Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Noch nicht der Sieg, aber ein Triumph

Internationale Politik Noch nicht der Sieg, aber ein Triumph

Medea
Medea
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Re: Noch nicht der Sieg, aber ein Triumph
geschrieben von Medea
Was für ein Gernegroß dieser Marschal
und ein gefährlicher allemale. Diese Typen sind es,
die dazu beitragen, daß man (ich) vielen Palästinensern
mit Antipathie und Mißtrauen begegne, mit Aussagen wie
den getroffenen propagieren sie sehr gewollt, daß der Staat
Israel "ausgelöscht" werden wird und scheuen dabei nicht
vor der Anrufung ihres Gottes zurück.

Möge Allah auf seinen beiden Ohren taub sein ob
dieser Lästerung ...........

M.
sysiphus
sysiphus
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Re: wer aber aus der Geschichte nichts gelernt hat...
geschrieben von sysiphus
als Antwort auf miriam vom 08.12.2012, 09:19:55
Es zittern die morschen Knochen der Welt vor dem großen Krieg. Wir haben den Schrecken gebrochen, für uns war’s ein großer Sieg.

Und liegt vom Kampfe in Trümmern die ganze Welt zu Hauf, das soll uns den Teufel kümmern, wir bauen sie wieder auf..

Der Refrain ging so:

Wir werden weiter marschieren, wenn alles in Scherben fällt, denn heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt


Ja Mirian, höre ich noch heute nachklingend, wie Schulkameraden die beim Jungvolk im Gleochschritt mit marschierten, dieses Lied fröhlich, schmetternd singen.

Aus meiner Sicht bemerkenswert und gleichermaßen beunruhigrnd, ist die Tatasache, dass dieser Chalid Maschal in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt. Der hieß Mohammed Amin al-Husseini, Mufti von Jeusalem. Er war Offizier der Waffen-SS, Verehrer und Vertrauter Hitlers und gilt als Begründer des palästinensischen Nationalismus.

sysiphus...
nerida
nerida
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Re: Noch nicht der Sieg, aber ein Triumph
geschrieben von nerida
als Antwort auf Medea vom 08.12.2012, 10:51:52


Möge Allah auf seinen beiden Ohren taub sein ob
dieser Lästerung ...........

M.

diesem Wunsch schliesse ich mich vorbehaltlos an...
aber ich meine auch, frei nach Bertold Brecht" " die im Dunkeln siehst Du nicht"..

die Palästinenser, die ohne Hass zu vernünftigen Lösungen bereit wären.

Aber während sich in Israel immer mehr Menschen zusammenschliessen und gegen die verhärtenden Strukturen der Politik und den z.T. unmenschlichen Ausschreitungen in der Armee, relativ gefahrlos protestieren können, setzt ein Palästinenser sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel, wenn er sich gegen die Gewalt ausspricht.

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miriam
miriam
Mitglied

Re: wer aber aus der Geschichte nichts gelernt hat...
geschrieben von miriam
als Antwort auf sysiphus vom 08.12.2012, 10:54:27
Na ja, dass der Threaderöffner meine Auffassungen bzw. meine Kritik an seinen Zeilen so interpretiert wie es ihm Recht ist, das ist ja nix Neues.

Das Wort Triumph in seinem Titel, brachte mich dazu, einigen gedanklichen Seitenwegen zu folgen (dafür habe ich mildernde Umstände, denn ich putze zur gleichen Zeit...)

Zurück aber zum Wort Triumph: ich bin wahrscheinlich nicht die einzige, die bei diesem Wort auch gleich eine gedankliche Reise unternimmt...



Napoleon wollte sich selbst und seinen triumphalen Siegen ein Denkmal damit setzen.
Zu früh! Erst 30 Jahre nachdem der Arc de Triomphe konzipiert wurde, ist dieser auch errichtet worden.

Napoleon lag inzwischen auf Sankt Helena, begraben.

Was lernen wir daraus? Vorsicht mit dem Begriff Triumph, ob als Denkmal oder auch einfach nur als Gedanke.

Miriam


die weiterputzen geht...
Medea
Medea
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Weder Sieg, noch Triumpf
geschrieben von Medea
Ich wollte einmal auf die inneren religiösen Schwierigkeiten Israels hinweisen, die mir in dieser Größenordnung so gar nicht bekannt waren. Entnommen einem Interview der Sendung Gesprächszeit,
bei Nordwestradio, zwischen der Journalistin Jutta Günther und dem Moderator Otmar Willi Weber:

Die Privilegien der Ultra-Orthodoxen
Orthodoxe Juden in Jerusalem [Quelle: Radio Bremen] zoom

In ultraorthodoxen Stadtvierteln sollten Touristen keine Fotos machen, auch nicht aus dem Bus.

Über die Hälfte der Israelis bezeichnet sich als religiös – ganz anders als zu den Gründungszeiten des Staates Israel. Und auch der Anteil der ultraorthodoxen Juden ist stark angestiegen. Waren es bei der Staatsgründung etwa 400, so gibt es heute etwa 300.000 Ultraorthodoxe.

