Internationale Politik Kinderarmut in Deutschland?

jeweller
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Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von jeweller

Habe eben gehört in dem REICHEN DEUTSCHLAND, wachsen fast 3 Millionen Kinder in ARMUT auf. Stimmt das? Ich dachte das gibt es nur bei uns in AFRIKA.

LG Hubert

 

Morvan
Morvan
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Morvan
als Antwort auf jeweller vom 22.07.2020, 10:03:08
Habe eben gehört in dem REICHEN DEUTSCHLAND, wachsen fast 3 Millionen Kinder in ARMUT auf. Stimmt das? Ich dachte das gibt es nur bei uns in AFRIKA.

LG Hubert
 
@jewellier

Es gibt in JEDEM Land Kinderarmut und nicht nur in dem "Reichen Deutschland"
Bedingt durch diese Armut der Familien entstand schon immer und überall  Kinderprostitution.
Und das ist überall zunehmend mit immer jüngeren Kindern (Mädchen wie Jungen)
In den "Goldenen Zwanziger Jahren" "schafften" die Kinder aus den Elendsquartieren Berlins an  der Rotunde am KADEWE am Wittenbergplatz an. (es wurden Mädchen ab 6 Jahren erwähnt)

Kinderarmut - Kinderprostitution und Kinderpornografie liegen im Verschulden ALLER Industriestaaten und das nicht erst seit gestern.

Morvan
Edita
Edita
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Edita
als Antwort auf jeweller vom 22.07.2020, 10:03:08
Habe eben gehört in dem REICHEN DEUTSCHLAND, wachsen fast 3 Millionen Kinder in ARMUT auf. Stimmt das? Ich dachte das gibt es nur bei uns in AFRIKA.

LG Hubert

 
Wäre ich zynisch, würde ich Dir sagen, daß - an der Kinderarmut in Afrika gemessen, die Kinderarmut in Deutschland sicher auf weit höherem Niveau "stattfindet", als es das Niveau in Afrika hergibt, denn immerhin haben die armen Kinder in D Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Bildung, zu Gesundheit und letztlich auch zum Essen!
Arme Kinder in Afrika müssen tagtäglich um ihr Überleben kämpfen, so krass ist es in Deutschland nicht, dennoch .......

Kinderarmut hat langfristige Auswirkungen auf das spätere Leben der betroffenen Kinder und ist ein regelrechter Teufelskreis, was bedeutet, daß all zu oft, Kinder aus armen Familien auch zu sozial bedürftigen Erwachsenen werden, die wieder sozial benachteiligte Kinder bekommen, und so wird
Armut auf der Welt von einer Generation in die nächste
" vererbt ", ganz zu schweigen davon, wie in diesen Kindern die Seele zum Leiden verdammt ist!
Dieses Leid teilen sich die deutschen und afrikanischen Kinder ganz sicher ....... mehr als 385 Millionen Kinder leben weltweit in extremer Armut, das müssen die 2.8 Mio. deutsche Kinder sicher nicht, aber es ist ein verdammtes Armutszeugnis für hoch gelobte florierende Wirtschaften!

Edita
 

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freddy-2015
freddy-2015
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf jeweller vom 22.07.2020, 10:03:08
Hubert,
hier muss kein Kind hungern,
denn es gibt reichlich Zuschüsse und im Notfall die Tafel.
Das Problem dieser Kinder ist ja wie Edita bereits schrieb,
es fehlt die Bildung um ein Leben in normalen Bahnen zu leben ohne Hartz IV.
Die Bildung ist zwar hier für jeden kostenlos und es wird kein Schulgeld bezahlt,
aber wenn der soziale Status bzw. die Familie sich hängen lässt dann leidet auch das Kind.
Für alles und jedes kann man Zuschüsse beantragen, aber Nachhilfe.???

