Forum Soziales und Lebenshilfe Lebenshilfe Wie ich tatsächlich starb...

Lebenshilfe Wie ich tatsächlich starb...

Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Ünal

Hallo an alle,

meine einzige Absicht mit meiner ganz persönlichen Geschichte ist es, einzig und allein anderen Menschen von meinem Sterben zu berichten, in der Hoffnung, ihnen die Ängste zu nehmen.

Zu meiner Geschichte: Als Sohn türkischer Einwanderer kam ich Anfang der 70er zu meinem Vater und lebe seit dem auch hier in Deutschland.
Da meine Eltern Aleviten sind, gab es niemanden in unserer Familie, dem Religion etwas Wichtiges war. Religion war in unserer Familie nur Privatsache. Deshalb war ich auch nicht sonderlich religiös.
In der Grundschule lernte ich auch andere türkische Kinder kennen, von denen einige in die Moschee gingen. Ich fragte zuhause meine Eltern, weshalb wir nie in die Moschee gingen, nicht beteten und auch nicht fasteten etc. obwohl niemand bei uns Atheist war.
Mein Vater sagte lapidar, Religion trennt Menschen und macht sie zu feinden. Es gibt keine Religion, die gut ist. Alle sind im Kern menschenfeindlich. Je höher der Stellenwert Religion in einer Gesellschaft ist, desto unmenschlicher und grausamer ist diese Gesellschaft. Und je weniger die in der Gesellschaft bedeutet, desto humaner und menschlicher ist solch eine Gesellschaft. Wenn du glaubst, dann glaube für dich in deinem Herzen. Und dafür brauchst du kein Gotteshaus. Ich war jung und verstand meinen Vater nicht.
Also ging ich trotzdem eine ganze Zeit lang fast jeden Abend in die Moschee und so kam ich mit dem Islam in richtigen Kontakt. Zuerst war ich fasziniert, doch je mehr ich lernte und verstand, desto mehr erschreckte es mich. Im Islam gibt es keinen gütigen Gott. Nur einen, der am besten lügt, betrügt und die Menschen auch in die Irre führt. Und im Koran wird Allah sogar als der Bester aller Lügner und Betrüger und auch als der listigste bezeichnet. Irgendwann, je mehr ich über den Islam lernte, desto mehr wandte ich mich davon ab. Und ich rede hier nicht von den unendlichen Widersprüchen darin, sondern von den bis in alle Einzelheiten geschilderten Grausamkeiten, zu denen man fähig und willig sein muss, wenn man ein guter Moslem sein möchte.
Dann kam ich mit der Christlichen Religion in Kontakt und dieser war um Welten "angenehmer" als der Islam. Doch es dauerte nicht lange, bis ich auch hier über etliche Widersprüche und Unsinnigkeiten stolperte. Danach nahm ich mir die Tora vor. Doch dieser war ebenso grausam und rassistisch wie der Koran, wenn nicht, sogar noch wesentlich mehr.
Kurz, je mehr ich über die Weltreligionen lernte, desto mehr wandte ich mich von diesem ab. 

Bis ich eines Tages starb.
Es war ein Freitag, meine Tochter war mit ihrem Freund bei uns zu Besuch. Am nächsten Tag hatten wir gemeinsam gefrühstückt und wollten in ein Möbelhaus.
Als wir dort waren, fühlte ich mich nicht ganz wohl und wollte draußen im Wagen warten. Meine Tochter hatte mir meine Blässe wohl angesehen und bat Till, ihrem Freund, mir nachzugehen. Er km zum Auto und gab mir eine Dose kalte Cola. Ich nahm es dankend an und trank es komplett aus. Es tat wirklich sehr gut und ich fühlte mich wieder viel besser. Als Till wieder zu meiner Tochter und zu meiner Frau gehen wollte, ging es mir von einem auf den anderen Moment plötzlich wieder sehr schlecht. er rief sie auf seinem Mobiltelefon an und sagte ihnen, sie sollten schnell zum Wagen kommen, da er mich ins Krankenhaus bringen wollte.
Sie kamen angerannt und fuhren mich ins Krankenhaus. Unterwegs hatte ich ständig das Gefühl zu ersticken. Ich bekam einfach keine Luft. Gerade als wir im Krankenhaus angekommen und in die Notaufnahme gingen, sagte ich zu meiner Frau, dass ich es nicht weiter schaffe und legte mich auf eine lange Sitzbank und schlief ein.
Später, nach dem ich aus einem langen Koma erwachte, erfuhr ich dann, dass ich in diesem Moment auch tatsächlich gestorben sei.

