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Lebenshilfe Ich hätte gerne Eure Meinung

Klaro
Klaro
Mitglied

Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von Klaro
Ich habe drei Töchter im Alter von 28 bis 34 Jahren. Meine jüngste Tochter leidet momentan sehr unter der Trennung ihres Freundes (ich nenne ihn mal Klaus) von ihr.

Sie haben einen relativ großen Altersunterschied…sie ist knapp 6 Jahre älter als er. Kennen- oder lieben gelernt hat sie ihn, da war er gerade 17. Sie waren dann ca. 3 Jahre unzertrennlich, bis er dann wohl merkte, dass es auch noch andere Frauen gibt und er wohl bisher etwas verpasst hat. Es war vielleicht nicht nur dieser Grund, aber zumindest hat er sein Verhalten ihr gegenüber dann so stark verändert, dass sie sich dann getrennt haben. Schon damals fiel sie in ein tiefes Loch, zweifelte an sich selber, nahm eine(kurzzeitige) Psychotherapie auf, hatte dann einen neuen Freund, mit dem es aber nur ca. ein halbes Jahr gutging. Kurz danach kam sie wieder mit Klaus zusammen, diesmal aber zuerst mit großer Distanz, dann wurde die Beziehung enger, aber die räumliche Distanz blieb. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass er nur ihr zuliebe wieder die Beziehung aufnahm.

Das ging jetzt so ca. 1 ½ bis 2 Jahre gut, allerdings nahm er sich viel mehr Freiräume, als früher.

Jetzt ist diese Beziehung seit einer Woche wieder zu Ende, er sagte ihr, dass er sie nicht mehr lieben würde. Auf die Frage meiner Tochter nach einer anderen Frau als Grund verneinte er. Inzwischen hat sich aber rausgestellt, dass er schon eine neue Freundin hat.

Meiner Tochter geht es sehr schlecht, sie liebt ihn und meinte mehrmals - auch früher schon –, er wäre ihr Leben. Sie will noch nicht begreifen, dass es wohl keine Rückkehr mehr gibt, dass seine Gefühle für sie nicht mehr vorhanden sind. Meine 2. Tochter wohnt momentan bei ihr, als Unterstützung, Ansprechpartner und Ablenkung. Die älteste Schwester kümmert sich auch…lädt zu Spiele-Abenden und Essen ein. Aber es nützt wohl nicht viel…sie vernachlässigt ihre Arbeit (und damit ihre berufliche Karriere, die gerade so beginnt…), ist schon einige Tage krank gewesen bzw. hat ihre Überstunden genommen. Auch wir kümmern uns, wo wir können und wo es erwünscht ist.

Meine 2. Tochter weiß langsam nicht mehr weiter, zuerst gab sie ihr viele tröstende Worte, aber inzwischen erklärt sie ihr immer öfter, was eigentlich Sache ist und das sie sich an den Gedanken gewöhnen muss.

Jetzt meine Frage an Euch - es sind hier sicher einige da, die vielleicht mit ihren Töchtern schon ähnliche Probleme erlebt haben - …wie verhält man sich als Angehörige (Eltern und Geschwister) am Besten…nur trösten in dem Sinne „das wird schon wieder“ „ich kann dich verstehen, dass du traurig bist“ „ es wird sicher für dich alles bald wieder gut“, oder auch mal die Wahrheit sagen, dass sie sich auf ihr Leben besinnen soll, auf ihren Beruf, dass sie nicht allein ist und sich jetzt mal ein bisschen zusammenreißen muss?
Wir haben Angst um sie, vor allem weiß niemand, zu was sie sich hinreißen lassen würde…

Ich habe mir auch schon überlegt, ob sie nicht zu ihrem Hausarzt gehen sollte, das Problem erklären und sich dann Beruhigungsmittel geben lassen sollte.

Ich würde mich über ein paar Antworten freuen.

