Literatur Ich lese gerade

olga64
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von olga64

ich lese gerade von Gert Loschütz "Ein schönes Paar". Es handelt von der VErgänglichkeit der Liebe zwischen Mann und Frau (und der Vergänglichkeit des Lebens im Allgemeinen) und zwar aus Sicht des erwachsenen Sohnes, der die Trennung seiner Eltern miterlebte und darüber nach deren Tod reflektiert. Schönes, kleines Büchlein, das gut tut. Olga

marina
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von marina
als Antwort auf olga64 vom 14.03.2019, 16:00:15

Interessant! Den Loschütz habe ich mal in meiner und seiner Jugend persönlich kennengelernt, als ich in Rom lebte.  Er war da als Stipendiat bei der Villa Massimo. Lächeln
Da hatte ich eine Einladung gegeben, zu der auch eine befreundete Journalistin kam, die brachte den mit. Eigentlich wollte sie ihn an mich verkuppeln, was leider oder zum Glück nicht geklappt hat. Er erschien im Samtjäckchen und gab sich sehr vornehm und distanziert. Ich war ihm viel zu "normal" und zu schlicht, mich empfand er wohl als "Kind aus dem Volk" wegen meiner offenen und nicht geheimnisvoll tuenden Art, so ähnlich stelle ich mir das vor.  Zwinkern D. h. ich hab keine Ahnung, was er dachte, er hat mit mir eigentlich kaum ein Wort gewechselt, obwohl ich die Gastgeberin war. Ich glaube, er war froh, als er wieder weg war, meine Kreise waren ihm nicht vornehm und nicht intellektuell genug. Lächeln

olga64
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf marina vom 14.03.2019, 16:11:44

Ich habe Ihren BEricht mit Genuss gelesen - aber vielleicht hat sich auch dieser mittlerweile 73-jährige mal ein wenig geändert? Das schafft es ja das Leben in sich bei Menschen, die dafür aufgeschlossen sind.....
GEstern las ich in dem Büchlein weiter und ich muss sagen, jetzt wird es richtig spannend (will aber nichts verraten) und dabei dachte ich doch, es sei eine philosophisch-ruhige Sache so zum Einschlafen..... Olga


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marina
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von marina
als Antwort auf olga64 vom 15.03.2019, 18:44:45

Danke! Und nicht, dass Sie denken, ich hätte mir diese kleine Story ausgedacht. Die hat wirklich so stattgefunden, ich erinnere mich noch genau an das schwarze Samtjäckchen. Lächeln
Ich glaube aber, dass er ein wirklich guter Schriftsteller ist, eigentlich sollte ich ihn auch mal lesen. Damals war der noch völlig unbekannt, wenn ich da schon gewusst hätte, wie berühmt er mal werden würde, hätte ich ihn sicher mit ganz besonderer Ehrfurcht behandelt und mich besonders geschmeichelt gefühlt, dass ich ihn mal auf meiner Terrasse hoch über Trastevere in Nachbarschaft des Gianicolo bewirten durfte. Wusste ich vielleicht nicht genug zu schätzen zu der Zeit. Lächeln

olga64
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf marina vom 15.03.2019, 19:00:23

ABer, liebe Marina, Sie haben es (und auch IHN) bis heute nicht vergessen. Ich wäre ja so gestrickt, wenn mir das passiert wäre, das von mir empfohlene Büchlein zum Anlass zu nehmen und ihm zu schreiben, was da so "entre nous" vor längerer Zeit ablief.....
Keine Angst: Ihnen (und einigen anderen) glaube ich sehr wohl, wenn ich so etwas lese. Ich kann - denke ich - mittlerweile gut abschätzen, wer hier viel rumlügt (und dies meist auch noch unperfekt)  und wer bei der Wahrheit bleibt. L'G Olga

marina
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von marina
als Antwort auf olga64 vom 15.03.2019, 19:17:52

Um Gottes wilen, Olga, ich bin doch nicht bekloppt! Ein Mann, der mal mit Elfriede Jelinek zusammengelebt hat, der wird doch einer schlichten Marina den Vogel zeigen, wenn sie ihm solche Erinnerungen mitteilt. Lächeln
Aber teilen Sie uns doch bitte nach Beendigung Ihrer Lektüre mit, ob es sich gelohnt hat. Dann lese ich ihn auch mal.

