Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

Internationale Politik Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien

freddy-2015
freddy-2015
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf luchs35 vom 03.10.2017, 19:43:50
Wollen wir doch hoffen, heigl, dass es soweit erst gar nicht kommt. Aber wenn doch, dann müssten beide Teile sich eben wieder um Aufnahme in die EU bemühen.  
Luchs35
Wenn ein Staat Katalonien ausgerufen würde und der auch Bestand hat, dann hat Spanien nichts zu befürchten in Bezug zur EU-Mitgliedschaft.
Die Verträge sind ja zwischen der EU in Spanien abgeschlossen und da ändert sich nicht.
Heute in den Nachrichten.
Aber Katalonien hätte schwer zu kämpfen, denn es würden neue Beitragsverhandlungen fällig und das kann Jahre dauern.
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf freddy-2015 vom 03.10.2017, 18:56:12

Ihr lest wieder im Kaffeesatz!
Habt ihr begriffen, das das Zentrum der spanischen Auto- bzw. Autoteile-Industrie sich im katalanischen Martorell befindet und das die Bosse von VW, MB und BMW ein entscheidentes Wort bezüglich dem Ausscheiden aus der EU mitzureden haben?

Die Anlieferung geschieht auf Bestellung Just-in-time und täglich rollen dutzende Güterzüge mit Karosserieteilen von Spanien nach Deutschland. Um das zu ermöglichen, wurden hunderte Spezialwaggons gebaut, die in diesem Fall von jeden Sinn befreit und überflüssig wären. Zudem gibt es keine weiteren Produktionskapazitäten.

Nachlesen nich beim Russen, sondern beim Lesen dieses Textes bei Frankfurter Rundschau: Spanien - Autoindustrie - Moderne Zeiten nachdenken.

JuergenS
JuergenS
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf freddy-2015 vom 04.10.2017, 11:35:36

freddy, ich wollte nur darauf hinweisen, dass Spanien in der EU bleibt, zweifelte ich nicht an, dass Katalonien sicher in der EU bleiben würde, also dann unmittelbar neben Spanien eine Hierarchie als Überbau bekäme, aus der weiterhin auch Spanien bestehen würde. Europäisch gesehen wäre also der Unterschied gering, wie gesagt europäisch gesehen.

 


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luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf JuergenS vom 04.10.2017, 12:36:19

Eigentlich sollte Spaniens Staatspräsident Mariano Rajoy seinen Hut nehmen, denn ihm ist nicht nur  die Zuspitzung durch seine sture Arroganz und Ablehnung von Gesprächen  über  katalanische Wünsche einer besseren Gleichstellung im Land,   sondern auch dieser unglaublich brutale Polizeieinsatz  mit bis zu 900 Verletzten zuzuschreiben.  Wenn die Gespräche auch weiterhin nur abgelehnt werden, dürfte der wirkliche Aufstand mit schlimmen Folgen nicht nur für dieses EU-Land kaum aufzuhalten sein.  Am Donnerstag findet in der EU-Kommission zumindest mal eine außerordentliche Debatte statt.  

Luchs35

olga64
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von olga64
als Antwort auf luchs35 vom 04.10.2017, 13:36:13

Katalonien hat in einer Art Opferkult sich gesetzwidrig verhalten.
Deshalb bin ich nicht der Meinung, dass ein gewählter Politiker wie Rajoy (der in Übereinstimmung mit dem Verfassungsgericht, den Parteien der Sozialisten und Liberalen und des Königs steht) zurücktreten sollte. DAs würde die Türe öffnen für alle Regionalfürsten, die sich durch solche Aktionen in ihrer Selbstinszenierung Aufmerksamkeit erhoffen.
Es geht ja in Katalonien nicht mehr um das Verbot der eigenen Sprache (katalonisch wird heute in Spanien mehr gesprochen als "spanisch"), es geht um den Länderfinanzausgleich, d.h. Katalonien möchte weniger an die anderen spanischen Regionen bezahlen.
Es kann auch nicht nur Rajoy angelastet werden, wenn keine Verhandlungsbasis mehr besteht; auch dazu gehören beide Partner, was derzeit aber nicht möglich erscheint. Zumal hinter jeder Verhandlung immer ein Kompromiss stehen muss, für dessen Bereitschaft ich derzeit keinerlei Chancen sehe.
ich bin der Meinung von Pschroed: es braucht Vermittler aus der EU (aber nicht aus Deutschland, wie ich denke, wir haben derzeit genug eigene Probleme zu lösen): diese neutralen EU-Menschen, hierarchisch höher angesiedelt, sollen dann aber auch dem katalanischen Volk erklären, welche Nachteile es haben würde, wenn es zu dieser illegalen Unabhängigkeit käme:diese Region wäre auf längere Zeit nicht mehr in der EU, von den "finanziellen Töpfen" abgeschnitten, internationale Unternehmen, die dort angesiedelt sind, würden abwandern (um keinen weiteren Brexit-FAll erleben zu müssen). Auch der Tourismus dürfte leiden, die grosse Einnahmequelle dieser Region. Insbesondere wäre es ein weiterer Schlag für junge Menschen, die eine berufliche Karriere auf der Basis ihrer vorangegangenen Ausbildung/Studium anstreben.
Nicht von ungefähr haben nur ca 40% an diesem Referendum überhaupt teilgenommen; die ahnten sicher schon vorher, was aufgrund eines zweifelhaften "Mehrheitsvotums" (ohne Quorum) auf sie zukommen würde. Olga

