Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?

Internationale Politik Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?

luchs35
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Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf karl vom 24.03.2013, 22:52:06
Man analysiert gar nichts, wenn man immer nur in der gleichen Suppe rührt, Karl. Es mag nicht zu diesem Thread passen, aber ich möchte trotzdem daran erinnern, dass wirkliche Umbrüche im politischen Geschehen stets von jungen Menschen ausgegangen ist - auch in Deutschland, siehe die 68er, die verkrustete Strukturen aufgebrochen haben, siehe auch in die Ex-DDR, aber auch in andere Länder wie die arabischen z.Bsp..

Obama wusste sehr wohl, warum er sich an Israels Jugend wandte. Ihm jetzt nur vorzuwerfen, dass er eigentlich gar nichts gesagt oder getan habe, ist schlicht und einfach falsch betrachtet.

Mit dem verlogenen Netanjahu irgendwelche Abkommen zu treffen oder auf Versprechungen zu bauen, hieße im Prinzip Salz ins Meer zu schütten!

Luchs
margit
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Administrator

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von margit
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2013, 09:36:04
Obama wusste sehr wohl, warum er sich an Israels Jugend wandte. Ihm jetzt nur vorzuwerfen, dass er eigentlich gar nichts gesagt oder getan habe, ist schlicht und einfach falsch betrachtet.
geschrieben von luchs35 an karl

Karl hat hier im Thread als erster auf die Ansprache vor der Jugend hingewiesen.
Obamas Rede vor den Studenten war interessant. Er baut auf die Jugend, diese muss die Aussöhnung mit den Palästinensern schaffen, nicht die Vervollkommnung ihrer Vertreibung.
geschrieben von karl am 22.03.2013 19:47 als Antwort auf hobbyradler vom 22.03.2013 19:19

Er stimmt mit dir in der Bewertung überein.

Margit
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von wolfgang

jugend ist keine hinreichende bedingung gegen dummheit. oft genug war sie das gegenteil. - ich erinnere an den schon etwas älteren artikel, der aber brandaktuell ist. und daran erinnere ich, dass die israelische siedlerbewegung (wie jede faschistische bewegung) eine junge bewegung ist. - noch was... die partei der siedler HaBajit haJehudi -> http://de.wikipedia.org/wiki/HaBajit_haJehudi hat unlängst den einzug in das israelische parlament geschafft und übernahm im neuen netanjahu-regime vier ministerien (darunter das für den siedlungsbau). HaBajit haJehudi war netanjahus wunschpartner. das lässt böses ahnen.
---
w.

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luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf margit vom 25.03.2013, 10:27:43
Du hast natürlich Recht, Margit, meine Bemerkung richtete sich auch nicht gegen Karl, bezw. gegen seine Worte, sondern an den Threadverlauf, der sich an dem "gescheiterten Friedensprozess" festzubeißen drohte und somit wieder einmal mehr an den üblichen Auseinandersetzungen ohne neuerem Inhalt. Das kam von mir missverständlich rüber.

Wolfgang, dass Jugend allein nicht vor Dummheit schützt, dürfte keinem etwas Neues sein. Aber es wird nun einmal in erster Linie den jungen Menschen vorbehalten sein, wie sie ihre Zukunft sehen wollen -und das nicht nur in Israel, sondern in allen Ländern mit festgefahrenen Strukturen. Und das Aufbrechen tiefverwurzelter und verkrusteter Systeme ist auch ein schmerzhafter Prozess, der bestimmt nicht allen gefallen wird und der gewiss auch Irrtümer in sich birgt.

Luchs
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von eka231246
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2013, 11:31:09
eigentlich wollte ich mich zum Thema Israel im ST nicht mehr äußern. Ich habe Eure Beiträge aufmerksam verfolgt und möchte jetzt doch etwas zur aktuellen Diskussion beitragen.

A.m.S hat Obama mit seiner Rede an die Jugend genau den richtigen Nerv der Israelischen Bevölkerung getroffen. Wie allgemein bekannt ist, sind die Meinungen innerhalb des Landes extrem gespalten. Ich hatte in anderen Beiträgen mehrfach darauf hingewiesen, dass es in Israel durchaus, besonders bei der jungen gebildeten Bevölkerung, friedenswillige Ströhmungen gibt. Der Friedensprozess findet, wenn er überhaupt stattfindet, nicht mehr in der Politik sondern in den Köpfen der Menschen statt und das wollten wir nutzen.

Ich erarbeite seit vielen Jahren zusammen mit Fachleuten an Universitäten für Israelische, arabische und deutsche Studenten Programme, die helfen sollen für ein soziales und friedfertiges Zusammenleben zu werben.

Bevor wir ein Zusammenkommen ermöglichen gibt es im Vorfeld so viele Hürden zu überwinden, dass solche Seminare mehrfach abgesagt werden mussten weil wieder Resulutionen oder andere Hindernisse die Ausreise verhinderten. Das hat nicht immer mit der fehlenden Bereitschaft der Israelis zu tun. Ich habe von dort oft mehr Unterstützung erfahren als von palästinensischer Seite.

Die größten Schwierigkeiten auf beiden Seiten sind die unendlich großen Vorbehalte, Ängste und kulturellen Hindernisse, die regelmäßig zu überwinden sind. Auch wenn man möchte, ist es in Israel kaum möglich, sich persönlich kennenzulernen. Israelis dürfen nicht in die palästinenschen Authonomiegebiete und Palästineser benötigen permits, die sie selten bekommen, um israelisches Gebiet zu betreten. Wie soll dann ein befruchtender Austausch auf geleicher Augenhöhe stattfinden. Fragt man einen israelischen Soldaten am Check Point wie viele Palästinenser er persönlich kennt, wird er antworten niemanden. Fragt man einen Palästinenser, wird er die gleiche Antwort geben. Die israelische Bevölkerung kennt nichts von den Nöten der anderen Seite weder diesseits noch jenseits der Mauer.

