Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg: Atombombentest in Nordkorea....

Internationale Politik Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg: Atombombentest in Nordkorea....

karl
karl
Administrator

Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg: Atombombentest in Nordkorea....
geschrieben von karl
Nordkorea hat "erfolgreich" seinen 3. unterirdischen Atombombentest durchgeführt. Trotz der Sanktionen und der internationalen politischen Isolation des Landes ist es nicht gelungen, das Atomprogramm des Landes in friedliche Bahnen zu lenken. In Kombination mit ihren Interkontinentalraketen stellt Nordkorea inzwischen nicht nur eine theoretische Bedrohung für Südkorea, Japan und China dar, sondern selbst für die USA.

Was bedeutet dies für die Strategie der USA? Werden sie von der Konfrontation auf Kooperation umschwenken?

Insbesondere für den Umgang mit dem Iran wirft Nordkoreas "Erfolg" nun die Frage auf, welche Konsequenzen die USA ziehen werden. Ich persönlich hoffe, dass die Weichen in Richtung Kooperation und Abbau der Spannungen gestellt werden. Internationale Politik darf keine Staaten ausgrenzen, sondern muss durch deren Integration den notwendigen Wandel bewirken.

Karl
hafel
hafel
Mitglied

Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg: Atombombentest in...
geschrieben von hafel
Ich bin mir da nicht so sicher, ob Kooperation das Heilmittel ist. Für Nordkoreas Militär wurde damit wieder das Selbstbewusstsein gestärkt --- schaut her wer kann uns noch. Ich finde das sehr beunruhigend. Nordkorea hat selbst in der jüngeren Vergangenheit nicht davor zurückgeschreckt, südkoreanische Kriegsschiffe zu torpedieren oder Stellungen mit Artillerie zu beschießen. Und die Test der vergangenen Monate zeigten, dass der junge Führer Kim Jong - Un nicht weniger kriegerisch ist als sein Vater Kim Jong - Il oder sein Großvater Kim Il - Sung.

Der Schlüssel liegt bei China, und ich befürchte, dass deren Geduld durchaus endlich ist.

Hafel
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von wolfgang
ich würde gerne wissen, mit welchen argumenten atombombenbesitzer obama kim jong-un überreden will, auf atombomben zu verzichten. wird er ihm sagen, dass atombomben teufelszeug sind, die die welt unsicher machen? dass die welt es nicht hinnehmen wird, dass mit atombomben politik gemacht wird? dass die welt es unerträglich findet, dass atombombenbesitzer mit dem einsatz der bombe drohen? wird obama hiroshima und nagasaki als beispiel dafür nennen, dass atombombenbesitzer nicht davor zurückschrecken, unter geringen eigenen kosten ganze städte mit vielen menschen auszulöschen? - vielleicht sagt obama auch nur: ich obama, du nichts! du nicht willig, ich gewalt! außerdem: ich guter demokrat, sogar friedensnobelpreisträger, du dagegen böser diktator! - ich wäre wirklich gerne dabei bei solch einem gespräch.
---
w.

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adam
adam
Mitglied

Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von adam
als Antwort auf wolfgang vom 13.02.2013, 00:35:11
- ich wäre wirklich gerne dabei bei solch einem gespräch.


Bist Du aber nicht. Und das ist auch gut so.

--

adam
hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von hobbyradler
Verhandlungen sind immer gut und Konsens ist die wünschenswerte Lösung. Besser als ein Angriffskrieg sind Sanktionen aber zumindest.

Der UN-Sicherheitsrat ist sich im vorliegenden Fall geschlossen einig. Ich glaube das inzwischen alle Großmächte anerkennen im selben Boot, nämlich der selben Welt, zu sitzen.

Wer trotz scheiternder Verhandlungen gegen Sanktionen ist, muss konkrete andere Vorschläge vorlegen, oder akzeptieren, dass sich weltweit die atomare Bewaffnung weiter ausbreitet. Jedes zusätzliche Land mit Atomwaffen wird atomwaffenfreie Länder zur Überlegung veranlassen, ob zum eigenen Schutz eigene Atomsprengköpfe notwendig sein müssten. Deutschland kann sich diese Überlegung nur durch Mitgliedschaft in Bündnissen sparen.

