Forum Soziales und Lebenshilfe Leben in Senioren- und Pflegeheimen Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen

Leben in Senioren- und Pflegeheimen Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen

Naturella
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Mitglied

RE: Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen
geschrieben von Naturella
als Antwort auf Surfoma vom 08.06.2020, 19:06:57
Hallo Surfoma,

die Senioreneinrichtung, bzw. das betreute Wohnen ist so lange gut, wie man noch weitestgehend selbständig die alltäglichen Aufgaben meistern kann.
Kommen jedoch dauerhafte körperliche oder geistige Einschränkungen hinzu, wird es schon schwierig, denn dann reicht der ambulante Pflegedienst meist nicht mehr aus und ist auch u. U. sehr teuer. Wenn die Kinder oder nahe Verwandte in der Nähe sind und mitbetreuen oder versorgen können/wollen, ist es aber eine gute Alternative zur Heimunterbringung.
Auch gegen gängige Erfahrungen gibt es doch noch gute Heime. Es ist natürlich auch Glückssache, das Passende zu finden.

Ich kann deshalb darüber berichten, weil die Mutter eines guten Freundes in einer Anlage mit betreutem Wohnen war. Als sie jedoch nach einer Herz-OP körperlich so geschwächt war, dass sie vieles nicht mehr bewältigen konnte, hatte sie selbst den Wunsch geäußert, in ein Pflegeheim zu gehen.
Glücklicherweise hatten wir ein sehr gutes Heim nach aufwändiger Suche finden können, in dem sie sich sehr, sehr wohlgefühlt hatte. Das hat sie selbst am Sterbebett im Krankenhaus noch einmal betont. Leider war ihr nicht mehr viel Zeit dort im Heim vergönnt, da sie sehr herzkrank war und die 2. OP nicht gut überstanden hat.

Es ist also individuell abzuwägen, was am besten zu einem passt.

LG - Naturella
SeniorinmitAnstand
SeniorinmitAnstand
Mitglied

RE: Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen
geschrieben von SeniorinmitAnstand
als Antwort auf Ende vom 13.04.2020, 10:53:17
ich finde es toll, dass es Forum dieses Thema gibt. Bei vielen Mitgliedern des ST habe ich den Eindruck, dass ihr vergleichsweise gesundheitlich noch gut drauf seit. Ich bin seit vielen Jahren behindert und habe den Pflegegrad 5.
für mich steht in den kommenden Wochen tatsächlich die Entscheidung an, wann und wohin ich in diesem Jahr in stationäre Pflege gehe. Für mich ist das schon eine Horrorvorstellung. Das was ich bisher so selbst gesehen habe an Einrichtungen macht mir schon Angst. Wohngruppen bis 25 Bewohnerinnen und Bewohner, davon 70-80 % dement, versorgt von 2 Fachkräften. Ich habe bis vor einem Jahr gearbeitet, fühle mich geistig fit und befürchte, dort niemanden zu finden, der Ansprechpartner sein könnte. Hinzu kommt die Angst, ob die Pflege dann auch tatsächlich sich am Bedarf orientiert oder lediglich ein Zeit-Korridor besteht.
Es soll auch gute Pflegeheim geben, vor allem auch solche, die sich schwerpunktmäßig auf körperbehinderte Menschen spezialisiert haben. Leider habe ich bisher ein solches noch nicht gefunden.
Ich würde mich freuen, wenn mir Bewohner bzw. Bewohnerinnen und Pflegerinnen und Pfleger mir hier Tipps geben können. Ich bin nicht ortsgebunden, wobei ich nicht weiß, ob ich aus meinem Landkreis in Baden-Württemberg einfach so in ein Pflegeheim, zum Beispiel den ein Landkreis von Niedersachsen,  ziehen kann. Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen. Allen noch ein schönes Rest-Ostern und das möglichst ohne Virus.
geschrieben von Ende

Ich stimme Dir zu. 
taralenja1.11.
taralenja1.11.
Mitglied

RE: Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen
geschrieben von taralenja1.11.

hier ist sehr viel über die suche nach einem guten pflegeheim geschrieben.  leider hatte ich nicht diese möglichkeit. wie schon in meiner neuvorstellung geschrieben, bin ich in einem heim mit nur mehr oder weniger dementen bewohnerInnen gelandet. ich hatte weder zeit noch möglichkeit zu suchen.  das pflegepersonal ist überlastet, oft wird nur das notwendigste gemacht. der umgangston gegenüber den bewohnerInnen ist würdelos. es gibt nur einzelne pflegekräfte, die sich nur selten im ton vergreifen. aber auch diese sind oft am limit.
nach meinem letzten unfall hier im heim, in dem ich in der klinik um mein überleben gekämpft habe, bin ich ja völlig ans bett gefesselt. das bedeutet viel arbeit, habe im moment pflegegrad 4. das ist dem personal zu viel. um mich tag und nacht beschäftigen zu können, benötige ich einige wichtige dinge, die ich leider in meinem winzigen nachtschrank und dem beistelltisch nicht unterbringe. die herausgabe wird verweigert oder geschimpft.
termine, notwendige hilfsmittel und vieles andere dauert oft wochen und monate. ich muss sehr , sehr viele medikamente einnehmen, viele auch nur bei bedarf, um die ich betteln muss. vom pflegepersonal bekomme ich ständig vorwürfe oder muss ständig stundenlang drauf warten.
entschuldigt bitte alle meine jammerei. das ist überhaupt nicht meine art. aber ich bin sehr unglücklich, fühle mich entmündigt. musste einiges mal loswerden.
darum wende ich mich jetzt wieder meinen vielen positiven interessen zu, eine lange nacht steht wieder bevor.
habt ihr tipps, wie ich das besser aushalte?
eine gute nacht euch allen wünscht
taralenja


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tine48
tine48
Mitglied

RE: Neues Brett für Bewohner und PflegerInnen in Senioreneinrichtungen
geschrieben von tine48
als Antwort auf taralenja1.11. vom 06.09.2021, 21:54:27

Liebe Taralenja, leider kann ich auf die Entfernung nicht viel helfen. Aber ich möchte dich ermutigen, zu schreiben. Die langen Nächte mit deinen Erlebnissen zu füllen. Auch schöne Erinnerungen aufleben zu lassen, und auch deine Verzweiflung auszudrücken. Schreiben hilft immer, um nicht alles Ungesagte mit sich alleine auszumachen. Vielleicht können dir Kontakte als PN (hier persönliche Nachrichten) ein wenig dazu verhelfen, dass du Ansprechpartner findest, die dir 'zuhören' und antworten. Mein Postfach hier im ST ist da. Wenn du magst, dann schreibe mir. Ich kann nicht zu jeder Uhrzeit antworten, aber ich werde es tun, wann immer ich kann. Und sicher melden sich auch andere Mitglieder hier im ST. Alles Liebe, Tine48


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