Doch nun zu den Geschehnissen, die ich in dieser Zeit meines Todes erlebte.
Um sich hier ein besseres Bild machen zu können,, insbesondere was meine Religiosität angeht, habe ich meine Erlebnisse weiter oben etwas ausführlicher geschildert.

Ich erwachte in einem vollkommen weißen Ort. Es war alles so weiß, dass ich weder den Boden, noch die Decke oder die Wände ausmachen konnte, Da ich aber auch keinerlei Bewusstsein bzw. keinerlei Empfindungen bezüglich meines Körpers hatte, war ich mehr als nur verwirrt.
Ich hätte in diesem Moment nicht einmal sagen können, ob ich in der Luft schwebte, oder doch auf dem Boden stand. Ich fühlte mich, als würde ich überhaupt keinen Körper besitzen. Aber das war nicht bloß so eine Leichtigkeit, wie wenn man sich im Wasser befindet, sondern etwas, was noch unglaublich weiter geht. Eine vollkommene Leichtigkeit, die man nicht beschreiben kann.
Als ich mich völlig verwirrt umsah, denn mir war zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass ich bereits tot war, hörte ich plötzlich die Stimme meiner Frau aus der Ferne. Ich bewegte mich irgendwie krampfhaft in die Richtung, aus der ich die stimme meiner Frau vernahm.
Doch als ich mich in Bewegung gesetzt hatte, änderte sich um m ich herum alles. Plötzlich vernahm ich nur noch die Stimme meiner Frau, konnte aber nichts mehr sehen, weil nun alles unglaublich dunkel war. Ich befand mich an einem Ort, der mir unglaubliche Angst machte. Meine einzige Hoffnung war es, weiter in die Richtung zu gehen, aus der ich noch immer die Stimme meiner Frau vernahm. Ich fing zu Laufen an und rannte, so schnell ich konnte. Irgendwie fürchtete ich, dass sie aufhören würde zu singen und da ich sonst keinerlei Orientierungspunkte hatte, wüsste ich in diesem Falle auch nicht, was ich tun oder wohin ich gehen sollte.
Ich konnte aber nicht das geringste erkennen. Es war so dunkel, wie wenn man im Keller das Licht ausmacht. Ich rannte weiter in Richtung der Stimme meiner Frau.
Aus irgendeinem Grund kam ich ihr aber nicht näher. Und plötzlich hörte ich unschöne Geräusche, die mich noch mehr ängstigten. Ich konnte absolut nichts sehen, hörte aber so grässliche Geräusche um mich herum, die auch noch immer lauter wurden, dass ich in Panik geriet und krampfhaft versuchte, weiter zu rennen. Aber mir war klar, dass ich den Wesen, die sich um mich herum versammelt hatten und deren Anwesenheit ich bis in meine Knochen, und ihr Schnaufen und Atmen sogar an meinem Nacken spürte, nicht entkommen konnte.
Irgendwann erkannte ich meine Ausweglosigkeit und wollte diesem ganzen Grauen ein Ende bereiten. Ich gab auf, ließ mich auf den Boden fallen und bat diese grässlichen Wesen und Geister sogar darum, mich endlich zu zerfleischen, damit das alles ein Ende nimmt.
Zu dieser Zeit konnte ich auch die Stimme meiner Frau nicht mehr vernehmen.
Ich war bereit für mein endgültiges Ende. 

