Internationale Politik Solidarität mit Venezuela

WoSchi
WoSchi
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf ttrula vom 12.02.2019, 22:04:02

ja, mit dem letzten Satz hast Du absolut recht, genau das schrieb ich vor einigen Tagen auch. Zum Glück spreche ich spanisch und portugiesisch fliessend und ich kenne auch das Land ganz gut. Ein Schwager lebt dort (Bruder meines Mannes), sein Frau ist Venezolanerin, beide sind Ärzte, weit weg von Caracas. Aus dieser Quelle weiss ich zuverlässig, wie es dort um die med. Versorgung steht.
Plakativ fand ich hier bisher vor allem die Durchhalteparolen und das Hochjubeln sozialistischer Parolen und die Versuche, seriöse Infos lächerlich zu machen - 

Inzwischen lassen grosse Airlines wie die Iberia ihre Flugbesatzungen aus Sicherheitsgründen nicht mehr in Caracas übernachten. Die 3 wöchentlichen Direktflüge gehen eh noch weiter nach Santo Domingo. Die crews werden jetzt dort erst ausgetauscht .

Auf die katastrophale medizinische versorgung wird sogar in den Sicherheitshinweisen des AA und den anderen Ämtern dieser Art im Ausland hingewiesen, wie man das anzweifeln kann,ist mir nicht begreiflich.

Dass es nicht nur zwei Meinungen zum Geschehen im Lande gibt, ist klar - es sollte sich aber niemand erheben und behaupten, dass das eine falsch und einzig die eigene Meinung richtig ist.

und - es stimmt ja auch nicht, dass Juan Guaidó einfach so aus dem Nichts kam - nur kannten die europäischen Medien überhaupt nicht. Immerhin ist er schon 2011 gewähltes Mitglied der Natiomalversammlung gewesen. Ich sah auf der deutschen Wikipedia-Seite für ihn, dass es angeblich keine Informationen üner sein politischers Vorleben gäbe und das ist schlicht und einfach gelogen, dennsein pol. Lebenslauf ist ziemlich lückenos und lässt sich anhand der archivierten alten Tageszeitungen des Landes nachprüfen. Leider machen sich aber deutsche Medien diese Mühe nicht.
 

silva1
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von silva1
als Antwort auf WoSchi vom 12.02.2019, 22:31:30

Wie auch immer, ich finde, Deutschland und die EU sollten sich da raus halten.
Das wäre meiner Meinung nach wirklich gesünder.

ttrula
ttrula
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von ttrula
als Antwort auf WoSchi vom 12.02.2019, 22:31:30

"Dass es nicht nur zwei Meinungen zum Geschehen im Lande gibt, ist klar - es sollte sich aber niemand erheben und behaupten, dass das eine falsch und einzig die eigene Meinung richtig ist."

so sehe ich es auch.

Ich habe auf meinen Reisen sehr viel Leid gesehen. Und katastrophale medizinische Verhältnisse. In Ländern, die nicht in so brisant ungeklärter Lage waren. Dort also der alltägliche Zustand.
Was an Vermögen nach meinem Ableben noch übrig ist, wird an Ärzte ohne Grenzen gehen. 

Aber das hat mich auch so abgehärtet, dass ich mich nicht emotional instrumentalisieren lasse, weil in einem von Großmächten umkämpften Land in der Folge die Bevölkerung Not leiden muss.
Zumal die Darstellung und das Ausmaß umstritten sind.

Ich sehe parallel immer das nie gelinderte Leid in afrikanischen und asiatischen Ländern, die ich bereiste, also es mit eigenen Augen sah. Wohl wissend, dass es viel mehr noch gibt, wo ich nicht selbst war. Hier in den Medien weitgehend unbeachtet. 

Dass Firmen versuchen, ihre Mitarbeiter zu schützen (wie die von dir erwähnten Fluggesellschaften), ist in der unsicheren Lage selbstverständlich. Auch eine Versicherungssache. Es ist kein Hinweis auf eine humanitäre Katastrophe, sondern ein Hinweis auf die verschärfte Sicherheitslage. Diese ist aber wohl unbestritten.