Sie haben eine Reihe von Privilegien: Die Männer können sich ganz dem Studium der Thora widmen und brauchen nicht zu arbeiten; sie zahlen keine Steuern und brauchen nicht zur Armee. Anfangs fiel das kaum ins Gewicht; für viele der Gründungsväter und –mütter bedeutete die Existenz der Ultraorthodoxen sogar das Überleben der jüdischen Tradition aller Naziverfolgung zum Trotz. Heute allerdings führt der Sonderstatus der streng gläubigen Juden zu schweren innerisraelischen Konflikten.


Für das kleine Israel sind rund 300.000 Ultra-Orthodoxe eine ernstzunehmende Größe - mich überrascht immer wieder, was es noch zu studieren gibt, zumal das bereits seit Jahrtausenden so geht .....


M.
miriam
miriam
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Re: Weder Sieg, noch Triumpf
geschrieben von miriam
als Antwort auf Medea vom 08.12.2012, 12:56:44
Liebe Medea, auch wenn die Zahl die du nennst betreffend die Ultraorthodoxen in Israel mich wirklich schockt, danke ich dir für diese Information.

Was ist die Hauptbeschäftigung dieser Ultrareligiösen?
Das Klären! Und was bedeutet ganz genau dieser Ausdruck? Dafür gibt es eigentlich nur Umschreibungen: ordnen, ausdiskutieren, überdenken, für Klarheit sorgen...

Kannst du dir vorstellen wie "beliebt" dadurch die Ultraorthodoxen vom Rest der Bevölkerung sind?

Dies ist wieder ein Aspekt des Lebens in Israel - welches leider hier, ohne konkrete Kenntnisse darüber zu besitzen, von manchen ernsthaft diskutiert wird.

Liebe Grüße

Miriam

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sysiphus
sysiphus
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Re: Weder Sieg, noch Triumpf
geschrieben von sysiphus
als Antwort auf Medea vom 08.12.2012, 12:56:44
WIKIPEDIA - Ultraorthodoxes Judentum

Die Zahl der ultraorthodoxen Juden wird weltweit auf ca. 1,3 bis 1,5 Millionen geschätzt. Davon lebt der größte Teil, ca. 700.000, in Israel, wo sie rund 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen

In Israel gehen rund 60 bis 70 Prozent der charedischen jüdischen Männer keiner Arbeit nach, sondern verbringen ihre Zeit ausschließlich mit dem Studium der heiligen Schriften in Jeschiwot und werden vom Staat finanziell unterstützt. In der Regel sind sie verheiratet und haben im Durchschnitt sieben Kinder. Etwa 60 Prozent der ultraorthodoxen Familien in Israel leben in Armut

Ein Zentrum der Ultraorthodoxen ist die Stadt Beit Shemesh. Im Dezember 2011 demonstrierten dort rund 10.000 aus dem ganzen Land angereiste Demonstranten, darunter auch viele religiöse Israelis und prominente Politikerinnen und erklärten sich solidarisch mit den Kritikern des fundamentalistischen Trends.[8] Staatspräsident Shimon Peres unterstützte die Protestaktion und lobte die Polizei, "die für grundsätzliche Gleichberechtigung in Beit Shemesh kämpfte". Seiner Meinung nach müssten alle im Land gegen "eine Minderheit aufstehen, die sich auf unerhörte Weise benimmt."
nerida
nerida
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Re: Weder Sieg, noch Triumpf
geschrieben von nerida
als Antwort auf sysiphus vom 08.12.2012, 16:00:37
es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Ultraorthodoxe gleicher welcher Religion ähneln.

Ich kenne Mea Shearim in Jerusalem und es ist dort schon ein krasser Unterschied zu dem weltoffenen Strassenbild in Tel Aviv.

Die Ultraorthodoxen Juden erkennen ja auch den Staat Israel nicht an. Sie glauben, dass erst nach Erscheinen des Messias die Gründung eines jüdischen Gottesstaates gerechtfertigt ist.
wolfgang
wolfgang
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Re: Noch nicht der Sieg, aber ein Triumph
geschrieben von wolfgang

netanjahu ist weiter auf unrechtskurs. obama unterstützt ihn dabei.
--
w.
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
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Re: wer aber aus der Geschichte nichts gelernt hat...
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf sysiphus vom 08.12.2012, 10:54:27
Aus meiner Sicht bemerkenswert und gleichermaßen beunruhigrnd, ist die Tatasache, dass dieser Chalid Maschal in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt. Der hieß Mohammed Amin al-Husseini, Mufti von Jeusalem. Er war Offizier der Waffen-SS, Verehrer und Vertrauter Hitlers und gilt als Begründer des palästinensischen Nationalismus.


das stimmt aboslut. Und ein gewisser Arrafat hat ihm(dem SS-Mufti) treu als Offizier gedient. HUsseini sollte übrigens im Nürnberger Prozess angeklagt werden, konnte aber seltsamerweise fliehen.

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