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Internationale Politik Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?

arno
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Mitglied

Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von arno
Hallo,

der US-Präsident will den Feldzug gegen die Taliban und Al-Qadia
jetzt auch nach Pakistan ausweiten.
Pakistan ist ein souveräner Staat mit 170 Millionen Einwohnern, er
besitzt Kernwaffen und eine mächtige Armee. Das Land ist äußerst
instabil. Noch mehr Krieg wird dieses Land mit Sicherheit nicht stabilisieren.

Wenn man die Truppen der Nato-Verbündeten hinzu zählt,
werden im Frühsommer fast 90.000 westliche Soldaten in
Afghanistan im Einsatz sein.

Ist die us-amerikanische Ausweitung des Krieges die Lösung?


Viele Grüße
--
arno
susannchen
susannchen
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von susannchen
als Antwort auf arno vom 28.03.2009, 13:37:18
Freitag, 27. März 2009
Neue Afghanistan-Strategie
Obama will Al Kaida vernichten

Das Ziel der neuen US-Strategie für Afghanistan und Pakistan ist die "Ausschaltung der Terrororganisation Al Kaida als eine Gefahr für die USA und die Welt". Das sagte US-Präsident Barack Obama in Washington bei der Vorstellung seiner Strategie für den Einsatz in Afghanistan. Die Lage dort werde "immer gefährlicher". Mit deutlich aufgestockter Entwicklungshilfe und zusätzlichen Truppen sollten die Lage stabilisiert und extremistische Kräfte besiegt werden. "Meine Botschaft an die Terroristen ist: Wir werden euch besiegen", sagte Obama.

In der neuen Strategie des Präsidenten spielt Afghanistans Nachbarland Pakistan eine wichtige Rolle. Das Terrornetzwerk Al Kaida nutze Pakistan als Unterschlupf und plane von dort aus Anschläge, sagte der Präsident. Al Kaida sei "ein Krebsgeschwür, das Pakistan zu zerstören droht", fügte er hinzu. Die USA behielten sich das Recht vor, verstärkt militärisch gegen Extremisten auf pakistanischem Gebiet vorzugehen. Zugleich sollten die Finanzhilfen für zivile Entwicklungsprojekte aufgestockt werden; dafür wolle er weitere 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr über die nächsten fünf Jahre bereitstellen.

EU ist zufrieden

Die Außenminister der Europäischen Union begrüßten Obamas Vorhaben einhellig. Bei ihrem Treffen im böhmischen Hluboká nad Vltavou (Frauenberg) unweit von Budweis zeigten sie sich bereit, die zivilen Anstrengungen für den Wiederaufbau Afghanistans zu verstärken. Die EU-Kommission stellte mehr Geld für Kabul in Aussicht.

Keine weiteren Soldaten angefordert

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die neue US-Strategie habe sich "ja doch den europäischen Vorstellungen des Einsatzes dort in Afghanistan sehr angenähert". Die Priorität gelte dem zivilen Wiederaufbau: "Aber natürlich wird weiterhin eine Bekämpfung der Kräfte nötig sein, die Instabilität und Gewalt über dieses Land bringen." Deutschland und Europa würden jedoch keine zusätzlichen Soldaten für Afghanistan "abgefordert". Es gehe vor allem um noch mehr Anstrengungen für die Ausbildung der afghanischen Polizei und Armee: "Die Unterstützung kann in der Tat noch umfangreicher werden", sagte Steinmeier.

Der britische Außenminister David Miliband begrüßte, dass Obama ziviles und militärisches Engagement "besser ausbalancieren" und demokratische Regierungen sowohl in Afghanistan als auch im benachbarten Pakistan unterstützen wolle. "Dabei hat Europa eine wichtige Rolle zu spielen." Er fügte hinzu: "Ich glaube, dass Obamas Erklärung jene Europäer anspricht, die davon überzeugt sind, dass viel gemeinsame Arbeit zu tun ist." Die Außenminister wollten vor allem über die Verstärkung der Polizeiausbildung in Afghanistan sprechen. "Großbritannien ist von den USA nicht gebeten worden, mehr Soldaten zu stellen."

