Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen

Internationale Politik USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen

luchs35
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von luchs35
Irans Ministerpräsident Nuri al-Maliki tritt „freiwillig“ von seinem Amt zurück und gibt den Weg für den designierten Staatschef Haidar al –Abadi frei.
Auch al-Abadi ist wie Maliki Schiit, gilt aber als gemässigt und weniger polarisierend. Damit dürfte der Machtkampf in Irak, der fast zu einer Verfassungskrise geführt hat, vorläufig beendet sein.
Al-Maliki sagt zwar seinem Nachfolger seine Unterstützung zu, dürfte aber selbst eher nach einem Asyl suchen.

Die gemässigten Kräfte des Landes haben nun eine neue Chance, mit einem gemeinsamen Kampf , bei dem vor allem das kurdische Peschmerga- Militär die grösste Rolle spielt, dem Vormarsch der IS-Terroristen Einhalt zu gebieten.
Das dürfte sich jedoch gegen die hoch ausgerüsteten IS-Kämpfer weiterhin ein schwieriges Unterfangen sein.

Betreffs der Waffenlieferung an die Kurden gibt sich die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen noch bedeckt. Während die Lieferung von Lebensmitteln und Medizin bereits angelaufen ist,
wird die Waffenlieferung aus Deutschland noch mit dem Argument, dass die Iraker inkl. Kurden an russischem Militärgerät ausgebildet seien und deshalb mit deutschen Waffen nichts anfangen könnten, vorläufig zurückgestellt.

Frankreich und USA liefern bereits Waffen-und ich frage mich trotz sonstiger Vorbehalte, ob deren Waffensystem auch russisch ist?

Luchs
adam
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von adam
als Antwort auf luchs35 vom 15.08.2014, 11:19:59
Deutsche Waffen an Kurden ist wohl problematisch, da sie eines Tages gegen deutsche Panzer benützt werden könnten. Dann werden sich die Kritiker nicht mehr daran erinnern wollen, wofür die Waffen einst an Kurden geliefert wurden.

Das Waffensystem ist natürlich ein Vorwand. In dieser Region dürfte jeder mit jedem System vertraut sein. Das Prinzip Tod gilt für alle.

Frankreich und den USA scheint das egal zu sein. Auch so kann die Wertschätzung des Nato-Mitglieds Türkei zum Ausdruck gebracht werden.

--

adam
luchs35
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von luchs35
als Antwort auf adam vom 15.08.2014, 11:51:25
Da bin ich im Moment etwas zweigeteilt in meiner Meinung, Adam. Einerseits muss die kurdische Peschmerga dringend unterstützt werden, da das irakische Militär beim Auftauchen von IS-Terroristen eher sich auf deren Seite schlägt oder zumindest davonläuft, wie es ja schon bewiesen hat. Und vor allem wird der IS früher oder später zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr für Europa, also lieber schon am Brandherd bekämpfen als zu warten, bis er zum Flächenbrand mit ungeahnten Folgen wird.

Das sind ja keine vereinzelten innnenpolitischen Kämpfe einzelner arabischer Länder mehr, aus denen sich der Westen raushalten sollte.

Andererseits denke ich auch an die Haltung der USA zum Wunsch der Kurden nach einen voll-autonomen eigenen Staat (den ich ihnen persönlich sehr wünschen würde!). Hier stehen die USA wiederum klar zum Nato-Land Türkei, das Kurden eher verfolgt als ihnen Autonomie zugesteht. Die Kurden werden sich da kaum unterordnen, dann beginnt das Theater von vorn - mit den jetzt gelieferten Waffen, die sich eben dann gegen die richten, sie sie zuvor geliefert haben.

Ich frage mich nur, ob heute dagegen überhaupt noch wirklich viel entgegen gesetzt werden kann?

Luchs

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wandersmann_1
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf digi vom 08.08.2014, 14:48:40
Während andere noch beten, betteln und labern (zu verhandeln gibts da nichts!), aber nie begreifen werden, dass auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört, müssen mal wieder die 'bösen Amies' die Kohlen aus dem Feuer holen. Sie haben es 1945 auch für mich getan.