Und danke, was Sie mir über meine Glaubwürdigkeit mitteilen. Ich verspreche Ihnen, diese Glaubwürdigkeit ist gerechtfertigt. Ich bin zu blöd zum Lügen! Sowas konnte ich leider noch nie, hätte mir sicher manchmal mehr geholfen als meine schon fast dumme Ehrlichkeit. Lächeln


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longtime
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von longtime
als Antwort auf longtime vom 06.03.2019, 10:48:58
HerzWütend
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Gelesen (und ... anderswo ... beantwortet):

Ferdinand von Schirach: Kaffee und Zigaretten. Luchterhand. 2019.

Stefan-Zweig-Erwähnungen, für das Kapitel in Brasilien:

Vgl. Zweig in Brasilien - Vierzehn:
http://stephanus-bullin.blogspot.com/2019/03/stefan-zweig-im-copacabana-palace.html

Für die Story Achtundvierzig (S. 181ff.):

* mit einer ausführlich-finalen Erwähnung von Stefan Zweigs Freitod (Petrópolis 1942), mit den Eintragung in Thomas Manns Tagebuch „Eine Woche nach Zweigs Tod trägt Thomas Mann in sein Tagebuch ein, er fände diesen Selbstmord “albern, schwächlich und schimpflich“
- F. von Schirach weist diese Diktion zurück (bitte selber nachlesen S. 186):

Vgl. mein Kapitel zu F.v. Sch.:

https://stephanus-bullin.blogspot.com/2019/03/von-schirach-stefan-zweig-jean-amery.html

 
Mareike
Mareike
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von Mareike

Ich lese gerade: "Der Fetzen" von Philippe Lancon.

2015 wurde die „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris Opfer eines Anschlags. Zeichner und Redakteure wurden getötet. Der Journalist Philippe Lançon hat schwer verletzt überlebt, in dem Roman „Der Fetzen“ hat er sein Trauma verarbeitet.

Philippe Lançon hat den Albtraum überlebt. Wenn auch knapp. Eine der Kugeln aus den Gewehren der Brüder Kouachi hatte ihm den Unterkiefer zerfetzt. Vier Jahre und viele Operationen später sagt er: „Es ist nicht so, dass ich heute keinen Hass mehr empfinde. Ich habe nie Wut oder Hass auf die beiden Mörder empfunden. Es sind für mich arme, finstere Gestalten, sonst nichts.“

Sein Buch ist keine Anklage.
Es führt " ans andere Ufer – dort, wo die Menschlichkeit regiert.“

Sehr ergreifend!

olga64
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf marina vom 15.03.2019, 20:21:50
Um Gottes wilen, Olga, ich bin doch nicht bekloppt! Ein Mann, der mal mit Elfriede Jelinek zusammengelebt hat, der wird doch einer schlichten Marina den Vogel zeigen, wenn sie ihm solche Erinnerungen mitteilt. Lächeln
Aber teilen Sie uns doch bitte nach Beendigung Ihrer Lektüre mit, ob es sich gelohnt hat. Dann lese ich ihn auch mal.

Und danke, was Sie mir über meine Glaubwürdigkeit mitteilen. Ich verspreche Ihnen, diese Glaubwürdigkeit ist gerechtfertigt. Ich bin zu blöd zum Lügen! Sowas konnte ich leider noch nie, hätte mir sicher manchmal mehr geholfen als meine schon fast dumme Ehrlichkeit. Lächeln
Liebe Marina,

ich habe das Büchlein jetzt beendet und muss sagen, die Handlung ist so wandelbar,dass ich es sehr gut und spannend fand.
Sollten Sie lesen.
Ich habe mir gerade seine Vita angesehen und wenn er die Jelinek "ausgehalten" hat, scheint er schon auch eine interessante Persönlichkeit zu haben (um es mal vorsichtig auszudrücken). LG OIga
marina
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RE: Ich lese gerade
geschrieben von marina
als Antwort auf olga64 vom 18.03.2019, 16:35:46

Danke Olga, ich merke ihn mir vor zum Lesen. Jetzt habe ich gerade den vierten Band von Meyerhoff, der für mich schon fast eine Droge geworden ist, gelesen, danach liegen noch so einige andere ungelesene Sachen bei mir rum. Und bevor ich den Loschütz lese, kommt erst mal der neue Schirach dran, den ich auch demnächst im Schauspielhaus persönlich erleben werde.


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