Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

hinterwaeldler
hinterwaeldler
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf olga64 vom 27.10.2017, 17:32:36
WElche Wahlen? Das Referendum war verfassungsgerichtlich nicht genehmigt.
Plepiszite gehören zum Menschen- und Völkerrecht. Deine Auffassung ist äußerst seltsam. In anderen Ländern, wie der Schweiz, ist das ein schützenswertes Kulturgut.

Die Menschen Ostdeutschlands wurden auf der Grundlage eines verfassungsrechlich untersagten Plebiszit trotzdem Teil der Bundesrepublik. War das illegal und wie war das doch gleich mit dem Kosovo? Der war doch nach dem Zerfall Jugoslaviens Teil von Serbien, falls du dich erinnern kannst.

Sogar Kohls Bundeswehr kämpfte dort ohne UNO-Mandat. Einfach blos so, nur weil die Amerikaner und die NATO es wünschten. Dazu wurde sogar das Grundgesetz geändert. Erzähle nicht das die Menschen im Kosovo böse waren. Die Mehrheit wollte nur zu Albanien gehören, denn sie sind Albaner. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovo

Es ist also immer davon abhängig, wer Plepiszite abhalten will. Nur die Guten dürfen es. Schweizer und Briten sind die Guten und die meisten Einwohner der EU sind böse. Ok, du gehörst zu den Guten.
Achill
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Achill
als Antwort auf JuergenS vom 27.10.2017, 18:27:17

Jetzt ist der Bürgerkrieg nur eine Frage der Zeit und die bewaffneten Auseinandersetzungen in Barcelona sind nicht mehr zu vermeiden. Die EU wird es sich nicht lange leisten können, den Kopf in den Sand zu stecken, wenn die ersten Toten auf den Straßen liegen. Wenn jetzt auch noch die Mossos catalan Widerstand leistet, wird auch noch das Militär eingreifen. Ich habe eine Sendung des span. Fernsehens verfolgt (mit franz. Übersetzung) und die katalanische Regierung ist durch einen gemeinsamen und einstimmigen Beschluss abgesetzt worden. Das Parlamentsgebäude in Barcelona wird durch einen katalanischen Menschenkorridor geschützt werden.
   

dutchweepee
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von dutchweepee
Die Katalonen in Spanien machen mich sehr traurig ...wie alle egoistischen Nationalisten und Separatisten. Immer wenn ein Völkchen wie die Katalanen denkt, es braucht sein Geld nicht mit anderen teilen, beutet es die Mitmenschen nur stärker aus und verabscheut die Solidarität.

"Die Unabhängigkeitserklärung des katalanischen Parlaments für Katalonien von Spanien ist Ausdruck der zugespitzten Situation zwischen dem katalanischen und dem spanischen Parlament, zwischen der katalanischen und der spanischen Regierung. Alles, was man falsch machen kann, hat die spanische Regierung falsch gemacht.

Trotzdem: Die Loslösung Kataloniens ohne Zustimmung Spaniens verletzt nicht nur die spanische Verfassung, sondern auch die territoriale Integrität Spaniens und damit das Völkerrecht. Die katalanische Regierung beruft sich auch auf das Kosovo. Es war ein gravierender Fehler der Nato, das Kosovo von seinem Staat ohne Zustimmung des Staates zu trennen.

Damit wurde das Beispiel geschaffen, auf das sich jetzt alle diesbezüglichen Bestrebungen stützen werden. Die Vertreter der Nato werden sich auf ein edleres Motiv beziehen. Abgesehen davon, dass das auch bestritten wird, bleibt ein Diebstahl ein Diebstahl unabhängig davon, ob das Motiv mehr oder weniger edel ist."
[Gregor Gysi]

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Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf dutchweepee vom 27.10.2017, 20:21:38

Es ging den Katalanen primär überhaupt nicht darum nicht teilen zu wollen. Sie wollten nur mehr Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. Sie wollen auch bei staatlichen Ausschreibungen berücksichtigt werden und sie wollen ihr Geld nicht für die in Spanien herrschende Korruption ausgeben. Für mich ist das mehr als legitim. Sie wollten über eine mögliche Unabhängigkeit abstimmen, wie die Regierung dagegen vorgegangen ist konnte weltweit gesehen werden. Gehört das zu Demokratie? Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt? Erst Rajoys Anordnung zur Gewalt hat die Situation eskalieren lassen. Und erst seine Unwilligkeit zu einem Dialog hat Puigdemont trotzig reagieren lassen. 
Bruny

karl
karl
Administrator

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von karl
als Antwort auf Achill vom 27.10.2017, 20:17:34

Achill
Jetzt ist der Bürgerkrieg nur eine Frage der Zeit und die bewaffneten Auseinandersetzungen in Barcelona sind nicht mehr zu vermeiden

Was für ein Wahnsinn. Diese lokalen Unabhängigkeitsbewegungen sind wie ein Schritt zurück ins Mittelalter. Eigentlich sollte die europäische Integration das Thema sein, stattdessen:
Brexit
Katalonien
Venetien
Lombardei
Wann sind Bayern und Sachsen dran?

