Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"

Internationale Politik Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"

olga64
olga64
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von olga64
als Antwort auf Mareike vom 21.10.2020, 18:03:19
 
 
An Schulen mit hohem Migrantenanteil - meist Real- und Hauptschulen - ist es schwierig, da sollte auf jeden Fall auf Anschauungsmaterial verzichtet werden. Das gäbe Zoff.



Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen.
Gewiss ist die Ursache nicht nur oder an erster Stelle bei der Religion zu suchen. Die Missstände in den Banlieuxe, noch verschärft durch Coronamaßnahmen, machen diese Viertel zu "Hotspots" für Terror.
ES ist gar nicht nötig, in SChulen - auch mit hohem Migrantenanteil - bebilderte Unterlagen als Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Wer daran interessiert ist, holt sich alles aus dem Netz und schliesst sich dann zusammen usw. DAs betrifft ja nicht nur Menschen islamischen Glaubens, sondern alle BEvölkerungsschichten und Themen.
Frankreich hat seine eigene Geschichte - wie jedes Land. Und die Verfehlungen in den Kolonien, diese Gewalt und dieser immerwährende Machtanspruch oft sogar noch heute, wenn z.B. Monsieur Macron im Libanon "Forderungen" stellt, wenn es um eine neue Regierung geht. Und erreicht hat er gar nichts  - dieses Land versinkt immer mehr im Chaos. Die jungen Leute verlassen das Land und einige dürften sicher auch nach Frankreich gehen wollen. Was sie dort aber erwartet, ist nach wie vor nicht die rosige Zukunft.
Jeder Präsident von Frankreich kündigt an, die Integration der Menschen vorantreiben zu wollen  - keiner macht es konsequent und öffnet damit rechten Parteien wie der von Marine le Pen die Türen weit für entsprechende Erfolge. Olga
pippa
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von pippa
als Antwort auf Mareike vom 21.10.2020, 18:03:19

Ich halte es für immens wichtig, dass Ethikunterricht Pflichtfach wird für alle und dass eindeutig aufgeklärt wird über Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit UND Gesetzeslage.
von Mareike

Dafür bin ich auch @Mareike. Der Religionsunterricht könnte dafür wegfallen.
So weit war Deutschland schon mal. Meine Mutter zB, die jetzt 108 Jahre alt wäre, hatte in ihrer Schule bereits Ethikunterricht und dafür keine Religion.

Wir alle dürfen niemals zulassen, dass Religion, gleichgültig welche Glaubensrichtung, einen höheren Stellenwert hat als unser Grundgesetz.
Pippa
olga64
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von olga64
als Antwort auf pippa vom 21.10.2020, 19:04:37
 
Dafür bin ich auch @Mareike. Der Religionsunterricht könnte dafür wegfallen.
So weit war Deutschland schon mal. Meine Mutter zB, die jetzt 108 Jahre alt wäre, hatte in ihrer Schule bereits Ethikunterricht und dafür keine Religion.

Wir alle dürfen niemals zulassen, dass Religion, gleichgültig welche Glaubensrichtung, einen höheren Stellenwert hat als unser Grundgesetz.
Pippa
Solche Aussagen sind nicht zielführend.
Zum einen gibt es in Deutschland nach wie vor u.a. Christen beider Konfessionen, die grossen Wert auf Religionsunterricht legen. Da dies ausserdem LÄndersache ist, bestimmen auch diese die Angelgenheit.
WEnn Eltern für ihr Kind keinen Religionsunterricht wünschen, brauchen sie das Kind nur nicht taufen zu lassen - dann hat es keine Religionszugehörigkeit und braucht an diesem Fach auch nicht teilzunehmen.
ABer das sind Einzelentscheidungen und so soll es auch bleiben; den andere wünschen das anders und das muss akzeptiert werden.
Was Sie zum Grundgesetz schreiben, kollidiert in sich: ein sehr wichtiger Passus im Grundgesetz ist, die freie Ausübung der Religion und dies betrifft alle Religionen. Wohlweislich haben dies die Väter und Mütter des Grundgesetzes an prominenter Stelle aufgenommen in Erinnerung daran, wie z.B. Menschen jüdischen Glaubens millionenfach industriell getötet wurden.
Dieser Stellenwert aller Religionen in unserem Grundgesetz ist und bleibt wichtig. Terrorattentate werden auch nicht auf Basis des Grundgesetzes juristisch verfolgt, sondern hier tritt das Strafgesetz in Aktion. Olga

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Mareike
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von Mareike
als Antwort auf olga64 vom 21.10.2020, 19:10:28

Das Eine schließt das Andere nicht aus.
Ich schrieb zumindest nicht, dass Religionsunterricht gestrichen werden soll.
Es wird zur Zeit allerdings so gehandhabt, dass die Eltern bestimmen, ob das Kind am Religions- oder Ethikunterricht teilnimmt.

Edita
Edita
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 21.10.2020, 19:10:28

Richtig Olga, außerdem ist es so, daß galt auch schon in meiner Schulzeit, daß jede(r) Schüler/in) ab dem 14. Lebensjahr selbst entscheiden kann, ob er/sie am Religionsunterricht teilnehmen möchte, auch ohne Elternerlaubnis! 
Ich persönlich, ich bin ja nicht getauft, war nie in einer Kirche, finde, daß bis dahin eine Religionspflicht herrschen sollte, denn um sich ein Urteil über Religion und seine Konsequenzen fällen zu können, braucht es schon auch die entsprechende Bildung!
Mir hat es nicht geschadet, und ich bin aber auch in der Lage, mich dafür zu engagieren, daß Gläubige, egal welcher Religion, iihren Glauben leben dürfen, vorausgesetzt, es läuft nicht wider  die Staatsinteressen!

