefordert, der wiederholten Kritik (Schulbücher) dringend nachzugehen und Abhilfe zu schaffen. Eine Finanzierung setzt voraus , dass die UNESCO Standards (Friede, Toleranz,  Koexistenz, Gewaltlosigkeit) eingehalten werden.  Der neue Boss der UNRWA, Lazzarini, hat jetzt versprochen, dass  jetzt alle zugelassenen Lehrmaterialien, für alle sichtbar, online gestellt werden.

Auch die Bundesregierung erwartet nun „dass mit Blick auf die von UNRWA eingerichtete E-Learning-Plattform zur Bereitstellung geprüfter und genehmigter Lernmaterialien weitere Vorfälle vermieden werden“
Die Nichteinhaltung der UNESCO Standards könnte auch dazu führen , dass die EU-Finanzierung (im Rahmen des PEGASE Programms)  von Lehrkräften (die nicht zugelassenes Lehrmaterial verwenden) auf den Prüfstand gestellt wird.
Nach meinem Verständnis werden die Hass-Lehrbücher nur in einigen ('Vorfälle' ?) , nicht aber in allen Schulen verwendet. Die UNRWA ist aber offensichtlich nicht in der Lage, die Verwendung in jeder Schulklasse zu kontrollieren ebensowenig wie die Palästinensische Verwaltungs'stellen', die solche einseitigen "Narrative" in Schulbüchern sogar als Ausdruck von 'Souveränität' einschätzt.
 
Der Präsident des Palästinensischen Nationalrats, Salim Al-Zanoun, hat sich, wegen der Drohungen der EU, „traurig“ und verärgert gezeigt, möglicherweise die Mittel zu sperren, wenn sich nichts bessert.
Nach seiner Meinung entsprechen die UNWRA Schulbücher den UNESCO Standards: „he said that the PNC was saddened by the "dangerous claims" regarding UNRWA school textbooks, pointing out that the teaching material of the international organisation does indeed keep up with UNESCO standards.”


 
 
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RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von ehemaliges...Mitglied
als Antwort auf aixois vom 25.05.2021, 11:11:33

der Fairness halber sollte man auch sagen, dass es kaum zu glauben ist, wie lange man schon von den Missständen weiss und trotzdem fröhlich weiterzahlt


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RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Itsme
als Antwort auf ingo vom 25.05.2021, 09:40:02
@karl: Dass in erster Linie durch die Schulen etwas geändert werden könnte und müsste ("Gesellschaft" ist mir für sowas zuz unbestimmt) sage ich seit Anno Tobac (auch hier). Da sehe ich aber seit langem ein ganz großes Problem darin, dass immer weniger Lehrer den Mut haben, in ihren Klassen offen ihre Meinung zu sagen und offen über Meinungen diskutieren zu lassen, weil es dabei persönlichen Auseinandersetzungen, Diskreditierungen, nicht selten sogar zu Feindschaften kommen kann. Wir kennen das ja auch zur Genüge aus unseren politischen Diskussionen hier. Warum sollte das in Schulen anders sein. Ich kann verstehen, dass Lehrerinnen und Lehrer sich das nicht antun wollen. Die kritischsten Klassen für solche Gefahren dürften die höheren Klassenstufen von Hauptschulen (gibt's so teilweise nicht mehr) sein, in denen sich Moslems befinden. Ich will gar nicht von einer Klasse reden, in der es auch noch jüdische Kinder gibt....
Nun aber Schluss mit theoretisieren....
geschrieben von ingo
Da stimme ich zu, auch wenn ich keine Lösung in naher Zukunft sehe. Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach das liebe Geld. Ich kann in einer Klasse mit 20 Schülern mehr auf den Einzelnen einwirken als in einer Klasse mit 30. Aber da braucht man mehr Lehrer und das wird eben teurer.

Ein zweites Problem hier in Deutschland ist die Tatsache, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. Am Ende sollen aber Mittlere Reife und Abitur die gleichen Themen aufweisen.

