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Internationale Politik Verroht das Opferfest die Gläubigen?

Medea
Medea
Mitglied

Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von Medea
Das höchste Fest islamischer Gläubiger ist das nach dem Mondkalender
stattfindende Opferfest, eine sehr blutige Angelegenheit - meine
Schwägerin hat lange in islamischen Ländern (auch Marokko) gelebt
und mir davon berichtet. Üblicherweise wird das Opfertier, Lämmer,
Schafe, Ziegen, Rinder, auch Kamele und Wasserbüffel vor dem Haus
ohne Betäubung geschächtet und ausbluten lassen, minutenlange
Qualen für die Tiere. Die Kinder sehen diesem schaurigen Tun zu,
durch Jahrhunderte geübte Praxis. Das muß verrohen, jeder Psychologe
wird es bestätigen.

Bei der IS wird in verächtlichem, lachenden Ton, von der Schlachtung/Schächten
ihrer Geiseln gesprochen, möglichst noch mit stumpfem Messer,
das Grauen diesen Monstern gegenüber kann nicht größer sein.
Ich frage mich seit einiger Zeit, wie der Einfluß dieser
Grausamkeiten (Opferfest) auf Kinderseelen durch die
Jahrtausende wirken muß, ob es psychologisch je erforscht wurde.

Laut Wiki für Deutschland:
"Zu beachten ist auch, dass die beabsichtigte Schlachtung eines Opfertieres bei dem zuständigen Amtstierarzt zur Schlachttier- und Fleischuntersuchung anzumelden ist. Eine Schlachtung ohne Betäubung (Schächten) ist nach der deutschen Rechtslage grundsätzlich verboten, jedoch kann eine Sondergenehmigung aus religiösen Gründen erteilt werden."

Das sollte wohl in Deutschland gängige Praxis sein, die nach
Möglichkeit unterlaufen wird, wie es immer wieder durch die Presse, (STERN) geht.

Für mich bleibt die Frage, ob es nicht an der Zeit ist, solche
grausamen Rituale endlich aus dem Islam herauszunehmen.
Schon die Einstellung "Geiseln schlachten" ist unerträglich.

Medea.

@Mane
Dein Thema: Die Macht der Umstände
hat mich bewegt.
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von JuergenS
Das ist wirklich ein breites Feld, was du da ansprichst.

Dass "wir" da etwas bewegen können, denen nicht mal in arabischen Ländern die Qualität der Demokratie abgenommen wird, ist ja klar.

Mich schaudert ja schon bei dem alten Abraham, der, wie scheinbar alle vor ihm, Gott seinen Erstgeborenen schlachten mußte!

Und das haben die drei Religionen ja sogar gemeinsam, das mit dem Abraham.

Nur dass das Christentum zum Teil zu Symbolen übergegangen ist, anstelle von Schlachtungen von unbeteiligten Tieren.

Beim Judentum weiss ich es nicht.

Einen Unterschied muß man aber schon machen, zwischen den "normalen" islamischen Gebräuchen und den kriminellen Ableitungen der IS vom Islam muß man natürlich machen.
karl
karl
Administrator

Lassen wir uns nicht verhetzen.
geschrieben von karl
als Antwort auf Medea vom 05.10.2014, 09:30:41
Ich bin auf einem Dorf groß geworden und habe Hausschlachtungen erlebt. Ein falsch angesetzter Bolzenschuss führt nur zur Verletzung des Tieres und ich habe in Todesangst flüchtende Schweine erlebt. Ich glaube kaum, dass diese Art der Schlachtung "humaner" ist als das Schächten. Mich haben diese Vorgänge nicht verroht, eher sensibilisiert.

Von der Praxis in unseren Schlachthöfen, die wir ja meistens erfolgreich verdrängen, will ich gar nicht reden.

