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Lebenshilfe Wohngemeinschaft im Alter

Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von traumvergessen
Ich beschäftige mich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Wohnen im Alter und habe hierzu einiges an Fachliteratur gelesen. In einem Buch wurde sogar aus einem Thread des Seniorentreffs aus dem Jahr 2000 zitiert. Ich möchte wissen, ob es hier neuere Erfahrungen zu diesem Thema gibt bzw. ob es ST-ler gibt, die sich auch mit diesem Gedanken auseinandersetzen bzw. gesetzt haben.
pippa
pippa
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von pippa
als Antwort auf traumvergessen vom 13.10.2010, 15:43:08
Eigentlich beschäftigen wir uns mit diesem Thema schon seit 10 Jahren, aber der Abschied von Haus und Garten ist nicht so einfach.

Wichtig ist jedoch, dass man körperlich und geistig noch absolut fit ist, sonst schafft man eine so grundlegende Veränderung nicht.

Wir haben es jedoch geschafft und einfach losgelassen. Das Haus wird vermietet oder verkauft und wir ziehen in eine Kleinstadt, in der wir zu Fuß alles Lebenswichtige erreichen können.

Wert haben wir auch darauf gelegt, dass wir z. B. ohne Auto, denn wer weiß schon, wie lange man fahren kann, ein Thermalbad erreichen können.

Auch die Natur, die wir so sehr schätzen, können wir ohne Auto erreichen.

Wir haben die Wohnung gemietet und sind damit sehr viel Ballast losgeworden.

Noch haben wir eine Menge zu bewältigen, aber der Umzug findet in der ersten Januarwoche des kommenden Jahres statt.

Gruß Pippa
Urego
Urego
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von Urego
als Antwort auf pippa vom 13.10.2010, 16:34:39
@pippa

Wenn ich Traumvergessen richtig verstanden habe, meint sie den Umzug in eine Wohngemeinschaft und nicht in eine Mietwohnung. Nach meiner Auffassung ist das etwas völlig Anderes. Wenn man in eine Mietwohnung zieht, muß man wirklich noch völlig fit sein, auch wenn man bei einigen Dingen (Autofahren) schon Abstriche machen muß (oder besser sollte).
Wenn man mit dem Gedanken spielt, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, ist man gedanklich schon weiter. Man gesteht sich nämlich selber ein, daß manches nicht mehr so richtig klappt.
In der Wohngemeinschaft hat man dann Mitbewohner, von denen man eventuell auf Fehler hingewiesen wird oder die sie auch korrigieren. Ich persönlich stelle mir das Leben in einer Wohngemeinschaft schwierig vor. Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten und haben unsere Marotten im Laufe der Jahre entwickelt. Meine Frau und ich sind über 50 Jahre miteinander verheiratet und wir "ertragen" uns. Ich weiß aber nicht, ob ich gewisse Verhaltensweisen bei anderen Menschen ertragen könnte.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich in ein normales Altersheim gehen. Ich habe das bei meinen Schwiegereltern gesehen, da hat man ein eigenes Zimmer und kann sich bei Bedarf zurückziehen.

Urego

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Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von traumvergessen
als Antwort auf Urego vom 13.10.2010, 22:05:06
Ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte im Grund genommen beides, wobei ich die Wohngemeinschaft originär im Auge hatte. Aber als Oberbegriff gilt natürlich meine Anfrage, welche Gedanken man sich um sein Leben bzw. Wohnen im Alter macht. Man hört oft, dass man sich in einer Situation, wo man pflegebedürftig wird, in ein Altersheim abgeschoben fühlt. Auch hört man oft, das Menschen einsam sind und sich nach Mehrsamkeit (mindestens Zweisamkeit) sehnen. Welche Vorsorgen trifft man, um auch in Zweisamkeit möglichst unbelastet und selbstbestimmt leben zu können? (so habe ich pippa verstanden)Es wäre schön, wenn ihr hierzu eure Erfahrungen mitteilen würdet.
zwergi
zwergi
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von zwergi
als Antwort auf traumvergessen vom 14.10.2010, 08:54:29
Natürlich Erfahrungen.

Lebe in einer WG - mit meiner Frau.
Haben genug Raum, dass jeder sich zurückziehen kann.
Aus den unterschiedlichsten Gründen schlafen wir getrennt.
Zum Kochen, zu den Mahlzeiten, sehr oft am Abend sind wir gemeinsam.

Da man sich jedoch schon so lange kennt, nimmt man wohl weitaus weniger Rücksicht auf einander, als dies der Fall bei bisher Fremden wäre. Könnte auch interessant sein.
Klar ist - nachgeben ist überall angesagt.
Und eine große Portion Verständnis.
meint zwergi.
hugo
hugo
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von hugo
als Antwort auf traumvergessen vom 14.10.2010, 08:54:29
hm wenn man erst mal, weil hilfs-, oder pflegebedürftig- in ein Heim abgeschoben wird, dürfte es mit de Lebensqualität hier wie dort nicht so weit her sein.