Doch dann fing meine Frau wieder an zu singen und ich stand plötzlich auf, als wäre nichts geschehen.
Ich rannte wieder los, so schnell, wie ich nur konnte, immer in Richtung der Stimme meiner Frau.
In diesem Moment erkannte ich auch zum ersten Mal einen kleinen Lichtstrahl, der aus der Richtung ins Auge stach, aus der auch die Stimme meiner Frau erklang.
Als ich mit aller Kraft in diese Richtung rannte, wurde mir klar, dass die Wesen um mich herum, mittlerweile nach mir schnappten. Meine Ängste steigerten sich ins unermessliche, doch ich rannte irgendwie weiter. 
Als ich endlich das Licht erreichte, stand ich vor einem solch hohen Tor, dessen obere Kante ich nicht erkennen konnte, so hoch war es.
Und sie war nur ein winziges kleines Spältchen offen. Niemals hätte ich da durchgepasst. Nicht einmal eine Hand hätte das. So klein war der Spalt.
Ich zog, drückte und versuchte alles, um das Tor zu öffnen. Doch es bewegte sich nicht einen Millimeter.
In diesem Moment sah ich mich auch zum ersten um und erkannte die fürchterlichen Gestalten, die noch immer unablässig nach mir schnappten. Doch, obwohl ich unglaublich verängstigt war, wurde mir schnell klar, dass sie, so sehr sie sich auch abmühten, mich zu beißen, oder Stücke aus mir zu reißen, sie es nicht schafften. Irgendetwas schien sie von mir fern zu halten. Sie sprangen regelrecht auf mich, doch kurz bevor sie mich beißen konnten, wurden sie von einer unsichtbaren Macht davon abgehalten.
Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Und als ich wieder zu dem riesigen Tor schaute, kam mir plötzlich eine Hand entgegen. Irgendjemand streckte mich nun durch den etwas weiter geöffneten Spalt seine Hand entgegen. Erst war ich irritiert und flehte und bettelte diese Person an, endlich das Tor zu öffnen. Doch es gab keinerlei Reaktionen darauf. Sehr schnell verzweifelte ich und schaute mit den Worten auf mich herunter, was er denn von mir haben möchte und dass ich doch nichts bei mir hätte.
Doch zu meinem Erstaunen hielt ich plötzlich eine Art leuchtende Kugel in meiner Hand. In einem Moment, in dem man nicht einmal seinen eigenen Körper empfindet, auch keine Taschen usw. hat, plötzlich eine kleine, aber extrem hell leuchtende Kugel in den Händen zu halten, war mehr als nur verwunderlich für mich. Doch ich erkannte, was ich tun musste und übergab der mir ausgestreckten die Kugel und auf einmal war alles um mich herum wie am hellsten Tag und das Tor ging auf.

Was ich dort aber erlebte, war noch unglaublicher als das, was ich vorher gesehen und erlebt hatte.
Ich erkannte Umrisse der Person, die mir seine Hand durch den Spalt ausgestreckt hatte.
Doch diese Person gab mir eine so unglaubliche, wirklich unvorstellbare Leichtigkeit und Ruhe, dass ich es niemals mit Worten ausdrücken könnte, Nicht einmal annähernd.
Dieser nahm mich mit zu einer Art Quelle des Lichts.
Ich kam der Quelle näher und als ich unmittelbar vor dieser stand, strahlte es mich an. In diesem Moment ging etwas durch meinen ganzen Körper, wenn man es so nennen möchte. Da ich noch immer kein Empfinden für den eigenen Körper hatte, war dieser Zustand auch entsprechend schwer beschreibbar.
Jedenfalls empfand ich dieses Licht so, als würde einem jemand alles Wissen mit nur einem Hauch vermitteln.
Dieses warme Licht, dass mich nun direkt anstrahlte, durchfuhr durch alle Fasern meines Körpers, wenn man denn so will und vermittelte mir in nur einem winzigen Augenblick alles Wissen, was ich heute habe.
Dann wurde mir klar, dass ich wieder gehen musste. Ich wollte nicht gehen. Doch ich hatte keine Wahl.

