Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...

Internationale Politik Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...

miriam
miriam
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Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von miriam
Von höchster Stelle, also vom erzkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban, wurden in Ungarn Auszeichnungen vergeben - an antisemitische Journalisten und auch an andere Personen, die wegen ihrer judenfeindlichen Gesinnung bekannt sind - bzw. diese in den Medien verbreiten.

Einer der Geehrten ist der Moderator Ferenc Szaniszlo, der die höchste staatliche Ehrung erhielt (Tancsics-Preis).

Szaniszlo hatte antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und die Roma als "Menschenaffen" bezeichnet..

Miriam
pschroed
pschroed
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von pschroed
als Antwort auf miriam vom 17.03.2013, 16:54:11
Liebe Miriam

Als ich die Meldung heute morgen las, ich war entsetzt und das in einem EU Land,ich glaubte die braune Kraft wäre wenigstens in diesen Ebenen gebannt, aber es brodelt im Untergrund wie ein bevorstehender Ausbruch eines Vulkans.

Einfach nur beschämend

Phil.
silhouette
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf miriam vom 17.03.2013, 16:54:11
Das ist zwar empörend und widerwärtig. Aber viel schlimmer und von größerer Tragweite für die ganze EU ist die Meldung, die vor ein paar Tagen zu hören war: Das Verfassungsgericht wurde so weit entmachtet, dass es als abgeschafft betrachtet werden kann. Das ist ganz konkret das Ende der 1989 eingeführten Demokratie.

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clara
clara
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von clara
Ungarn hat nun eine Grenze überschritten, was nicht mehr mit der EU-Mitgliedschaft zu vereinbaren ist. Diese schreibt nämlich eindeutig demokratische Regeln vor, einschließlich Nichtduldung von Rassismus.
Sollte Ungarn aber tatsächlich ausgeschlossen werden, besteht die Gefahr einer Isolierung des Landes, was vielleicht zu einem noch größeren Rechtsruck führt. Jedenfalls muss Ungarn sehr deutlich gemacht werden, dass es so nicht geht!

Clara
silhouette
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf clara vom 17.03.2013, 18:34:46
Clara,
letztes Jahr sagte im Zusammenhang mit der Griechenland-Misere wegen des Euro der EU-Parlamentspräsident M. Schulz: "Es gibt im EU-Vertrag keine Klausel, die den Ausschluss eines Mitglieds erlaubt"

Dagegen gibt es seit dem Vertrag in der Version von Lissabon einen Paragraphen, der den freiwilligen Austritt eines Mitglieds regelt. Diesen Gefallen wird der Orban der EU nicht tun. Das wäre das Ende der fließenden Subventionsquellen für die Landwirtschaft und diverse Bereiche der Wirtschaft. Und sein Niedergang bei der nächsten Wahl, falls er Wahlen bis dahin nicht auch abgeschafft hat.

Es ist ein Jammer, was aus diesem vielversprechenden Land in 20 Jahren geworden ist. Und es ist mir ein Rätsel, wie die Wähler auf die Idee gekommen sind, Rechtsradikale an die Regierung zu wählen. Als hätten sie mit der kommunistischen Diktatur nicht genug Ungemach gehabt.
hockey
hockey
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von hockey
als Antwort auf miriam vom 17.03.2013, 16:54:11
Hi Miriam

ich habe das heute gelesen und bin entsetzt. Aber es ist nur die Spitze des braunen Eisberges und das die EU diese Entwicklungen nur mit "worten" bekaempft laesst bedauerlicher Weise tief blicken.

Weiss nicht ob du mal das Buch gelesen hast " Kasztners Train" von Anna Porter das sich mit der Lage der Juden in Ungarn waherdend des zweiten WEltkrieges befasst.

