Internationale Politik Die Welt ist aus den Fugen

luchs35
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Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von luchs35
Die Krisen in der Ukraine und die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten haben nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Doch beim genaueren Hinsehen werden die Verbindungen dieser Gefahrenherde für die die Sicherheit der Welt sichtbar.
Vor 25 Jahren ist der kalte Krieg zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion beendet worden, aber am Ende bleib nur eine unerfüllte Hoffnung übrig, die wirkliche Annäherung zerbrach. Gleichzeitig zersplitterte der Rest politischer Stabilität im Nahen und Mittleren Osten.
Wie sagte Professor Samuel Huntinton in seinem 1993 erschienen Buch „The Clash of Civilisations“: Die zukünftigen Kriege würden sich zwischen den westlichen und nichtwestlichen Kulturen abspielen –also zwischen dem Westen und der islamischen Welt oder auch asiatischen Grossmächten wie China. Die Geschichte geht weiter, und wir müssten sehen, dass sich künftige und auch heutige Kriege sich nicht mehr an klaren Fronten entzünden – so Huntington.
Russlands Regierungschef Putin hat sich ethnische, religiöse und soziale Verwerfungen zunutze gemacht, um sich an die Macht tragen zu lassen, wobei auch nostalgische Gefühle einer vergangenen Grösse mitspielten.
Sein Gegenspieler, der erste schwarze US-Präsident Obama, sitzt vor dem Scherbenhaufen seiner Pläne : die Kluft zwischen Schwarz und Weiss zu überwinden, die Kriege der Ära Bush, Afghanistan und Irak , zu beenden und die Strategie der Ausrichtung vom atlantischen auf den pazifischen Raum zu verlegen.
Die politisch Verantwortlichen, sowohl in Russland wie auch den USA oder der EU haben nicht gesehen, dass sich die Konflikte nicht an deutlichen Fronten erkennen lassen – weder in Russland, noch in Asien , dem Islam oder dem Rest der Welt .
Auch der Terror der internationalen Jihadisten wurzelt im Wesentlichen im Schisma zwischen Sunniten und Schiiten, wobei die Menschen beider Konfessionen die Opfer sind.
Selbst die Konflikte zwischen Russland und der West-Ukraine sind Überbleibsel der Geschichte zwischen stalinistischer Diktatur, Nazi-Wahn und unbeschränktem Wirtschaftsliberalismus.
Die Geschichte holt uns immer wieder ein, wobei zu einer sogenannten Entspannung der Dialog durch Sanktionen oder Militäreinsätzen gesucht wird.
Wenn die Staatengemeinschaft keinen anderen Ausweg aus der Ab-und Ausgrenzung findet, kann diese politische Eiszeit zu einer Periode ethnischer, religiöser und wirtschaftlich motivierter Kriege führen.
Die Lunte brennt jedenfalls.

Luchs
Bruny
Bruny
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von Bruny
als Antwort auf luchs35 vom 25.08.2014, 16:03:08
Dabei wäre es m.E. Wichtig, dass wir Russland mit ins Boot geholt hätten beim Kampf gegen den mörderischen Terrorismus der von der IS ausgeht. Ein starkes Europa würde uns zusammen bringen. Sanktionen treiben uns weiter auseinander..
Und ja, die Lunte brennt und zwar lichterloh.

Bruny
dutchweepee
dutchweepee
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf Bruny vom 25.08.2014, 16:12:36
Dabei wäre es m.E. Wichtig, dass wir Russland mit ins Boot geholt hätten beim Kampf gegen den mörderischen Terrorismus der von der IS ausgeht.


Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die europäischen Politiker zur Vernunft kommen. Die transatlantische BILD-Meinung ist nicht der Schlüssel zur Weisheit. Vielleicht bin ich ja alt genug, dass ich vor dem nächsten großen Weltkrieg sterbe. Soll doch mein Sohn die salzige Suppe auslöffeln, die wir ihm eingebrockt haben.

p.s.:
Ein toller Beitrag Luchsi ...Danke!

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olga64
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 25.08.2014, 16:12:36
In welches Boot, Bruny und mit welchem Steuermann/Steuerfrau? Ich denke, es wäre für Europa sehr wünschenswert, wenn dieser blutige Ukraine-Krieg friedlich enden würde. Mich verstörte es schon, von Herrn Poroschenko anlässlich seiner Feiern zu hören,dass dieses hochverschuldete Land den Militäretat aufstocken wird. Wovon eigentlich? Von den Geldern des IWF?
Ansonsten sollten wir Deutsche begreifen,dass wir innerhalb Europas das grösste und wirtschaftlich potenteste Land sind - da wir aber keine grosse Schweiz sind, können wir uns nicht aus allem heraushalten. Oft sind es ja leider auch die Leute, die erklären, man solle uns unsere Naziverbrechen nicht mehr vorhalten - irgendwann muss Schluss sein! - umgekehrt aber unsere Vergangenheit als Argument anführen,dass Deutschland andere kämpfen und sterben lässt. Das passt schon seit langem nicht mehr zusammen. Olga
Bruny
Bruny
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von Bruny
als Antwort auf dutchweepee vom 25.08.2014, 16:32:20
Hmm, was oder wie die Bild Meinung ist, entzieht sich meiner Kenntnis. In meiner Leselektüre findet sich das Blatt nicht . Aber die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Ich denke die Politiker werden verstehen, dass einiges auf dem Spiel steht.

