Internationale Politik England und die EU

hafel
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England und die EU
geschrieben von hafel
Will David Cameron nun aus der EU – oder nicht? Fest steht, er steht unter einem ungeheueren innenpolitischen Druck und verlangt deshalb eine Reform der EU-Gemeinschaft.

Die Europäer sollten jetzt diese Zeit nutzen, denn alles andere wäre wirtschaftlich ein Desaster für die Briten und für ebenso für Europa. Bei allem Ärger über den britischen Eigensinn wird man kaum bestreiten können, dass die EU ein bedeutendes Mitglied verlöre, dessen liberale Gesinnung ein wohltuendes Gegengewicht zum alles regulierenden Brüsseler Moloch bildet.

Vielleicht sind Camerons Bedingungen an die EU anmaßend, seine Strategie ist jedenfalls hoch riskant. Aber seine Analyse ist nicht falsch. Die Kluft zwischen Euro und nicht Euroländern wird immer größer. Gleichzeitig wächst der Verdruss vieler Europäer über die Regulierungswut der Brüsseler Bürokraten – und das nicht nur auf der Insel.

Die Frage bleibt also, wie viel Europa und wie viel Nationalstaat wollen wir. Diese Frage aktueller denn je.

Hafel
JuergenS
JuergenS
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Re: England und die EU
geschrieben von JuergenS
siehe auch Parallelthtread, wo ich Meinungen dazu suche aus Sicht von Menschen, die in GB leben.

Servus
hafel
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Re: England und die EU
geschrieben von hafel
als Antwort auf JuergenS vom 24.01.2013, 12:24:53
@ Heigl

Ich hatte zunächst Deinen Beitrag aufgerufen, da Du aber NUR die Meinung der Briten lesen wolltest, habe ich einen neuenThread aufgemacht.

Hafel

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clara
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Re: England und die EU
geschrieben von clara
als Antwort auf hafel vom 24.01.2013, 11:44:38
Durch die geplante Volksabstimmung lässt sich Cameron ein Hintertürchen offen! Verstehen kann ich die Bedenken in GB schon. Briten waren und sind seit jeher skeptisch dem gegenüber, was auf dem "Kontinent" geschieht und sehr auf Eigenständigkeit in ihren Insel-Belangen bedacht.
Ob ein Ausstieg gut für die Briten und/oder für die EU-Länder wäre, kann m.E. erst nach der Bewältigung der Krise in den wirtschaftlich schwachen EU-Ländern gesagt werden. Ich glaube, darauf wartet GB, sollte dies positiv gelöst werden, fällt für die Wähler ein wichtiger Grund zum Austritt weg. Die EU ist ja kein Freundschaftsverein, sondern ein Wirtschaftsbündnis. Alles Andere wäre (momentan noch) Augenwischerei.

Clara
olga64
olga64
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Re: England und die EU
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 24.01.2013, 14:17:05
Die Tories und die Liberalen in UK verlieren ständig Zustimmung- es ist auch ein Verzweiflungsakt von Mr Cameron, dies jetzt zu machen un erinnert ein wenig an den Coup, den Herr Rösler vor einigen Tagen in kleinerem Massstab machte.
In UK handelt es sich um einige Hinterbänkler, die aus der EU möchten, dabei aber nicht bedachten, dass dies sehr viele Arbeitsplätze kosten wird (den Grossteil der in UK produzierten Waren liefern diese innerhalb der EU) und auch der für England so wichtige Finanzplatz grossen Schaden erleiden wird, genau so wie die "special relationship" mit den USA.
Es kommt jetzt darauf an, diesen englischen Launen nicht nachzugeben - sie haben ja schon Sonderstatus: eigene Währung, Grenzkontrollen und einiges mehr.
Macht dies die EU-Gemeinschaft doch - die gut auch ohne England überleben kann - kommen weitere kleine und Kleinststaaten und fordern ebenfalls Zugeständnisse, was dann das schleichende Ende der EU bedeuten dürfte. Olga
Gustav_49
Gustav_49
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Re: England und die EU
geschrieben von Gustav_49
Die Stuttgarter Zeitung schreibt zu dem Thema sinngemäss: Europa muss den Briten klar machen, dass es eine Politik des Rosinenpickens, eines Europa a`la carte nicht geben darf.
Die Pforzheimer Zeitung schreibt sinngemäss zu dem Thema: Das Verhältnis der Inselbewohner zur EU ist geprägt von Abgrenzung und Ausnahmen. Die Briten sind wie ein WG-Mitglied, das bei den Partys kräftig mitfeiert, aber nie beim Aufräumen hilft.
Gustav_49

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olga64
olga64
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Re: England und die EU
geschrieben von olga64
als Antwort auf Gustav_49 vom 24.01.2013, 16:26:20
Diesen Terminus des Rosinenpickes sagte ja gestern Herr Westerwelle und hatte sehr Recht damit. Interessant fand ich auch,dass Cameron seine verspätete Rede damit erklärte, er wolle die Feiern zum 50-jährigen Freundschafts-Jubiläum Deutschland-Frankreich nicht stören. Ich gehe mehr davon aus, dass dieses "Traktat" noch nicht fertig war. Olga
na-und
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Re: England und die EU
geschrieben von na-und
als Antwort auf olga64 vom 24.01.2013, 16:31:27
Wenn man glaubt, dass es Cameron um GB geht oder gar um Europa, dann tut man ihm wohl der Ehre zu viel an.
Es geht ihm doch wohl nur darum, sein eigenes Fell und seine Macht zu retten.
Aber das zu erkennen, wird selbst den Briten schwer fallen.
Re: England und die EU
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf na-und vom 24.01.2013, 16:45:48
Vielleicht haben die Englaender im Gegensatz zum restlichen Europa erkannt,
dass es so nicht funktioniert.

Deutschland sollte auch raus aus der Waehrungsunion, oder man muss sich in
Deutschland darauf einstellen, immer wieder und immer mehr Geld in die
schwachen Eurolaender zu stecken, so lange bis man selbst am Ende ist.
Noch sind es Steuergelder, bald auch Kapital aus Zwangshypotheken.
Nur weil ein paar egoistische Politiker ihren Kopf durchsetzen wollen.

Hier mal ein Interview mit dem angeblich besten Finanzminister der Welt.

Russlands Ex-Fianazminister zur Lage in der EU
Re: England und die EU
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 25.01.2013, 00:12:10
Schnarchzapfen, interessantes Interview mit Russlands Ex-Finanzminister Kudrin, danke.

Hier Spiegel-Online-Link
EU-Debatte in Davos: Merkel weicht Showdown mit Cameron aus

Gruss,
MargArit

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