Auch hier sollte wie überall das Verursacherprinzip gelten, d.h., dass die USA gefälligst auch den Scherbenhaufen bearbeiten sollen, den sie hinterlassen haben. Für die meisten europäischen Länder besteht keinerlei Grund, hier aktiv zu werden. Weder finanziell noch militärisch. Die USA haben uns diesen Schlamassel eingebrockt, und somit dürfen sie das auch alleine wieder auslöffeln.
Haben die sich überhaupt auch nur einziges mal gefragt, was die Iraker eigentlich denken, wenn nun ausgerechnet Kräfte zu ihrer Rettung kommen, die sie zu tausenden getötet haben, die sie zu hunderttausenden vertrieben haben, die Journalisten aus Hubschraubern wie beim Mohrhuhnschießen abgeschossen haben, die Killer von Blackwater ungestraft beim Zivilistenmorden haben sich austoben lassen, und die sich in Abu Ghraib als großer Foltermeister präsentiert haben.

@ digizar
Dass sie Dich '45 mit Kaugummi und Schokolade gekauft haben, kann man ja noch unter kindlicher Naivität verbuchen, aber irgendwann musst doch auch Du mal wieder klare Bilder gesehen haben.
wandersmann_1
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf wandersmann_1 vom 15.08.2014, 20:47:29
@digizar

Eine kleine Anmerkung am Rande noch.
Wenn Nazi- Deutschland damals den Krieg gegen Russland gewonnen hätte, die USA hätten keinen Finger gerührt, um Dich vom Faschismus zu befreien.
Dass es in Deutschland die schlimmste Diktatur seit Menschengedenken gab, mit einer Maschinerie der industriellen Tötung von Millionen missliebiger Mitmenschen, hat die USA nicht das schwarze unterm Fingernagel interessiert. Sie hatten seit 1933 genügend Zeit, Hitler zu eliminieren. Ganze 11 Jahre haben sie das Nazipack gewähren lassen. Erst als sie angesichts des Vormarsches der Roten Armee Richtung Berlin Panik bekamen, der Russe könnte bis zum Atlantik weiter marschieren, griff man ein.
Bis dahin hatten die gar kein Interesse daran, etwas gegen die faschistische Diktatur in Deutschland zu unternehmen. Im Gegenteil - die war den USA offensichtlich sehr angenehm.
adam
adam
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von adam
als Antwort auf wandersmann_1 vom 15.08.2014, 23:08:03
Hätten die USA die Sowjets im 2.WK nicht ab 1941 massiv mit Kriegsgerät und Material beliefert, wäre die Rote Armee nirgendwohin marschiert.

Von den USA wurden über 400.000 Jeeps und LKW, 13.000 Lokomotiven und Güterwagen, 90 Frachtschiffe, 4.000 Bomber, 10.000 Jagdflugzeuge und über 7.000 Panzer an ihren sowjetischen Alliierten geliefert. Die Briten und Kanadier lieferten weitere 5.000 Panzer und 7.000 Flugzeuge.
geschrieben von Wikipedia - Lend-Lease Act


Das ist Geschichte. Hier nachzulesen: Leih- und Pachtgesetz

Aber hier geht es ja um Maßnahmen, die gegen den IS getroffen werden können.

@Luchs,

ich meinte die deutschen Panzer, die die Bundesrepublik an die Türkei geliefert hat. Gegen die könnten eines Tages die Waffen gerichtet sein, die den Kurden jetzt überlassen werden.

Auf keinen Fall möchte ich deutsche Soldaten im Irak sehen. Damit hier kein Mißverständnis entsteht.

--

adam

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Cheval
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von Cheval
Was macht eigentlich der Iran in diesem Konflikt?
Er schweigt..
...zur amerikanischen Waffenlieferung gegen die Dschihadisten.

Ob sich da eine neue ungeahnte Allianz bildet?

