Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

olga64
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 06.11.2017, 17:35:05

Ich denke, Katalonien wird sich beruhigen, Herr Puidgemont bald vergessen sein. Wie er es allerdings schaffen soll, aus der Ferne den Regionalwahlkampf zu gestalten, ist schon eine interessante Posse, auf die man gespannt sein kann.
Der Rest der katalananischen Bewegung erscheint mittlerweile so zerstritten und uneins, wie dies immer bei solchen Vorfällen ist. DA rettet sich jeder wohin auch immer und denkt an sein eigenes Fell. Olga

Bruny
Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 06.11.2017, 17:42:16

Aber sicher doch, Olga emoji_joy. Wieder eine Bemühung um eine Diskussion ins Leere gelaufen emoji_mask.
Bruny

adam
adam
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf luchs35 vom 06.11.2017, 10:00:14
 Adam, Du zäumst das Pferd am Schwanz auf...............................

So wie das bisher gelaufen ist, fahren alle Beteiligten an die Wand. 

Luchs35  
Meiner Ansicht nach habe ich das Pferd mit Fakten aufgezäumt, Luchs.

Die wichtigsten Feststellungen sind doch, daß Puidgemont unter den Katalanen keine Mehrheit hat und selbst wenn er sie hätte, wäre die Selbstständigkeit Kataloniens die schlechteste Idee, die es gibt, um die Katalanen besser zu stellen.

Mit Hass zum Beispiel kann ich bei der Analyse zur Meinungsbildung wenig anfange. Der dürfte sich bei beiden Protagonisten die Waage halten. Die Katalanen haben rechtsstaatliche Mittel, um sich Gehör zu verschaffen. Demos, Streiks, keine Zahlungen mehr an Madrid, sicher fällt einem fähigen und intelligenten Strategen mehr und Besseres ein als Puidgemont zu bieten hatte. Wie ich finde, fahren auch nicht beide vor die Wand, sondern nur die Separatisten. Auch hier war es keine gute Idee von P., sich nach Belgien abzusetzen. Ist das der oft erwähnte Stolz und die Ehrenhaftigkeit der Katalanen? Wohl eher das Benehmen eines gescheiterten Möchtegerns.

--

adam

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luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf olga64 vom 06.11.2017, 17:23:26

Wenn es gerade passt,Olga, können Sie natürlich auch dem rechtkonservativen Expräsidenten Kataloniens, Artur Mas, Korruption unterstellen, denn 2015 stand Katalonien ja auch schon vor der Wahl für die Unabhängigkeit dieser Region.Da passte auch damals so eine Untersuchung wegen Korruption sehr gut, auch wenn nie etwas gefunden wurde, weder bei ihm, noch im Sitz der rechtskonservativen Partei.Sogar Stiftungen wurden durchsucht- erfolglos.
 
Genau das gleiche Spiel jetzt auch wieder, nun ist es der linksliberale Carles Puigdemont, dem Korruption vorgeworfen wird. Passt doch wieder mal super als Argument, während die spanische Korruptionswelle vermutlich ein Irrtum ist..oder?

Dumm nur, dass dort sehr viel gefunden wurde, und der Präsident Rajoy natürlich nichts davon wusste, was da seine Schatzmeister und andere Regierungsangehörige getrieben haben.

Und nebenbei: Zurückgetreten ist Artur Mas nicht wegen Korruptionsvorwürfen, sondern weil er gegen die völlige Abspaltung Kataloniens war und deshalb lieber Platz machte für Carles Puigdemont, dessen Partei sich jedoch zu schwach gegen die beiden anderen katalonischen Regierungsparteien erwies. 
Es ist ja nicht nur Puigdemont abgehauen, sondern auch die Führungsköpfe der beiden anderen Parteien.

Und was Puigdemont und die 4 anderen Minister von Belgien aus bewirken oder auch nicht werden wir sicher mitbekommen, aber bis dahin ist das Interesse an Katalonien sicher vergangen - wie es ja bisher auch war. 

 Doch wie ich schon mal sagte:  Mich interessiert, was in diesem EU -Land passiert und solche Krisen  in der EU bewältigt werden, aber ich bin davon in keiner Weise betroffen ,und ich will auch nicht urteilen, sondern verstehen. 
Luchs35

Bruny
Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf luchs35 vom 06.11.2017, 21:26:57

