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Internationale Politik Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich

dutchweepee
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Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von dutchweepee
Ich bewundere den Kampfeswillen und die Entschlossenheit der französischen ARBEITER, die ihre sozialen Errungenschaften verteidigen. Die Deutschen sind schon lange nur noch willfährige "Arbeitnehmer", die sich von den gnädigen "Arbeitgebern" zu immer schlechteren Bedingungen ausbeuten lassen. Die Arbeiter produzieren den Reichtum der ungebremst gierigen Vorstände - nicht umgedreht.

wandersmann_1
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf dutchweepee vom 29.05.2016, 21:04:21
Schöne, graue Theorie.

Dann gib doch mal der alleinerziehenden Mutter, die bei Zalando oder Netto oder bei einem der anderen Sklavenhalter als Aufstocker durch die Schicht hechelt, den wohlmeinenden Hinweis, dass sie durch einfaches, herzhaftes Streiken ihre Lebenssituation entscheidend verbessern kann. Und nicht vergessen ihr gegenüber zu erwähnen, dass sie ansonsten nur eine nervige, nörgelnde Pussy ist, die es gar nicht verstehen mag, wenn wegen Wesselskys Streikorgien ihr ICE nicht pünktlich verkehrt ....
dutchweepee
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf wandersmann_1 vom 29.05.2016, 22:22:43
Ja, Du hast recht wandersmann. Wir Deutschen hätten seinerzeit schon gegen die neoliberale "AGENDA ZWANZIGZEHN" der Schröder-Bonzen mit aller Macht revoltieren sollen, wie die Franzosen jetzt. Das verheerende Leiharbeitertum und die Schwächung der Gewerkschaften waren das Schlimmste, was die Nadelstreifen-Sozies auf dem deutschen Arbeitsmarkt je verbrochen haben.

Jedoch ist es nicht zu spät. Es brodelt gewaltig unter den deutschen Arbeitern, da sie durchaus sehen, wie sich die Portugiesen, Griechen und Franzosen wehren. Nicht alle sind so blöde, die Schuld für den drohenden sozialen Abstieg auf die Flüchtlinge schieben zu lassen.

Wenn es der alleinerziehenden Mutter zu bunt wird, die bei der Post, bei ALDI, LIDL, Zalando, Amazon oder bei einem der anderen Sklavenhalter für den (von der LINKEN erfochtenen) Mindestlohn schuftet, werde ich an ihrer Seite stehen und nicht rummeckern, dass die Weihnachtsgeschenke zu spät kommen oder gar nicht - im Gegenteil.

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wandersmann_1
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf dutchweepee vom 29.05.2016, 22:34:46
Die ganze Schizophrenie dieses Systems zeigt sich doch schon allein darin, dass ein Generalstreik, wie in den von Dir benannten Ländern völlig zu recht zur Durchsetzung von Forderungen üblich , in Deutschland ganz einfach per Gesetz rechtswidrig ist.

Die Forderungen in den Zeiten der Wende sahen da mal
anders aus.
dutchweepee
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf wandersmann_1 vom 29.05.2016, 22:54:22
So ist es, wandersmann. Die deutschen Regierungen der letzten Jahre und viele ihrer Kollegen in Westeuropa hatten die neoliberale Idee, mit hunderten Milliarden unserer Steuergelder die Spekulanten in den Banken zu "retten" und im Gegenzug einen massiven Sozialabbau und Wertbetrug an unseren Spareinlagen zu betreiben.

Sie wollen uns weiß machen, dass wir nun den Gürtel enger schnallen sollen und versuchen die, in vielen Jahrzehnten der Arbeiterbewegung schmerzhaft und blutig erkämpften, sozialen Rechte und sogar die Renten zu beschneiden. Als Popanz kommen da die Flüchtlinge gerade recht, um die Unzufriedenen im rechten AfD-Lager zu versammeln und dann zu verteufeln und unmündig zu machen.

Ich freue mich so sehr, dass sich die Franzosen nicht für dumm verkaufen lassen und für ihre Rechte kämpfen. Der bürgerliche Staat ist nicht der Freund der millionenfachen Mehrheit der Arbeiter und Angestellten, sondern das politische Werkzeug der Lobbyisten und der superreichen Hauptaktionäre in Banken und Großindustrie. Deshalb müssen wir ihm ständig schmerzhaft auf die Füße treten, um das soziale Gleichgewicht herzustellen und zu erhalten.
pschroed
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von pschroed
als Antwort auf dutchweepee vom 29.05.2016, 21:04:21
Das Regieren ist nicht so einfach, sieht man auch wieder bei Hollands LINKE.
Das Land versinkt wegen Regierungs-Inkompetenz im Chaos unter Umständen geht die EU bei Frankreichs EU Austritt den Bach hinunter und die Nazi´s Marie le Pen freut sich.

