Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?

Internationale Politik Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?

Tina1
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf luchs35 † vom 08.11.2020, 19:31:19
Er wird eher ein starkes als ein glückliches Händchen benötigen, Bruny, und er hat nur 4 Jahre Zeit, in denen ihm die  Republikaner alle Steine in den Weg legen werden, die sie nur erwischen können, denn deren Ziel ist nach wie vor die eigene Macht, an die sie bei Halbzeit greifen können. 
Ich erinnere auch mal an die Zeit , als Demokrat Obama gewählt wurde. Auch er hatte alles am Hals, was Republikaner Bush in die Wege leitete, und das hatte es in sich, wie wir ja wissen: Krieg  Iran, Krieg Afghanistan, Folter von Gefangenen etc.. etc. Obama wurde zu vielen Kompromissen gezwungen, deshalb steht er noch heute gut da, obwohl bestimmt nicht alles zu seinen Gunsten ausgelegt werden kann. Auch er stand vor einem Dilemma, das ihm Bush hinterlassen hatte.

Und ich fürchte, dass auch Biden vor riesigen Belastungen stehen wird - auch ohne den hechelnden Trump im Rücken. 
Luchs35
Moira
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Moira
als Antwort auf Edita vom 09.11.2020, 09:24:35

...ist denn schon klar, auf welche Mehrheitsverhältnisse der designierte Präsident im Kongress treffen wird? Ich meine gelesen zu haben, dass die Stichwahlen  dazu erst im Januar stattfinden werden.

Grundsätzlich jedoch, dürfte wohl davon auszugehen sein, dass Biden zunächst mit der Bewältigung von Problemen im eigenen Land gut beschäftigt sein wird. Und inwieweit er dem Wunschprogramm der EU entgegen kommt, werden wir im Laufe der Zeit ganz sicher erfahren!

Sealord48
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Sealord48
als Antwort auf Tina1 vom 09.11.2020, 12:19:06

So sehe ich es auch, dazu kommt noch die reale total gespaltene Nation der Amerikaner.
Besonders bemerkenswert ist jedoch, das Millionen Republikaner trotz besserem Wissen an Ihrer Meinung festhalten. Es geht hier nicht um Anerkennung der Wahrheit und eindeutigen nachgewiesenen Fakten, sondern um das sichern persönlicher Stellungen und Einkommen. Amerika war schon immer das Land des totalen Egoismus. Ich verstehe unter Demokratie im übrigen nicht das, was die USA darunter versteht, was man problemlos schon an den Wahlordnungen und Gesetzen erkennen kann.
Im übrigen sind beide Parteien in den wesentlichsten Punkten gar nicht so weit auseinander.
Letztendlich wird Old Joe genau wie sein Vorgänger keine großen realistischen Chancen haben, die Menschen dieser 50 Staaten zu vereinen.
Was die Wähler der USA mit diesem Präsidenten Trump ihrem eigenen Land und der ganzen Welt angetan haben, wird die Welt in vielen Generationen nicht vergessen und die zwischenstaatlichen Beziehungen auf sehr lange Zeit erheblich trüben. 


Wolf


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Bias
Bias
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Bias
als Antwort auf Sealord48 vom 09.11.2020, 14:19:39
So sehe ich es auch, dazu kommt noch die reale total gespaltene Nation der Amerikaner.
Besonders bemerkenswert ist jedoch, das Millionen Republikaner trotz besserem Wissen an Ihrer Meinung festhalten. Es geht hier nicht um Anerkennung der Wahrheit und eindeutigen nachgewiesenen Fakten, sondern um das sichern persönlicher Stellungen und Einkommen. Amerika war schon immer das Land des totalen Egoismus. Ich verstehe unter Demokratie im übrigen nicht das, was die USA darunter versteht, was man problemlos schon an den Wahlordnungen und Gesetzen erkennen kann.
Im übrigen sind beide Parteien in den wesentlichsten Punkten gar nicht so weit auseinander.
Letztendlich wird Old Joe genau wie sein Vorgänger keine großen realistischen Chancen haben, die Menschen dieser 50 Staaten zu vereinen.
Was die Wähler der USA mit diesem Präsidenten Trump ihrem eigenen Land und der ganzen Welt angetan haben, wird die Welt in vielen Generationen nicht vergessen und die zwischenstaatlichen Beziehungen auf sehr lange Zeit erheblich trüben.
Wolf
Keine Frage, Sealord - Mr. Trump scheint ein Unsympath und gewiss auch ein gewaltiger Urrumpel zu sein.
Doch ganz so hoch, dass er vermittels seiner Wähler der Welt über Generationen hinweg unverzeihliches Unheil angetan hätte, ganz so hoch würde ich es nun wirklich nicht hängen.
Zumindest waren Kriege nachweislich nicht sein Ding und was die Vermittlung zwischen Bahrain, den VAE, dem Sudan und Israel angeht, dafür wäre sein charmanter Vorgänger, hätte er das hinbekommen, wahrscheinlich heilig gesprochen worden.