Dazu passt auch ein Auszug aus Spiegel online: „Jetzt hat Puigdemont einen Gastbeitrag für die britische Zeitung "Guardian" verfasst - und beschwert sich darin bitter über Spaniens Justiz, die eine "brutale juristische Offensive" gegen ihn und seine politischen Mitstreiter gestartet habe.
"Heute sind die Führer dieses demokratischen Projektes angeklagt wegen Rebellion", schreibt er. Ihnen drohe die in Spanien "strengstmögliche Bestrafung", die ansonsten nur "Terroristen und Mörder" fürchten müssten: "30 Jahre im Gefängnis".
Grund für das Vorgehen der spanischen Justiz ist unter anderem der Unabhängigkeitsbeschluss, den das katalanische Parlament am Freitag vor einer Woche in Barcelona verabschiedet hatte. Die Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte die katalanische Regierung daraufhin abgesetzt. Die wirtschaftsstarke Region steht seitdem unter Zwangsverwaltung aus Madrid. Für den 21. Dezember setzte Rajoy Neuwahlen an.
Puigdemont fürchtet, vor einem spanischen Gericht nicht unvoreingenommen angehört zu werden, schreibt er weiter. Der von Madrid abgesetzte Ex-Regionalpräsident fordert eine ausländische Prüfung der Vorgänge. Ziel müsse es sein, die Katalonienkrise politisch und nicht juristisch zu beenden. Es gehe ihm und der gesamten Unabhängigkeitsbewegung mit ihrem Kampf nicht um Katalonien allein, sondern um die Demokratie selbst.
Der Separatistenchef und seine Vertrauten hatten sich am Sonntagmorgen den Behörden in Brüssel gestellt und waren vorläufig festgenommen worden. Spanien hatte in der Vorwoche einen europäischen Haftbefehl gegen die Separatisten beantragt. Ihnen wird im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung Kataloniens Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen.“ Die Geschichte wiederholt sich leider, immer und immer wieder.

Puigdemont ist der Präsident der Herzen, nicht nur in Katalonien.

Ist zwar ohne Übersetzung, aber man spürt das Zusammengehörigkeitsgefühl. 
Er sucht die Nähe zu den Menschen, hat Humor und ist aufgeschlossen. Alles Eigenschaften die Mariano Rajoy nicht im geringsten besitzt.

Ich befürchte aber, dass die Zentralregierung die Zwangsverwaltung in absehbarer Zeit nicht rückgängig machen wird und damit hat die Region auch keine Möglichkeit die wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden. 
Bruny
dutchweepee
dutchweepee
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf luchs35 vom 06.11.2017, 21:26:57
luchs schrieb unter anderem: "...Doch wie ich schon mal sagte:  Mich interessiert, was in diesem EU -Land passiert und solche Krisen  in der EU bewältigt werden, aber ich bin davon in keiner Weise betroffen ,und ich will auch nicht urteilen, sondern verstehen..."

Diese Haltung kann ich sehr gut anerkennen. Auch ich habe noch keine abschließende Meinung von "GUT & BÖSE" in diesem Konflikt. Jedoch schätze ich auch sehr Brunys Einschätzungen zur Lage vor Ort, da sie nicht den Interessen von Anzeigenkunden, Allianzen oder Pressekonferenzen im Kanzleramt folgen muss.

Ich bin nur sehr hellhörig und beunruhigt, wenn deutsche Regierungskreise und Medien den gewaltsamen und zum Teil blutigen "Problemlösungen" einer rechtsnationalistischen Zentralregierung zustimmen, denn selbst wenn "nur" 40% der Katalanen einer größeren Autonomie zustimmen, so ist das ein mächtiges demokratisches Votum von hunderttausenden Europäern.

 

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luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf dutchweepee vom 07.11.2017, 01:56:32

Fakten sind (fast)immer gut, Adam, und was Du sagst ist ja auch richtig und korrekt. Da gibt es nun mal diesen Paragraphen 155. So viel ich weiß ist aber Spanien das einzige Land der EU, das ihn in dieser Form hat und der krass gegen die Menschenrechte nach Selbstbestimmung verstößt.  
Es geht aber auch anders, wie man u.an.zum Beispiel an Schottland sieht.

In Katalonien helfen keine Fakten, denn da gibt es auch eine sehr bittere Vorgeschichte, die immer noch in den Köpfen ist.
  
Beide Seite haben sich nicht mit Ruhm bekleckert in ihrem Verhalten. Mit der Peitsche knallen und einen Paragraphen als Futter vorsetzen macht kein Pferd zahm. Früher oder später wird sich wieder daselbe abspielen wie gerade jetzt - wenn nicht schlimmer.

Dutch, es ist wirkich schwierig für uns Außenstehende, die Lage richtig zu beurteilen, vor allem, wenn man nicht vor Ort lebt und sich nur durch sehr viele Informationen aus seriösen Quellen ein Bild machen kann. Bruny sieht und hört sicher mehr als wir und kann besser beurteilen, was geschieht mit den Menschen. Ich selbst habe auch gute Kontakte, aber diese Leute leben schon sehr lange hier in der Schweiz und sehen hier das nachahmenswerte Beispiel, wie man mit einem "menschlichen Fleckerl-Teppich" ein gutes Zusammenleben schafft.  Und warum sollte das auch nicht möglich sein? 