Klaro
Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von crosby
als Antwort auf Klaro vom 23.08.2012, 14:47:42


Der Mann war es nicht Wert ab damit :)
Gillian
Gillian
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Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von Gillian
als Antwort auf crosby vom 23.08.2012, 14:57:36
Jaja, Crosby, auch "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" wäre dazu ein guter Song.
Aber damit ist Klaro und ihrer Tochter nicht geholfen. Ich weiß nur zu gut, dass sich der Kummer der Kinder voll auf die Mutter ausweitet und auch ihr Wohlbefinden beeinträchtigt .

Was würde ich tun? Sie ist aus dem Alter raus, in dem man mit gleichaltrigen Freundinnen frohgemut auf Partys und Discos auf die Suche geht.

Wie wäre es mit Internet? Sie muss ja nicht gleich auf jedes windige Angebot anbeißen. Aber vielleicht bekommt sie wieder mehr Selbstvertrauen, wenn sie merkt, dass sie bei anderen Männern auch Chancen hat. Ich kann mir denken, dass sie (noch) nicht zum Flirten aufgelegt ist, doch vielleicht kommt das mit der Zeit.

Ich seufze mit dir, liebe Klaro, und hoffe auf einen guten Ausgang der traurigen Geschichte.
G.

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Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von crosby
als Antwort auf Gillian vom 23.08.2012, 15:28:04
Gillian es gibt Leute mit denen kann man Gespräche führen bis zum Lebensende die Nehmen dein Rat an aber Verändern tut sich nichts in anderen Worten die wollen nur getröstet werden ;)

Was soll Ich jetzt einen langen Kommentar dazu schreiben habe es ja oben geschrieben ;)

Schönen Tag noch !

crosby :)
Edita
Edita
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Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von Edita
als Antwort auf Klaro vom 23.08.2012, 14:47:42
Hallo Klaro,

ich habe gerade heute in der Kleinen Zeitung ( Österreich ) gelesen, daß Wanderungen, und insbesondere Bergwanderungen, bei Depressionen helfen sollen !Liebeskummer kann wie eine Depression ausarten ! Das Wochenende steht vor der Tür, vielleicht ergibt sich ein unvorhergesehener Wochendausflug in eine schöne Landschaft?
Viel Erfolg bei Deinen Trostversuchen !

Edita
Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von Morrison
als Antwort auf Klaro vom 23.08.2012, 14:47:42
Liebe Klaro,

in dem Fall würde ich wirklich einen Arzt zu Rate ziehen. Den Hausarzt könnte man ja fragen, ob nicht eine Psychotherapie angebracht sein könnte. Es sieht so aus, als säße das Problem viel tiefer als "nur" ein Liebeskummer. Ich denke mal, allein mit Beruhigungsmitteln ist ihr jetzt nicht geholfen. Ein Therapeut kann entscheiden, ob deine Tochter ein Medikament braucht.

Liebe Grüße
Morrison

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Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von crosby
als Antwort auf Morrison vom 23.08.2012, 15:47:47
Einen Rat kann ich Geben ;)

Sich hübsch machen und unter Die Leute gehen Spass haben raus raus raus

Besser das wie als eine Heulsuse zu Hause zu Sitzen :)

crosby :)

Lets go :)
bongoline
bongoline
Mitglied

Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von bongoline
als Antwort auf Klaro vom 23.08.2012, 14:47:42
Ganz vorweg Klaro,

eine Woche Trennungsschmerz - also da darf man wirklich nicht schon an Beruhigungsmittel etc. denken, das ist eine ganz normale Zeit.

Ich habe in einem - wohl anders gelagerten Fall - aber eben auch ein Trennungsschmerz versucht zu trösten, zu helfen bis ich bemerkte, dass diese Frau sich irgendwie sogar wohl fühlt, der ganzen Welt hinauszuschreien, was sie denn zu leiden hat und sie es fast genossen hat, den Zuspruch und das Mitleid, aber besonders die Aufmerksamkeit voll auf ihrer Seite zu haben.