Shalom
Hockey

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clara
clara
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von clara
als Antwort auf silhouette vom 17.03.2013, 19:07:49
... der EU-Parlamentspräsident M. Schulz: "Es gibt im EU-Vertrag keine Klausel, die den Ausschluss eines Mitglieds erlaubt"

Diese Möglichkeit nicht in die EU-Statuten aufzunehmen, war damals ein großer Fehler. Es war blauäugig, anzunehmen, eine Demokratie könne nie ins Wanken kommen, bzw. ins Wanken gebracht werden. Deshalb sollten die Statuten der EU dahin gehend geändert werden, dass sich ein Mitgliedsland nicht ungestraft zur Diktatur wandeln kann. Wenn Deine Vermutung betr. der ungarischen Regierung stimmt, Silhouette, dann ist dies eine regelrechte Verhöhnung der EU.
Mir tut es um Ungarn auch leid, zumal das Land an der deutschen Wiedervereinigung beteiligt war.

Clara
silhouette
silhouette
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Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von silhouette
als Antwort auf clara vom 17.03.2013, 22:24:52
Einverstanden, Clara,
wenn der Typ so weitermacht, werden die anderen EU-Länder nicht um eine Vertragsänderung herumkommen, wollen sie sich nicht zum Affen machen lassen. Oder seriöser ausgedrückt: der Zustand der Diktatur war zu Zeiten des Franco-Regimes ein für sich allein geltender Grund, weshalb Spaniens Beitritt außerhalb jeder ernsthaften Überlegung stand.

Fragt sich nur, ob bei einer Abstimmung über eine Vertragsänderung, die vermutlich eine sehr hohe Mehrheit haben muss, wenn nicht gar 100%, alle mitziehen oder irgendein Baatzi sich wichtig macht oder irgendwelche wirtschaftliche Interessen berücksichtigen muss und nicht mitzieht. Alles schon dagewesen.

Damit würde sich in diesem Fall auch die ganze EU ins Abseits stellen.
miriam
miriam
Mitglied

Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von miriam
Heute ist wohl der Tag der politischen Ereignissen, die nur schwer zu begreifen sind - und die einen sowohl als Vergangenheit wie auch als Gegenwart, an einem gesunden Menschenverstand zweifeln lassen.

Erst ein Blick auf Ungarns Gegenwart - und da danke ich in erster Linie dir - Hockey.
Das Buch von Anna Porter kenne ich zwar nicht - aber an die Realität Ungarns während des Zweiten Weltkrieges erinnere ich mich noch sehr gut.

Kein einziger unserer ungarischen Freunde, die im Land geblieben waren, hat das KZ überlebt.
Mein Bruder, der in jener Zeit an der Musikakademie in Budapest studierte - sich aber gerade zuhause (Rumänien) befand, hatte kein Visum mehr erhalten - und so blieb er von der Deportation verschont.

Alle meine Freunde die bis vor einigen Jahren in Budapest lebten, haben das Land schon vor Jahren verlassen, denn was nun durch die Presse dem breiten Publikum bekannt wird, spielt sich ja schon seit einigen Jahren in Ungarn ab.

Die Frage die man sich stellt ist natürlich welchen Wert oder welche Bedeutung die EU hat - angesichts dieser Tatsachen?

Ich schrieb am Anfang auch über die Vergangenheit, die mir persönlich - obwohl ich die historischen Fakten kenne - manchmal unbegreiflich erscheint.
Dies bezog sich auf den Doku-Film "Fritz Bauer - Tod auf Raten" - der heute auf 3sat gesendet wurde.
Dies ist aber eine andere Diskussion, auch wenn es zum gleichen Themenkomplex gehört.

Miriam
Re: Ungarn - Journalisten für ihre antisemitischen Ergüße und Romafeindlichkeit ausgezeichnet...
geschrieben von mart1
als Antwort auf miriam vom 18.03.2013, 00:48:13
Diese Entwicklung war ja bereits vor geraumer Zeit als die Knaebelung der Medien stattfand absehbar.

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