Cheval
luchs35
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Cheval vom 16.08.2014, 07:55:12
Cheval, diese stillschweigende Allianz zwischen Iran und USA hat sich doch schon längst gebildet, denn nicht einmal Iran, dem ansonsten schiitische Islamisten jede Unterstützung wert sind, schreckt bei dem äusserst brutalen Vorgehen vor dem IS zurück, der früher oder später vor dem Iran stehen könnte.

Adam Ich sagte ja schon, dass ich in meinen Überlegungen schwanke.
Es ist zusätzlich ja auch so, dass sich die Kurden im Augenblick im Kampf gegen diese IS-Mörderbande vereinigt haben, aber man sollte trotzdem im Auge behalten, dass sie sich normalerweise selbst nicht "grün" sind.
Der angestrebte autonome Kurdenstaat würde u.a. auch Teile der Nato-Türkei beanspruchen. Da ist wohl abzusehen, was dann passieren würde. Insofern hast Du Recht, wenn dann die jetzt an die Kurden gelieferten schweren Waffen - auch unter anderem aus Deutschland- gegen die ebenfalls aus Deutschland und anderen Natoländern gelieferten Panzer eingesetzt würden.

Eine verzwickte Situation fürwahr, aber ohne schwere Bewaffnung der Kurden gibt es kaum mehr eine reelle Chance, den IS zu stoppen.

Irgendwie ist das wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Luchs
adam
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von adam
als Antwort auf luchs35 vom 16.08.2014, 09:23:00
Luchs,

ich bin immer mehr der Meinung, man sollte humanitäre Hilfe leisten, aber keine Waffen liefern. Der IS wird keinen Nachschub bekommen und hat keine Zukunft, denn selbst die Terrorhehler der arabischen Halbinsel, die sonst die sunnitischen Islamisten auf der ganzen Welt finanzieren, dürften ihre Staaten nicht selbst zerstören wollen.

Die USA spulen ein Pflichtprogramm aus der Luft ab und zerstören eigene Waffen, die eigentlich für irakische Soldaten bestimmt waren. Warum soll sich Europa vor einen islamischen Karren spannen lassen? Der Irak als Staat ist am Ende, vielleicht bleibt noch ein kleiner, bedeutungsloser Teil. Sollen sich die arabischen Staaten kümmern, wie sie mit der Brut klar kommen, die sie gezüchtet haben und ihre Kriege selber führen, einschließlich der Türkei. Es besteht die Chance, daß die Menschen erkennen, welche verbrecherischen Auswüchse im Namen ihrer Religion von ihren gewissenlosen Führern begünstigt wurden. Eine Chance auch für den Islam, sich zu revormieren?

Es wird Zeit, daß sich die Gegend selber zurecht rückt. Die Kolonialzeiten sind längst vorbei und wenn der Westen endlich aufhört, die Gegend mit Waffen vollzustopfen, sollten sich die militärischen Auseinandersetzungen in Grenzen halten.

--

adam
luchs35
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Re: USA. Grünes Licht für gezielte Luftangriffe auf IS-Terroristen
geschrieben von luchs35
als Antwort auf adam vom 16.08.2014, 09:54:52
Es wird Zeit, daß sich die Gegend selber zurecht rückt. Die Kolonialzeiten sind längst vorbei und wenn der Westen endlich aufhört, die Gegend mit Waffen vollzustopfen, sollten sich die militärischen Auseinandersetzungen in Grenzen halten.
geschrieben von Adam:


Und von was träumst Du nachts? Hast Du jemals davon gehört, dass die Waffenlieferanten zugunsten eines friedlichen Miteinanders ihre Produktionen einstellen?

Aber im Ernst: Hier wird der IS noch zu einfach gesehen. Er ist und bleibt auch eine immense Bedrohung für Europa. Die arabischen Länder werden den Konflikt nicht lösen können- und, was keiner übersehen sollte - sie liegen vor unserer Haustür, lösen menschliche Katastrophen nicht nur in den arabischen Ländern aus, sondern Europa wird mit Flüchtlingen geradezu überschwemmt- auch eine Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen, die dann in Europa ebenfalls durch ihr Übergreifen eine Lunte legen.

Es gibt sehr viele Für-und-Widerargumente, die Lösung zeigen sie leider nicht auf.

Luchs

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