Da ist bei mir der Geduldsfaden gerissen und ich habe relativ harsch mit ihr gesprochen. Ein jeder hat Verständnis, dass ein Verlust sehr schwer ist, aber irgendwann ist genug mit lamentieren, mit jedem die Ohren volltrauern. Sie solle bedenken, dass ihr Leben weiter geht, dass sie irgendwann wieder den Weg zu ihren Freunden finden wird, dass aber dann wohl die wenigsten an einer Begegnung Freude haben werden, wohl denkend, dass jetzt das Wehgeheul wieder von vorne anfängt. Und sie solle sich doch mal überlegen, dass Freunde sehr sehr wichtig sind. Aber wenn sie auch die Freundschaften auf's Spiel setzen will, dann mache ich jetzt mal gleich den Anfang. Ich will sie nicht mehr sehen, solange sie auf dem Jammertrip ist.

Schwer beleidigt ist sie abgezogen, nach in etwa 3 Wochen aber dann kam der Anruf - sie möche sich entschuldigen, sie hat viel über meine direkten Worte nachgedacht und sie hat eingesehen, dass es auch noch andere wichtige Dinge in ihrem Leben gibt.

Es ist dies zwar jetzt ein sehr schlechter Vergleich, aber so wie man einen Alkoholiker fallen lassen muss, so kann dies auch bei jemandem, der sich sozusagen in die Trauersucht hineingesteigert hat, unter Umständen hilfreich sein.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, nur wünschen, dass Deine Tochter bald wieder in ihr Leben hineinfindet und merkt, dass es außer diesem Freund noch sehr viel Schönes im Leben gibt.

bongoline
olga64
olga64
Mitglied

Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von olga64
als Antwort auf Klaro vom 23.08.2012, 14:47:42
Trennungen tun immer weh - das wissen wir wohl alle. Beruhigungstabletten (Baldrian?) dürften sicher wenig helfen - sie wird ja nicht rumtoben? Psychopharmaka, speziell abgestellt auf diese Traurigkeit können zeitweise helfen; sie müssen aber vom Arzt verschrieben werden (sind auch nicht frei erhältlich). Aber das ist nur der erste Schritt. Damit hier kein endloser Kreislauf einsetzt, Frau sucht und findet falschen Partner, es erfolgt Trennung, dann Phase der Psychopharmaka wäre eine Gesprächstherapie mit einer ausgebildeten Psychologin sinnvoll (ich persönlich tendiere als Frau zu Frauen). Dies dauert aber - solche Therapien wirken nicht wie eine Kopfschmerztablette - vermutlich wird schmerzhaft noch so einiges nach "oben befördert", evtl. auch im familiären Bereich usw. Aber dies könnte der einzige sinnvolle Ausweg sein; man darf aber nie vergessen, dass Lebensdramen halt auch zum Leben gehören. Wenn man sie durchsteht, kommt man meist als anderer Mensch wieder zum Vorschein - Zeit, Geduld und Ehrlichkeit sind wichtig - Angehörige können, da ja keine Fachleute auf diesem Gebiet, nur tröstend zur Seite stehen mit zeitweiser Präsenz - aber irgendwann muss "das Kind" selbst wieder laufen lernen.Abzuraten ist auch, dass sich die Mutter vollständig auf die Seite der Tochter stellt und beide nur noch über den Verursacher "schimpfen" - bei Trennungen sind immer beide beteiligt; solche Trennungsprozesse bahnen sich an und senden auch Vorzeichen aus, die aber meist verdrängt werden. Viel Glück - Olga
schorsch
schorsch
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Re: Ich hätte gerne Eure Meinung
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Edita vom 23.08.2012, 15:41:42
Bergwanderungen O.K. Aber nicht alleine. Die Gefahr, auszurutschen und in den Tod zu fallen, ist zu gross.

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