Da bin ich im Moment unsicher,
aber auch da gibt es Förderstufen an manchen Schulen,
und auch wieder von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Kinderarmut richtet sich an den Standard jedes einzelnen Staates.
Mindesteinkommen hier,
zieht immer noch wie ein Magnet hunderttausende Zuwanderer an.
Trotzdem sterben mehr Menschen hier in Deutschland als geboren werden.




 
jeweller
jeweller
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von jeweller
als Antwort auf freddy-2015 vom 22.07.2020, 12:09:00

freddy, wenn mehr Menschen sterben als geboren werden, dann seit ihr ja vom aussterben bedroht, oder?
Die sagten nichts von HUNGER sondern ARMUT.
Bei uns (SA) gibt es in den Schulen auch 3 Malzeiten damit die Kinder nicht hungern.
Doch das meiste Geld genehmen sich die Politiker. Leider, ist es eine andere Mentalität. Man achtet darauf, das es dem Häuptling nicht schlecht geht.

LG Hubert

Lissy52
Lissy52
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Lissy52
als Antwort auf freddy-2015 vom 22.07.2020, 12:09:00

Es gibt einen Anspruch auf  Bezahlung des Nachhilfeunterrichts, wenn Hartz 4  Kinder schlecht in der Schule sind. . Das ist im sogenannten " Teilhabe Paket " festgelegt. Allerdings muss das Kind in dem Fach eine Note unterhalb von " befriedigend " haben.

 Ich denke den armen Kindern in Deutschland geht es sehr viel besser, als den armen Kindern in Südafrika.

Hier ist die Armut des Kindes  oft auch dadurch bedingt, dass Eltern das vom Staat eigentlich dem Kind zugedachte Geld für sich und ihre Süchte ausgeben. 

Armut hat manchmal gar nichts mit dem vorhandenen Geld zu tun, sondern mit Vernachlässigung .

 


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Tina1
Tina1
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Tina1

"In der Bundesrepublik wachsen 2,1 Millionen unter 15-Jährige in Familien auf, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt. Eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verdeutlicht, was Armut für den Alltag der Kinder bedeutet: Er ist geprägt von Verzicht und einem Mangel an Teilhabe. Für eine zweite Untersuchung haben Armutsforscherinnen der Universität Frankfurt vertiefende Interviews mit Eltern und Fachkräften geführt. Demnach kann das staatliche Unterstützungssystem Armut nur unzureichend auffangen. "Es gibt in Deutschland ein hohes Maß an verdeckter Armut, weil Familien trotz sehr geringem Einkommen kein Sozialgeld bekommen oder beantragen."
 
Via
Via
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Via
als Antwort auf Tina1 vom 22.07.2020, 15:49:59

Irgendetwas verstehe ich grundsätzlich falsch, oder ich bin definitiv zu alt für diese Welt!
Aussagen in diesem Beitrag:
 
14 % leben ohne Internet
38 % ohne Auto
Eine Woche in den Urlaub fahren ist für 76 % nicht möglich
20 % leben in beengten Wohnverhältnissen
31 % in Haushalten, in denen es nicht möglich ist, Freunde zum Essen einzuladen
10 % haben nicht genügend Kinderkleidung
Meine Kinder haben kein richtiges Bett, keinen Kleiderschrank
Die Kinder erleben das häufige Neinsagen als große Belastung
 
Als Kind der 1950er Jahre und Tochter von Flüchtlingen habe ich Armut erlebt, aber nicht als Mangel, sondern verbunden mit guten Erinnerungen.
 
Meine Mutter, Jahrgang 1933, konnte nicht mit Fleisch umgehen (sie kannte es als Kriegskind einfach nicht), aber aus ein wenig Mehl, wenn vorhanden auch mit Gemüse und Obst, alles zaubern, was schmeckt und satt macht. Später kamen nahrhafte Haferflocken dazu …
 
Wir hatten anfangs natürlich auch kein Auto, haben aber mit Fahrrädern Ausflüge unternommen. Unseren Proviant hatten wir immer dabei, das war lange vor MacIrgendwas.
 
Urlaub kenne ich erst seit meiner eigenen Berufstätigkeit, vorher gab es den Baggersee.
 
Meine Eltern hatten noch eine 6-Tage-Woche, ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben, dennoch ein Wochenendgefühl zu vermitteln.
 
Unsere erste Wohnung bestand aus 2 Zimmern. Mein "Bett" war eine Klappcouch im Wohnzimmer, einen eigenen Kleiderschrank brauchte ich für die wenige Schul- und Sonntagskleidung nicht.
 
Freunde hat man damals zur Bottle-Party eingeladen, d. h. jeder brachte etwas mit.
 
