Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!

Internationale Politik Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!

sysiphus
sysiphus
Mitglied

Re: Die Stimme von Moshe Feiglin, dem stellvertretenden Sprecher der Knesset
geschrieben von sysiphus
Für diese Thema hatte ich folgenden Beitrag geschrieben, der ist leider an falscher Stelle gelandet.

"Unfug" und "Unsinn", wie dieser Moshe Feiglin Plan, wurde in der Geschichte schon öfter "fabriziert". Der Morgenthau-Plan beispielsweise oder der Aufruf von Ilja Ehrenburg an die Rotarmisten: "tötet, tötet, tötet"
"Von jetzt an ist das Wort Deutscher für uns der schlimmste Fluch.
Von jetzt an lässt das Wort Deutscher das Gewehr von alleine losgehen. Wenn Du nicht einen Deutschen am Tag getötet hast, war der Tag verloren. Wenn Du glaubst, dass Dein Nachbar für Dich den Deutschen tötet, hast Du die Gefahr nicht verstanden. Wenn Du einen Deutschen getötet hast, töte einen weiteren – nichts stimmt uns froher als deutsche Leichen."

sysiphus...
Chameur
Chameur
Mitglied

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von Chameur
als Antwort auf marina vom 24.08.2014, 09:50:38
Wir dürfen doch unsere Augen nicht davor verschließen das die Hamas nachdem sie Israel mit Raketen beschossen hatt, bei Frauen und Kindern unterschlupf suchen, Schulen, Krankenhäuser und Moscheen sind auch sehr beliebt . . .wenn das keine pefide Taktik der Hamas ist dann weiß ich es nicht. Sicher sind diesen Leuten die Mitleidtelegramme aus aller Welt. . .
Shenaya
Shenaya
Mitglied

Re: Die Stimme von Moshe Feiglin, dem stellvertretenden Sprecher der Knesset
geschrieben von Shenaya
als Antwort auf justus39 † vom 24.08.2014, 11:38:19
So sehe ich es, Justus.
Das Messen mit zweierlei Maß (hin und wieder drängt sich beim Lesen sogar recht unmissverständlich das Gefühl auf, dass hier "menschliche Wertigkeit" mit zweierlei Maß gemessen wird), Verharmlosungen, Rechtfertigungen, Zuweisungen werden täglich unerträglicher und sind alles andere als konfliktlösungsorientiert.

Emotional (zipfelnde) Grüße ...
S.

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nerida
nerida
Mitglied

Re: Die Stimme von Moshe Feiglin, dem stellvertretenden Sprecher der Knesset
geschrieben von nerida
als Antwort auf justus39 † vom 24.08.2014, 11:38:19
Man hat schon einmal das Werk durchgeknallten Fanatikers nicht ernst genommen und als Unsinn bezeichnet.

Wenn ein amtierender Politiker und stellvertretender Sprecher der Knesset die endgültige Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus dem Gazastreifen, die völlige militärische Zerstörung des gesamten Gebietes von Gaza sowie der Hamas und die Umwandlung von Gaza in israelisches Staatsgebiet fordert, dann nehme ich das schon verdammt ernst.

Du persönlich kannst sowas ja erst nehmen, aber ob das auch ein frei gewähltes Parlament tut ist wohl eine andere Geschichte.

Wenn man bedenkt, was in unserem Bundestag so manches an Merkwürdigkeiten daherpalavert wird und nicht ernst genommen wird.
Vielleicht ist auch ein Umdenken Deinerseits nötig - denn die Zeiten wo die Partei immer recht hatte, die sind vorbei.

So ist es auch in Israel. Was so ein Politiker, der glaubt damit seine Wähler beeindrucken zu können meint ist die eine Seite. Was das israelische Militär z.B., die auch ein Wörtchen mitzureden hat, dann ausführt, ist eine andere Geschichte.