Da hat pippa recht, dass man körperlich und geistig noch recht fit sein sollte um in diese neue Umgebung aktiv mit reinzuwachsen zu können. Dann hat man noch etwas davon, kann im günstigem Falle sogar eine tüchtige Verbesserung darstellen. Man erarbeitet sich einen neuen und/oder zusätzlichen Bekanntenkreis, findet andersartige Beschäftigung, kann seine eigenen Stärken besser ausspielen und die Schwächen unterdrücken,,

Die größte Problematik stellt wohl heutzutage für viele Menschen die Finanzierung einer solchen Wunschgestaltung dar.,,zumindest hier in Vorpommern muss ich das immer wieder feststellen, das schon daran alle weitergehenden Gedanken scheitern.

hugo

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von olga64
als Antwort auf Urego vom 13.10.2010, 22:05:06
Ich lebte als junge Studentin einige Jahre in WG`s. Damals waren die (Spiess)-Bürger ja noch der Meinung, wir machen dies, weil wir ein Leben wie Sodom und Gomorrha führen würden - der Grund war aber, dass dadurch die bereits sehr hohen Münchner Mieten bezahlbarer wurden.
Damals war ich noch adaptionsfähig und für ein solches Zusammenleben besser geeignet - dies dürfte bei alten Menschen nicht mehr der Fall sein. Der übliche Alltagskram und die daraus resultierenden Streitereien dürften grenzenlos werden. Mit einem Partner arrangiert man sich wohl etwas, zumal ja die Männer dem Nörgeln ihrer Ehefrauen (z.B. über die berühmte Zahnpasta-Tube) durch stoisches Schweigen entgegnen.
Und für Pflegefälle, die wir ja alle mal werden, ist eine solche WG nicht geeignet oder erwartet wirklich jemand, die anderen Senioren kümmern sich darum? Wäre auch gefährlich, da uns meist das Fachwissen dazu fehlt. Auch ich würde im schlimmsten Fall immer ein gutgeführtes Altenheim bevorzugen und vorher in meiner Wohnung bleiben und evtl. einen externen Pflegedienst engagieren. In Deutschland haben wir ja die Möglichkeit, hier Zuschuss von der Pflegeversicherung zu erhalten. Olga
chrissi56
chrissi56
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von chrissi56
als Antwort auf traumvergessen vom 13.10.2010, 15:43:08
Ich sehe auch eine Alten-WG zunächst einmal als Zweckgemeinschaft:
Jede/r kann allein sein, wenn sie/er will, muss aber nicht Besuchstermine vereinbaren oder Verwandten/Bekannten am Telefon lästig fallen, wenn sie/er mal mit einem Menschen reden, essen, spazierengehen, ins Theater ... will.
Allerdings wäre Pflegebedürftigkeit als Anlass, in eine WG zu ziehen, eine Überforderung der Mitbewohner.
Wenn aber eine WG von älteren Menschen gegründet wird, solange sie noch fit "im Kopf und in den Beinen" sind, sie sich also bewusst entscheiden, mit diesen und nicht anderen Menschen zusammen zu wohnen und zu leben, muss sicher niemand Angst haben, beim kleinsten Anzeichen von altersbedingten Problemen abgeschoben zu werden.
Ambulante Pflegedienste leisten da gerade auf dem Land hervorragende Hilfestellung.
Mein Mann und ich werden ab dem nächsten Jahr allein in einem großen Haus mit Erdwärmeheizung wohnen, das wir eigentlich für unsere drei Kinder gebaut haben, die aus beruflichen Gründen aber nie hier auf dem Land werden dauerhaft wohnen können.
Also müssen wir uns bald entscheiden, ob wir unser Haus verkaufen oder eine WG gründen.
Mit unserer homepage:
http://www.alten-wg-marburg-hessen.de/page6.php - suchen wir Menschen, die eine WG auf dem Land gründen wollen.
Wir würden uns über Resonanz freuen, auch von Menschen, die einfach nur Anregungen u.s.w. geben wollen.

nasti
nasti
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von nasti
als Antwort auf chrissi56 vom 16.10.2010, 12:37:21
Ich frage mich, warum ich mit meine fast 70 Jahre
denke nicht an WG oder Altersheim?

Möchte gerne wissenh, wie alt ist Pippa, Zwergi , etc.

Grüßt Nasti aus Rom.
fritzminn
fritzminn
Mitglied

Re: Wohngemeinschaft im Alter
geschrieben von fritzminn
Auch wir hatten ein Problem zu Hause..Mein Vater (91)wollte weder ins Pflegeheim noch ins betreute Wohnen..Da Mutter schon lange verstorben ist und Ich arbeiten muss war guter rat teuer. Also schaute ich ins Internet nach einer 24 std Betreung und wurde enttäuscht.Die Vermittler wollten uptopische Preise und die Damen die sich als Haushälterin ausgaben hätten selbst pflegestufe 1 beantragen können..Doch dann kam mir der Zufall zu gute.. Ich erfuhr von einer Vermittlung die Alltagsperle heisst und nicht im internet steht..Ich wurde super beraten(Steuerabsetzung,Wohngeld und sonstige Zuschüsse)und lina ist wirlich eine Alltagsperle.

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