Internationale Politik kein Weihnachtsmärchen...

nerida
nerida
Mitglied

kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von nerida
allein hier fehlt mir der Glaube...
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Bruny
als Antwort auf nerida vom 19.12.2014, 06:38:10
Mir auch, Nerida. Mir fehlt bei der Selbstdarstellung sogar sehr viel Glauben
Bruny
Medea
Medea
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Medea
als Antwort auf nerida vom 19.12.2014, 06:38:10
Hallo Nerida, hallo Bruny,

wo fängt Nichtglauben an? Was Todenhöfer in dem Interview
verlautbaren läßt, ist monströs und infernalisch - vielleicht
doch kein "Wintermärchen"?
Warum sollte er sich von der IS instrumentalisieren
lassen? Was verspricht sich die IS von solchem Schauer-"Märchen" ?
Bisher hat der Westen ja in der Tat die IS unterschätzt und
wacht langsam auf.



Medea.

Anzeige

carlos1
carlos1
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von carlos1
als Antwort auf nerida vom 19.12.2014, 06:38:10
Wer das Interview mit Todenhöfer gehört hat, soll der/die nun sagen "Ich glaube nicht"? Schließlich ist T. zwei Wochen durch das Land des Kalifatstaates gereistund berichtet über seine Eindrücke. Er bietet eine Deutung des Gesehenen an und ordnet Beobachtungen in uns bekannte politsche und religiöse Zusammenhänge an.

Seine Beobachtungen widersprechen anderen Analysen nicht, denen zufolge der IS sich im sunnitischen Bereich sicher bewegt und Zustimmung findet.

Die Feststellung, dass es sich bei den IS-Zielen um eine der größten Säuberungsaktionen der Geschichte handelt, entspricht dem, was in den letzten Monaten die Medienwelt in grausamen Details ausführlich berichtet hat (z. B. Jesiden): die Vernichtung von Hunderten Millionen Andersgläubigen soll es noch geben. Dazu zählen auch Muslime in Europa, die demokratisch infiziert seien. Sie stellen das Wort des Staates über das Wort Allahs, verstoßen damit gegen das Gebot, dass allein der Islam (= Ergebung in den Willen Gottes) die Lösung aller Probleme ist.

Vielleicht erscheint es nicht glaubhaft, wenn Todenhöfer Kritik an de Einschätzung und dem Umgang deutscher Behörden bei IS-Heimkehrern übt. Diejenigen, die zurückkehren seien doch die Gescheiterten, von ihnen gehe nicht die große bzw. keine Gefahr aus. Gefährlich seien vielmehr jene, die im Begriff sind für den IS in den Kampf zu ziehen.

Die akute Bedrohungslage umschreibt Todenhöfer mit der überprüfbaren Feststellung, dass kein Muslim aus Glaubensgründen einen Deutschen ermordet hat, wogegen viele Muslime in Dtld zu Tode gekommen sind. Er vergisst die Sauerlandgruppe mit dem versuchten Sprengstoffanschlag.D Den Blick sollte man aber auch nicht wie T. allein auf Dtld richten. In den Niederlanden gab es Anschläge durch Islamisten, es gab Todesdrohungen durch Fatwas.

Ob wir seine Einschätzungen teilen oder nicht, auf jeden Fall ist Todenhöfers knapper Bericht ein Mosaikstein zu einem Bild aus einer unzugänglichen Welt.

Mir erschließt sich nicht so ganz, warum der Thread mit dem Titel "Kein Wihanschtsmärchen ..." eröffnet wird. Die Entwicklung der Lage im Nahen und Mittleren Osten gibt seit langem keinen Anlass auf ein Märchen zu hoffen.
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Medea vom 19.12.2014, 08:37:53
Hallo Medea, ich glaube nicht dass er sich instrumentalisieren lässt. Ich glaube nicht, dass der IS ihm Einsicht gewährt. Damit will ich sagen, ich glaube nicht dass er vor Ort und mitten im Geschehen war, sonst wäre meines Erachtens sein Auftreten glaubwürdiger gewesen.
Aber wie immer, ist das nur meine unmaßgebliche Meinung
Bruny

P.S. genau Carlos, er sagt ja absolut nichts Neues, sondern sagt dass was andere bereits analysiert haben.
Medea
Medea
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Medea
als Antwort auf Bruny vom 19.12.2014, 09:25:41
Hallo Bruny, hallo Carlos,

Deine Meinung Bruny finde ich ganz und gar nicht unmaßgeblich, -
was den fatalen Umgang mit Assad betrifft, gibt es ja auch Übereinstimmung.

Zitat Bruny -
"ich glaube nicht dass er vor Ort und mitten im Geschehen war, sonst wäre meines Erachtens sein Auftreten glaubwürdiger gewesen.
Aber wie immer, ist das nur meine unmaßgebliche Meinung
Bruny"

- Zitatende -

Mir erscheint Todenhöfer diesmal recht glaubwürdig, anders als
damals, als er über die Palästinenser berichtete.
Eine Riesentodeswelle soll der Weltherrschaft des Islam in der
Vorstellung der IS vorausgehen - mir kommt es vor, wie von Irren
erdacht. Gotteskrieger sind grenzenlos.

