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Internationale Politik Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit

Loana
Loana
Mitglied

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von Loana
als Antwort auf Tina1 vom 05.09.2014, 09:32:06

man darf aber doch hoffentlich noch sagen was man denkt oder fühlt. Ich sah ihn oft genug in den Medien und würde auf ein persönliches Treffen verzichten ;);)

ich gestehe, ich mochte den Putin und hätte ihn eigentlich ganz gern kennengelernt und unter einer Russenphobie litt ich nie.
Mir gefiel, dass er den Eindruck erweckte, ein vollkommen beherrschter Mensch zu sein, der fähig ist rational zu agieren.
Ich glaube auch, dass er privat zu einem Humor neigt, der mir zusagt. Kein schallendes Lachen bei jeder Gelegenheit und ein immerwährendes fotogenes Lächeln, sondern ein Augenzwinkern bei passender Gelegenheit.
Vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht über sein jetziges Handeln.
Eines werde ich aber keinesfals tun, ihn jetzt zu dämonisieren, denn hinter so einem Machtinhaber stehen immer die, die ihm die Macht gegeben haben und er auch von gewissen Zustimmungen und Kontrollen abhängig ist.


"Wir haben Putin unterschätzt, diesen Gewalttäter"

"Der Grünen-Europapolitiker Werner Schulz sprach mit dem Tagesspiegel über die Krise in der Ukraine.

Haben Sie als ehemaliger Bürgerrechtler einen anderen Blick auf den früheren KGB-Mann und heutigen Präsidenten Wladimir Putin?

Ich habe in ihm immer diesen skrupellosen und kaltblütigen Geheimdienstoffizier gesehen. Während seiner Rede im Bundestag 2001 bin ich rausgegangen. Viele Abgeordnete waren begeistert, weil er Deutsch gesprochen hat, und haben dennoch kaum auf seine Worte gehört. Wir haben Putin unterschätzt, diesen Gewalttäter. Zum ersten Mal hörte ich von ihm, nachdem meine Freunde vom Neuen Forum am 6. Dezember 1989 die Stasi-Zentrale in Dresden besetzt hatten. Am selben Abend wollten sie zur KGB-Zentrale. Dort kam ihnen ein Mann mit gezogener Pistole entgegen und sagte: Keinen Schritt weiter. Ich bin Offizier der Roten Armee und bereit, dieses Objekt bis zur letzten Patrone zu verteidigen. Das war der Oberstleutnant Putin.

Worum geht es der russischen Führung in der Ukraine wirklich?

Putin hat klare Absichten. Er will die Ukraine destabilisieren, möglicherweise auch noch weitere Teile abtrennen. Dann würde das Land nicht mehr auf die Beine kommen, also weder in die EU noch in die Nato eintreten können, sondern ein Mündel Russlands bleiben. Außerdem legt er es darauf an, die EU zu schwächen. Er betont ja ständig, dieses schwule Europa, dieses dekadente Europa, das alles lehnt er rigoros ab und will es eindämmen.

Wie wirkt sich das aus?

Er unterstützt die Rechtsextremisten in Europa. Er hofft, dass diese Leute bei der Europawahl gestärkt ins Parlament einziehen. Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechten Front National in Frankreich, wird von hochrangigen Politikern im Kreml empfangen. In Deutschland regen wir uns auf, dass mal ein paar Leute von Swoboda mit der NPD eines Holger Apfel in Sachsen zusammenkamen. Die Lega Nord, Front National, Vlaams Belang und Ungarns Jobbik-Partei sind ganz andere Kaliber. Sie werden von Putin massiv unterstützt, moralisch, politisch und ideologisch. Denn sie haben das gleiche Weltbild wie er.

Was wäre die Alternative?

Man hätte Putin vor Augen führen müssen, was passiert, wenn man das Völkerrecht bricht. Denn das hat er mit der Krim getan. Das Budapester Memorandum von 1994, in dem vereinbart wurde, dass die Ukraine ihre Atomwaffen abgibt und dafür die territoriale Integrität des Landes garantiert wird, ist eindeutig gebrochen worden. Das ist unglaublich.
Was wäre denn, wenn wir uns nicht ans Völkerrecht halten? Und beispielsweise das Abkommen kündigen, das die Durchfahrt durch den Bosporus regelt? Dann käme die russische Flotte, die demnächst aufgerüstet werden soll, aus dem Schwarzen Meer nicht mehr raus. Diese Sprache würde Putin verstehen.

Wie kann eine weitere Eskalation verhindert werden?

Die Fehler liegen in der Vergangenheit. Hätte man die Ukraine und Georgien 2008 in die Nato aufgenommen, hätten wir zwei Kriege vermeiden können, den gegen Georgien und die schleichende Invasion in der Ukraine. Die USA, Großbritannien und Russland haben die territoriale Integrität der Ukraine garantiert. Eigentlich hätten die Amerikaner und die Briten sagen müssen: Jeder, der die Grenze der Ukraine überschreitet, wird es mit uns zu tun bekommen. Davor hätte Putin Respekt gehabt."