Unterstützung aus Pakistan

Auch Pakistan begrüßte die neue Afghanistan-Strategie der USA. "Ich denke, der Ansatz der neuen Obama-Regierung ist sehr positiv", sagte Außenminister Shah Mehmood Qureshi bei einem Moskau-Besuch. "Sie gehen das Problem regional an." Pakistan sei willens, "dabei eine aktive und konstruktive Rolle zu spielen, weil wir der Ansicht sind, dass unser Frieden und unsere Sicherheit an die Lage in Afghanistan geknüpft ist".

Quelle: ntv.de

Warum nur werden immer wichtige Details unterschlagen? Hört sich das sonst nicht spektakulär an?.
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susannchen
hafel
hafel
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von hafel
als Antwort auf arno vom 28.03.2009, 13:37:18
Mit der Entsendung zusätzlicher Truppen nach Afghanistan löst Obama zunächst ein Wahlversprechen ein. Aus heutiger, zumal aus deutscher Sicht, mag es kurios erscheinen, aber im US-Wahlkampf des Jahres 2008 konnte man tatsächlich damit punkten, wenn man die Ausweitung des Krieges in Afghanistan in Aussicht stellte. Und obwohl die Wirtschaftskrise inzwischen dominierendes Thema ist, ist immer noch die Mehrheit der Amerikaner dieser Meinung.
Die Stimmung erklärt sich vor allem daraus, dass es in den USA bis heute kaum Zweifel daran gibt,, dass der Krieg gegen die Taliban richtig war.. Irak und Afghanistan erscheinen bisweilen in einer ähnlichen Perspektive, nämlich als schlecht geführte Kriege ohne klare Strategie. Aber nur der Krieg in im Irak gilt den meisten Amerikanern im Rückblick als Fehler per se. Der Krieg in Afghanistan dagegen bleibt aus ihrer Sicht politisch notwendig, provoziert durch den Terror von Al Kaida, legitimiert durch das menschenverachtende Regime der Taliban. Ein Rückzug aus dem Irak, mehr Engagement in Afghanistan – Obama tut, was man von ihm erwartet.

Das alles sagt natürlich nichts über die Erfolgsaussichten der neuen Offensive. Haben die Kriege in Irak und Afghanistan nicht doch gemeinsam, dass es einen „Sieg“ gar nicht geben kann? Ist nicht an beiden Schauplätzen klar geworden, dass keine noch so mächtige Waffengewalt die historischen, politischen, religiösen und kriminellen Kräfte in diesen Ländern bändigen kann? Obama sieht das offenbar anders.

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hafel

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Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von roseluise
als Antwort auf hafel vom 28.03.2009, 14:04:31
hafel, ich reich mal einen link für Dein Zitat nach,
hast Du sicher vergessen

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roseluise
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hafel vom 28.03.2009, 14:04:31
Dass sich Obama gerade jetzt vermehrt auf Afghanistan/ Pakistan - eine der gefährlichsten Ecken der Welt - fokusiert, könnte auch an einem Übereinkommen zwischen der Nato und Russland liegen.


Russland reicht Nato die Hand
In Moskau hat gestern eine internationale Konferenz zur Lage in Afghanistan begonnen. Zum Auftakt der Beratungen bot der russische Aussenminister Sergej Lawrow der Nato eine Vertiefung der Zusammenarbeit an. Neben der bereits bestehenden Transit-Erlaubnis für Nato-Nachschub nach Afghanistan sei Russland bereit, «weitere Möglichkeiten für eine konstruktive Zusammenarbeit zu prüfen», sagte Lawrow.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen der Kampf gegen den Drogenhandel und Wege zu einer Stabilisierung Afghanistans. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft der Shanghai-Gruppe, der neben Russland auch China sowie die zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Kirgisien angehören. Die Gruppe sieht sich als Gegengewicht zur Nato
geschrieben von afp/Tagblatt


Immerhin stehen auch europäische Nato-Mitgliedstaaten an der Seite der USA in der Kriegsregion.