Als ich aus dem Koma erwachte und wieder zu mir kam, sang meine Frau gerade unser Lieblingslied.
Und ich bin ihr heute noch dankbar, dass sie mich diesen schweren und grauenvollen Weg gebracht hat.

Und nun mein Fazit zu meinen eigenen Erlebnissen.
Es gibt keinen Gott, keinen Jahwe und weder einen Allah noch sonst etwas in der Art.
Ebenso wenig auch einen alten Mann mit weißem Bart.
Aber es gibt eine Quelle unvorstellbaren Ausmaßes, dass alles um uns herum beeinflusst.
Es muss uns klar werden, dass die Welt, in der wir leben, eben nicht und zwar überhaupt nicht eine Welt der Vergänglichkeit ist.
Nichts, was in unserem Universum existiert, endet und verschwindet.
Wir leben nicht in einer Welt des Todes und der Vergänglichkeit, sondern in einer Welt des Wandels.
Holz, was wir in den Ofen werfen, verschwindet genauso wenig, wie es "stirbt", es nimmt nur eine andere Form an. Auch Wasser, was wir beim kochen verdunsten, verschwindet nicht, es ändert nur seine Form.
Und so müssen wir auch unseren Tod sehen. Der Tod selber ist ein so unglaublich angenehmer Augenblick, dass kein Mensch sich auch nur ein Quäntchen vor ihm fürchten würde, wenn er wüsste, wie der Augenblick des Todes genau abläuft. In dem Moment, wo dem eigenen Körper das endgültige Ende klar ist, schaltet diese in eine Art Modus um, der dem, der es selbst erlebt, unglaubliche Erleichterung und Leichtigkeit verschafft. Jedoch für die Menschen um einen herum, die das miterleben, es wie ein grausamer Kampf ums Überleben erscheint. Das mögen mir viele möglicherweise nicht glauben, aber das ist auch nicht wichtig. Wenn man sich überlegt, dass Jesus selbst den Verzehr von Fleisch als etwas verwerfliches und unmenschliches erachtet, aber selbst die gläubigste Christen Fleisch essen, als wäre es das normalste der Welt und dabei keinerlei Gewissensbisse haben, können wir uns vorstellen, wie weit die Irreleitung der Menschen selbst durch unsere obersten religiösen Institute geht.
Übrigens, für mich selbst, der kein Christ ist, ist Jesus Christus der einzige, den ich als einen Propheten einer höheren Macht erachte, schätz und liebe. Denn neben ihm sind alle anderen, ob sie Heilige oder Propheten genannt werden, nichts anderes als Kranke, Psychopathen und Pädophile. 