Abgesehen von der absoluten Unverhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel zur Kriegsführung, eine Unverhältnismäßigkeit die selten zur Sprache kommt in den jeweiligen Threads,

es ist ja nicht so, dass die Hamas mit Sand wirft oder mit Pfeil und Bogen kämpft.
Dass in Israel nicht mehr Opfer zu beklagen sind, hängt mit den Abwehrsystemen die sich Israel zum Schutz der Bevölkerung aufgebaut hat, zusammen. Die Israelis leben auch in ständiger Angst vor Attentaten und vor dem Beschuss. 60 bis 80 Raketen täglich während des ausgehandelten Waffenstillstandes sind auch keine Kleinigkeit.
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Die Stimme von Moshe Feiglin, dem stellvertretenden Sprecher der Knesset
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf nerida vom 24.08.2014, 12:31:27

Du persönlich kannst sowas ja erst nehmen, aber ob das auch ein frei gewähltes Parlament tut ist wohl eine andere Geschichte.

Wenn man bedenkt, was in unserem Bundestag so manches an Merkwürdigkeiten daherpalavert wird und nicht ernst genommen wird.

Ich denke, dass es doch einiges Aufsehen erregen und auch ernstgenommen würde wenn der Sprecher des frei gewählten Bundestages der Kanzlerin einen Plan zur Vertreibung und Vernichtung eines Volkes vorlegen würde.
Das hoffe ich sogar!

justus
wolfgang
wolfgang
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Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von wolfgang
seit bestehen des staates israel, also seit 1949, ist israel im krieg gegen palästina / palästinenser. wir brauchen ein internationales strafgericht für israel (analog dem Internationalen strafgericht für das ehemalige jugoslawien bzw. dem internationalen strafgericht für ruanda). völkermord, verbrechen gegen die menschlichkeit, kriegsverbrechen und verbrechen der aggression müssen dort verhandelt werden. alle dafür verantwortlichen (soweit sie noch ladefähig sind) müssen vor dieses gericht.
---
w.

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Bruny
Bruny
Mitglied

Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von Bruny
als Antwort auf wolfgang vom 24.08.2014, 13:13:03
Offiziell wurde der Staat Israel am 14. Mai 1948 ausgerufen. Für mich ist Israel ein künstlicher Staat, denn die Region hiess vorher Palästina. Die Juden jedoch sehen dies als ein von Gott versprochenes Land für die Juden an (erinnert mich an die Buren die Land von den schwarzen Einwohnern stahlen und die Ureinwohner dann als Menschen dritter Klasse behandelten) wäre ich Palästinenser, würde ich auch sagen: Ich wurde enteignet. Und bei jeder Art von Enteignung bleiben nun mal keine brüderlichen Gefühle. Zudem kommt hinzu, dass sich Juden sofort mehr Land angeeignet haben, als es ihnen 1947 zugesprochen wurde. Und seit diesem Zeitpunkt gibt es fortwährend weitere Enteignungen.
Ich verachte die israelische Regierung zutiefst, die seit Jahren nichts anderes tut als das bisschen Leben der Palästinenser in ihrem angestammten Land so unmöglich wie möglich zu machen.

Bruny
Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von marina
als Antwort auf wolfgang vom 24.08.2014, 13:13:03
Es gibt diverse Aufrufe von AI, Israel vor den Int. Strafgerichtshof zu stellen.

Internationaler Strafgerichtshof ist der Schlüssel, um den Unrechtskreislauf bei Kriegsverbrechen zu durchbrechen

Wie Amnesty International heute erklärte, müssen der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, die Palästinensische Autonomiebehörde und der Staat Israel alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um den Internationalen Strafgerichtshof (ICC / International Criminal Court) in die Lage zu versetzen, dass er diejenigen vor Gericht stellen kann, die während des aktuellen Konfliktes und bei israelisch-palästinensischen Konflikten in der Vergangenheit für die Durchführung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich waren.

