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Internationale Politik Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen

Tina1
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Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Tina1
"Drei Jahre nach dem Sturz Gaddafis gleitet Libyen ins politische Chaos ab: Bei Kämpfen zwischen bewaffneten Milizen wurden allein in den vergangenen Tagen 200 Menschen getötet. Der Westen muss sich in den Konflikt einmischen. Denn nur Verhandlungen mit internationaler Vermittlung können Libyen jetzt noch helfen. Eine Analyse.

Bei den aktuellen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Islamisten nahen Milizen und Kampfeinheiten des säkularen Lagers geht es ausschließlich um Macht: Erst hat man gemeinsam gegen Gaddafi gekämpft und dann ausgelotet, wie stark das andere Lager ist. Zunächst auf politischer Ebene, im 2012 gewählten Nationalkongress, wo Islamisten immer wieder versuchten, ihren Plan der Islamisierung Libyens durchzudrücken."

Libyen
dutchweepee
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf Tina1 vom 02.08.2014, 19:13:10
Saddam, Gaddafi, Assad, Janukowytsch ...die Destabilisierung ganzer Staaten funktioniert doch prima. Stellt Euch vor, das wären noch immer Staaten, die dem Westen politisch die Stirn bieten könnten. Am liebsten hätten die US-Falken wohl auch solche Zustände in Russland.
Bruny
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Tina1 vom 02.08.2014, 19:13:10
Das hat leider so kommen müssen. Überall dort wo der Despot/Diktator ins Jenseits befördert wurde stellt sich das absolute Chaos ein. Wenn sich der Westen in Libyen einmischt, wird es den nächsten schlimmen Bürgerkrieg geben. Der Westen weiß nichts, aber auch gar nichts über die Mentalität der Stammesfürsten und der ca. 18 ethnischen Gruppen. Die Erde bebt an allen Ecken.

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Crimmscher
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Crimmscher
als Antwort auf dutchweepee vom 02.08.2014, 19:18:37
Noch hat Russland einen Putin, einen Fuchs, der den nächsten Weltkrieg nicht vom Zaun brechen wird und Europa vor der totalen Zerstörung bewahrt.

Auch wenn er dabei eigennützig agiert.

Man stelle sich vor, die russischen Nationalisten und Hardliner des Kremls hätten die politische Macht, dann könnten wir "Gute Nacht Europa" sagen.

Ihr Handeln wär getragen vom Hass des Volkes auf den Westen.

Crimmscher
Medea
Medea
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Medea
als Antwort auf Bruny vom 02.08.2014, 19:22:14
Stimme Dir zu Bruny.
Mit null Wissen über die Mentalität, die Sitten, komplizierten Strukturen in den Familien, Macht von Dorfältesten und Stammesfürsten,
von uralten archaischen Gebräuchen sind die USA sehr blauäugig in den Krieg gegen Saddam gezogen - das Ergebnis ist eine Katastrophe.

Sobald Assad sich nicht mehr halten kann, droht ihm und seinem Land
das gleiche Schicksal.
adam
adam
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von adam
als Antwort auf Tina1 vom 02.08.2014, 19:13:10
Bei den aktuellen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Islamisten nahen Milizen und Kampfeinheiten des säkularen Lagers geht es ausschließlich um Macht: (Quelle)
geschrieben von Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkstudio Kairo


Soll man eigentlich einen Lachkrampf kriegen bei der hellseherischen Erkenntnis von Peter Steffe, daß es bei den Kämpfen in Libyen um Macht geht?

Schon wenige Monate nach dem Eingreifen der Nato war klar, daß Gaddafi recht gehabt hatte als er El Quaida beschuldigte, ihn stürzen zu wollen. Aber alle Welt war ja so begeistert vom Arabischen Frühling, daß niemand darauf achtete als Gelder von der arabischen Halbinsel zu den Islamisten flossen und die soziale Revolution der Araber zu dem bewaffneten Versuch der Islamisten umgebogen wurde, die Macht an sich zu reißen. Niemand wunderte sich, daß plötzlich Waffen da waren, die ohne logistische Planung nicht hätten vorhanden sein können.

Sarkozy und Cameron nutzten das Mitleid der Bürger in ihren Ländern mit der Zivilbevölkerung Libyens, um militärischen Wahlkampf für sich zu machen und sich als Retter Libyens und Bezwinger Gaddafis feiern zu lassen. Da weder Frankreich noch Großbritannien in der Lage war, eine Flugverbotszone einzurichten und aufrecht zu erhalten und die Bundesrepublik sich bei dem Blödsinn verweigerte, sprangen die Amerikaner nach längerem Zögern ihren Nato-Verbündeten bei. Es dürfte das letzte Mal gewesen sein, daß die USA irgendwelchen europäische Großmäulern geholfen haben, denn sie mußten aus Europa natürlich auch die Prügel einstecken als bei den Bombadierungen Zivilisten starben.

Und jetzt soll Europa vermitteln, meint Herr Steffe? Zwischen wem denn? Wer ist denn verhandlungsbereit? Das wäre doch jetzt ein Fall für die Arabische Liga, die sonst immer darauf bedacht ist, daß Arabien Sache der Araber ist. Aber die Herren der Liga haben auch nur ein großes Mundwerk. Wenn es wirklich um Probleme geht, wenn es etwas zu leisten gilt, sind sie unfähig.

