Forum Kunst und Literatur Literatur Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches

Literatur Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches

karl
karl
Administrator

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von karl
als Antwort auf Clematis vom 12.02.2020, 09:44:29

Off topic

@Clematis,

natürlich dürfen unsere Mitglieder gute Bücher und anderes Gutes empfehlen.

Karl

P.S.: Das einzige, was wir nicht mögen, sind diese Schlaumeier, die sich nur zum Zwecke der Werbung anmelden und dann auf Nimmerwiedersehen verschwinden!

Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf karl vom 12.02.2020, 11:39:02
Novak,KimVertigo-screenprism.jpg
Vertigo - aus dem Reich der Toten


Wer erinnert sich?

Clematis


 
Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Clematis vom 13.02.2020, 08:20:51
Naumann, Joh. Friedr.JPG
Clematis
 

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CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf Clematis vom 14.02.2020, 08:22:10

Auch ich "kenne" einen berühmten Ornithologen, von dem ich das Buch gelesen und den Film
gesehen habe :  Der Gefangene von Alcatraz
(Leider habe ich keinen Film-Trailer in Deutsch gefunden.)

51GXFWFPBNL._SY445_.jpg

 



LG    C.S.
Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Clematis vom 14.02.2020, 08:22:10
Gelilei, Galileo3.jpg
Tischbeindoppelt.jpg
Heidenreich, Elke2.JPG

Clematis

 
Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Clematis vom 15.02.2020, 08:54:42
Ganz, Bruno-Zeit.de.jpg
zum Todestag von Bruno Ganz
 

***
 
Stadtmauer-800.jpg
dies ist der alte Brunnen an der Stadtmauer in Schorndorf

 
Weltgeheimnis


Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
einst waren alle tief und stumm,
und alle wussten drum.


Wie Zauberworte, nachgelallt
und nicht begriffen in den Grund,
so geht es jetzt von Mund zu Mund.


Der tiefe Brunnen weiß es wohl;
in ihn gebückt, begriffs ein Mann,
begriff es und verlor es dann.


und redet' irr und sang ein Lied –
Auf dessen dunklen Spiegel bückt
sich einst ein Kind und wird entrückt.


Und wächst und weiß nichts von sich selbst
und wird ein Weib, das einer liebt
und – wunderbar wie Liebe gibt!


Wie Liebe tiefe Kunde gibt! –
Da wird an Dinge, dumpf geahnt,
in ihren Küssen tief gemahnt...


In unsern Worten liegt es drin,
so tritt des Bettlers Fuß den Kies,
der eines Edelsteins Verlies.


Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
einst aber wussten alle drum,
nun zuckt im Kreis ein Traum herum.


 
Hugo von Hofmannsthal
1. 2. 1874 - 15. 7. 1929


Clematis



 

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Dezemberrose
Dezemberrose
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Dezemberrose
als Antwort auf Clematis vom 16.02.2020, 08:20:00

Zwei Filme fallen mir ein zu Bruno Ganz:

"Pane e Tulipani" (Brot und Tulpen), den ich auf italienisch sah, gefiel mir sehr,
und
"Der Untergang", der mich beeindruckte und lange nicht los ließ.

Danke @Clematis für die Erinnerung an einen ganz Großen.

Rose

Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Dezemberrose vom 16.02.2020, 08:35:05
Corelli, Arcangelo.jpg

Clematis

Heute haben wir Aufrufe 71717!

 
Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Clematis vom 17.02.2020, 08:07:17
Kyber, Manfred.JPG

Lups

Herr Lups war ein Spatz. Seine Frau hieß Frau Lups. Denn dem Namen nach richten sich die Frauen nach ihren Männern.

Es war Frühling, und Frau Lups saß auf ihren Eiern. Herr Lups hatte Futter herangeschleppt. Jetzt saß er auf dem Nestrand und blinzelte in die Sonne.
Die Menschen sagen immer, dass Spatzen frech und zänkisch sind, dachte Frau Lups, womit sie natürlich nur die Männchen meinen. Ich kann es von meinem Mann eigentlich nicht finden. Ein fertiger Ehespatz ist er zwar noch nicht, aber er macht sich. Herrn Lups wurde es langweilig.

„Ich möchte mich auch mal auf die Eier setzen.“
„Nein“, sagte Frau Lups – nicht aus Eigensinn, rein aus pädagogischem Emp­finden.
„Piep!“ sagte Herr Lups empört, „es sind auch meine Eier.“
„Nein“, sagte Frau Lups – wieder nur aus pädagogischem Empfinden.

