Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!

Internationale Politik Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!

karl
karl
Administrator

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von karl
Der ganze offene Brief (per E-Mail erhalten) und die Unterschriften sind im Link zu lesen. Hier ein Auszug:


Keine Symmetrie!

Nicht nur waffentechnisch, sondern v.a. politisch besteht hier keine Symmetrie. Eine Seite ist der Unterdrücker, die andere der Unterdrückte. Nicht Palästina hält Israel besetzt, unter Blockade (Gaza), fragmentiert (West Bank) und ohne politische Rechte. Es werden keine palästinensischen Kolonialsiedlungen in Israel gebaut und Palästinenserinnen stehlen Israel nicht das Wasser. Nicht palästinensische Polizei hält tausende israelische Gefangene verhaftet und verschleppt innerhalb Israels, überfällt nächtlich israelische Wohnungen, foltert täglich und sperrt Israelis ohne Gerichtsverfahren unbefristet ein (Administrativhaft).

Koloniale Asymmetrie.

Sie ist die Ursache dieses einseitigen “Krieges”. Wir Unterzeichnende sehen es als unsere Pflicht, uns ausgewogen zu äussern. Das heisst aber nicht, wir sind neutral. Die Besatzung ist wie der Wind, aus dem der gegenwärtige Sturm hervorgeht – sie sind “aus einem Stoffe”, wie Brecht in der Kriegsfibel sagt. Deshalb genügt eine Waffenruhe nicht. Die Blockade muss sofort aufgehoben werden; alle politischen Gefangenen müssen freigelassen werden, insbesondere die wiederverhafteten Gefangenen, die im Gilad Shalit Deal freigelassen worden waren; eine Verbindung zwischen West Bank und Gaza muss erlaubt werden, wie unter Oslo bindend vereinbart, etc. ...

Letztendlich muss die israelische Besatzung aufgehoben werden.
geschrieben von Erklärung von Stipendiaten, Mitarbeiterinnen und Vertrauensdozenten der Rosa-Luxemburg-Stiftung


Was meint ihr dazu?

Karl
EhemaligesMitglied44
EhemaligesMitglied44
Mitglied

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von EhemaligesMitglied44
als Antwort auf hafel vom 22.08.2014, 15:24:08
Richtig schaut nicht weg. Schaut hin!

Schaut hin


Das interessiert doch nicht!
Wichtig sind Mails und Meinungen bestimmter Reporter.
Gruß
Holger
karl
karl
Administrator

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von karl
als Antwort auf EhemaligesMitglied44 vom 22.08.2014, 20:32:05
Für wen sprichst Du Holger? Ich bin gegen Todesstrafe, das ist bekannt. Falls Du der Meinung bist, dass Staaten, die die Todesstrafe praktizieren, (oder Verwaltungsbezirke, Gaza ist ja kein Staat) zerbombt werden sollten, so widerspreche ich.

Karl

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adam
adam
Mitglied

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 22.08.2014, 20:15:06
Der ganze offene Brief (per E-Mail erhalten) und die Unterschriften sind im Link zu lesen. Hier ein Auszug:


Keine Symmetrie!

Nicht nur waffentechnisch, sondern v.a. politisch besteht hier keine Symmetrie. Eine Seite ist der Unterdrücker, die andere der Unterdrückte. Nicht Palästina hält Israel besetzt, unter Blockade (Gaza), fragmentiert (West Bank) und ohne politische Rechte. Es werden keine palästinensischen Kolonialsiedlungen in Israel gebaut und Palästinenserinnen stehlen Israel nicht das Wasser. Nicht palästinensische Polizei hält tausende israelische Gefangene verhaftet und verschleppt innerhalb Israels, überfällt nächtlich israelische Wohnungen, foltert täglich und sperrt Israelis ohne Gerichtsverfahren unbefristet ein (Administrativhaft).

Koloniale Asymmetrie.

Sie ist die Ursache dieses einseitigen “Krieges”. Wir Unterzeichnende sehen es als unsere Pflicht, uns ausgewogen zu äussern. Das heisst aber nicht, wir sind neutral. Die Besatzung ist wie der Wind, aus dem der gegenwärtige Sturm hervorgeht – sie sind “aus einem Stoffe”, wie Brecht in der Kriegsfibel sagt. Deshalb genügt eine Waffenruhe nicht. Die Blockade muss sofort aufgehoben werden; alle politischen Gefangenen müssen freigelassen werden, insbesondere die wiederverhafteten Gefangenen, die im Gilad Shalit Deal freigelassen worden waren; eine Verbindung zwischen West Bank und Gaza muss erlaubt werden, wie unter Oslo bindend vereinbart, etc. ...

Letztendlich muss die israelische Besatzung aufgehoben werden.
geschrieben von karl


Was meint ihr dazu?

Karl
geschrieben von Erklärung von Stipendiaten, Mitarbeiterinnen und Vertrauensdozenten der Rosa-Luxemburg-Stiftung


Der Begriff "Symmetrie" soll m.E. kaschieren, daß die Benachteiligung einer Kriegspartei beklagt wird, weil man wünscht, daß diese benachteiligte Partei den Krieg gewinnt.

siehe auch:

Wir Unterzeichnende sehen es als unsere Pflicht, uns ausgewogen zu äussern. Das heisst aber nicht, wir sind neutral.(Hervorhebung adam)
geschrieben von Unterzeichner des offenen Briefes


Wer nicht neutral ist, ist ungeeignet, Vorschläge zur Beendigung eines Krieges vorzulegen. Diejenigen streben eher eine Asymmetrie an, die typisch ist für einen Krieg: Das Ende durch Sieg oder Niederlage.