Mein lieber Dutchweepee, ich kann an Stillstand bzw. Anarchie nicht´s schönes oder gutes gar positives finden. Holland´s Regierung erinnert an die ewig Gestrigen welche den Wandel der Zeit nicht verstanden haben bzw. sich vehement wehren aus den für die LINKE komfortablen Kämpfer-70ziger auszusteigen.

Der Kapitalismus gefällt mir auch nicht, aber zur Zeit gibt es kein anderes System um den Bürger ihre Renten und Löhne aufrecht zu erhalten. Die Linke soll das endlich verstehen und sich der moderne anpassen.

Der Zulauf zu der ADF ist nicht umsonst so groß. Die LINKE muss aufpassen daß sie sich nicht an ihrem Vergangensheit Syndrom selbst auflöst wie einst die FDP.

Phil.

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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von klaus
als Antwort auf dutchweepee vom 29.05.2016, 22:34:46
"Wenn es der alleinerziehenden Mutter zu bunt wird, die bei der Post, bei ALDI, LIDL, Zalando, Amazon oder bei einem der anderen Sklavenhalter für den (von der LINKEN erfochtenen) Mindestlohn schuftet, werde ich an ihrer Seite stehen und nicht rummeckern, dass die Weihnachtsgeschenke zu spät kommen oder gar nicht - im Gegenteil."


Da hat also die Linkspartei den Mindestlohn erfochten, die die "Sklavenhalter" nicht zahlen wollten.
Die Linke ist doch überhaupt nicht in der Bundesregierung, die den Gestzentwurf eingebracht hat.
Im Gegenteil ! Die Linken haben als einzige Partei im Bundestag NICHT FÜR den - wie du schreibst von ihnen erfochtenen Mindestlohn gestimmt, sondern sich der Stimme enthalten.
Da solltest du schon bei der Wahrheit bleiben.

Wie sozial die Linkspartei sein kann, wenn es nicht nur um Parolen geht, sondern, wenn man sie in die Regierung gewählt hat, kann ich dir auch noch aus meinem Bundesland Brandenburg bringen.

Obwohl die Rot-Rote Regierung großartig verkündete für den Aufbau des Potsdamer Landtages (Schloss)nur Firmen zu ordern, die Mindestlohn zahlen, stellte sich bei Kontrollen des Finanzausschusses heraus, dass einige Firmen Verträge mit Unterschrift der Regierung erhielten, die weit unter Mindestlohn bezahlten - und das in einem Fall sogar noch nach dem 1. Januar 2015.

ODER !
Als erste soziale Maßnahme der Rot-Roten Regierung wurden die Studiengebühren vollständig gestrichen.
Dafür wurde eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 100 M eingeführt.
Die Klage mehrerer Hochschulen wurde abgewiesen.

Deshalb sollte die Linkspartei möglichst eine Regierungsverantwortung im Bund meiden, damit die Partei und du hier im Forum weiter die wunderschön klingenden Geschenke an das Volk verteilen kann, ohne beim Wort genommen werden zu können.
pschroed
pschroed
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von pschroed
Wer erinnert sich nicht an die von der LINKE Regierung Holland´s eingeführte Reichenssteuer ?,.. welche er schnell wieder zurückzog.
Die Reichen verliessen das Land in Scharen, Belgien Luxemburg freuten sich.

Frankreich wird zur Kopie der linken Tsipras Regierung in Griechenland, welche nicht mehr vom Bankentropf wegkommt, mit dem Unterschied daß die ehemalige stolze Grande Nation nicht mehr zu retten ist, sollte es zur fnanziellen Eskalation kommen.

Phil.

ZITAT SPON

In Frankreich zeigt sich, wie ein allzu großer Sozialstaat an seinen eigenen Versprechen erstickt. Das Land blockiert sich selbst, und droht grandios zu scheitern - politisch und finanziell.

Frexit-Szenario keineswegs irreal

Frankreich lebt eindeutig über seine Verhältnisse. In Skandinavien kann eine wettbewerbsfähige Wirtschaft großzügige Sozialstaaten tragen. In Frankreich geht diese Rechnung nicht mehr auf: Das gallische Wachstum ist schwach, es entstehen zu wenige Jobs. Arbeitslosigkeit ist das Top-Thema im Land. Ein Viertel der Jugendlichen sind betroffen. Die Regierung will Beschäftigungshürden einreißen, indem sie den Arbeitmarkt flexibilisiert. Doch die Verunsicherung ist so groß, dass kaum jemand darauf vertraut, weniger Jobsicherheit könnte am Ende zu besseren Jobchancen führen.

