Forum Kunst und Literatur Literatur Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:

Literatur Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:

longtime
longtime
Mitglied

Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von longtime
Eine Quiz gefällig?

Angeblich aus der Jugendsprache:

Soll man sich mit solch ausgedachtem Quatsch beschäftigen?

Was ist eine „Knödelfee“, ein "Achselmoped", ein "Zickenrumble", ein "Asselanzug". Was mag "pornös" heißen…? Oder ein "Zipfelzwicker"
Was meinen diese Blähwörter:
einen „Deoroller“ – „Streit unter Mädchen“, einen " Trainingsanzug".

Das „pornös“ "großartig" heißen soll, wird keiner, der authentische Kommunikation für wichtig hält, nachvollziehen können oder mögen.
Ds gehört in den dümmsten Kölner Karneval.

Aber solche Büchlein zur Jugendsprache werden gedruckt von Verlagen, die Sprachwichser in gruppendynamisch Prozesse heizen (angetörnt mit Promille), damit eine Flo-Pub (eine flotte Publikation) herausgepresst werden – und neben der Ladenkasse in Buchhandlungen angeboten werden muss: Zusatzgeschäftchen!

Und wie der SPIEGEL sind verdient machen will, zeigt er, dass mit diesem Wortmaterial ein Sprachquiz angefertigt wird, der ein bisschen aufgemotzt sein darf; es geht ja um Generationensprache; und da sollen die doofen Alten mal das Nachhören oder Nachsehen haben.

Also, wer hier reinschnuppern will, beim Schülersprache-Quiz. „Sprechen Sie jugendlich?“

Es ist 15x gefakter Sprachquatsch, den der SPIEGEL unters „Volk“ bringen will. (Ich fand kein Wort, das ich mir in einen Sprechzusammenhang denken kann; es ist alles zum Angeben, um zu zeigen, ich bin der angeblich jugendliche Sprachheld; obwohl keiner mit mir sprachen kann. Es ist ausgedachter Quatsch, wie irgendwelche, parteigebundene Aufrufe nach Einkommensteuerminderung)

S. Link!

(Viel Vergnügen! – Oder: )
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von eleonore
als Antwort auf longtime vom 19.08.2010, 10:58:24
diese link ist inzwischen *uralt* :)

es gibt ein neues, die ich gar witzig fand, da dort *opas sprache* zum vergleich angeboten wird.

wobei ich die wörte *arschfax* (markenzeichen der unterhose aus jeans sichtbar), oder *terrorkrümel* für ein nervendes kind ganz amüsant fand.
Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf longtime vom 19.08.2010, 10:58:24

wenn jemand wirklich solche worte benutzt, ist er

m.e. ein prolet ersten ranges.

normale jugendliche reden mit sicherheit nicht so.

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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von eleonore
als Antwort auf vom 19.08.2010, 11:18:50
@karin,


das wort *arschgeweih* kommt auch aus der jugendsprache, und wird inzwischen offiziell gar von ärzte benutzt.
also nix gleich proll.
Drachenmutter
Drachenmutter
Mitglied

Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von Drachenmutter
als Antwort auf eleonore vom 19.08.2010, 11:30:57
Terrorkrümel ist klasse. Danke für diesen Lacher.

woelfin (immer noch feixend)
eliza50
eliza50
Mitglied

Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von eliza50
als Antwort auf vom 19.08.2010, 11:18:50
Zunächst solltest Du Deine Definition von "Prolet" darlegen.

Du scheinst nicht viel mit normalen Jugendlichen zu tun zu haben. Die reden doch so, sogar an höheren Bildungsanstalten und aus Elternhäusern aller Schichten.

Als Großmutter musst Du die Sprache erlernen, wenn Du mitreden willst und ein Stück "Maffiatorte" (Pizza) abhaben oder Dir die "Lunge bräunen" (eine rauchen) möchtest. Dann brauchst Du nämlich einen "Taschendrachen" um Dir die "Perze" anzuzünden.

Aber acht geben : zu viel Maffiatorte vergrößert die "Wohlstandsgalerie".

Mir macht es übrigens Spass, von meinen Enkeln neue Vokabeln zu lernen, dafür kriegen sie einige zurück, aus meiner Jugendzeit.

"Steiler Zahn" für "flotte Biene" kam gut an.

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Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf eliza50 vom 19.08.2010, 11:57:23


ich habe sogar viel mit normalen jugendlichen zu tun,
jedoch - ich gestehe es - sind es alle gymnasiasten oder ehemalige,
vielleicht ist da doch ein unterschied?

außer geil, krass - was ja fast schon wieder out ist,
habe ich bisher nichts gehört.

aber gut - in berlin/marzahn spricht man wohl eher so wie cindy...


bongoline
bongoline
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Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von bongoline
als Antwort auf vom 19.08.2010, 13:09:54
tja karin,

so lange ist geil noch gar nicht "umgangssprachlich". Mein Sohn wagte es in der Schule, zu den Ausführungen einer Lehrerin das Wort "geil" zu verwenden. Das brachte ihm eine Strafaufgabe ein, hundertmal zu schreiben, dass dieses Wort nicht verwendet werden darf. Als mein Patensohn anrief, um mit meinem Sohn etwas auszumachen, sagte ich, der sitzt an einer Strafaufgabe und erzählte ihm den Hergang. Da meinte er "mensch Patin, was für eine zurückgebliebene Lehrerin hat denn Stefan, dieses Wort ist doch schon lange in umgangssprachlich integriert. Daraufhin habe ich die Strafaufgabe gestoppt und meinen Kommentar darunter geschrieben und brachte meinen Sohn und Patensohn ins Schwimmbad.

Wenn ich denke, dass meine Großmutter ihre Eltern noch in der dritten Person angesprochen hat, was in meiner Jugend von meiner Großmutter mit "Madele, ich versteh die Welt nicht mehr" kommentiert wurde und heute als normale Ausdrucksweise in jedem Lexikon nachgeschlagen werden kann, darf man es mir nachsehen, dass ich oftmals komplett auf der Leitung stehe, wenn ich als Außenstehende einer Unterhaltung Jugendlicher unter sich oftmals nur bruchstückweise folgen kann.

bongoline
eleonore
eleonore
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Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von eleonore
als Antwort auf vom 19.08.2010, 13:09:54
Kerin,

nun steig mal runter von dein hohen ross.
mein sohn ist akademiker, also besuchte er auch einen gymnasium.

und zur seine zeit gab es auch ausdrücke, die für deinen zarten gemüt wohl *prollig* waren, wie *affentittengeil*.
und?????

es hat ihm in keinste weise geschadet, und ich hab nicht rumgezetert, warum auch???

wobei ich an *terrorkrümel*, *arschgeweih* (die ja noch vortrefflich beschreibt worum es geht) oder *mafiatorte* nichts ehrenrühriges finde.

jeder generation hat spezielle ausdrücke, die für uns grufties fremd wirken.
clara
clara
Mitglied

Re: Angeblich: Jugendsprache - in Konkurrenz zur Erwachsenensprache:
geschrieben von clara
als Antwort auf bongoline vom 19.08.2010, 13:21:58
was für eine zurückgebliebene Lehrerin hat denn Stefan, dieses Wort ist doch schon lange in umgangssprachlich integriert.

Zurückgeblieben ist die Lehrerin aber vor allem, dass sie noch solche "Strafen" verhängt!

Clara

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