Bruny
Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf luchs35 vom 04.10.2017, 13:36:13

Rajoy hat sich so verhalten wie es ganz Spanien von ihm gewöhnt ist. Demonstrationen, die gegen seine Pokitik gewandt sind, hat er untersagt. Die GC mit aller Härte gegen friedliche Menschen aufmarschieren zu lassen zeugt nicht von Selbstbewusstsein. Statt einem offenen Gespräch hat er die offene Gewalt gesucht.  
Der Weg zur Demokratie ist steinig, in manchen Ländern durchaus steiniger.
Bruny


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luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf olga64 vom 04.10.2017, 16:34:53
 
Es kann auch nicht nur Rajoy angelastet werden, wenn keine Verhandlungsbasis mehr besteht; auch dazu gehören beide Partner, was derzeit aber nicht möglich erscheint. Zumal hinter jeder Verhandlung immer ein Kompromiss stehen muss, für dessen Bereitschaft ich derzeit keinerlei Chancen sehe.
 olga64
Das kann sehr wohl Premier Rajoy angelastet werden, denn um ein Gespräch hat Katalonien lange und völlig vergebens gebeten. Und mit einer derartigen Härte der GC  gegen das "eigene" Volk vorzugehen, zeigt auch seine Einstellung zu den Katalonen : Härte gepaart mit Verachtung!  
Doch inzwischen soll es ja auf beiden Seiten eine angedeutete Gesprächsbereitschaft geben -
zumindest habe ich das den Kurznachrichten SRG entnommen. Sollte dies so sein, dann wäre -vielleicht - schon viel gewonnen. 
Luchs35
luchs35
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Bruny vom 04.10.2017, 16:44:01

Wir haben gleichzeitig geschrieben, Bruny, aber sind auch der gleichen Meinung. So viel ich weiß lebst Du ja im "spanischen Bereich" .  Wie stehen eigentlich die Spanier in Deiner näheren Umgebung zu dieser Auseinandersetzung? 
Luchs35

olga64
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von olga64
als Antwort auf luchs35 vom 04.10.2017, 16:52:10

Warum stellten sich die Sozialisten und die Liberalen nicht gegen Rajoy? Dies wäre doch evtl. eine tolle Chance gewesen, ein Misstrauensvotum zu plazieren und Herrn Rajoy endlich vom Hofe zu jagen. Oder sieht die Mehrheit des spanischen Volkes dies nicht so und empfindet umgekehrt die Katalanen nicht unterstützungswürdig?
Und was hört man eigentlich von der Podemos zu diesem Komplex? Stellt diese nicht in grossen Städten die BürgermeisterInnen?

Demokratie ist ein hartes Geschäft und an ihr muss täglich gearbeitet werden. Und Spanien ist eine sehr junge Demokratie und noch im Lernstadium, was man in solchen Situationen gut sieht. Olga

Bruny
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RE: Ein neues Schottland.2 ist in Aussicht: Katalonien
geschrieben von Bruny
als Antwort auf luchs35 vom 04.10.2017, 16:56:41

Wir leben im Bezirk Valencia und dort wird valenciano gesprochen. Es ist der katalonischen Sprache sehr ähnlich. So ungefähr wie Oberbayern und Niederbayern. Die Menschen hier sind ohnehin nicht für Mariano Rajoy und seine Politik. Sie befürworten diese grässliche Aktion überhaupt nicht und hinter vorgehaltener Hand hört man immer öfter, dass die alten Zeiten so nahe sind wie schon lange nicht mehr.
So richtig beruhigt über die gespannte Lage bin ich gerade nicht, Luchs.
Bruny


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