Medea.

Anzeige

Bruny
Bruny
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Medea vom 19.12.2014, 10:51:17
Liebe Medea, es hat nur eine kleine Handvoll übelster Schurken und Verbrecher gebraucht, um ein Heer von dumpfen Menschen hinter sich herzuziehen. Vom Hören/Sagen erinnert mich das fatal an vergangene Zeiten. Man wird bei diesen Mördern, ich tue mir ganz schwer mit dem Wort Gotteskrieger, keine gebildeten oder intellektuelle Menschen finden. Und das wollen die Leader auch gar nicht. Nur ein dummes Gefolge kann man in Schach halten mit dem Versprechen auf ein Paradies und Jungfrauen .

Herr Todenhöfer hat für mich nichts neues gesagt, sondern nur das was bereits mehrmals berichtet war. Als Sprachrohr braucht der IS ihn nicht, denn die können sich ganz gut selbst im Internet darstellen und welchen Vorteil hätten sie, ihn mitten ins Geschehen zu lassen. Sie hätten ihn als Geisel gefangen nehmen und Lösegeld verlangen können aber das haben sie sich entgehen lassen? Auch seine Mimik hat mir nicht den Eindruck erweckt als wäre er gerade von einem Ort des Grauens zurückgekehrt.
Und ja Du hast recht, seine Berichterstattung über Palästina war einseitig und auch dort war er nicht mitten im Geschehen.
Also für mich ist er dann eher eine Randfigur (Wortspiel ).

Aber wir brauchen Herrn Todenhöfer ohnehin nicht, um uns ein Bild über den IS zu machen. Der stellt sich schon selbst grausam genug dar.
Bruny

O.T.
Was bin ich froh, dass hier die Sonne scheint, wenigstens ein Lichtstrahl in dieser traurigen Welt.
karl
karl
Administrator

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von karl
als Antwort auf Bruny vom 19.12.2014, 13:06:12
Todenhöfer war am Anfang des letzten Gazakriegs in Gaza und er war auch jetzt im Kriegsgebiet in Syrien und im Irak. Ich halte ihn für einen sehr intelligenten und mutigen Menschen mit Herz für das Leid der Opfer.

Was ist an seinem Bericht unglaubwürdig?

Karl
Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf karl vom 20.12.2014, 00:10:06
Für Unglaubwürdig halte ich seinen Bericht nicht.
Ich bin auch überzeugt er hat versucht neutral zu berichten von dem was er gesehen und gehört hat.

Allerdings frage ich mich, wo durfte er hin?
Hat er nur sehen dürfen wo es nach außen einigermaßen friedlich ausschaut?
Die Menschen mit denen er redete, durften, wagten sie offen zu reden wie sie tatsächlich empfanden und denken, ohne Angst zu haben hinterher Probleme zu bekommen (mal vorsichtig formuliert) ????

Ich bin auch überzeugt, es gibt Regionen wo die Menschen aus Angst versuchen angepaßt zu leben, um zu überleben!
Dafür habe ich auch Verständnis.
Würde ich vielleicht auch tun???

Monja.
nerida
nerida
Mitglied

Re: kein Weihnachtsmärchen...
geschrieben von nerida
als Antwort auf carlos1 vom 19.12.2014, 09:24:11
Wer das Interview mit Todenhöfer gehört hat, soll der/die nun sagen "Ich glaube nicht"? Schließlich ist T. zwei Wochen durch das Land des Kalifatstaates gereistund berichtet über seine Eindrücke. Er bietet eine Deutung des Gesehenen an und ordnet Beobachtungen in uns bekannte politsche und religiöse Zusammenhänge an.
Seine Beobachtungen widersprechen anderen Analysen nicht, denen zufolge der IS sich im sunnitischen Bereich sicher bewegt und Zustimmung findet.


Ich habe niemanden aufgefordert, hier ungläubig zu sein - denn das Gefühl hatte erstmal ich bei dem Einstellen des Tagesschaubeitrags.

Für mich hat sich Todenhöfer eindeutig von der IS intrumentalisieren lassen, denn die Drohung 150 Mill. Menschen umzubringen ist doch genau das was Terroristen bezwecken "Grauen und "Todes"-Angst zu verbreiten).

Laut seiner Aussage wollen sie aber weltweit nur ihre eigenen Glaubensgenossen, die an Demokratie glauben und erhoffen, die Shiiten, die Jesiden und alle anderen Religionsangehörige entweder bekehren oder töten.
Nur drei Weltreligionen soll es dann noch geben und das sind die Muslime nach ihrer Fasson, die Christen und tatsächlich die Juden.
Das ist sowas von absurd.

Seine sonstigen Betrachtungen, sind entweder inzwischen Jedermann bekannt oder ganz einfach falsch.

Todenhöfer will ein neues Buch herausbringen - dafür hat ihm die ARD eine hervorragende wenn auch zweifelhafte Werbeplattform geboten.

Anzeige