Bruny
karl
karl
Administrator

Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von karl
als Antwort auf luchs35 vom 25.08.2014, 16:03:08
Hallo Luchs,

Deine pessimistische These "die Welt ist aus den Fugen" drängt sich angesichts der Vielzahl der Krisenherde auf. Es kann einem angst und bange werden ob des Kriegsgeschreis allerorten. Die Schrecken beider Weltkriege geraten in Vergessenheit und Politik mit kriegerischen Mitteln steht hoch im Kurs.

Wir brauchen Politiker mit Augenmaß. Die Krisenherde dieser Welt sind nicht mit Bomben und Waffen zu befrieden, sondern es muss auch eine - ich sage es, auch wenn es sich wie das Schreien im Walde anhört - eine gerechte Weltordnung her. Die jungen zornigen Männer in den Entwicklungsländern holen sich ihre Rechte und ihren Anteil am Kuchen. Wir können nicht nur Zäune um Europa bauen. Die Ursachen für die Konflikte liegen tief in der Geschichte vergraben. Du schreibst zu Recht, sie holt uns immer wieder ein.

Es reicht nicht die Waffenproduktion zu erhöhen. Die Ursachenanalyse ist angesagt. Nur wenn die tieferen Ursachen für die Konflikte erkannt sind, besteht die Hoffnung auf eine friedlichere Welt. Diese Ursachen sind nicht nur, wie Du auch sagst, alleine in den Religionen zu suchen, obwohl diese erkennbar die Konflikte in Palästina, Syrien und im Irak befeuern und Krieger auf allen Seiten Gottes Willen vollziehen wollen und sich an archaischen Schriften orientieren. Wir haben es auch mit einem Ausbruch aus der kolonialen Weltordnung zu tun. Die unterjochten Regionen wollen sich ihre Ordnung selber geben und sich nicht länger fremd bestimmen lassen.

Meiner Meinung nach wird uns eine militärisch-interventionistische Politik nicht nützlich sein. Wir würden nur die Fehler des alten Europas wiederholen.

Eine Lösung habe ich aber auch nicht. Ich wünsche den Politikern auf allen Seiten, dass sie zur Vernunft kommen und nicht die falschen kleinen Entscheidungen treffen, die zur großen Katastrophe führen.

Karl

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Bruny
Bruny
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 25.08.2014, 16:39:45
Nun Olga, ich sehe es wie Luchs, es geht nicht nur um die Ukraine und dass wir dort einen gangbaren Weg finden.
Aber wir beschreiten schon wieder einen denkwürdigen Weg. Es wird aufgerüstet und dabei nicht bedacht dass jemand die Waffen gebrauchen wird. Also wird sich der Gegner aufrüsten um ebenso die Waffen zu erheben wo das enden wird vermag ich nicht zu sagen, aber mir schwant nichts gutes.
Bruny
olga64
olga64
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 25.08.2014, 16:55:01
Karl - was jeder von uns und anderswo wünscht, ist der Weltfriede. ABer dieser ist permanent in Gefahr, bzw. nie zu erreichen, weil die Interessenslagen dagegen stehen und immer dagegen stehen werden.
ABer den in Deutschland praktizierten Kanzel-Pazifismus (vorneweg Frau Kässmann und Claudia Roth) interpretiere ich allmählich mit Wegschauen und Delegieren der schmutzigen Arbeiten, inkl. Sterben an andere.
Dies sollte spätestens seit Ruanda und Srbenica nicht mehr möglich sein - wurde das wirklich alles vergessen? Die vielen Toten und niedergemetzelten Menschen?
Mal angenommen, die USA (und die Alliierten) hätten 1945 erklärt, sie hätten den Krieg satt und wären alle abgezogen - wo stünde Deutschland heute? Olga
dutchweepee
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf karl vom 25.08.2014, 16:55:01
...Die jungen zornigen Männer in den Entwicklungsländern holen sich ihre Rechte und ihren Anteil am Kuchen. Wir können nicht nur Zäune um Europa bauen...
geschrieben von karl


Die Geschichte wiederholt sich. Schon die Römer versuchten ihr Imperium zu retten, indem sie einen Limes in Germanien und den Hadrianswall vor Schottland von ihren Sklaven bauen ließen. Auch die sogenannte westliche Wertegemeinschaft wird ihr Heil nicht in der Abgrenzung und Bewaffnung finden.

Es wird in der Zerstörung unserer Welt enden, wenn der Reichtum und die Macht in den Händen von wenigen hundert Menschen konzentriert bleibt und die restlichen Menschen denken, sie seien "wohlhabend", wenn sie $500.000 auf dem Konto haben.
olga64
olga64
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Re: Die Welt ist aus den Fugen
geschrieben von olga64
als Antwort auf dutchweepee vom 25.08.2014, 17:30:03
Ich denke, dass kein sozialistischer Führer, der die Losung verbreitet, alle Menschen sollten "gleich" sein, für sich aber ein Vielfaches dieser Gleichheit beansprucht (wie uns ja die Vergangenheit im Sozialismus vor Augen führte) sich als wohlhabend bezeichnen würde, wenn solche Peanuts auf seinem Konto wären. Er wüsste sicher auch, dass Geld allein nicht glücklich macht - dazu gehören noch Immobilien, Gold und Aktien. Olga

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