Herr Lups schlug erregt mit den Flügeln.
„Ich habe das Recht, auf den Eiern zu sitzen, ich bin der Vater“, schrie er.
„Schlag nicht so mit den Flügeln“, sagte Frau Lups, „es ist unschicklich, we­nigstens hier im Nest. Außerdem macht es mich nervös. Ihr Männer müsst immer gleich mit den Flügeln schlagen. Nimm dir ein Beispiel an mir! Ich bin stets ruhig. Gewiss sind es deine Eier. Aber es sind mehr meine Eier als deine Eier. Das habe ich gleich gesagt. Denke dran, dass du verheiratet bist!“
„Daran denke ich unaufhörlich“, sagte Herr Lups. „Aber du hast es vorhin anders gesagt. Das ist unlogisch.“
„Stör mich nicht mit deiner Logik“, sagte Frau Lups, „wir sind verheiratet und nicht logisch.“
„So“, machte Herr Lups und klappte arrogant mit dem Schnabel.
„Findest du das etwa nicht?“

Herr Lups hörte auf zu klappen.
„Ja, ja, meine Liebe“, sagte er.
Er macht sich, dachte Frau Lups.

„Ich werde jetzt in den Klub gehen“, sagte Herr Lups und putzte sich die Flügel.
„Du könntest dich auch mal auf die Eier setzen“, sagte Frau Lups vorwurfs­voll, „ich sitze schon den ganzen Vormittag darauf. Glaubst du, dass es ein Vergnügen ist? Dabei sind es deine Eier.“
Herr Lups dachte, die Sonne müsse aufhören zu scheinen. Aber sie schien weiter.

„Mir steht der Schnabel still!“ schrie er. „Eben wollte ich auf den Eiern sitzen, da waren es deine Eier. Jetzt will ich in den Klub gehen, da sind es meine Eier. Wessen Eier sind es nun endlich?!“
„Schrei nicht so“, sagte Frau Lups, „natürlich sind es deine Eier. Ich habe es dir doch schon vorhin gesagt.“
Herrn Lups wurde es schwindlig.
„Du irrst dich“, sagte er matt.
„Frauen irren sich nie“, sagte Frau Lups.
„Ja, ja, meine Liebe“, sagte Herr Lups und setzte sich auf die Eier, die nicht seine Eier und doch seine Eier waren.
„Männer sind so wenig rücksichtsvoll“, sagte Frau Lups mit sanftem Tadel, „du hast eben auch die weibliche Hand in deinem Leben zu wenig gefühlt.“
„O doch“, sagte Herr Lups und blickte auf die Krällchen seiner Gemahlin.

Frau Lups horchte aufmerksam an den Eiern.
„Eins piepst sogar schon im Ei“, sagte sie glücklich.
„Dann wird es ein Weibchen“, sagte Herr Lups.
Frau Lups sah ihren Gatten scharf an.
„Gewiss“, sagte sie, „es wird ein Weibchen. Die Intelligenz regt sich am frü­hesten.
Herr Lups ärgerte sich sehr und brütete.
„Aber das erste, das herauskommt, wird ein Männchen!“ sagte er patzig.
Frau Lups blieb ganz ruhig.
„Das, war zuerst piepst, kommt auch zuerst heraus“, sagte sie, „es wird also ein Weibchen. Im Übrigen lass mich jetzt auf die Eier! Es wird kritisch. Das verstehen Frauen besser. Außerdem sind es meine Eier.“
„Ja, ja, meine Liebe“, sagte Herr Lups.

Nach kurzer Zeit kam das erste aus dem Ei. Es war ein Männchen.
Herr Lups plusterte sich und zwitscherte schadenfroh.
„Siehst du“, sagte Frau Lups, „ich habe es dir gleich gesagt. Es wird ein Männchen. Aber ihr müsst eben alles besser wissen.“

Herr Lups sperrte den Schnabel so weit auf wie noch nie. Eine Steigerung war anatomisch undenkbar.
Aber er kriegte keinen Ton heraus. Da klappte er den Schnabel zu.
Endgültig.

Jetzt ist er ganz entwickelt, es wird eine glückliche Ehe, dachte Frau Lups und half den anderen Kleinen behutsam aus der Schale.
„Nun musst du in den Klub gehen, liebes Männchen“, flötete sie, „du musst dich etwas zerstreuen. Ich bat dich schon so lange darum. Auf dem Rückweg bringst du Futter mit.“

„Ja, ja, meine Liebe“, sagte Herr Lups.

Herr Lups hielt eine Rede im Klub.
„Wir sind Männer! Taten müssen wir sehen, Taten!!“ schrie er und gestiku­lierte mit den Flügeln.

Frau Lups wärmte ihre Kleinen im Nest.
"Seinen Namen werdet ihr tragen, alle werdet ihr Lups heißen", piepste sie zärtlich.
Denn dem Namen nach richten sich die Frauen nach ihren Männern.


Manfred Kyber
18. 2. 1880-10. 3. 1933
aus:
Ambrosius Dauerspeck und Mariechen Knusperkorn“
Rowohlt-Verlag


Clematis
 
CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf Clematis vom 18.02.2020, 07:53:26


Schöne Fabel, liebe Clematis !

Mußte schmunzeln !  Wie im "richtigen  (Menschen-)Leben.................

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LG    C.S.

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