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luchs35
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf arno vom 28.03.2009, 13:37:18
Es darf wohl angenommen werden, dass Obama diese Nachricht und die Absicht nicht geäussert hätte, wären nicht vorher intensive Kontakte und Verhandlungen einerseits mit den Uno-Staaten und andererseits mit den Pakistani getätigt worden.

Und es dürfte inzwischen allen weiter denkenden Menschen klar geworden sein, dass Waffen allein den Krieg gegen den Terror nicht gewinnen können. Es muss also zuerst das Volk und die Regierung jedes Landes, in dem die Kaida ihre Stützpunkte hat, davon überzeugt werden, dass es auch in ihrem Interesse ist, gemeinsam gegen den Terror zu kämpfen.

schorsch

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luchs35
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Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf schorsch vom 28.03.2009, 16:36:26
Obama kann nicht von heute auf morgen die Truppen aus Afghanistan zurückziehen und das Land dem absoluten Chaos mit den übermächtigen Taliban überlassen.

Er will Indien, China und Russland mit ins Boot holen und zusätzlich auf Gesprächswegen- auch mit gemässigten Taliban- eine strategische Neuausrichtung erzielen. Zudem soll eine Kontaktgruppe der UNO an der Lösung mitarbeiten, wobei auch Pakistan in die Gespräche mit einbezogen werden soll. Denn die Zukunft dieses Landes ist verstrickt mit jener Afghanistans.

Dass allein mit Waffen dieser Krieg zu gewinnen ist, hat Obama selbst bezweifelt. Um aber überhaupt eine solide Gesprächsbasis zu haben , will er die Aufstockung der Truppen, aber auch der Helfer, mit denen er Wegmarken setzen will, die Auskunft über Fortschritte geben.

Milliarden wie die Bushregierung will er jedoch nicht mehr nur auf leere Versprechungen hin in das Land pumpen, ohne konkrete Ergebisse dafür zu sehen.
Aber auf lange Sicht hinaus hofft er , dass er die Verantwortung den lokalen Streitkräften überlassen kann, die er innerhalb der nächsten zwei Jahre verdoppeln will. Dazu sollen vor allem Militärberater Aufbauarbeit leisten.

Ob wir der Strategie Obamas vertrauen wollen oder können, steht auf einem andern Blatt. Aber auch er dürfte genau wissen, dass er nur so etwas gewinnen kann, das eine Chance bietet, dauerhafte Ruhe in das Krisengebiet zu bringen.
--
luchs35
abdu
abdu
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von abdu
als Antwort auf arno vom 28.03.2009, 13:37:18
Die von den NATO-Truppen in Afganistan ermordeten unbewaffenten ZIVILISTEN:

Im Jahre 2007 sind es 2240 afganische zivilisten.Die NATO gibt nur zu dass 1800 Zivilisten tot sind.

Im jahre 2008 wurden 2620 unbewaffnte Afganis durch die NATO ermordt.
Die nato selbst gibt zu dass 2009 nur 2100 zivilisten in Afganistan getoetet worden sind.
2100?
Die obigen Zahlen der ermordeten UNSCHULDIGEN haben weder mit Taliban noch mit der sog."Al-KAIDA" zu tun.
--
abdu
rolf
rolf
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von rolf
als Antwort auf abdu vom 04.04.2009, 23:23:53
Ich habe heute in einer Nachrichtensendung gesehen, daß der Wunsch nach Abzug der "Befreier" bei der Bevölkerung Afghanistans immer größer wird.
Das Leid unter den Taliban war geringer, als die Angst vor den Angriffen der USA.
--
rolf
susannchen
susannchen
Mitglied

Re: Führt Obamas Afghanistan-Strategie in die Irre?
geschrieben von susannchen
als Antwort auf rolf vom 04.04.2009, 23:29:14
Das Leid unter den Taliban war geringer, als die Angst vor den Angriffen der USA.
geschrieben von rolf


Da habe ich etwas ganz anderes gelesen!
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susannchen

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