Zum Abschluss möchte ich hier die beiden Hauptgründe nennen, weshalb ich aufgehört hatte, an einen Gott zu glauben.
Ich fragte mich immer, ob Gott Spaß an all dem Grauen, Morden und Kriegen, dem Leid und Elend der Menschen hat, oder aber doch nicht so mächtig ist, wie uns in den Religionen gelehrt wird.
Der zweite Grund für meine Abkehr von der Religion war der, dass es mir doch klar ist, das der Ball auf den Boden fällt, wenn ich diesen loslasse. Dazu brauchte ich doch nicht immer und immer wieder einen Test machen. Und so müsste Gott in seiner Allmächtigkeit doch auch wissen, weshalb wir Menschen dies oder jenes wann und wieso tun würden. Er hätte es doch überhaupt nicht möglich, uns immer und immer wieder irgendwelchen unsinnigen Tests zu unterziehen.
Da ich für keinen dieser beiden Fragen hinreichende Gründe in den Religionen fand, kam ich für mich zu dem Entschluss, dass es keinen Gott geben konnte.
Doch in dem Moment, in dem ich in diesem Licht stand und mir etwas warmes durch meinen Körper floss, wurden mir auch diese beiden Fragen beantwortet.
Wir alle erhalten mit unserer Geburt eine Art Schutzaura, dass uns vor allem Bösen bewahrt und beschützt. Diese Aura ist so dermaßen stark, dass sie von nichts durchdrungen werden kann. Ab etwa dem 6. bzw. 7. Lebensjahr erhalten wir eine eigene Seele und von diesem Alter an sind wir für diese Aura selbst verantwortlich. Je mehr ich lüge, andere betrüge, mich auf Kosten anderer bereichere, ihnen gar schlimme Dinge antue, schwäche ich diese Aura.
Und je aufrichtiger und selbstloser ich bin, desto mehr stärke ich sie.
Für das Böse ist es sichtbar. Das Böse das uns zu jeder Zeit umgibt,  uns aber aufgrund der uns schützenden Aura nichts antun kann, ist diese Aura ebenfalls sichtbar.
Man muss sich das vorstellen, wie, als würden sie bei Nacht über eine Stadt fliegen und die Menschen in hellen Lichtkugeln sehen. Denn so sieht uns das Böse.
Dem Bösen macht man nichts vor. Wenn ich imstande bin, anderen etwas böses anzutun, erkennt das Böse diese "Fähigkeit" und beeinflusst mein Sein. Plötzlich komme ich zu großen Erfolg, unglaublichem Reichtum etc. Wie Jesus schon sagte: "Eher geht ein Esel durch ein Nadelöhr, als das ein Vermögender ins Paradies gelangt". Natürlich sind nicht alle Menschen, die erfolgreich sind, auch schlechte oder gar böse Menschen! Aber unter bestimmten Voraussetzungen wären sie es ohne Zweifel. Entweder sind sie eh schon schlechte Menschen, oder wären zumindest zu schlimmen Taten bereit, wenn es um eigene Vorteile geht. Das muss jetzt nicht bedeuten, dass jeder, der reich ist, auch einen Menschen töten würde. Es geht vielmehr darum, mittels der ggfls. rücksichtslosen Vorgehen, Entscheidungen etc. anderen etwas anzutun. Ob es nur einfaches Leid ist, wie zig Leute ohne jegliche Gewissensbisse in die Arbeitslosigkeit schicken zu können, ob es das ist, dass diese Leute sich nicht um das scheren, was ihre Entscheidungen für andere bringen...
Es geht also per se nicht darum, eigenhändig Leid und Elend zu verursachen, sondern vielmehr darum, Leid erst zu ermöglichen.
Und zu dem zweiten Grund kann ich sagen, dass mir klar geworden ist, dass Gott, oder besser gesagt, diese unglaubliche Erscheinung niemanden prüft, testet oder was auch immer.
Ich hatte bis dahin unsere Freiheit nicht erkannt, die uns allen mit unserer Geburt gegen ist.
Ich entscheide, ob ich mit einem Messer ein leib Brot schneide, oder damit jemandem schade.
Und für die Konsequenzen meines Handelns werde auch ich persönlich verantwortlich sein. 

Ich kann jedem, der verständlicherweise Angst vor dem Tod hat, auf meine eigenen Erlebnisse basierend sagen, den Tod nicht zu fürchten.
Natürlich ist das leicht gesagt. Aber ich habe es erlebt. Ob man mir glaubt, das alles für einen Blödsinn hält oder nicht, ist jedem selbst überlassen.