Karl
adam
adam
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 27.10.2017, 21:09:35

Die Spamier haben eine sehr schicke Vizepräsidentin. Ansonsten haben sie alle einen an der Klatsche.

--

adam

PS zu deiner Frage betreffs Bayern und Sachsen: Hoffentlich bald, damit endlich Ruhe ist!


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Achill
Achill
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Achill
als Antwort auf adam vom 27.10.2017, 21:17:06

Die Bayern waren schon dran, Karl. Sie haben 1949 als einziges Bundesland dem Grundgesetz nicht zugestimmt. Und dies nie nachgeholt.
Es ist davon auszugehen, dass es eine katalanische Untergrundbewegung geben wird wenn die Zentralregierung die Autonomie aufhebt, was sie auch tun wird.  Es wird Massendemos geben, und die span. Polizei wird diese auflösen. Ich hatte leider Recht mit meiner Vermutung, dass 2 Züge aufeinander zurasen. Sie sind nicht mehr zu stoppen.
 

JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf karl vom 27.10.2017, 21:09:35
 
Wann sind Bayern und Sachsen dran?

Karl
geschrieben von karl
Das sind zwei Partnerländer, die beide gerne ein wichtiger Teil von Deutschland sind, das steht 100% ausser Frage. 
Achill
Achill
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Achill
als Antwort auf JuergenS vom 28.10.2017, 09:10:55

http://www.lefigaro.fr/international/2017/10/21/01003-20171021ARTFIG00045-le-gouvernement-espagnol-en-passe-de-prendre-le-controle-de-la-catalogne.phpq

Dies ist die Übertragung der entscheidenden  Sitzung des span. Ministerrates mit Rajoy von gestern nachmittag in der der Beschluss gefasst wurde die Regierung Kataloniens zu entmachten.
Klickt auf diesen Link:
Le gouvernement espagnol lance le processus de ... - Le Figaro

www.lefigaro.fr › International
vor 7 Tagen - Le gouvernement espagnol lance le processus de suspension de l'autonomie de la Catalogne ... Ce texte, jamais encore appliqué, permet au gouvernement de prendre en ... En vertu de cet article, le gouvernement régional de Catalogne est limogé. ..... http://www.lefigaro.fr/international/2017/10/21/01003- ...
Nach allgem. Auffassung von franz. Kennern Kataloniens wird eine direkte Konfrontation nicht ausgeschlossen.  D.h. bewaffnete Auseinandersetzungen. Wer Französisch kann, wird dies dem zugrundeliegenden Artikel des Figaro entnehmen können. 

Wer Spanisch versteht, dies die Ansprache von Rajoy:
https://politica.elpais.com/politica/2017/10/27/actualidad/1509114362_109606.html
Kompromisslos, ohne Vermittlungsbereitschaft, auf klarem Konfrontationskurs. Er sucht die direkte Auseinandersetzung. Gewinnen kann er nicht, denn danach wird Spanien ein zerrissenes Land sein.
luchs35
luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Achill vom 28.10.2017, 11:08:42

Der katalanische  Ministerpräsident Carles Puigdemont dürfte nun auf gepackten Koffern sitzen,denn der spanische Präsident Mariano Rajoy läßt kaum einen Zweifel offen, wie er vorgehen will. Wie einige Vorgänger wird nach Rajoys Willen auch er im Gefängnis landen, wenn er nicht vorzieht, das Land schleunigst zu verlassen. Rajoy wird die Zwangsverwaltung in Katalonien einleiten, und es ist in hohem Maße zu befürchten, dass das Land auf lange Zeit zu einem gefährlichen Unruheherd wird. Immerhin steht etwa die Hälfte der 7.5 Mio Katalanen hinter den Separatisten. 

Mit Ruhm bekleckert hat sich in dieser Ausseinandersetzung die spanische Regierung allerdings nicht. Rajoy war weder gesprächsbereit - auch wenn er das jetzt behauptet - noch an einer gemeinsamen Lösung des jahrelang schwelenden Konflikts bereit.

Aber auch Brüssel hat sich nicht gerade klug verhalten, Sie wiederholte lediglich phrasenhaft ,dass im Falle einer Abspaltung Katalonien automatisch aus der EU und dem Euro ausgeschlossen werde, obwohl die EU-Verträge einen solchen Fall der Trennung eines Teilgebietes eines Staates gar nicht regeln. Das ist nicht vorgesehen.
Diese"Union der Bürger", die auch auf Rechte und Interessen der Einzelnen eingehen sollte, hat   schlicht versagt. Sie hat kompromisslos wie eine Organisation alten Schemas allein die Position Spaniens verteidigt ohne auf die Rechte und Interessen Kataloniens mit seinen 7,5 Millionen Bürgern einzugehen und hat damit   grünes Licht für Rajoy gegeben, auch militärisch gegen die Katalonen vorzugehen.

Luchs35




 


 


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