..hier steht einiges, von dem ich keine Ahnung habe - Danke für den super Beitrag ;)
Loana
Loana
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Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von Loana
als Antwort auf nerida vom 05.09.2014, 01:06:22
Hallo Nerida,

gestern im TV war Justus Frantz zu Gast. Er kennt Putin persönlich u. hat ihn als völlig normalen Menschen bezeichnet, der schnell reizbar ist.

LG Loana
Tina1
Tina1
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Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von Tina1
als Antwort auf Loana vom 05.09.2014, 14:53:52
"Der Grünen-Europapolitiker u Bürgerrechtler Werner Schulz sprach mit dem Tagesspiegel über die Krise in der Ukraine"

Ja das wissen viele nicht, vieles kann man auch nur wissen wenn man in der DDR gelebt hat und andere wollen es nicht mehr wissen. Die Gründe dafür kann man sich denken.
Die Bürgerrechtler hatten schon lange vor der Wende im Untergrund gegen das SED-Regime gearbeitet. Viele davon wurden über Nacht aufgefordert das Land zu verlassen, vorallem viele aus Künstlerkreisen. Die Bürgerrechtler haben den Menschen Mut gemacht endlich ihre Stimme zu erheben und daraus entstanden dann diese Montags-Demonstrationen, die dann die Wende eingeleitet haben. Wir haben 40 jahre unter der Macht der "Stasi" gelitten denn sie verbot jeden "Meinungs.- Rede.- u. Reisefreiheit". Mit der Mauer waren wir eingesperrt, es war wie ein Gefängnis. So wie Honecker für alle Entscheidungen das OK der sowjetischen Führung brauchte, so hat die "Stasi" eng mit dem KGB zusammengearbeitet, denn sie hatten ja den gleichen Feind. Das mal ganz einfach erklärt.
Putin als Offizier des KGB's u. Handlanger der sowj. Führung und Politik, war mit seiner Tätigkeit also voll dafür das man mit Menschen so umgehen muss. Und so einem Menschen kann man nicht mehr vertrauen, zumal er jetzt doch zeigt das er immer noch das gleiche mit der russischen Bevölkerung macht. Jeder Andersdenkende wird verfolgt. Es gibt immer noch keine Meinungsfreiheit.
Ich glaube jeder sieht das Thema aus dem Blickwinkel der für ihn zutrifft. Ich habe das alles erlebt u kann daher nur diese Meinung haben. Das Thema passt nicht zu dem Thread und deshalb beende ich es auch.
LG Tina

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nerida
nerida
Mitglied

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von nerida
als Antwort auf Loana vom 05.09.2014, 15:16:23
Hallo Nerida,

gestern im TV war Justus Frantz zu Gast. Er kennt Putin persönlich u. hat ihn als völlig normalen Menschen bezeichnet, der schnell reizbar ist.

LG Loana

mein positiver Eindruck rührt ganz sicher auch daher, weil ich all die Jahre Putin im Kreis all der anderen westlichen Regierungschef lachend , umarmend und letzlich dann auch als Ehrengast eines Natogipfel in den Medien gesehen hab.
gern hab ich, die den kalten Krieg ja voll bewusst erlebt hat, ihn als den Hoffnungsträger gesehen.

Ich bedauere es so sehr, dass es jetzt nach all den erfolgreichen Abrüstungskonferenzen, wieder zu einer Aufrüstung kommt. Dass Grenzen wieder dicht gemacht werden - dass uns die Schatten von Mordor bedrohen
Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf nerida vom 05.09.2014, 18:12:23
Mein Eindruck ist seit langem, das unbedingt ein neues Feindbild aufgekocht werden musste. Und was liegt da näher als eine Person, eine Mentalität zu nehmen, die den meisten fremd ist.
Auch hier im ST konnte man ja so einige Stimmen lesen, die nicht müde wurden Herrn Putin anzuprangern.
Finde ich zwar schade wenn man sich von Medien so lenken lässt, aber die Macht der Medien ist wohl bestimmend.

Gruss, Bruny
Loana
Loana
Mitglied

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von Loana
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 05.09.2014, 20:24:10
Hallo Bruny,

Putin hätte verhandeln können, er hat doch einen guten Draht zu Frau Merkel, beide sprechen noch dazu die gleichen Sprachen.

Wer gibt Putin das Recht, einen Krieg in einem anderen Land anzuzetteln ?
Wer gibt Putin das Recht, die Krim zu annektieren ?
Warum soll die Ukraine geschwächt werden ?

Putin hat Zusagen gegeben und nicht eingehalten.

LG Loana

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dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf Loana vom 06.09.2014, 14:58:21
Hier findest Du innerhalb von 13 Minuten die Antworten auf Deine Fragen Loana:

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Loana vom 06.09.2014, 14:58:21
Hi Loana, gut dass dutch den Link hier nochmal eingestellt hat. Ich hätte erheblich länger gebraucht all das gesagte Zusammenzufassen. Ich glaube hiermit ist hinlänglich alles gesagt.