Edita

olga64
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von olga64
als Antwort auf Mareike vom 21.10.2020, 19:20:30
Das Eine schließt das Andere nicht aus.
Ich schrieb zumindest nicht, dass Religionsunterricht gestrichen werden soll.
Es wird zur Zeit allerdings so gehandhabt, dass die Eltern bestimmen, ob das Kind am Religions- oder Ethikunterricht teilnimmt.
Da Kinder erst mit 14 Jahren religionsmündig werden, ist es doch normal, wenn Eltern entscheiden, welches Fach für ihr Kind das Richtige ist (immer vorausgesetzt, das Kind ist getauft). Diese Freiheit sollten Eltern doch haben; lässt man ein kleineres Kind entscheiden, wird es immer dorthin gehen wollen, wo die Kumpels sind.
Sowohl Ethik als auch Religion dienen im Unterricht der Vermittlung von Werten. Das ist bis heute sehr wichtig, wie ich finde.
Mein Neffe war nicht getauft. Seine Eltern (mein Bruder und meine Schwägerin) wollten in den 70er Jahren es dem Kind überlassen, ob es mit 14 Jahren eine Rligion wählen wird.
Mein Neffe (der sich nie für eine Religion entschied) bedauert bis heute, dass er als Schuljunge vom Religionsunterricht ausgeschlossen war, weil die meisten seiner Freunde dort teilnahmen. Er ging übrigens in Berlin zur Schule.
Selbst hat er keine Kinder, wo er sich evtl. anders entscheiden könnte. Olga

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Mareike
Mareike
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von Mareike
als Antwort auf olga64 vom 21.10.2020, 19:40:44

Mein Gedankenansatz ist der, dass alle Bürger ethische Grundsätze vermittelt bekommen sollten ohne Bindung an göttlichen Gesetzen.

Das diese ethische Grundsätze unter Umständen in der Religion sogar gestärkt werden können und Halt finden können, um so besser.

Aber alle Gläubige sollten von früh an lernen, dass die "weltliche" Rechtsprechung beim Staat liegt

val
val
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von val
als Antwort auf Mareike vom 21.10.2020, 15:47:55
Ich wage mal eine Gegenfrage: Wäre es bereits Anpassung an "Denen", wenn aus Vernunftsgründen darauf verzichtet würde, Allah im öffentlichen Raum zu schmähen?

Für Frankreich ist die Antwort klar, Macron hat es deutlich formuliert.
Mareike

Wie du sagst, die Antwort ist klar, Mareike.

Ich kenne zwar niemand (ausser Charlie Hebdo, die ich nicht lese) der, was auch immer es für eine Religion ist, diese karikaturieren würde.
Ich finde das fragwürdig und stehe nicht allein damit

Aber: man muss es eben können dürfen! 
Einfach ,weil es hier erlaubt ist, und ohne dass einem zur Bestrafung die Kehle durchgeschnitten wird.

Liebe Grüsse Val
WurzelFluegel
WurzelFluegel
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von WurzelFluegel

bei Taten, wie eine Enthauptung gibt es Diskussionsbedarf
umso mehr für junge Menschen, die aktuell damit konfrontiert sind

mMn. müsste so eine Diskussion an Schulen fächerübergreifend stattfinden - zumindest in Religion, Ethik, Geschichte 
es ist im Sinne einer Demokratie selbstverständlich und not-wenig, diese Vorgänge mit allen jugendlichen Schülern kritisch aufzuarbeiten, denn zurzeit läuft, wie wir alle wissen auch der Prozess, gegen mögliche Tathelfer um Charlie Hebdo, dh. die Karikaturen sind aktuell THEMA in Frankreich

Schüler sollen/müssen verstehen, dass Religion niemandem aufgezwungen werden kann/darf und in einer vielfältigen Gesellschaft keinen Herrschaftsanspruch haben kann,
es gibt Religions - und Meinungsfreiheit, es gibt aber kein Recht, seiner Religion und Meinung mit Gewalt Nachdruck zu verleihen
am besten sollten Geschichtelehrer mit religiösen Autoritäten gemeinsam darüber aufklären – Rache und Mord sind keine Optionen!

und gleichzeitig sollte man sich darauf konzentrieren Verbindendes herauszuarbeiten und die Bedeutung von Respekt mit den Schülern bearbeiten - Respekt füreinander
und da müsste dann mMn. auch eine kritische Debatte über Satire einsetzen

und noch etwas Grundsätzliches:
die Trennlinie zwischen Verbrechen und Religion gehört geschärft
denn religiöse Gründe, für so eine abscheuliche Tat, wie Enthauptung, ist mMn. nur ein Vorwand, um Verbrechen zu legitimieren und Macht zu demonstrieren – Religion als Vorwand ist aber inakzeptabel – besonders junge Menschen brauchen Anleitung, damit sie das durchschauen lernen

denn auch 98% der Muslime, leiden unter dieser Sitaution enorm

WurzelFluegel

Edita
Edita
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RE: Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"
geschrieben von Edita
als Antwort auf Mareike vom 21.10.2020, 19:57:54
Mein Gedankenansatz ist der, dass alle Bürger ethische Grundsätze vermittelt bekommen sollten ohne Bindung an göttlichen Gesetzen.

Das diese ethische Grundsätze unter Umständen in der Religion sogar gestärkt werden können und Halt finden können, um so besser.

Aber alle Gläubige sollten von früh an lernen, dass die "weltliche" Rechtsprechung beim Staat liegt

Das gibt es doch alles schon, 1977 wurde  damit vereinzelt begonnen und bis 1990 vollendet, heißt aber fast in jedem Bundesland anders!

Edita

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