Nach Vorstellung Obamas sollen die vorhandenen Atomsprengköpfe um ein Drittel, über die geschlossenen Verträge mit Russland hinaus, verringert werden.

Link

Die letzte Rede Obamas zur „Lage der Nation“ müsste seine neutralen Kritiker zum Nachdenken bringen. In einer Demokratie ist das Ruder nicht so schnell herum zu reißen wie in einer Diktatur.

Rede

Mehr Bedeutung als die Frage was die USA wegen dem Atomwaffenversuch unternimmt, ist die Frage wie sich China verhalten wird. Nach meiner Meinung werden unpublizierte Drohungen Chinas Nordkorea an den Verhandlungstisch holen.

Ciao
Hobbyradler
Nordkoreas Militärführer haben sich nach ihrem dritten unterirdischen Atomtest in der asiatisch-pazifischen Region stärker isoliert, als sie vermutlich annahmen. Das Regime in Pjöngjang brachte erstmals eine internationale Ablehnungsfront gegen sich zusammen. Die USA und Japan gehören ihr an, die Staaten Europas, aber auch Nordkoreas einzig verbliebene politische Verbündete Russland und China.
Mit dem Test habe Pjöngjang wiederholt gegen Resolutionen des Weltsicherheitsrates verstoßen, sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums. Chinas Außenminister Yang Jiechi bestellte Nordkoreas Botschafter ein, um ihm seine "entschiedene Verurteilung" des Tests mitzuteilen. Allerdings warnte das Außenministerium die internationale Gemeinschaft, die Tür zu Sechs-Parteien-Gesprächen nicht zu verschließen.
Doch die Chinesen wissen nur zu genau, dass es nicht die Amerikaner waren, die diese Gespräche abbrachen. Im Januar hatte zuerst Pjöngjang die von Peking einst initiierten Verhandlungen über sein Atomprogramm mit den fünf anderen Teilnehmern Südkorea, Japan, China, USA und Russland in Bausch und Bogen verworfen. Dann verkündete es auch seinen Ausstieg aus dem seit 20 Jahren bestehenden Grundlagenkonsens, die koreanische Region zu einer atomwaffenfreien Zone machen zu wollen.
"Wir erklären die 1992 verabschiedete gemeinsame Deklaration zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel für Null und Nichtig und für komplett ungültig", so zitiere Nordkoreas amtliche Nachrichtenagentur KCNA damals das staatliche "Komitee zur friedlichen Wiedervereinigung des Vaterlands".
Chinesische Blogger sehen darum nun gerade Peking in einem besonderen Dilemma: Nordkoreas dritter Atomtest sei der Knall, mit dem es gegenüber China seine Tür zuschmettere. Mit dem Zeitpunkt des Atomtests mitten im einwöchigen chinesischen Frühlingsfest brüskiere das Regime des 28 Jahre alten Kim Jong-un die chinesische Führung doppelt. In Volkes Meinung ist Nordkorea längst

Link
geschrieben von Die Welt
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hobbyradler vom 13.02.2013, 09:01:16
Fest steht wohl, dass die ganzen UNO-Sanktionen gegen Nordkorea für die Katz´waren, ebenso der Druck aus China, das noch immer der engste Partner Nordkores ist und auch bleiben wird. Man beachte nur die riesigen Bodenschätze des Landes an Gold, Eisen, Kohle und vor allem die Seltenen Erden, die China dringend benötigt. Da nützt alles Jammern unsserscharf, dass seine Politik der Erpressung auch diesmal wieder - wie bei seinem Vater- funktionieren wird. Er pfeift auf auf die Reaktionen von außen nach dem Atomwaffentest, denn er weiß auch, dass aus China genügend Hilfe in sein Land fließt, um das hungernden Volk halbwegs zu versorgen.