Luchs35

 


 

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von klaus
als Antwort auf dutchweepee vom 07.11.2017, 01:56:32
"Ich bin nur sehr hellhörig und beunruhigt, wenn deutsche Regierungskreise und Medien den gewaltsamen und zum Teil blutigen "Problemlösungen" einer rechtsnationalistischen Zentralregierung zustimmen, denn selbst wenn "nur" 40% der Katalanen einer größeren Autonomie zustimmen, so ist das ein mächtiges demokratisches Votum von hunderttausenden Europäern."

 
Dutch - du bist IMMNER  "hellhörig und beunruhigt", wenn deutsche Regierungskreise etwas von sich geben.
Das hat allerdings politische und weniger sachliche Gründe.
Ich glaube kaum, dass du fähig bist, die tatsächliche Sachlage einzuschätzen.
Ich könnte nichts zur Einschätzung beitragen.
UND - mal ehrlich - würdest du auch von einem bedeutenden demokratischen Votum für Europa sprechen, wenn es keine
rechtsnationalistischen Zentralregierung , sondern linke Regierung in Spanien gäbe.

 
adam
adam
Mitglied

RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von adam
als Antwort auf dutchweepee vom 07.11.2017, 01:56:32
..., denn selbst wenn "nur" 40% der Katalanen einer größeren Autonomie zustimmen, so ist das ein mächtiges demokratisches Votum von hunderttausenden Europäern.

 
Es ging nicht um mehr Autonomie, sondern um die Loslösung von Spanien, um die Bildung eines eigenen Staates Katalonien. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

--

adam

Luchs, ich komme mir vor wie ins Mittelalter zurück versetzt. Als ginge es daum, welcher König regiert. Im Grunde genommen kann das doch alles nicht wahr sein. Würden bei diesem regionalem Konflikt nur die aiusschlaggebenden Fakten zählen, statt Hass, Emotionen, Erbfeindschaft und Missgunst, fände er nicht statt. Es ist als wolle Pegida Sachsen aus der Bundesrepublik lösen. /a. 
pschroed
pschroed
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von pschroed

Das war voraus zu sehen zwei Populisten Bart de Wever - der Feigling Carles Puigdemont welche ihr Land trennen wollen haben sich nun gefunden, in der Hoffnung daß die Vernunft siegt und nicht noch Belgien auseinander fällt. Die Vorgehensweise der spanischen Regierung mit ihrem diktatorischen Aufreten trägt die größte  Schuld. 
Phil.

200 Katalanische Bürgermeister marschieren nach Belgien

Mo 06/11/2017 - 14:00 U. NeumannRund 200 Bürgermeister aus Katalonien, im Norden Spaniens, kommen am morgigen Dienstag nach Brüssel. Das meden lokale katalanische Medien.
Das haben die Bürgermeister am Freitag bei einer Versammlung entschieden. Sie wollen nach Brüssel reisen, um hier aus erster Hand über die Situation und die Zusammenhänge in Katalonien zu berichten. Um 12.30 Uhr wollen sie eine Pressekonferenz im Europaparlament abhalten.
Der abgesetzte katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont verweilt unterdessen weiterhin in Brüssel.
Diplomatische Spannungen
Der Fall Kataloniens hat erneut zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Spanien und Belgien geführt. Die Partei von Premier Rajoy, Partido Popular, hat sich über den belgischen Innenminister Jan Jambon geärgert.

Jambon findet es unerhört, dass katalanische Regierungsmitglieder eingesperrt werden und er kritisiert die Polizeigewalt am Tag des Referendums.
Einem Sprecher von Partido Popular zufloge sollte die N-VA von Jambon Spanien hingegen lieber nicht belehren, weil die N-VA gegen die Werte der Europäischen Union sei und eine Vorgeschichte von Xenophobie habe. Der Streit hat inzwischen die Titelseiten der spanischen Presse erreicht.
Auf die Kritik des Sprechers der Partido Popular an der N-VA hat wiederum der Vorsitzende der flämischen Regionalisten, Bart De Wever, reagiert. Zur Parteien-Vorgeschichte sollte die Partido Popular doch lieber schweigen, sagte De Wever. So sei die Periode um Franco nahtlos in die Partei übergegangen. Noch heute hätten viele Menschen dieses Regimes Ämter in der Partei inne. Sie hätten die vielen Lehren aus der Vergangenheit offenbar nicht so gut begriffen. Dazu gehörten, die demokratischen Rechte zu respektieren, nicht gewaltsam gegen die Bevölkerung vorzugehen und keine Politiker ins Gefängnis stecken.
"Wenn man in dem Moment schweigt, in dem Politiker ins Gefängnis gesteckt werden, nur weil sie eine Meinung haben und in dem Gewalt gegen Bürger angewandt wird, handelt es sich einfach um ein schuldhaftes Versäumnis."

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