Gruss, Bruny
Raimund55
Raimund55
Mitglied

Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von Raimund55
als Antwort auf Loana vom 06.09.2014, 14:58:21
Nehmen wir nur mal an z.B. Ohio und Texas wollen unabhängig werden und wollten dies wenn notwendig gewaltsam erreichen ..was meinst du Loana was der Rest Amerikas und Obama unternehmen ? einfach zuschauen ? wohl eher nicht.

Wieso nehmen wir Westler nicht einfach wahr das Putin sich
immer mehr in die Ecke gedrängt fühlt.Hätte die EU bei Ihren Verhandlungen mit der Ukraine von Anfang an darauf bestanden das Russland als direkter Nachbar an Verhandlungen zur Annäherung an die EU mit am Tisch sitzt würdem heute noch viele Unschuldige leben.
Der wahre Grund für den Konflikt mit Russland hat man also von Anfang an mit einkalkuliert oder die EU-Politiker haben soviel Luft im Gehirn das ein Hai der einen fressen würde mindestens 1 Woche nicht tauchen könnte.

Die "Falken" (so werden die Hardliner in der Nato genannt) drängen schon seit Jahren energisch das man mehr aufrüsten müsse innerhalb der Nato und das die Ukranie Natogebiet werden sollte.
Nun von letzterem hat man bisher abgesehen aber das mit der
Aufrüstung ist im vollem Gange und man darf gespannt sein
wie lange Frau Merkel noch höhere Rüstungsausgaben ablehnt.
Meine starke Vermutung höchstens bis nach den noch 2 ausstehenden Landtagswahlen.

Sogar jetzt wo Putin mit am Waffenstillstand mitgearbeitet hat will man die Wirtschaftsanktionen gegen Russland ausweiten.Das zeigt doch ganz klar das man die Konfrontation sucht auf wirtschaftlicher Basis.
Da es dann der europäischen Wirtschaft immer schlechter gehen wird braucht man dringend das TTIP Abkommen und deren gleichen.

Als demokratischer Mensch heisse ich die Methoden von Herrn Putin sein Land zu regieren nicht gut aber ich denke wenn es
dem russischen Volk nicht mehr passt wird es aufstehen und sich wehren.Die Landbevölkerung jedenfalls steht zu 90% hinter Putin.
Wer aber 1 und 1 nicht zusammenzählen kann ist ein
ziemlich leichtgläubiger Mensch wenn er alle Aussagen
der westlichen Polit-und Waffenintelligenz Glauben schenkt.
Wer hinterlistige Verträge wie TTIP,TESA usw. aushandelt
dem kann man auch in anderen Dingen nicht mehr alles glauben.Denen sind alle Mittel recht zu bestimmten Zielen zu gelangen. Aufrüstung und Antidemokratisierung sind deren wahren Ziele oder hat schon mal ein Politiker daran gedacht zu fragen was wir wollen bei den Konflikten in dieser Welt ?? Was wir wollen in Sachen Wirtschaftsverhandlungen ??
Nein !!! weil man das gar nicht will.

Man hat in der Ukraine ganz einfach einen Konflikt herauf beschworen der uns normalen Bürgern als höchstbedrohlich
verkauft wird um unsere Zustimmung zu erhalten.Wir hatten gute Beziehungen zu Russland und Amerika ist weit weg wenn es knallen sollte.Die wenigsten von uns werden wohl nicht dahin flüchten können aber die Initiatoren des Ganzen schon.
Das sollte man immer im Gedächtnis behalten bei alle dem.
Putin,egal wie man zu ihm steht ist nur Mittel zum Zweck und er weiss das auch und versucht ganz einfach seinen Part an Macht zu sichern und wenn möglich auszubauen ..was die EU und die Nato bisher laufend getan haben.


Raimund55
olga64
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Re: Waffenlobby und die Unendlichkeit menschlicher Dummheit
geschrieben von olga64
als Antwort auf Loana vom 05.09.2014, 15:16:23
Er kennt Putin persönlich u. hat ihn als völlig normalen Menschen bezeichnet, der schnell reizbar ist.

LG Loana


Toll - jetzt wissen wir ja Bescheid, wenn Herr FRantz so etwas sagt. Dürfte nur auf Millionen anderer Menschen ebenso zutreffen, die dann allerdings weniger Macht über Krieg und Frieden haben.
Heute ist auf Seite 3) der Südd. Zeitung ein sehr guter Artikel über Putin - vor allem ist er neutral gehalten und nicht gespickt mit Vorurteilen, die dann evtl. auf kalten Augen oder sonst was basieren.
Ich denke, Herr Putin ist ein lupenreiner Autokrat - die Strukturen in Russland kommen ihm hier sehr entgegen - Leute anderer Meinung verschwinden recht leicht oder resignieren. Ich möchte in keinem Land leben müssen, wo er der Boss ist -. Olga

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