Was ich jedem raten kann, ist folgendes: Und hier bitte ich einfach jeden!
Wenn ihr das nächste mal über die Straße geht, lasst euch nicht hängen. Lächelt euch vollkommen fremde Menschen einfach so, ohne irgendeine Absicht, ohne irgendwelche Erwartungen, einfach an.
Und ihr werdet feststellen, wie schnell und einfach man vollkommen fremden Menschen ein schönes Lächeln ins Gesicht zaubert.
Denn alles, was weniger wird, wenn man es mit anderen teilt, ist schlecht. Und alles, was sich mehrt, wenn wir es mit anderen teilen, ist gut.
Wenn ich 10€ habe und jemandem 5€ gebe, dann habe ich weniger.
Wenn ich aber jemanden einfach so anlächele und dieses Lächeln wird erwidert, dann mehrt es sich.
Und das ist schön.

Ich danke jedem herzlichst, der diesen langen Text ganz gelesen hat aus tiefstem Herzen.
Und wenn auch nur eine einzige Person aufgrund dessen seine Angst vor dem Tod verliert, oder wenn jemand den nächsten, ihn fremden Menschen einfach so und grundlos anlächelt, dann habe ich bereits mehr gewonnen, als ich mir erhoffte.

Vielen lieben Dank.
Ünal

Widderfrau
Widderfrau
Mitglied

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Widderfrau
als Antwort auf Ünal vom 14.01.2021, 03:01:47

Was soll ich zu dieser Geschichte, zu diesem Text sagen bzw. schreiben?

Gerade in dieser ungewissen und beängstigenden Zeit passen bestimmte Sätze ziemlich gut.
Ich habe ihn aufmerksam gelesen und bin auch der Meinung, dass Kleinigkeiten oft zu einem Großen führen können. Und wenn es nur ein lächeln ist, kann es viel bewirken.

Das Leben kann so kurz sein, sollte man sich so manches Mal in Erinnerung rufen. Ich bin auch zu dem Entschluss seinerzeit gekommen, dass ein Gott - oder wer auch immer- diese vielen Ungerechtigkeiten, diese Not,, Krankheiten, Hass und Elend niemals hätte zulassen dürfen, wenn es ihn gegeben hätte.

Kennst du de Menschen, dann liebst du die Tiere.

Alles Gute
 

chris33
chris33
Mitglied

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von chris33
als Antwort auf Widderfrau vom 14.01.2021, 06:00:15

Gerade neu hier und schwupps willste mir  unaufgefordert die Angst vorm Tod nehmen, mit deinem Geschreibsel. 😀



Fuer    Christen  hat Christus das schon erledigt... 😃 oder wenigstens versucht....


  stell dich doch mal hier unter "neuvorstellungen" vor und erzähl ein wenig über dich, so gehört sich das doch im forum. 

​​​​​​

Chris33
 


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RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Ünal
als Antwort auf chris33 vom 14.01.2021, 08:25:58

Hallo Chris33,

entschuldige bitte, und ja, natürlich hast du absolut recht und es gehört sich einfach, sich erst einmal vorzustellen.
Was ich gerade eben auch gleich nachgeholt habe.

Deine Worte haben mich mit einem Schmunzeln sofort an meinen Vater erinnert.
Ich weiß noch, als er uns zu sich, nach Deutschland geholt hatte, sagte er noch am gleichen Tag:
"In Deutschland ist es so, ihr müsst immer, wirklich immer, wenn ihr irgendwohin kommt, Guten Morgen, Guten Tag oder Guten Abend sagen, je nachdem, welche Uhrzeit es ist. Es grüßt immer der zu erst, der irgendwohin kommt. Genauso, wie der sich zuerst verabschiedet, der geht. Nimmt das nicht auf die leichte Schulter. Wenn ihr irgendwo rein kommt und nicht anständig grüßt, seid ihr bei den Leuten schon unten durch..."
;)

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Ünal
als Antwort auf Widderfrau vom 14.01.2021, 06:00:15

Hallo Widderfrau,

aufrechten Dank für das Lesen meines doch recht langen Textes.