Ein weiteres Problem ist die Unterstützung der Lehrer durch wen auch immer. Wer einen guten Draht zu seinen Schülern hat, kann ihnen mehr abverlangen, kann auch recht großen Einfluss auf sie ausüben. Wer mit Papierkügelchen bombardiert wird, sollte lieber zu Hause bleiben. (Ich habe mir einst zu diesem Zweck zwei Minikatapulte aus Aludraht hergestellt. Sowas macht doch Spaß!)
Es ist leider eine Tatsache, dass ein Lehrer kaum Hilfe bekommen kann, wenn es schwierig wird. Er ist Einzelkämpfer und siegt oder geht unter. Also müsste es eine wirksame Hilfe für Problemlösungen geben. Die Schulleitung selbst kann da auch nicht viel machen.

Hauptschulen waren gar keine so schlechte Erfindung. Wenn in einer Klasse 5 Leute sitzen, die mit dem Stoff nicht mitkommen können oder wollen, dann mischen sie die ganze Truppe auf. Sind sie in einer Extraklasse, kann man ganz anders arbeiten. Aber das ist halt ein Auslaufmodell, die Götter wissen, warum.

Genug aus der Schule geplaudert. Grüßchen, Marlies
Bias
Bias
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von Bias
als Antwort auf Michiko vom 25.05.2021, 09:11:40

Ich verstehe unter den europäischen Werten nicht, Schulkindern Hass zu vermitteln und praktisch alle wünschenswerten Vermittlungs-/Aussöhnungsbemühungen mit Füßen zu treten und unmöglich zu machen.
Ein klassisches Kommunikationsproblem, Michiko.
Sender und Empfänger bedienen sich unterschiedlicher Auslegungen.
aixois
aixois
Mitglied

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von aixois
als Antwort auf ehemaliges...Mitglied vom 25.05.2021, 11:15:17

"Fröhlich" trifft es nun wirklich nicht, ich vermute mal, dass damit nicht gesagt werden soll, die EU freue sich darüber und fördere Rassismus und Hass ???

Natürlich kann man die Gelder für die UNRWA sperren.
Das ist leicht gesagt. Nur ist die Wirklichkeit halt mal wieder komplexer als das ein paar Schlagworte widergeben können.

Das heisst aber auch,  dass alle Leistungen der UNRWA gestoppt werden. Allein im Bereich Erziehung werden täglich eine halbe Million Palästinenser Kinder an fast 700 Schulen im Schichtbetrieb geschlechterneutral unterrichtet.
Von den anderen Hilfsbereichen (medizinische Versorgung, Sozialdienste, usw) gar nicht zu reden.

Die inkriminierten Bücher werden deshalb nicht verschwinden (es gibt andere Geldquellen !), aber die Möglichkeit, durch Dialog Einfluss zu nehmen.

Ist es das, was du willst ?

karl
karl
Administrator

RE: Die Saat der Gewalt: Israelis und Palästinenser schaffen die Aussöhnung nicht
geschrieben von karl
als Antwort auf aixois vom 25.05.2021, 11:35:14

@aixois
@woschi2

ich stimme @woschi2 zu, dass Schulbücher wichtig sind, um den gegenseitigen Hass abzubauen. Wir sollten uns dabei jedoch den objektiven Blick erhalten. Nicht nur die Palästinenser sollten hier nachbessern, auch die Israelis.

Es gibt erschreckende Berichte auch über israelische Geschichtsbücher.
 

"... Die israelische Erziehungswissenschaftlerin Nurit Peled-Elhanan hat eine Studie über die Ideologie in den Schulbüchern ihres Landes vorgelegt, die jetzt auch in deutscher Sprache erschienen ist. Der Titel Palästina in israelischen Schulbüchern weist auf das Schwergewicht ihrer Analyse hin. Was die israelische Wissenschaftlerin da berichtet, ist so ungeheuerlich, dass es dem Leser bei der Lektüre buchstäblich die Sprache verschlägt und dass er sein bisheriges Bild von diesem Staat (der „einzigen Demokratie im Nahen Osten“), auch wenn es bisher schon sehr kritisch war, noch einmal gründlich revidieren muss. Denn man lernt bei Nurit Peled Elhanan, wie jungen Israelis der rassistisch begründete Hass auf die Palästinenser regelrecht eingetrichtert wird. Man wundert sich dann nicht mehr über die brutalen Praktiken der Besatzer gegenüber den von ihnen Besetzten und Kolonisierten oder die gnadenlose Kriegführung, die Israel gegen dieses Volk praktiziert. ..."

Karl

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