Was heißt "Neinsagen"? Was nicht geht, geht eben nicht! Meine Kleidung bestand viele Jahre aus selbstgenähten und selbstgestrickten Teilen oder umgeänderten Sachen meiner Mutter. Ich habe mich dadurch nicht benachteiligt gefühlt.
 
Es hieß in der Nachkriegsgeneration "unseren Kindern soll es einmal besser gehen", das hat sie auch ganz gut hinbekommen.
 
Angesichts solcher Diskussionen frage ich mich aber, wurde nicht vielleicht zu viel "gepampert"? Können viele von den Jüngeren sich überhaupt noch "nach der Decke strecken"?
 
Wer kennt diesen Ausdruck überhaupt noch???
 
VG – Via
 
P. S.: Noch heute kann ich statt Wikipedia auch ein Lexikon befragen, da ich das Alphabet noch beherrsche 😉

olga64
olga64
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Via vom 22.07.2020, 17:21:32

Als meine Mutter mit Anfang 40 Witwe wurde und zwei Kinder hatte (ich war 15, mein Bruder 10 Jahre alt), die aufs Gymnasium gingen, musste gespart werden, wo es nur ging.
Da ich die Grössere war, war es für mich selbstverständlich, neben der Schule Geld zu verdienen. Ich wusste ja, dass dies vorübergehend ist und wenn dran bleibe, lerne und mich dann um einen guten Job bemühe, wird alles anders und viel besser  - und genau so kam es bei meinem Bruder und bei mir.
Auch der 10-jährige Bruder verdiente schon etwas Geld, in dem er älteren Leuten die Einkäufe erledigte.
Gejammert wurde nicht; es war früh klar,dass dies nicht geholfen hätte.
Ein wenig neidisch waren wir auf Mitschüler, denen es viel besser ging als uns - aber es spornte uns an,darauf hinzuarbeiten.
Heute habe ich oft den Eindruck ,dass die Eltern ihre Verantwortung für ihre Kinder an die Politik, bzw. die Arche delegieren. Auch fällt mir auf, dass die wirklich sehr kinderreichen Familien wenig oder keine Perspektive haben, was aus diesen Kindern eigentlich mal werden soll. Aber Kindergeld ist auch Einkommen.

Es wird immer mehr im Giesskannenprinzip ausgeschüttet, aber ob es bei den Kindern ankommt, habe ich seit langem meine Zweifel. Es gibt sie ja die Eltern, die ganz ehrlich sagen, dass ihnen teure Fernseher, Smartphones usw. sehr wichtig sind und die es anscheinend nicht fertigbringen, mal auf etwas zu verzichten.

Ob das so weitergehen kann, wenn wir nun in ein wirtschaftliches Loch fallen mit weniger Steuereinnahmen, die dann diese jahrelange Grosszügigkeit zukünftig sicher nicht mehr gewährt werden kann.
Vielleicht besinnen sich Eltern doch mal darauf,dass sie die erste Adresse für ihre Kinder sind; vielleicht leben sie ihnen mal vor ,dass selbstverdientes Geld keine Dummheit ist, sondern eine Selbstverständlichkeit, was man auch so den Kindern vermitteln sollte, damit diese nicht als Berufsplan "Hartzer" angeben.

Mich jedenfalls hat die Armut in meiner Kindheit recht stark gemacht und mir auch vermittelt ,dass es für die meisten Probleme Lösungen gibt, die man aber selbst angehen sollte. Man macht es sich zu einfach, immer "nach dem Staat" zu rufen und diesen dann für unfähig zu erklären, wenn er nicht das macht, was man glaubt, dass einem zusteht. Olga

Via
Via
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RE: Kinderarmut in Deutschland?
geschrieben von Via
als Antwort auf olga64 vom 22.07.2020, 17:33:40

Sehr persönlich (wie meiner) und passend dein Beitrag, @olga, aber es ist dein eigenes Thema und keine Antwort auf das, was ich geschrieben habe, denn dieser Satz passt leider gar nicht, denn ich bin die Letzte, die "nach dem Staat ruft".

Man macht es sich zu einfach, immer "nach dem Staat" zu rufen und diesen dann für unfähig zu erklären, wenn er nicht das macht, was man glaubt, dass einem zusteht. Olga

VG - Via

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