Forum Soziales und Lebenshilfe Lebenshilfe Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?

Lebenshilfe Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?

Re: Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?
geschrieben von Morrison
als Antwort auf Christine5 vom 06.05.2015, 04:14:03
Hallo Christine,

ich hoffe, dass bei uns auch in absehbarer Zeit die Sterbehilfe genehmigt wird. Es ist zwar ein heikles Thema, aber ich verstehe nicht, warum man Menschen nicht hilft, sondern bei Tieren sagt: Ja, wollen Sie den Hund wirklich noch leiden lassen?. Pervers.
.....

Bei der vor ca. 30 Jahren stattfindenden Pflegeheimsuche für einen Angehörigen sah ich u.a. einen Raum in einem der Heime, in dem die Tür, wohl versehentlich, denn sie wurde gleich zugeklatscht, ca. 8-10 Liegen (nicht Betten!) standen, auf denen jeweils ein Mensch regungslos dalag und an die Decke starrte. Dort war fürchterlich still. Mir wird heute noch schlecht, wenn ich daran denke!

LG Morrison
olga64
olga64
Mitglied

Re: Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Morrison vom 06.05.2015, 17:04:58
In München stand vor einiger Zeit eine sehr alte Dame vor Gericht, die in einem Altenheim in einem Doppelzimmer mit einer anderen leben, bzw. vegetieren musste. Dies störte sie anscheinend so sehr, dass sie versuchte, die bettlägerige andere Frau mit dem Kopfkissen zu ersticken. Es war nur der schnellen Reaktion eines Pflegers geschuldet, dass es nicht zum Mord kam.
Die Angeklagte wurde nicht in den Knast eingeliefert - bewohnt jetzt aber ein Einzelzimmer in einem anderen Altenheim. Olga
KariFari65
KariFari65
Mitglied

Re: Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?
geschrieben von KariFari65
Hallo youngster,

ich weiß, das Thema ist nicht mehr ganz aktuell. Aber dennoch wollte ich auch noch meinen Senf dazu geben. Da hast natürlich vollkommen recht, dass verdrängen der falsche Weg ist.

Ich mache mir auch bereits Gedanken darüber. Und in ein Heim ziehen bereitet mir doch unbehagen, schließlich lebe ich schon seit Jahrzehnten in meiner Wohnung.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Pfleger aus dem EU-Ausland bei dir zu Hause einzuquartieren. Ich habe eine Bekannte, die das macht. Die Pflegekraft kommt aus Polen, spricht fließend deutsch und kümmert sich 24 Stunden am Tag um sie. Rechtlich gesehen ist das auch kein Problem, weil das irgendwie über einen deutschen Vermittler läuft. Und es ist alles in allem günstiger als ein Pflegeheim.

Ich weiß nicht, ob das für dich in Frage kommt, aber du kannst dich ja einfach mal informieren. Hier kann man zum Beispiel solche Pfleger finden: www.sunacare.de

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aina
aina
Mitglied

Re: Wie und wo wollt ihr Leben wenn der Pflegefall eintritt?
geschrieben von aina
Das Thema ist doch immer aktuell! Zuerst sollte man - auch jüngere Leute - eine Patientenverfügung erstellen, die doch so einiges zum eigenen Willen aussagt. In den letzten Jahren habe ich zwei "Töchter" getroffen, die alles getan haben, um den eigenen Müttern bis zum Schluß im eigenen Umfeld ein annehmbares Leben zu gestalten. In beiden Fällen haben Rente und Pflegegeld die Lebenshaltung der vollzeitbeschäftigten Töchter aufgefangen. Leider hängt die eine nun nach dem Tod der Mutter komplett in der Luft, für ihren Beruf zu alt, für eigene Rente zu jung, einkommens- und vermögenslos. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man überhaupt daran denkt, das Leben seiner Kinder zu verplanen. Ich selbst finde die mittlerweile überall vorhanden Senioren- und Pflegeheime, die meisten deutschsprachig, in Osteuropa ganz attraktiv. Deutsche Pflegekassen beteiligen sich an Pflegekosten und die Preise liegen noch in dem Rahmen, der erschwinglich ist. Dank bestehender Sozialabkommen ist auch die medizinische Versorgung gewährleistet. Der Aufenthalt im Pflegeheim begrenzt sich sowieso nur auf das Haus selbst und den Garten dazu, vom weiteren Umfeld, der Gemdeinde, Stadt, dem Land ist man in solchem Fall in der Regel ausgeklammert. Ansprechpartner ist das Pflegepersonal, das in Deutschland immer mehr Druck und immer weniger Zeit hat.
Ich bin Realist und halte wenig von Gefühlsduseleien. Eine Sache muß, selbst die Unterbringung im Pflegeheim, so gut wie möglich funktionieren, auf die eigenen Verhältnisse abgestimmt sein und emotionale Belastungen für sich selbst und die Kinder/Angehörigen reduzieren.

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