--

adam

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Bruny
Bruny
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Bruny
als Antwort auf adam vom 03.08.2014, 00:30:17
Die arabische Liga wird sich kaum einmischen wenn Stammesfürsten einen internen Krieg ausfechten.
Im Moment sind sie nur alle darauf bedacht, den "arabischen Frühling" von sich fern zu halten.
Ob die Macher dieses "Frühlings" das Ausmaß auch nur annähernd bedacht haben?

Ansonsten brauche ich keinen "Experten" um die Lage einschätzen zu können. Deshalb kann ich mich jetzt wieder sinnvollen Beschäftigungen widmen
adam
adam
Mitglied

Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von adam
als Antwort auf Bruny vom 03.08.2014, 07:57:46
Die Macher des eigentlichen Arabischen Frühlings waren einfache Bürger, die einfach nur mehr Selbstbestimmung und genug zu essen haben wollten. Weil es dafür mehr Demokratie und weniger totalitäre Macht von Staat und Religion braucht, hatten natürlich sowohl die Islamisten als auch die Emire Arabiens etwas dagegen und begaben sich ans Ruder der Unruhen.

Hätten die Politiker Europas vor 3 Jahren im ST gelesen, wären sie auf die Frage gestoßen, wem es nützt, wenn friedliche Demonstrationen plötzlich in bewaffnete Kämpfe ausarten und auch den Gedanken, daß die Bevölkerung Libyens mit einem entmachteten Gaddafi besser daran wäre, weil dieser den Staat hätte zusammenhalten können, als fragwürdige Personen, von denen bekannt war, daß sie aus dem Machtbereich Gaddafis ausgeschert waren oder sie zu den Führern der Senussi gehören.

--

adam
Tina1
Tina1
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Tina1
als Antwort auf Bruny vom 02.08.2014, 19:22:14
Das hat leider so kommen müssen. Überall dort wo der Despot/Diktator ins Jenseits befördert wurde stellt sich das absolute Chaos ein. Wenn sich der Westen in Libyen einmischt, wird es den nächsten schlimmen Bürgerkrieg geben. Der Westen weiß nichts, aber auch gar nichts über die Mentalität der Stammesfürsten und der ca. 18 ethnischen Gruppen. Die Erde bebt an allen Ecken.


Bruny aus heutiger Sicht trifft das voll zu was du schreibst u man könnte sagen es wäre anders besser gewesen. Ich frage mich aber trotzdem, konnte man das als man die Diktatoren stürzte voraussehen? Wie ich mich erinnere wollten die Menschen nicht mehr in einer Diktator leben.
Kein Mensch will das. Ich weiß von was ich rede, denn ich bin aus diesem Grund aus meiner Heimat geflohen. Und in den arabischen Ländern war u ist Dikator noch was ganz anderes wie ich es erlebt habe. Die Frage stellt sich mir wäre es nicht ohne Strurz der Diktatoren nicht trotzdem dazu gekommen das Islamisten sich zusammen rotten wie die jetzt "Isis" (vorher die Al Qaida) um ihr Ziel einen Gottesstaat „Islamischen Staats“ zu errichten? Attentate gab es doch schon genug u das auch auf die Zivilbevölkerung, nur unter anderem Namen?

Ich maß mir nicht an zu entscheiden was richtig oder falsch war oder ist. Wir alle haben unser Wissen nur über das was uns die Medien präsentieren u gerade das wird ja jetzt so kritisch gesehen. Denn wer weiß ob das alles stimmt was uns erzählt wurde oder wird u das in allen Richtungen. In diesen Ländern geht es m. E. nicht nur um politische Interessen von außen sondern der Hauptgrund sind religiöse Konflikte, Islamisten-Organisationen wollen die Macht an sich reißen. Das sind meine Gedanken, nicht mehr u nicht weniger. Sie müssen nicht richtig sein, aber was ist schon richtig in dieser zerstrittenden arabischen Welt? Übrigends ich will auch nicht das sich der Westen einmischt.
Tina
Tina1
Tina1
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Re: Kämpfe bewaffneter Milizen in Libyen
geschrieben von Tina1
als Antwort auf adam vom 03.08.2014, 00:30:17

Und jetzt soll Europa vermitteln, meint Herr Steffe? Zwischen wem denn? Wer ist denn verhandlungsbereit? Das wäre doch jetzt ein Fall für die Arabische Liga, die sonst immer darauf bedacht ist, daß Arabien Sache der Araber ist. Aber die Herren der Liga haben auch nur ein großes Mundwerk. Wenn es wirklich um Probleme geht, wenn es etwas zu leisten gilt, sind sie unfähig.
adam
geschrieben von adam


Adam ich seh das auch so. Warum gibt es keine Hilfe, kein Eingreifen in Konflikten innerhalb der arabischen Länder? Ich habe davon noch nichts gehört. Aber nur sie hätten die Macht da etwas auszurichten, denn nur sie wissen am besten was für sie richtig ist. Die Muslime aller arabischen Staaten müssten sich m. E. zusammenschließen im Kampf gegen diese terroristischen Gruppen "Gotteskrieger". Warum passiert das nicht? Nur die Völker selber können was dagegen tun.
Vorallem das Eingreifen von Außen bringt doch nichts, lief doch alles schief und wird dann natürlich aufs schärfste kritisiert.
Außerdem wird keine islamistische Terrororganisation verhandlungsbereit sein.
Tina

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