Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

dutchweepee
dutchweepee
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf JuergenS vom 13.10.2017, 10:57:37

Das "äh" werd ich nicht vermissen, heigl, aber OH SHREK...

adam
adam
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf Bastelmax vom 12.10.2017, 15:33:57


Ich glaube nicht, dass ein spanischer Bundesstaat illusionär ist. Das ist auch keine Frage der Regierung in Madrid alleine. Schließlich wäre das eine Sache der Spanier insgesamt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Lösungansatz populär werden könnte. Deutschland muss dazu als Vorbild nicht unbedingt leuchten, braucht sich aber nicht zu verstecken, auch wenn am Alpenrand der eine oder andere Spezi mal den Kasperl macht.

Richard
Der zitierte Absatz könnte für Europa geschrieben sein. Auch wenn Politiker die EU immer wieder nur als losen Verbund von Nationalstaaten beschwören, wird es anders kommen, wenn immer mehr Befugnisse  in eine gesamteuropäische Hand gegeben werden. Als Europäer bin ich für die Vision des französischen Präsidenten Macron, daß die EU zu einem Bundesstaat, ähnlich den USA oder der Bundesrepublik, weiter entwickelt werden muß. Für die Stabilität des Euro gehören wirtschaftliche und finanzpolitische Vollmachten in geamteuropäische Hand, ebenso die Außenpolitik und die Verteidigung, die Sicherung der Außengrenzen kann den äußerern Staaten nicht alleine überlassen werden, nicht aus finanziellen, aber auch nicht aus politischen Gründen.

Je zentraler sich diese EU in gesamtpolitischen Belangen entwickeln würde, um so dezentraler würde die regionale Entwicklung dieses Staates. Dort hätten die Bürger über direkte Demokratie mehr mit zu bestimmen als heute. Sie würden über Ausgaben für die Infrastruktur, zu Fragen von Bildung und Kultur, alles Regionale, direkt befragt. Dieses Europa hätte das Interesse seiner Bewohner vor Ort, wäre diesseits des Atlantiks sehr aktiv und global einflußreich. Staaten stehen und fallen durch Mitwirken und Interesse ihrer Nationen.

--

adam

 
dutchweepee
dutchweepee
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf adam vom 13.10.2017, 12:05:35

Ich stimme mit Dir überein adam und wäre sehr froh, wenn sich Europa in diese Richtung entwickeln würde. Jedoch darf man bei diesem Einigungsprozess nicht vergessen auch die sozialen und arbeitsrechtlichen Gegebenheiten der Mitgliedsländer aneinander anzugleichen, auch wenn dies für manche Mitglieder ungeahnte Revolutionen bedeudet, da sich die Bedingungen natürlich nicht am schlechtesten Beispiel messen dürfen.


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adam
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf dutchweepee vom 13.10.2017, 12:17:34

Dafür müßte die deutsche Politik ihre Macht in Europa endlich für die EU einsetzen und nicht für deutsche und parteipolitische Belange. Und die Bundesrepublik soll bezahlen, soviel ihr irgendwie möglich ist, für die Interessen eines geeinten Europas, aber auch für den europäischen Vertrauenvorschuß nach zwei verschuldeten, katastrophalen Weltkriegen. Noch hat Europa (und die Welt) nichts entschuldigt und noch längst nicht vergessen.

--

adam

Max123
Max123
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Max123
als Antwort auf adam vom 13.10.2017, 12:05:35

was ist das denn für ein Text ?

du willst also völlig spaßbefreit damit sagen, daß z.B. ein europäischer Finanzminister
besser für Deutschland ist, oder auch daß vielleicht polnische oder ungarische Außenminister
für unsere deutschen Belange geeignet sind. Ich bin Deutscher und mit den derzeitigen
wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen mehr als zufrieden.

max123
 

adam
adam
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf Max123 vom 13.10.2017, 12:46:58

Und ich will ein europäisches Deutschland und kein deutsches Europa. Nur so werden die Nationen Europas überhaupt überleben und Einfluß bewahren können. Welcher Nation in Zukunft ein Minister ist, wird belanglos sein. Auch in deinem Interesse.

--

adam


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luchs35
luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35

Und was nun? Die spanische Regierung unter Mariano Rajoy bockt, Puigdemont, der katalanische Regionalpräsident, kann sich kaum bewegen, denn er sitzt zwischen allen Fronten.

Ein neuer Aufschub bis Donnerstag wird nicht weiterhelfen. Soll die Separatistenbewegung den katalanischen Unabhängigkeitsprozess weitertreiben oder wäre es klüger der spanischen Regierung und Brüssel nachzugeben? Sie warnen vor einseitigen Schritten. Puigdemonts Spielraum ist stark eingeschränkt. 
Sollte er die Unabhängigkeit klar ausrufen,kann Rajoy nach Paragraf 155 der spanischen Verfassung in der Region Katalanien die politische Kontrolle übernehmen. Dass Puigdemont dem Druck aus Madrid nachgibt ist nicht zu erwarten, denn der Druck aus der Unabhängigkeitesfront wird ebenfalls immer stärker. 
Die Linkspartei CUP und die republikanische ERC sehen nur "den Aufbau einer katalanischen Republik". Puigdemonts bürgerliche Partei PDeCat dagegen bremst ab. Aber ohne die beiden linken Parteien kann er nicht regieren, das wäre also auch das Ende für ihn.
Ein Mittelweg wären Neuwahlen, um aus der Sackgasse herauszufinden - und womöglich damit auch die Mehrheit für für seine eigenen Unabhängigkeits-Vorstellungen zu gewinnen.