Seine immerhin aktuell rd. 70 Mill. Wähler in den Staaten für tendenziell unterbelichtet zu halten, dafür fehlt mir sowohl die Überheblichkeit als auch die Phantasie.
Tina1
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Tina1

In der Sendung von Maybrit Illner, wurde unter anderem über die Fragen "warum lief die Wahl so, wie sie gelaufen ist?" und ist Biden der richtige Mann, für die Versöhnung der Amerikaner, diskutiert. Biden wurde von vielen gewählt, weil man Trump verhindern wollte. So wie ehemalige demokratische Wähler Trump gewählt hatten, weil man Clinton verhindern wollte, die als Kriegstreiberin bekannt war. Es war also hauptsächlich eine Antitrumpwahl, keine Wahl für die Person Biden, was aber wichtig wäre.

Und was Biden als Erstes tun will, wie er äußert, was richtig u wichtig ist, wie all die Abkommen wieder zu aktivieren, das ist aber für die Millionen Trumpwähler uninteressant. Damit kann man sie nicht zurückgewinnen. Für sie ist nur wichtig, was sie selber betrifft und da geht es als Erstes um die Wirtschaft, um Jobs, denn ohne läuft nichts, in Amerika gleich garnicht u da hat Trump geliefert. Dann kommen persönliche Wünsche, die unterschiedlich sind u es geht meistens nur um einen Punkt.
Für die einen ist das Thema Abtreibungsgesetz wichtig. Für die anderen, die Angst, das der Flügel der ganz außen stehenden Linken der Partei, an Macht gewinnt. Die für den Kurs, Sozialismus, Richtung Kommunismus, stehen, deshalb haben auch die Kubaner, Latinos nicht die Demokraten gewählt, denn sie sind aus den kommunistischen Ländern geflohen. Für andere ist Ordnung u Sicherheit das wichtigste, gerade was die Drogenkriminalität betrifft, anderen geht es um das Waffengesetz usw. Trump hat es verstanden, so kann man es in der Sendung hören, auf all diese verschiedenen Gruppen einzugehen, das hat ihm die Wähler gebracht.

Und genau das haben die Demokraten verpasst während ihrer Regierungszeit. Sonst hätte kein Trump gewinnen können. Die demokratische Partei ist in keinster Weise einig, weil es unterschiedliche Strömungen, Interessen gibt. Es ist nicht so wie in Deutschland, das die Wähler zwischen "SPD" u "die Linke" wählen können. Ich denke, das ist ein großer Nachteil für diese Partei. Das alles konnte man in den politischen Sendungen hören u in den Medien lesen.

In meinen Augen wird es Biden sehr schwer haben, diese große Spaltung zu versöhnen. Das hätte er unter Obama vor 2016 vielleicht noch gut schaffen können. Biden war 8 Jahre in der Regierung, warum wurde nichts gegen die Spaltung gemacht? Schon vor Trump war das Land mehr als gespalten, das zeigt die Reportage von Lanz " Amerika ungeschminkt" 2016 vor der Wahl. Jetzt wird es viel schwerer werden, denn es gibt noch viele andere große Probleme und das Land ist wirtschaftlich ziemlich am Boden. Woher will Biden so schnell Millionen Arbeitsplätze hernehmen? Aber auf das warten die Menschen. Damit wird Biden gemessen werden. Und wie will er das große Problem Corona schnell in den Griff bekommen? Aber auch das ist für die Wähler sehr, sehr wichtig. Bidens Reden waren sehr gut, sie haben begeistert. Jetzt kommt es darauf an, was kann er von all den Versprechungen einhalten, durchsetzten u das möglichst schnell? Aber das fordert die Wähler von ihm. Man kann nur hoffen, dass ihm einiges gelingen wird, ich bin gespannt.
Tina

"maybrit illner" vom 5. November 2020

https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/us-wahl-bis-zur-letzten-stimme-bleibt-trump-an-der-macht-5-november-2020-100.html

Die Gäste: • Annalena Baerbock (Bündnis `90/Die Grünen), Parteivorsitzende • Sudha David-Wilp, stellvertretende Direktorin im Berliner Büro,  ... Thomas Gottschalk,  Constanze Stelzenmüller, Politikwissenschaftlerin , John Bolton .

olga64
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Moira vom 09.11.2020, 13:03:40
...ist denn schon klar, auf welche Mehrheitsverhältnisse der designierte Präsident im Kongress treffen wird? Ich meine gelesen zu haben, dass die Stichwahlen  dazu erst im Januar stattfinden werden.