Dass sich China zwar über das aufmüpfige Nordkorea ärgert, wird es nicht dazu bringen, seinen Einfluss zugunsten westlicher Wünsche zu ändern, denn wegen des begehrlichen Blickes auf die Bodenschätze muss es sich auch nicht ins Schämeckchen zurückziehen: Solche Motive waren auch der Grund des Westens, so manchen Diktator zu unterstützen.

Nordkorea spielt sein Drohpotenzial aus - ohne dass die Staatengemeinschaft viel dagegen unternehmen kann. Kim Jong wird die bestehenden Strukturen jedenfalls nicht so ohne weiteres aufgeben.

Luchs

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hafel
hafel
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Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von hafel
als Antwort auf luchs35 vom 13.02.2013, 16:21:54
Okay Luchsi, soweit waren bisher alle Schreiber auch. Was schlägst Du nun vor, dass die Säbelrasselei aufhört? Meinst Du wirklich, dass mit Ende der Sanktionen in Nordkorea eingelenkt wird? Verhandlungen haben bisher immer die Nordkoreaner abgebrochen.

Hafel
luchs35
luchs35
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Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hafel vom 13.02.2013, 16:31:58
Ganz kluge Antwort,Hafel ! Was denkst Du wohl, was ichnun unternehmen könnte? Aber Du hast nun sicher einen guten Vorschlag zur Behebung des Dilemmas.

Luchs

In meinem Beitrag ist ein Satz "verschluckt " worden, konnte leider nicht mehr korrigieren.

Es sollte heißen:

Da nützt alles Jammern und Wehklagen nichts, denn Kim Jong U weiß messerscharf, dass seine Politik der Erpressung auch diesmal wieder - wie bei seinem Vater- funktionieren wird. Er pfeift auf auf die Reaktionen von außen nach dem Atomwaffentest, denn er weiß auch, dass aus China genügend Hilfe in sein Land fließt, um das hungernden Volk halbwegs zu versorgen.
hafel
hafel
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Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von hafel
als Antwort auf luchs35 vom 13.02.2013, 16:50:16
Ich habe natürlich auch keine Lösung im Ärmel stecken -- sonst hätte ich sie ja geschrieben. Ich hoffe, dass es China irgend wann reicht, denn im Sicherheitsrat waren sie diesmal nicht dagegen.

Ich glaube nur nicht, dass die Auflösung aller Embargo die Lösung ist. Man muss schon sehr gläubig sein, wenn der Nachbar jeden Tag Steine über den Zaun wirft, ihm dann eine warme Suppe zu bringen, damit er nicht hungern muss. Vielleicht fühlt er sich hinterher nur stärker und die Steine werden größer?

Hafel
luchs35
luchs35
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Re: Konfrontation, Sanktionen und Isolieren führten nicht zum Erfolg
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hafel vom 13.02.2013, 17:12:17
Wie man sieht, nutzen Embargos gar nichts, Hafel. Aber China wird aus obengenannten Gründen loyal bleiben, obwohl es sich den Atomtests wiedersetzt hat. China hat zudem grösstes Interesse an der Stabilität in seiner Nachbarschaft - und Nordkorea ist ein guter Pufferstaat zu den in Südkorea stationierten US-Truppen. Die ganze Szenerie durchzuspielen mit dem großflächigen Interessengemenge würde hier wohl zu weit führen.

Aber bei einer Konfrontation zwischen der USA und Nordkorea - beispielsweise mit einem Angriff auf die Atomanlagen Nordkoreas - würden nicht nur Südkorea, China und auch Russland hineingezogen, eine Situation, die die USA sicher nicht herbeiführen will. Und nicht zu vergessen Japan, das sich am meisten durch die Atomwaffen bedroht fühlt, denn gerade Nordkorea und Japan haben ein stark belastetes Verhältnis.

Es ist eine Patt-Situation, aus der es kaum eine für alle zufriedenstellende Lösung gibt, solange Nordkorea sich nicht freiwillig mit allen an einen Tisch setzt. Langfristig betrachtet, wird das Kim Jong aber müssen, deshalb versucht er, so viele Karten als möglich in der Hand zu haben.

Luchs

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