Die Zeit läuft gegen ihn, denn anstatt den von Rajoy erbetenen 2 Monate Frist mit Gesprächen läuft diese bereits am Donnerstag ab, nachdem Rajoy erneut jedes Gespräch abgelehnt hat.

Luchs35  

Bruny
Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf luchs35 vom 16.10.2017, 13:08:08

Puigdemont kann nicht gewinnen und das sollte er schnell einsehen. Seinen „Gesichtsverlust“ muss er nun hinnehmen, da hilft auch keine Verzögerungstaktik. Ich bin geteilter Meinung - meine Sympathie ist mit den Katalanen, die eigentlich doch nur mehr Selbstbestimmung haben möchten, aber mein Verstand sagt mir doch ganz klar, dass die Region schwere wirtschaftliche Einbußen hätte und eine Unabhängigkeit sowieso nicht erreichen würde.
Mariano Rajoy stünde es gut zu Gesicht, wenn er Katalonien mehr Eigenständigkeit zugestehen würde. Aber ein Mann der die GC mit größter Gewalt agieren und Demonstrationen verbieten läßt, ist alles andere als weitsichtig. Es ist ein Trauerspiel.
Bruny 

olga64
olga64
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von olga64
als Antwort auf luchs35 vom 16.10.2017, 13:08:08

Puigdemont hat einfach einen schlechten Job gemacht; vermutlich hatte er auch schlechte Berater. ER sollte nun einsehen, dass er dies vergeigt hat und darauf hoffen,dass er noch eine Chance erhält, ein wenig sein Gesicht zu wahren.
Für Rajoy wird dies ein Erfolg werden, da m.W. die Mehrheit des spanischen Volkes (= Wähler) hinter ihm steht.
So kann es gehen, wenn jemand unprofessionell und vollmundig Projekte ansteuert, die einige Schuhnummern zu gross sind. Irgendwann kommt diese Sache wieder auf den Plan, hoffentlich dann mit professionelleren Leuten, wenn man wirklich ERfolg haben möchte und nicht das Hauptaugenmerk darauf richtet, für einige Stunden im Mittelpunkt der Weltpolitik gestanden zu haben (oder fast). Olga

luchs35
luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
Resolution über die Loslösung von Spanien 

In seiner Sitzung am 9. November 2015 verabschiedete das katalanische Parlament mit den Stimmen von Junts pel Sí und CUP und gegen die Stimmen aller übrigen Fraktionen eine "Resolution über den Beginn des politischen Prozesses in Katalonien als Folge des Wahlergebnisses vom 27. September 2015". In dieser Resolution heißt es u.a., dass das Parlament den Beginn des Prozesses der Schaffung eines unabhängigen Staats und der Einleitung eines verfassungsgebenden Verfahrens proklamiert. Besonders brisant ist weiter die Passage, nach der das Parlament erklärt, dass es sich „als Wahrer der Souveränität und als Ausdruck der verfassungsgebenden Gewalt“ in dem Prozess der „demokratischen Loslösung vom spanischen Staat“ Entscheidungen von dessen Institutionen und insbesondere des Verfassungsgerichts nicht unterwerfen werde.
Die Zentralregierung in Madrid reichte gegen die Resolution des Parlaments vom 9. November 2015 Verfassungsklage ein.
Mit Urteil vom 2. Dezember 2015 gab das Verfassungsgericht der Klage statt und erklärte die Parlamentsresolution vom 9. November 2015 für verfassungswidrig und nichtig. ( Wikipedia)

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Es war alles schon mal da, und vermutlich wird auch dieses Mal der Ausgang derselbe sein.  Der damalige katalonische Ministerpräsident Artur Mas wurde 2016 zugunsten von  Carles Puigdemont abgesetzt  und dieser bekam von den stärkeren Linksparteien die Aufgabe , die Unabhängigkeit Kataloniens durchzusetzen.  Wenn er abgesetzt und zudem durch die angedrohte Entmachtung des Parlaments Kataloniens  in Haft genommen würde - wie Rajoy androhte - dürfte es zu weitreichenden Aufständen kommen. Hoffentlich wird dem Land - sowohl Katalonien wie Spanien insgesamt - das erspart bleiben.  Rajoy wäre gut beraten, wenn er sich auf Gespräche einließe.  Immerhin hatte  Puigdemont  von Anbeginn um Gespräche gebeten, die zu einer Lösung hätten führen können. 

Luchs35
 
 

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