Deinen Worten ist zu entnehmen, dass du oft sehr schmerzhafte Erfahrungen mit Menschen gemacht hast.
Es wäre natürlich sehr schön, wenn ich mich irren sollte.
Aber selbst dann, wenn ich mich nicht irre, kann ich dir, zumindest mit Worten sagen, dass selbst die schmerzlichsten Erfahrungen so unglaublich unbedeutend im Gegensatz zu dem sind, was sie vermitteln.

Wir sind weder dazu da, um das Böse zu bekämpfen, noch besteht der Sinn unseres Lebens darin, uns andere zu bereichern, uns ein schönes Leben zu ermöglichen.
Leider sehen es einige Menschen so. 
Aber es gibt auch andere Menschen und diese sind in der absoluten Überzahl.

Wenn wir ins Kino gehen, uns eine Theateraufführung oder einen Film ansehen, in dem jemandem Unrecht angetan wird und der bspw. sich dafür rächt, so erkennen wir so gut wie immer auch uns in dem Helden. Sind so gut wie nie so ehrlich und stellen uns die Frage, wie oft wir denn im Leben zu denen gehörten, die anderen etwas antun.
Man kann diese fiktive Darstellung deuten, wie man möchte.
Ich aber deute es so, dass es trotz allem eines ganz klar macht.
Die Menschen, in denen das Gute nie erlischt, sind immer und überall in der absoluten Überzahl.

Auch wenn es sehr schade ist, dass die Menschen sehr oft nicht erkennen, dass Empathie die mit Abstand wichtigste aller Empfindungen sind.
Denn nur Empathie hindert Menschen daran, anderen wirklich schlimme Dinge antun zu können.
Nur Empathie macht uns empfindlich für das Leid und die Schmerzen anderer und somit ist es die Empathie selbst, die uns Menschen erst zu Menschen macht.

Ich wünsche dir viel Kraft und eine Leichtigkeit und hoffungsvoll nach vorn schauende Unbeschwertheit.
Trotz allem, was wir erleben.
Am Ende aber entscheiden noch immer wir selbst, inwiefern wir verletzt werden.

Und zu deinem schönen Zitat möchte ich folgendes hinzufügen:
Ich hatte bis zum 05.01. diesen Jahres einen Hund, den ich mehr liebte, als Menschen, die ich an einer Hand abzählen kann.
Und deshalb sage ich stets, wir können nur soviel Mensch sein, wie wir imstande sind, Tiere zu lieben.

Liebe Grüße
Ünal

Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf Ünal vom 14.01.2021, 10:40:52

Lieber Ünal,

ich danke Dir für Deinen Beitrag. Ich habe schon viel über "Nahtoderfahrungen" gelesen, aber stets aus Büchern, noch nie von jemandem, der das selbst erlebt hat und mit dem ich "in Kontakt" war, also z.B. in einem Forum. Das alles ist für mich sehr interessant, weil ich während eines Herzinfarktes eine Art "Lichterfahrung" hatte, die mich sehr irritiert hat. Bis heute. Und das ist schon über 20 Jahre her.

Ich jedenfalls freue und bedanke mich dafür, dass Du so offen warst und das hier veröffentlicht hast. Viele Menschen, die so eine Erfahrung hatten, schweigen ja lieber darüber, weil man sie für verrückt oder überspannt oder für religiöse Fundamentalisten hält. Das finde ich schade, kann es aber nachvollziehen, dass man dann lieber schweigt.