Also kann man sich nur auf neutralem Boden z.B. in Deutschland treffen. Wenn sie dann gelingen, bin ich nach solchen Treffen schon zufrieden, wenn am Ende einige mit der Erkenntnis nach Hause fahren, die eine oder die andere Seite ist eigentlich ganz nett. Aus meiner Erfahrung konnte daraus immer etwas neues wachsen. Wir haben ein Internet Forum eingerichtet. Die Leute tauschen E-Mails aus und helfen sich gelegentlich (selten. Es ging, wenn auch langsam, immer weiter so, wie mit dem steten Tropfen der den Stein hölt ...usw.

Obama hat viel mehr erreicht als der öffentliche Eindruck seiner Rede. Es ist hinter den medialen Kulissen wieder etwas in Bewegung geraten und das wiegt mehr als jeder Vertrag, an den sich ohnehin miemand hält.

Eka
karl
karl
Administrator

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von karl
als Antwort auf eka231246 vom 25.03.2013, 15:05:52
Liebe Eka,

das ist ganz toll, was Du machst, und ich wünsche Dir allen Erfolg! Die Mauer zwischen den Völkern ist das Problem. Sie verhindert die menschlichen Kontakte, die so wichtig für gegenseitiges Verständnis sind.

Die Sprachlosigkeit muss überwunden werden. Das schreibst Du nicht nur, sondern Du bist aktiv dabei, etwas dafür zu tun.

Arbeitest Du im Rahmen eines Vereins? Kann man Dich/Euch unterstützen?

Karl

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf hobbyradler vom 22.03.2013, 19:19:10
Doch zumindest eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Israel zur Türkei hat offensichtlich Obama erreicht. Mit dieser Entschuldigung wegen der Toten von 2010 hat sich Israel ziemlich lange Zeit gelassen

Hobbyradler


Ob das wirklich zu einer längerfristigen VErbesserung führt, wird man in der Zukunft sehen. Ein Handschlag zwischen zwei Streithanseln kann ja auch nur eine momentane Beruhigung bedeuten -vermutlich auch aus ökonomischen Gründen gewünscht. Es wäre Israel zu wünschen, wenn es nicht nur von Feinden umgeben wäre -. Olga
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf eka231246 vom 25.03.2013, 15:05:52
Hallo Eka, mir geht es diesbezüglich wie Karl- ich finde es sehr positiv, wenn auch von außen mitgeholfen wird, Schranken zwischen den jungen Menschen abzubauen. Trotzdem glaube ich nicht an einen greifbaren Erfolg innerhalb der nächsten 10 Jahre - vielleicht sogar länger.
Zuviel ist in den vergangenen Jahrzehnten passiert, was abgebaut werden muss, wobei dieser Prozess zusätzlich durch die "Altvorderen" beider Länder gestört wird, siehe die weiteren Siedlungspläne auf Kosten der Palästinenser und deren Revanchen.

Angesichts der langen Zeit, in der nur Feindschaft wachsen durfte, ist deshalb sehr viel Geduld vonnöten. Und trotzdem muss es eine Annäherung der kleinen Schritte geben, was nur über die junge Generation mit Unterstützung von erfahrenen, klugen Menschen möglich ist. Zumindest sind sie die Hoffnungsträger der Zukunft. Das wollte Obama zum Ausdruck bringen. Auch aus einem kleinen Samenkorn kann sich ein Baum entwickeln.

Luchs
karl
karl
Administrator

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von karl
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2013, 17:10:29
Es scheint noch einen Effekt des Obama Besuchs zu geben. Israel will jetzt die den Palästinensern zustehenden Steuerzahlungen wieder regelmäßig auszahlen. Da hat Obama wohl ein Machtwort gesprochen.

Karl
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Was wollte Obama in Israel erreichen - und was hat er erreicht?
geschrieben von eka231246
als Antwort auf luchs35 vom 25.03.2013, 17:10:29
@Luchs, der Erfolg ist für außenstehende nicht immer sichtbar, aber wenn man bereit ist zuzuhören und ohne schwarz weiß Denken versucht für Ängste und Sorgen beider Seiten Verständnis aufzubringen, erkennt man sehr schnell, dass Pessimismus und pauschale Verurteilung kontraproduktiv wirken. "Nein Sager" müssen nicht aus unserem Land kommen, die haben sie dort selbst genug.

Ich persönlich bin schon glücklich, wenn sich ein Austausch entwickelt. Es darf gebrüllt sich gegenseitig kontrolliert beschimpft und geweint werden. Es wird zusammen gefeiert, gespielt aber auch gelernt. Wir als Gastgeber können das nur begleiten, sind beschützende Randfiguren. Durch fachlichen Austausch entsteht Vertrauen, was erfahrungsgemäß der Humus für weitere Brücken zu anderen, vielleicht auch politischen Themen bilden kann.

Vielleicht ist das naiv, aber ich stelle mir manchmal vor, dass vielleicht Achmed und Samuel sich in späteren Jahren als gut ausgebildete politische Gegner gegenüberstehen: Wer sich einmal mit guten positiven Gefühlen getrennt hat, wird sich auch in Zukunft respektvoll begegnen können.

Vielen Dank also Karl und Luchs für Euren Zuspruch!!

Eka

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