Frankreich steckt in einem allmählichen Niedergang. Geht es weiter wie bisher, fährt das Land irgendwann vor die Wand. Gefährlicher als die finanziellen Rückwirkungen dürften die politischen sein. Das Land steckt schließlich nicht in einer akuten Krise, die unabweisbar zum Umsteuern zwingen würde. Präsident François Hollande hat deshalb zu lange gehofft, er könne weitermachen wie gehabt - ein Akt links-säkularer Bigotterie. Erst spät ist er auf Reformkurs umgeschwenkt. Umso schwerer fällt es seiner Regierung jetzt, die Bürger zu überzeugen.

Nun versprechen andere, es könne im Prinzip weitergehen wie gehabt. Marine Le Pen will das Gewohnte bewahren, indem sie ausländischen Wettbewerb draußen hält. Deshalb: Zollschranken runter, raus aus dem Euro, möglichst raus aus der EU - damit alles bleiben kann, wie es ist, inklusive noch höherem Mindestlohn, 35-Stunden-Woche und Rente mit 60. Ein illusionistischer Kurs, natürlich. Europa in seiner heutigen Form wäre dann am Ende, Frankreichs Wirtschaft in großen Teilen auch. Dennoch ist dieses Frexit-Szenario keineswegs irreal.

Ein großer Sozialstaat schafft nun mal nicht unbedingt eine zufriedene, befriedete Gesellschaft. Manchmal ist gerade das Gegenteil der Fall.
dutchweepee
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Mitglied

Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf klaus vom 30.05.2016, 09:16:31
Im Gegenteil ! Die Linken haben als einzige Partei im Bundestag NICHT FÜR den - wie du schreibst von ihnen erfochtenen Mindestlohn gestimmt, sondern sich der Stimme enthalten. Da solltest du schon bei der Wahrheit bleiben.

Und warum hat sich DIE LINKE bei der Abstimmung zum Mindestlohn enthalten?

"...Die vorangegangene Große Koalition glänzte lange durch Untätigkeit. Dann legte sie Flickwerk vor. Auch der aktuelle Vorschlag der CDU ist eine Mogelpackung, da ihre angestrebte Lohnuntergrenze weder flächendeckend noch verbindlich sein soll. Tarifvertraglich geregelte Löhne sollen darunter liegen können und auch je nach Branche und Region soll es Abweichungen von der Lohnuntergrenze geben können. Selbst dagegen sträubt sich aber die FDP. Ein Mindestlohn von 8,50 Euro – wie in SPD und Grüne fordern – mag zwar ein Einstieg sein, er reicht aber nicht aus, um damit im Alter auf eine armutsfeste Rente zu kommen.

Die Fraktion DIE LINKE fordert die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 10 Euro pro Stunde, der Jahr für Jahr zumindest in dem Maße erhöht wird, wie die Lebenshaltungskosten steigen. Wenn in einer Branche der unterste Tariflohn über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, soll dieser für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dazu ist die Allgemeinverbindlichkeitserklärung zu erleichtern."
olga64
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Re: Mächtige Streiks gegen Sozialabbau in Frankreich
geschrieben von olga64
als Antwort auf dutchweepee vom 30.05.2016, 16:49:46
xxxx Die Fraktion DIE LINKE fordert die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 10 Euro pro Stunde, der Jahr für Jahr zumindest in dem Maße erhöht wird, wie die Lebenshaltungskosten steigen.


Das wäre aber kein "gutes Geschäft" für die Mindestlohnempfänger. Jährliche Steigerungen um die Lebenshaltungskosten würde aktuell 0.3% bedeuten!
Man könnte es an die Renten und H 4-Sätze erhöhungstechnisch ankoppeln, die sich nach den Tariferhöhungen für Löhne und Gehälter richten. Das bedeutet aktuell ca 3 - 4%. Allerdings läge ein aktueller Mindestlohn von 8.50 Euro nach wie vor weit entfernt von 10.- Euro, wie uns die Anwendung der gültigen Grundrechenarten aufzeigen.
Die muss ja auch jemand bezahlen; entweder die Unternehmen oder die Kunden, die die Waren zum erhöhten Preis einkaufen. Sonst stürzt dieses Kartenhaus schnell zusammen. Olga

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