 


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Edita
Edita
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von Edita
als Antwort auf WoSchi vom 12.02.2019, 22:31:30


und - es stimmt ja auch nicht, dass Juan Guaidó einfach so aus dem Nichts kam - nur kannten die europäischen Medien überhaupt nicht. Immerhin ist er schon 2011 gewähltes Mitglied der Natiomalversammlung gewesen. Ich sah auf der deutschen Wikipedia-Seite für ihn, dass es angeblich keine Informationen üner sein politischers Vorleben gäbe und das ist schlicht und einfach gelogen, dennsein pol. Lebenslauf ist ziemlich lückenos und lässt sich anhand der archivierten alten Tageszeitungen des Landes nachprüfen. Leider machen sich aber deutsche Medien diese Mühe nicht.
 
Wer traut sich so was zu behaupten - einfach nicht für vollnehmen, Sputnik und Konsorten!

Alle Medien, die ich so konsumiere, haben ihn so ab Mitte Januar mit einer kleinen Kurzbiographie vorgestellt, kurz aber informativ genug, um sich ein Bild von der Parlamentssituation machen zu können!
Mitglied der Nationalversammlung ist er schon seit 2010 und die deutsche Wikipedia-Seite behauptet nur, daß sie noch keine Informationen über seine bisherige politische Laufbahn hat, und bittet gleichzeitig im selben Abschnitt :  "Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst."

Also - anstatt den Wikipedia- Machern Lügen zu unterstellen, könntest Du ihnen Dein Wissen zur Verfügung stellen!

Edita

Deutsche WIKIpedia über Juan Guaidó
schorsch
schorsch
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von schorsch
als Antwort auf silva1 vom 12.02.2019, 23:07:14
Wie auch immer, ich finde, Deutschland und die EU sollten sich da raus halten.
Das wäre meiner Meinung nach wirklich gesünder.
Wer wegsieht macht sich mitschuldig am Elend der Betroffenen!

Viele Despoten können oder konnten nur so lange am Ruder bleiben, weil sie wissen/wussten, dass eh keiner sich einmischen und sie daran hindern wird.
ttrula
ttrula
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von ttrula


Bericht der taz Quelle taz 13.2.

Lebensmittelknappheit in Venezuela
Maduro lässt selbst Rationen liefern
Die Opposition in Venezuela will Hilfsgüter ins Land bringen. Die Maduro-Regierung verteilt nun ihrerseits Lebensmittel.

Ausschnitte aus dem Artikel:

"Guaidó gab bekannt, dass kirchlichen Einrichtungen rund 1,7 Millionen Portionen Zusatznahrung für Babys und 4.500 Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere übergeben wurden. Nach Berichten regierungskritischer Medien lagern die Zusatznahrungen seit Dezember in Caracas. Wie sie in die Hauptstadt gelangten, ist nicht bekannt."

...

"Die Einfuhr von Nahrungsmittel und Medikamenten zu verhindern stelle ein „Menschenrechtsverbrechen“ dar, so Guaidó. „Wir haben den Streitkräften klar gesagt, dass sie die Hilfslieferungen ins Land lassen sollen.“ Guaidó hatte den Streitkräften eine Amnestie zugesichert, von der aber Menschenrechtsverbrechen ausgeschlossen sind."

...

"Staatschef Nicolás Maduro lehnt solche Hilfsmaßnahmen als innere Einmischung ab. Für ihn sind sie Teil einer großen „Show der Opposition“, zum anderen dienen sie der Vorbereitung einer Militärintervention. Am Montag ließ er in Uruña, dem 40.000 EinwohnerInnen zählenden Grenzort gegenüber Cúcuta, Tüten mit Nudeln, Reis, Zucker und Speiseöl verteilen."

