Internationale Politik Im Zweifel links ...

adam
adam
Mitglied

Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von adam
als Antwort auf justus39 † vom 21.10.2014, 11:37:59
Das Geschäft mit dem Hunger und die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist wohl eines der traurigsten Kapitel unserer profitsüchtigen Gesellschaft.
Es trifft ebenso wie der immer die Ärmsten und die Reichen verdienen daran.

justus


justus,

was schreibst Du da? Wenn Du ein profitsüchtiger Mensch bist und Dir dafür die Bezeichnung Terrorist aneignen möchtest, sprich in Ichform und lass die Gesellschaft aus dem Spiel.

Spekulation mit Grundnahrungsmittel geschehen vor Ort und die Preisentwicklung hängt zu allererst von Umwelt, Bevölkerungsentwicklung, Kriegen und Wechselkursen ab. Dabei ist ein Handel ohne "gute" Derivate, die Schwankungen auf dem Markt auffangen und für festgelegte Zeiträume Preise garantieren, nicht denkbar. Sie fungieren als eine Art Versicherung für Hersteller und Händler, ohne deren Preisgarantien sich kein Investor finden würde.

Lies den folgenden Link, in dem beschrieben wird, was Regierungen tun, um die Märkte transparent zu machen, welche Ursachen Preisschwankungen verursachen und welche Zusammenhänge es auf dem Rohstoff- und Finanzmarkt gibt. Oxfam ist sicher nicht die Stelle, die der Spezialist für das Thema ist.

Maßnahmen gegen die Nahrungsmittelspekulation

Wenn Du das gelesen hast, wirst Du wissen, warum das, was J.Augstein im Spiegel über "Wir sind Terroristen" geschrieben hat, eine pure Verleumdung ist und Deine Bemerkung über unsere "profitsüchtige Gesellschaft" in Bezug auf das Thema nicht stimmt.

--

adam
karl
karl
Administrator

Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 21.10.2014, 22:12:46
@ adam,

Du machst es Dir m.M. n. zu einfach.
Deutschland engagiert sich international und im europäischen Rahmen gegen exzessive Handelsaktivitäten mit Grundnahrungsmitteln und auf den Rohstoffmärkten. Der hierzu im Rahmen der Verhandlungen zur Überarbeitung der Richtlinie über Märkte in Finanzinstrumenten (MiFID) auf europäischer Ebene gefundene Kompromiss wird von Deutschland unterstützt.
geschrieben von Deiner Quelle
Das Engagement der Bundesregierung in dieser Sache bedeutet ja gerade, dass sie das Problem erkannt hat.
Im von Justus publiziertem Filmchen wird genau der Standpunkt auch vertreten, dass Terminkontrakte zunächst eine stabilisierende Wirkung haben. Angeprangert werden ebenso wie in Deiner Quelle die exzessiven Praktiken, die Derivate auf die Derivate etc.

Es gibt keinen Grund Justus so harsch anzugehen. Und was Augstein angeht: Der will natürlich provozieren und überspitzen. Es lohnt sich, seine Argumente in Ruhe durchzulesen.

Karl
adam
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Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 21.10.2014, 23:35:25
Karl,

wo bin ich denn Justus barsch angegangen? Lies meinen Beitrag mal mit ruhiger Stimme. Allerdings darf ich mich gegen die verallgemeinernde Bezeichnung wehren, ein Terrorist zu sein oder zu einer profitgierigen Gesellschaft zu gehören, die an Preissteigerungen in armen Ländern schuld ist. Diesen Vorwurf nenne ich barsch und er stimmt nicht. Der Beweis ist mir gelungen. Augstein hat nicht recht und Justus auch nicht.

Daß Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln möglichst verhindert werden sollten, ist eigentlich selbstverständlich, aber ein anderes Thema. Um das einigermaßen erschöpfend zu diskutieren, brauch man mehr und andere Informationen als die Basis einer politischen Einstellung, nach der die Schuldigen von Anfang an feststehen. Das ist anspruchsvoll. Ähnlich wie Dein Thema zu künstlich geschaffenem Leben.
Welcher Laie kann schon beurteilen, bis wann Derivate nützlich sind und ab wann und wie sie Preissteigerungen verursachen könnten? Und warum keinen Preisverfall, da ja auch auf sinkende Preise gewettet wird? Mit dem üblichen Hickhack, wie er ja hier auch schon angefangen hat, kommen wir bestimmt zu keinem Ergebnis.