Schönen Gruss

Der Waldler


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Juttchen
Juttchen
Mitglied

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Juttchen
als Antwort auf Ünal vom 14.01.2021, 03:01:47

Lieber Ünal,
das, was Du erlebt hast, ist eine Nahtoderfahrung. Wirklich tot warst Du nicht, denn von dort zurückgekehrt, ist noch niemand. Und ich glaube nicht, dass die meisten Menschen Angst vor dem Tod haben, sondern vor den Schmerzen, die das Sterben mit sich bringen kann. Es gibt aber heute schon gute Medikamente, die die Schmerzen bekämpfen können und so braucht auch niemand unnötig leiden. Und ich glaube auch, wer ein erfülltes Leben hatte, der hat auch keine Angst vorm Sterben und der kann auch gut loslassen.
Um das Leben hier auf Erden aber friedlicher zu gestalten, da gebe ich Dir Recht, da kann jeder Einzelne etwas dazu tun. Das kann ein kostenloses Lächeln sein, eine kleine Hilfe für unseren Nachbarn, ein Besuch bei einer älteren, einsamen Dame und, und, und...
Ein freundliches Lächeln schickt in die Welt und zu Dir,
Jutta😄

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Ünal
als Antwort auf Der-Waldler vom 14.01.2021, 11:50:09

Hallo lieber Waldler,

danke für deine Antwort.
Natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass viele deshalb nicht von solchen Erlebnissen berichten, weil sie annehmen, falsch verstanden oder zum Spinner erklärt zu werden.
Mich interessiert es eher weniger, was andere über mich, oder von mir denken.

Ich danke die vielmals für das Lesen meines Textes und wünsche dir aufrichtig alles Gute weiterhin Gesundheit und Zufriedenheit!

Mein Vater pflegte stets zu sagen: Menschen, die miteinander reden, hauen sich nicht die köpfe ein.
Und solange wir uns untereinander austauschen können, solange tun wir nichts Schlechtes.

Viele liebe Grüße
Ünal

 

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von Ünal
als Antwort auf Juttchen vom 14.01.2021, 11:51:08

Hallo liebe Juttchen,

auch dir danke ich ganz herzlich für das Lesen meines Textes.

Aus deinem Text wird ziemlich vieles offenbar.
Und alles nur im guten Sinne.
Du scheinst eine ebenso kritische, wie auch belesene und erfahrene Person zu sein.
Und das kann nichts Schlechts sein.

Deine etwas distanzierte Haltung ist mehr als nur verständlich. Immerhin handelt es sich hierbei ja auch um kein unbedeutendes Thema, sondern eines, was uns alle betrifft oder gar berührt.

Aber trotzdem denke ich, dass du hier zwei Dinge nicht ganz richtig sieht.
1. Natürlich ist es richtig, wenn du sagst, dass die meisten Menschen keine Angst vor dem Tod haben. Das ist auch etwas sehr positives. Denn niemand hat Grund zur Sorge. Aber die Angst, die doch sehr viele Menschen bei dem Thema Angst verspüren, muss nicht zwangläufig eine Angst vor eventuellen Schmerzen sein. Es kann sich auch sehr oft um die endlose Dunkelheit, das Endlose Nichts handeln, die nicht wenige Menschen fürchten. Ganz besonders die weniger Gläubigen.
2. Ist es wirklich sehr schön zu lesen, wie selbstsicher du durchs Leben gehst!. Es gibt aber auch Menschen, die nicht so sicher sind und voller Zweifel stecken. Wenn man diesen Menschen auch nur ein winzig kleines Bisschen der möglichen Angst nehmen kann, gewinnen wir doch alle. Ob als einzelne Menschen oder ganze Gesellschaften.

Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute und mögest du mit deinem positiven Menschen noch viele viele Menschen (im positiven Sinne!) anstecken.



Liebe Grüße
Ünal Ejder

hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

RE: Wie ich tatsächlich starb...
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf Ünal vom 14.01.2021, 03:01:47

Hallo @Ünal,

du hast mich neugierig gemacht.

Würdest du mir sagen wie lange (Minuten, Stunden oder Tage) dein Koma dauerte und was der Auslöser war? Natürlich nur sofern es dir nichts ausmacht.

Ciao
Hobbyradler
 


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