Völlig unzulässig ist es, hier zu versuchen, zu unterstellen, Moslems und Juden müssten generell wegen des Opferfestes verroht sein. Die IS sind nicht der Islam sowenig wie die Konquistadoren das Christentum repräsentieren.

Die Geschichte mit Abraham symbolisiert das Ende der Menschenopfer, stattdessen wurden in der Folge Tiere geopfert.

Persönlich halte ich diese religiösen Bräuche für überholt und antiquiert, auch Tiere sollten nicht gequält und geopfert werden. Aber die Gräueltaten des IS stehen für den IS und wir sollten den Millionen von Moslems den Rücken stärken, die den IS bekämpfen und ihnen nicht in den Rücken fallen und alles gleichsetzen.

Karl

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Shenaya
Shenaya
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von Shenaya
als Antwort auf JuergenS vom 05.10.2014, 10:09:47


[...]

Beim Judentum weiss ich es nicht.

Einen Unterschied muß man aber schon machen, zwischen den "normalen" islamischen Gebräuchen und den kriminellen Ableitungen der IS vom Islam muß man natürlich machen.


Zum Ritual des Schächtens im Judentum hier ein Link, Heigl > Klick

Ansonsten schließe ich mich dir an - den Vergleich des Opferfestes in islamischen Kulturen zu den mörderischen Praktiken der IS herzustellen, nehme ich wieder einmal kopfschüttelnd zur Kenntnis.

Shalom und Selâm
S. - (längere Zeit in vorwiegend muslimisch geprägten Ländern gelebt, gearbeitet und Urlaube verbracht).
uki
uki
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von uki
Ich sehe in Medeas Eröffnungsbeitrag die Frage nach der Erklärung warum so viele Menschen bereit sind, sich der IS anzuschließen. Es soll wohl eine von vielen Möglichkeiten sein.

Den Bezug zum Koran stellt der IS selbst her.
IS-Islamischer Staat

Eine Antwort habe ich allerdings nicht. Es wird wohl nicht nur einen Grund dafür geben. Alle Auslöser sollten in Erwägung gezogen werden.
Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf uki vom 05.10.2014, 10:46:42
"Ich sehe in Medeas Eröffnungsbeitrag die Frage nach der Erklärung warum so viele Menschen bereit sind, sich der IS anzuschließen. Es soll wohl eine von vielen Möglichkeiten sein.

Den Bezug zum Koran stellt der IS selbst her.
IS-Islamischer Staat"
von Uki.

Dem schließe ich mich an,hier gleich wieder etwas zu vermuten,empfinde ich als absurd.
Ich wundere mich nur,warum die vielen Muslime,z.B.auch hier in Deutschland,sich nicht deutlicher von der ISIS abgrenzen.

In der vorletzten und letzen Sendung ,"hart aber fair"war der IS Thema und zwei Muslime konnten sich zum Thema äußern,überzeugend fand ich keinen,hier im ST war keine Reaktion zu lesen..

Sehr aussagekräftig fand ich die Aussage von Mathias Rohe (Islamwissenschaftler) zum Auftreten und Ernstnehmen der "Schariapolizei "


""Gewiss", meint auch Mathias Rohe. "Neben der Anmaßung polizeilicher Funktionen ist vor allem der mögliche soziale Druck auf Musliminnen und Muslime im Auge zu behalten, auf die sich diese Mischung aus Missionsdrang und Blockwartmentalität stürzt - auch auf manchen Schulhöfen", sagt der Islamwissenschaftler. Er hält es jedoch für eine schwierige Gratwanderung, einerseits den Anfängen zu wehren, gleichzeitig aber diese seiner Ansicht nach nicht ungefährlichen "Spinner" nicht über Gebühr aufzuwerten."


Möglicherweise ist dieser permante Druck und die Missionierung (Moschee)eine Ursache.