--

adam

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Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 22.10.2014, 00:08:21
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ich meine hier seien nahrungs- mittelspekulationen relativ einfach erklärt, die artikel sind allerdings von 2013.

Ist die Spekulation mit Nahrungsmitteln gar nicht schlecht?
handelsblatt, 31.01.2013, von NORBERT HÄRING


Wie Finanzinvetoren für mehr essen sorgen, handelsblatt, 31.01.2013, von NORBERT HÄRING

meinetwegen können lebensmittel-spekulationen vom markt
verschwinden oder für riskofreudigere leute auch bleiben.
es sind/waren spekulationen AUF DEM PAPIER und nicht mit lebensmitteln in natura.
otto-normal-verbraucher sollte es mit aktien versuchen,
aber nur dann, wenn geld übrig ist.

am hunger der welt sind sie -wie adam gut erklärt- nicht schuld.

bei lebensmittelmangel wirkt sich am schlimmsten sich der [b]anbau von lebensmitteln für bio-sprit negativ aus.
gerade die, die die spekulation mit lebensmitteln AUF DEM PAPIER am lautesten anprangern,
waren ja so sehr für bio-sprit.

m./.
.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von olga64
als Antwort auf vom 22.10.2014, 16:32:44
Nur der, der Geld übrig hat, wird und kann es mit Aktien versuchen. Ein Grundprinzip ist jedoch eine breite Streuung - nicht den gesamten Spargroschen dafür verwenden und von den Firmen keine Ahnung haben, die Aktien ausgeben. Hier empfiehlt sich dann ein entsprechender Fonds - man muss aber auch ein wenig vertrauen können.
Schlimm waren die geschlossenen Fonds für SChiffe und Immobilien - aber auch war oft die Gier der Anleger nicht nachvollziehbar. In erster Linie zeichneten diese Anleger ja auch, weil sie Steuern sparen wollten - als es dann schief ging, riefen sie nach Hilfe der deutschen Steuerzahler.
Das brach ja schon den gierigen Investoren der Lehman-Bank das Kreuz, weil sie an Renditen von mehr als 10% glaubten - ein wenig gesunder Menschenverstand ist da schon sehr hilfreich.
Und wer Aktien hat, wird sie sowieso liegen lassen müssen,weil das Geld, das man beim Rückkauf erhält, ja nirgendwo angelegt werden kann, wenn man nicht das Kopfkissen präferieren sollte, wo es dann frei zugänglich für Einbrecher und zinslos schläft.
Aktien haben auch den Vorteil, dass es zusätzlich Dividende geben kann - die kann man dann ja verprassen. Olga
Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 22.10.2014, 16:43:04
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ja olga, stimmt,
allerdings tangierte ich aktien-anlage nur am rande.
liegenlassen muss man aktien, um keine spektulationssteuer zahlen zu müssen (staatliche wartefrist für steuerfreiheit).

falls sie danach im wert gestiegen sind, kann gerechnet werden,
ob der evtl. gewinn die anschaffungs-, verkaufs- und depotkosten deckt.
falls ein reizvoller gewinn bleibt, kann der verkauf überlegt werden, auch muss die jährliche ausschüttung in die überlegung einbezogen werden.

gewinnen kann man -wie überall- nur, wenn man nicht gierig wird.

nebenbei: ich hoffe, dass die null- und sogar minus-zinsen-zeit bald vorbei ist.
dass oma's spruch "geld gehört in den sparstrumpf" sich noch zur zeit meines lebens mal bewahrheitet, hätte ich vor 10 jahren noch nicht geglaubt

m./.

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Im Zweifel links ...
geschrieben von olga64
als Antwort auf vom 22.10.2014, 16:51:45
Diese niedrigen Zinsen sind ja nicht nur ein Nachteil. Die Häuslebauer freut es - jeden Kreditnehmer, der sich z.B. ein Auto anschaffen möchte, ebenfalls. Und dies ist letztendlich gut für unsere Ökonomie.
Und bei einem Leitzins in diesen unterirdischen Tiefen wird es sehr lange dauern, bis dieser wieder eine Höhe erreicht hat, die dann Zinsen von mehr 0.8% bietet.
Ein weiterer Vorteil ist ja auch, dass parallel die Inflation auf einem Tiefststand ist.
Waren früher Zinsen z.B. bei 5% und die Inflation bei 3%, sah es unter dem Schnitt auch nicht gerade gut aus, was netto blieb. Jetzt bleiben wenigstens die ca 1%, die man für längere Anlagen ja noch bekommen kann. Olga

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