Da in diesem Fall die Benachteiligung der Palästinenser beklagt wird, wird der Sieg der Palästinenser gewünscht.

Was würde Rosa Luxemburg, als Jüdin und Antimilitaristin, wohl dazu sagen?

--

adam
Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von marina
als Antwort auf adam vom 22.08.2014, 21:07:06
Adam, das ist großer Quatsch, mit Verlaub.
Wie soll man in einem Konflikt neutral sein, in dem die Asymmetrie nicht "angestrebt", sondern eindeutig klar vorhanden ist? Nicht neutral heißt hier einfach: Sie stehen auf der Seite der schwächeren Partei, auf der Seite der Unterdrückten, auf der Seite des besetzten Volkes. Wenn man für diese Seite Partei ergreift, kann man gar nicht mehr neutral sein.
Hast du eigentlich die gesamten Erklärungen gelesen? Wenn ja, willst du die Dinge einfach nicht zu Kenntnis nehmen.

Das heißt: Auch du bist nicht neutral. Du stehst auf der Seite der Unterdrücker, ob du es wahrhaben willst oder nicht.
Was sind denn deine Vorschläge zur Beendigung des Kriegs? Die Hamas entwaffnen und sonst alles so lassen, wie es ist, stimmt's? Israel darf mit seinen Bomben ganz Gaza in Schutt und Asche legen, aber die Palästinenser sollen sich das gefälligst gefallen lassen, ohne sich wehren zu dürfen.
Schließlich ist ein israelisches Leben mehr wert als ein palästinensisches.

Was würde Rosa Luxemburg wohl dazu sagen, wenn sie sehen würde, wie hier jedes Völkerrecht missachtet und ein Massaker an einem Volk (vor allem an Zivilisten) einfach so ohne Rücksicht auf Verluste verübt wird?

Eines Tages wird Israel auch seine Geschichte aufarbeiten müssen, da werden womöglich, hoffentlich, Leute vor den Internationalen Gerichtshof kommen. Genauso wie andere Völker irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie sich solche Massaker erlauben. Es kann noch lange dauern, denn der größte Teil der Welt (vor allem wir Deutsche) wird (noch!) durch den ständigen erpresserischen Antisemitismusvorwurf, der längst nicht mehr gerechtfertigt ist, in Schach gehalten.

Ich bin mir sicher, dass der Tag kommen wird, wo diese Masche nicht mehr zieht und dieser Staat zur Rechenschaft gezogen wird.
karl
karl
Administrator

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 22.08.2014, 21:07:06
Was würde Rosa Luxemburg, als Jüdin und Antimilitaristin, wohl dazu sagen?
geschrieben von Adam
Ja, was würde sie wohl zu den brutalen Bombardements der Menschen in Gaza sagen? Wahrscheinlich wäre sie ganz im Gegensatz zu vielen hier auf der Seite der Unterdrückten.

Karl

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Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von Tina1
Hamas richtet angebliche Kollaborateure hin

"Die radikalislamische Hamas geht im Gazastreifen gezielt gegen Menschen vor, die angeblich Informationen an Israel weitergegeben haben. Militante Palästinenser hätten mindestens 18 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen, berichteten palästinensische Medien. Elf von ihnen seien am Morgen exekutiert worden, die anderen sieben nach dem Freitagsgebiet, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Die Männer seien vor einer Moschee von uniformierten Hamas-Männern erschossen worden."

"Hamas kündigt weitere Exekutionen an

Nach Angaben einer palästinensischen Menschenrechtsorganisation waren unter den Getöteten auch zwei Frauen. Die Organisation forderte einen sofortigen Stopp der Erschießungen. Die Hamas kündigte auf einer Website an, auch andere würden "schon bald bestraft". Bereits am Vortag waren drei angebliche Spione in Gaza getötet worden."
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Wichtig ist die Seriösität der Quelle
geschrieben von eka231246
als Antwort auf karl vom 01.08.2014, 14:31:18
Hier der link zu einem Erfahrungsbericht deutscher Journalismusstudenten im Jahr 2014 mit interessanten Hinweisen über soziale und mediale Zusammenhänge im NAh Ost Konflikt, geschrieben während einer Exkursionsreise durch Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Dazu ein hervorragendes Buch von Dr. Carola Richter "Der Nah Ost Konflikt und die Medien"
Eka

http://www.polsoz.fu-berlin.de/kommwiss/arbeitstellen/internationale_kommunikation/news/Exkursionsbericht_Israel_Pal__stina_2013.pdf?1367707352

adam
adam
Mitglied

Re: Wichtig ist die Seriösität der Quelle
geschrieben von adam
als Antwort auf eka231246 vom 23.08.2014, 08:53:50
Hier der Link: Reisebericht Israel (02.03.-12.03.2013) Auf den kommunikativen Spuren des Nahostkonflikts

--

adam
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Wichtig ist die Seriösität der Quelle
geschrieben von eka231246
als Antwort auf adam vom 23.08.2014, 09:28:23
Danke Adam!

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