...

"Und die Grenze ist längst wieder offen. Tausende Menschen und Fahrzeuge überqueren sie täglich über die nahe gelegene Brücke Simon Bolívar. Die zahlreichen GrenzgängerInnen aus Venezuela können in Cúcuta dann teuer einkaufen."

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WoSchi
WoSchi
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von WoSchi

Dieses Video zeigt, warum immer mehr Venezolanos nach Freiheit rufen - hier gehen dutzende von Maduros Militärs mit ungebremster Härte auf eine Frau los

WARNUNG ! SEHR BRUTALE BILDER!

aber es gibt ja immer noch einige Leute hier, die wahrscheinlich auch diese Bilder für Fake halten
 

WoSchi
WoSchi
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf silva1 vom 12.02.2019, 23:07:14
Wie auch immer, ich finde, Deutschland und die EU sollten sich da raus halten.
Das wäre meiner Meinung nach wirklich gesünder.

Gesünder für wen?
ttrula
ttrula
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von ttrula
als Antwort auf WoSchi vom 13.02.2019, 11:43:33

ja WoSchi, so sieht es aus, wenn die Staatsgewalt brutal wird.

In mir weckt das Erinnerungen an Stuttgart 21.

Während ich noch ein Beispielvideo suchte, das sich auf diese Demos bezog, fand ich zunächst dieses

Stuttgart: Polizisten prügeln hemmungslos auf Mann ein
Anlass war hier eine Eskalation nach einem Verkehrsunfall, Feb 2017
(Bei der gerichtlichen Aufarbeitung dann die sog. "Überraschende Wende" - die einen Einblick in deutsche Polizeiarbeit gewährt:
----Allerdings laufen die Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die sich angesichts des noch laufenden Verfahrens nicht äußern will, nun darauf hinaus, dass drei der vier Beamten wenig bis nichts vorzuwerfen ist. Sie sind demnach einem Kollegen zu Hilfe geeilt, der einen widerspenstigen Mann festnehmen wollte. Dabei mussten sie in dem Moment davon ausgehen, dass die Festnahme zu Recht erfolgt. Zwei Beamte hielten den Mann fest, der dritte schlug mit dem Schlagstock in Richtung Kniekehle, um ihn zu Boden zu bringen. Diese Taktik wird den Beamten angeblich so beigebracht. 
Dem vierten Beamten droht in jedem Fall eine Strafe. Er hatte den Mann aufgefordert, an einer Unfallstelle die Zigarette auszumachen. Als dieser sich weigerte, wollte der Polizist ihn festnehmen. Dies hätte er wohl schon deshalb nicht tun dürfen, weil die Brandgefahr an der Unfallstelle zu dem Zeitpunkt bereits gebannt war.
Im Gerangel schlug der Polizist zudem ziellos mit der Faust auf den Mann ein. Dafür dürfte er wegen Körperverletzung im Amt belangt werden. Allerdings wird die Strafe wohl unter einem Jahr bleiben, so dass auch dieser Beamte nicht entlassen wird.


Hier noch ein Link zu einem Polizeieinsatz bei einer Demo Stuttgart 21:
https://www.stern.de/panorama/stern-crime/stuttgart-21--so-brutal-gingen-polizisten-gegen-demonstranten-vor-6464880.html
(hier mit ausführlichem Video in Bild und Ton, das Material ist vom der Polizei selbst. Der Stern kommentiert)



--- ich möchte damit nicht sagen, dass solche brutalen Einsätze gerechtfertigt sind. Sondern dass du leicht und in vielen Ländern solche Einsätze findest, wenn die Gründe gerechtfertigt erscheinen.




 
silva1
silva1
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RE: Solidarität mit Venezuela
geschrieben von silva1
als Antwort auf schorsch vom 13.02.2019, 10:59:57

Und wer sich in andere Leute und Länder Angelegenheiten einmischt, der macht sich unter Umständen mitschuldig an den Folgen?


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