Seit dem 8. Juli 2014 sind bei den fortlaufenden Feindseligkeiten über 1.400 Palästinenser getötet worden. Laut den Vereinten Nationen waren die meisten Getöteten palästinensische Zivilisten, darunter mindestens 252 Kinder. In Israel kamen drei Zivilisten durch wahllos abgefeuerte Raketen oder Mörsergeschosse aus dem Gazastreifen ums Leben; außerdem wurden 61 israelische Soldaten getötet. Die Beweise häufen sich, dass von allen Parteien Kriegsverbrechen begangen wurden.

Amnesty International hat über mehrere Jahrzehnte hinweg überzeugende Beweise für Kriegsverbrechen und andere Vergehen gegen das internationale Völkerrecht gesammelt, die von Israel, der Hamas und von bewaffneten palästinensischen Gruppen verübt wurden. Doch bis heute genießen die Täter auf beiden Seiten vollkommene Straflosigkeit.

„Die beständige Ungerechtigkeit gegenüber den Opfern von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist eine Schande, die schwer auf der Welt lastet. Doch selbst im Angesicht der jüngsten Feindseligkeiten hat die Internationale Gemeinschaft wieder einmal kaum mehr getan als ein Händeringen“, sagte Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

„Eine Untersuchung des Internationalen Strafgerichtshofs ist äußerst wichtig, um der allgegenwärtigen Kultur der Straflosigkeit ein Ende zu setzen. Damit der Gewaltkreislauf aus Verstößen und Ungerechtigkeit ein für alle Mal zum Stoppen gebracht wird, müssen alle Seiten den Gerichtshof drängen, bei derartigen Verbrechen Untersuchungen durchzuführen.“

In einem offenen Brief an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der heute am 1. August 2014 veröffentlicht wurde, fordert Amnesty International die Mitglieder des Rates dringend auf, sofortige Schritte zu unternehmen, um zum einen die Situation in Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten an die Strafverfolgungsbehörde des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC) zu übergeben und zum anderen darübeer hinaus ein umfassendes Waffenembargo zu verhängen und so direkt auf die Krise einzuwirken. open letter to the UN Security Council.
geschrieben von Amnesty International
Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von marina
als Antwort auf vom 24.08.2014, 11:29:23

Ich muß wohl zugeben,seitdem ich Dich hier lese,sehe ich Amnesty International etwas kritischer,
geschrieben von inga

Wenn du wüsstest, wie schnuppe mir das ist.

Unten im Link sind jetzt alle neuen Artikel von AI nachzulesen über den Gaza-Krieg:

Dabei verweise ich besonders auf den Artikel vom 7.8.2014: "Beweise für absichtliche Attacken auf medizinische Helfer durch israelische Armee im Gazastreifen häufen sich".
Wer dann noch nicht begriffen hat, was für eklatante Kriegsverbrechen hier stattfinden, dem ist nicht mehr zu helfen.

Hier also noch der Extra-Link: Beweise für absichtliche Attacken auf medizinische Helfer durch israelische Armee im Gazastreifen häufen sich
andrew99
andrew99
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Re: Hilferuf aus Gaza. Schaut nicht weg!
geschrieben von andrew99
als Antwort auf marina vom 24.08.2014, 13:57:24
das erstaunt mich nun doch, dass jemanden, der wie ich aus deinen ständigen AI Zitaten und Verweisen schließe, für AI aktiv ist und sich auch öffentlich äußert, das Ansehen dieser wichtigen NGO so egal ist.

Wenn alle Leute bei AI so eingestellt sind, kann das Ganze nicht objektiv sein und wird wirkungslos. Wenn man sich in diesem Konflikt überwiegend auf eine Seite stellt, wird man zur Partei und hat damit jede Möglichkeit verbaut, mit seiner Aktivität irgend etwas konstruktives zu bewirken. So ist die städige Forderung der AI, den ISTGH einzuschalten, in meinen Augen Propaganda. Nach dem Rom-Statut kann eine Einsetzung über den Bereich der Mitgliedsstaaten hinaus nur erfolgen, wenn der UN-Sicherheitsrat entsprechend tätig wird. Und das ist wegen der Nichtmitgliedschaft der USA und deren Vetorecht im Sicherheitsrat illusorisch.

andree

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