Forum Kunst und Literatur Literatur Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches

Literatur Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches

Clematis
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Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
Theodor Heuss, unser lieber Nachkriegs-Bundespräsident, besichtigte den Dom zu Xanten.

Am Portal gab Heuss einem der Buben seine Zigarre in die Hand mit dem Hinweis, recht gut auf sie aufzupassen.

Die Besichtigung dauerte eine ganze Weile.
Als der Bundespräsident endlich wieder aus dem Dom herauskam, stand getreu der kleine Bub noch da und überreichte ihm stolz die Zigarre, die gut brannte.

"Brav", lobte ihn der Bundespräsident und strich ihm über den Kopf, "dass du dran gezogen hast und sie nicht hast ausgehen lassen!"

Der Bub wird sie erste Zigarre seines Lebens bestimmt nicht vergessen.

aus:
Heuss-Anekdoten
gesammelt und erzählt von Hanna Frielinghaus-Heuss
Bechtle 1964

Clematis
pippa
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von pippa als Antwort auf Clematis vom 19.07.2015 09:22:05
Gestern las ein Radiomoderator Auszüge von Kinderaufsätzen vor.
Behalten habe ich folgende:

Bei uns haben alle ein eigenes Zimmer, nur Papa nicht, der muss immer bei Mama schlafen….

und

In unserem Land muss der Mann immer eine Frau heiraten. Das nennt man dann Monotonie…..

Pippa
Clematis
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis als Antwort auf Clematis vom 19.07.2015 09:22:05
Kleines Sammelsurium:

In der Balance zwischen individueller Freiheit
und verantwortungsvoller Gemeinschaft liegt die
Chance, man selbst zu sein.

Erich Fromm


Ich möchte Freundschaften nicht wie Mimosen behandeln,
sondern mit der striktesten Courage. Wenn sie etwas taugen,
sind sie weder zerbrechliches Glas noch Eisblumen, sondern
das Solideste, was sich denken lässt.

Ralph Waldo Emerson



Wir haben in unserem Leben keine andere Aufgabe,
als das Auge des Herzens gesunden zu lassen, mit
dem wir Gott sehen können.

Augustinus von Hippo

Clematis
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis als Antwort auf pippa vom 19.07.2015 10:27:17
Hallo Pippa, wir haben gerade zusammen geschrieben.

Ja, Kindermund:

"Gestern feierten wir ein schönes Fest. Es wurden drei Glocken geweiht. Der Herr Pfarrer hielt eine Predigt, der Herr Bürgermeister eine Ansprache und der Herr Lehrer dirigierte den Chor. Hernach wurden sie alle drei aufgehängt. Jetzt wurde es bei uns richtig zünftig."

aus:
Oma hupf
Kinder tragen das Herz auf der Zunge
Lia Braun-Hilger

Clematis
Clematis
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis als Antwort auf Clematis vom 19.07.2015 10:40:20
Doch das Leben ist niemals so,
wie man es sich vorstellt. Es überrumpelt dich, und es lässt
dich lachen und weinen, wenn du es am wenigstens erwartest.

Niki de Saint Phall
29. 10. 1930-21. 5. 2002


schorsch
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von schorsch
Das Leben ist nicht so, wie es aussieht, sondern so, wie wir es aussehen lassen wollen. Oder vielleicht doch umgekehrt?

(Georg von Signau)
Sirona
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Sirona



Die dreimalige Taufe von Till Eulenspiegel

Bei dem Wald, Elm genannt, im Dorf Kneitlingen im Sachsenland, wurde Eulenspiegel geboren. Sein Vater hieß Claus Eulenspiegel, seine Mutter Ann Wibcken. Als sie des Kindes genas, schickten sie es in das Dorf Ampleben zur Taufe und ließen es nennen Till Eulenspiegel. Till von Uetzen, der Burgherr von Ampleben, war sein Taufpate. Ampleben ist das Schloß, das die Magdeburger vor etwa 50 Jahren mit Hilfe anderer Städte als ein böses Raubschloß zerstörten. Die Kirche und das Dorf dabei ist nunmehr im Besitze des würdigen Abtes von Sankt Ägidien, Arnolf Pfaffenmeier.

Als nun Eulenspiegel getauft war und sie das Kind wieder nach Kneidingen tragen wollten, da wollte die Taufpatin, die das Kind trug, eilig über einen Steg gehen, der zwischen Kneidingen und Ampleben über einen Bach führt. Und sie hatten nach der Kindtaufe zu viel Bier getrunken (denn dort herrscht die Gewohnheit, dass man die Kinder nach der Taufe in das Bierhaus trägt, sie vertrinkt und fröhlich ist; das mag dann der Vater des Kindes bezahlen). Also fiel die Patin des Kindes von dem Steg in die Lache und besudelte sich und das Kind so jämmerlich, dass das Kind fast erstickt wäre. Da halfen die anderen Frauen der Badmuhme mit dem Kind wieder heraus, gingen heim in ihr Dorf, wuschen das Kind in einem Kessel und machten es wieder sauber und schön.

(gelesen in "Anekdoten von A-Z - Orbis-Verlag)
Clematis
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
Die Weisheit des Chinsen Lao Tse und die Weisheit Jesu oder die der indischen Bhagavad-Gita weisen ebenso deutlich auf die Gemeinsamkeit der seelischen Grundlagen durch alle Völker hindurch wie die Kunst aller Zeiten und Völker.
Die Seele des Menschen in ihrer Fähigkeit zu lieben, in ihrer Kraft zu leiden, in ihrer Sehnsucht nach Erlösung, die blickt uns aus jedem Gedanken, aus jeder Tat der Liebe an, bei Plato und bei Tolstoi, bei Buddha und bei Augustinus, bei Goethe und bei Tausendundeiner Nacht.

Hermann Hesse
Wolkenschieber
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Wolkenschieber
Gabriel Garcia Marquez schrieb wunderbare Dinge. Ein paar Beispiele





Sirona
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Re: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Sirona
Das Gefühl des Fremdseins kannte ich, das war von jeher in mir, das ist noch in mir. Aber wie denn: bin ich nicht ganz und gar ein Kind dieser Erde, liebe ich nicht das Leben? Lebe ich nicht leidenschaftlich gern und inbrünstig mit allem, was die Erde trägt, auch den Menschen? Und doch: ich durfte nie an einem Ort Wurzeln treiben. Zwanzigmal mußte ich umziehen, zuerst mit den Eltern, dann als junge Lehrerin, dann als Ehefrau, dann wieder allein. Immer wieder versuchte das Geschöpf der Erde ein Nest zu bauen in der Ackerfurche, und immer wieder war es nichts mit Dauer, mit Gemütlichkeit, mit Bürgerfrieden. Und selbst in den kurzen Zeiten, in denen so etwas wie stilles Glück gelebt werden durfte, war daneben, darunter das Gefühl: Das ist es nicht!
Als ich achtzehn Jahre alt war, zum erstenmal Platon las, da war mir, als hätte ich die Ideenlehre von lange her gekannt. Dort war meine Heimat, dort, wo die Ideen herkommen, dort, wo das Wort herkommt. Immer wieder kam mir das Gefühl des Durchgangs, der Wandlung, des Wo-Anders-Hin-Gehörens.

(L. Rinser aus „Den Wolf umarmen)