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Edita
Edita
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von Edita
als Antwort auf vom 05.10.2014, 11:48:56

Möglicherweise ist dieser permante Druck und die Missionierung (Moschee)eine Ursache.
geschrieben von inga


Dazu sagt Ahmad Mansour :

" Es gibt genügend salafistisch und radikal orientierte Moscheen in Berlin, zum Beispiel in Neukölln und Wedding. Aber diese Jugendlichen brauchen diese Moscheen nicht. Die Strukturen bestehen aus kleinen Gruppen, in Hinterhöfen oder irgendwelchen Einzimmerwohnungen, im Internet oder über soziale Netzwerke. Die Moscheen sind als Unterstützer da, aber man braucht sie überhaupt nicht, um etwas zu planen oder Strukturen aufzubauen. "

Der ganze Artikel : Wer selbst denkt ist immun gegen Radikalisierung

Edita
Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Edita vom 05.10.2014, 12:00:21
Danke für Deine Einlassung und den Link.

Ich bin aber trotzdem der Meinung,dass das Leben ( hier in der Moschee) )deutlich Einfluß nehmen kann,junge Leute werden durch das "Gemeinsame" geprägt und wiegen sich im Glauben,dass alles richtig ist..
(Nicht nur das "Gemeinsame " in der Moschee,auch..leider im nahen Umfeld erlebt,kann die z.B. freie ev. Kirche "einiges" anrichten,eine gewisse Abhängigkeit,von klein auf wurde das Mädchen berieselt....)
Gruß
Inga
myrja
myrja
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von myrja
Schade, dass nun das Opferfest dafür herhalten muss, mal wieder zum Xten Mal den Islam schlecht zu reden.

Eine Schächtung ist sicherlich sehr schlimm für die Tiere. Aber wie Karl schon erwähnte, liegt in unseren Schlachthöfen auch so Einiges im Argen.

Das Opferfest besteht aber ja nicht nur aus dem Schächten. Es hat auch einen sozialen Aspekt.
Tier „opfern“ sollen die, die es sich leisten können. Das Fleisch soll dann aufgeteilt werden. Ein Drittel wird behalten, ein zweites Drittel geht an Verwandte und Freunde und das dritte Drittel soll an Arme verteilt werden. So geschieht dies in der Regel auch in den islamischen Ländern.

Ich bekomme regelmäßig von meinem Nachbarn und guten Freund ein großes Stück Lammfleisch am Opferfest (auch heute wieder), das ich heimlich weitergebe, weil ich Lamm nicht mag, ich ihn aber nicht vor den Kopf stoßen möchte. Ein weiterer älterer Nachbar, dem es finaziell ziemlich schlecht geht, bekommt ebenso seinen Teil vom Fleisch.

Viele Christen hingegen schlemmen z. B. an den Weihnachtsfeiertagen und denken nur selten an die, die in Armut leben.

Myrja
uki
uki
Mitglied

Re: Verroht das Opferfest die Gläubigen?
geschrieben von uki
als Antwort auf myrja vom 05.10.2014, 13:24:11
Ja, ich gebe dir Recht, dass in unseren Schlachthöfen –und nicht nur da, sondern in der Tierhaltung an sich, einiges im Argen liegt.

Den Unterschied sehe ich darin, dass wir sehr wohl darum wissen und, so nehme ich an, daran arbeiten, die Zustände zu verbessern. Es gibt da wirklich noch sehr viel zu tun. Jeder kann auf ganz einfache Weise dazu beitragen.
--- Weniger Fleisch essen, viel weniger. -----

Auch wird es nicht als Ritual für ein christliches Fest angesehen, die Tiere zu schlachten „opfern“

Dass mit den Armen geteilt wird, nicht nur Fleisch sondern im Allgemeinen, willst du doch sicher nicht den Christen absprechen?

-uki-

Nachtrag:
Eigentlich war die Frage doch ganz einfach; Verroht das Anschauen von Schlachtungen, im Eröffnungsbeitrag "Schächten" von Tieren die Menschen.

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