Grundsätzlich jedoch, dürfte wohl davon auszugehen sein, dass Biden zunächst mit der Bewältigung von Problemen im eigenen Land gut beschäftigt sein wird. Und inwieweit er dem Wunschprogramm der EU entgegen kommt, werden wir im Laufe der Zeit ganz sicher erfahren!
DEr Kongress wird alle zwei Jahre neu gewählt. D.h., er wurde nach zwei Jahren Trump neu gewähl (das nennt man dann die Midterm Elections) und jetzt wieder am Wahltag 3.11.2020.
Im Senat haben sowohl die Demokraten als auch die Republikaner jeweils 48 Sitze.
Zu vergeben sind hier 100 Sitze, d,h., es sind noch 4 Sitze offen.
IM Abgeordnetenhaus haben die Demokraten 213 und die Replublikaner 199 Sitze.
Hier geht es um 435 Sitze; d.h., es sind noch 23 Sitze offen.
Die Zertifizierung der Wahl durch die Wahlmänner/-frauen erfolgt Anfang Dezember, womit dann auch die Besetzung des Kongresses bestimmt wird.
Das wird das Regieren für Biden/Harris erschweren, weil man sich vor der Wahl eindeutigere Mehrheitsverhältnisse erwartete.
Aber richtig ist, dass Biden/Harris für die USA zuständig sind und es liest sich schon seltsam, wenn jetzt Deutsche Forderungen u.ä. an Biden stellen, der ja noch gar nicht Präsident ist. Das wird er erst mit seiner Vereidigung am 20. Januar 2021 - bis dahin heisst der Präsident Trump. Olga

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Sealord48
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Sealord48
als Antwort auf Bias vom 09.11.2020, 16:57:24

Sorry, aber ich habe den Begriff unterbelichtet weder verwendet, noch gemeint. Ich habe lediglich die Aussage " trotz besserem Wissen und belegter Fakten " benannt.
 

Bias
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Bias
als Antwort auf Sealord48 vom 09.11.2020, 18:40:25
Sorry, aber ich habe den Begriff unterbelichtet weder verwendet, noch gemeint. Ich habe lediglich die Aussage " trotz besserem Wissen und belegter Fakten " benannt.
 
Stimmt - das war meine Betrachtung.
Doch auf was würdest Du aus einem solchen Verhalten schließen?
Sealord48
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von Sealord48
als Antwort auf Bias vom 09.11.2020, 19:02:21

Ich diskutiere gerne, akzeptiere auch die Meinung anderer, lasse mich auch überzeugen, wenn es bessere Argumente und Fakten auf der Gegenseite gibt, aber was soll ich von Personen halten, die meine Argumentation nicht sachgerecht widerlegen können ?
Darüber hinaus sind die gesammelten Lügen des Herrn Trump ja wohl eindeutig weltweit widerlegt.
Es gibt da ein deutsches Sprichwort: Gegen Dummheit ist leider kein Kraut gewachsen.
Hier hält man wie bereits erwähnt nur noch trotz besserem Wissen weiterhin an der Unwahrheit fest.
Das ein Herr Trump sehr vielen Menschen geschadet hat und das auch weltweit. um nur ein Beispiel 
zu nennen. Austritt aus der WHO, und das bei einer weltweiten Pandemie, kann ja wohl niemand bestreiten.
Diese Aufzählungen könnten im übrigen noch stundenlang fort gesetzt werden

 

olga64
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RE: Kann der neue Präsident der USA, Jo Biden, die USA mit sich und der Welt versöhnen?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Sealord48 vom 09.11.2020, 19:21:39

DAs ist alles richtig, was Sie schreiben.
ABer es fordert auch zum Nachdenken auf, wenn in den USA nach all diesen "Eskapaden" trotzdem 70 Mio Menschen diesen Mann erneut wählen und er in den vier Jahren, wo er das Land regierte, beleidigte und den Ruf ruinierte, stets stabile Zahlen hatte.
Ich habe dafür nur die Erklärung, dass die Menschen, die an ihm festhalten, aus dem gleichen Kaliber sind und denen Grossmäuligkeit, Brutalität und Lügen wichtiger sind als Anstand, Toleranz und Mitmenschlichkeit.
Klar war mir das eigentlich schon immer, aber die Masse der Menschen, die dies präferiert ,erschreckt mich und war mir bisher nicht klar, bzw. habe ich es verdrängt.

Aber die USA sind nicht das einzige Land, das zum Nachdenken dieser gesellschaftlichen Einzelheiten zwingt: denken wir an die Türkei, Polen, Ungarn, Brasilien, Russland, Belarus (um nur einige zu nennen). Olga


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